Kategorie-Archiv: Schreibtagebuch

Nein, täglich updaten werde ich definitiv nicht schaffen, doch manchmal, wenn mich das Schreiben einen Tag lang sehr beschäftigt hat, muss ich meine Gedanken darüber auch mal zusammentragen.
Wer also einen Blick in mein chaotisch-kreative Gehirn werfen möchte, der darf das an dieser Stelle gerne tun.

Wie man einen Epos schreibt – Keine Anleitung!

Keine Anleitung – nur ein Erfahrungsbericht

 

Ich sehe und lese sie immer wieder, die schlauen Ratgeber-Artikel, die einem erklären, wie man dies und das und jenes tut. So einer ist das hier nicht. Meine Philosophie ist, dass wir alle sehr unterschiedlich sind und unsere Wege, Dinge zu tun, sind es ebenso.

Manche lesen all diese Schreibratgeber und setzen sich dann hin und erschaffen einen tollen Roman. Manche schaffen es trotz tausend Kursen nicht, und andere, so auch ich, machen einfach, und am Ende kommt ein Buch raus … oder drei … und dann werden es immer mehr.

 

Natürliches Wachstum auch für phantastische Welten

 

Karte Erui WordPress2

 

Dieser Artikel hier entsteht auf der Frage, wie genau ich Erui eigentlich erschaffen habe. also, wie es entstanden ist.

Angedeutet habe ich das ja immer wieder mal in diversen Artikeln und Interviews, doch tatsächlich kann ich euch einen ziemlich detaillierten Werdegang meiner Welt benennen. Und eins ist dabei sicher: Sie entstand nicht einfach über Nacht. Sie war immer irgendwo ein Teil von mir, solange ich denken kann.  Aber wie auch ich hat sie sich verändert und musste erst reifen, um zu der Welt zu werden, die ihr im Stern von Erui bereisen könnt.

Am einfachsten mache ich es mir da vermutlich, indem ich diesen Werdegang in drei Phasen einteile:

Die Frühphase – Eruis erste Anfänge, erste Strukturen, die ich im Kopf hatte und die es von den ersten Tagträumen bis in meine fertige Welt geschafft haben.

Die Phase des Bewusstwerdens – Erui bekam seinen Namen, der Plan, die Geschichte um Aljana und Llewellyn niederzuschreiben, stand fest.

Das Verwerfen der ersten Version und damit die Neufassung der endgültigen Trilogie.

 

Frühphase – Alles nur in meinem Kopf

 

Ich gebe es frei und offen zu: Ich war und bin eine Tagträumerin. Und damit ja vermutlich nicht allein. Also Hände hoch, wer als Kind auch diesen Ort in seinem Kopf hatte, an den er flüchten konnte, wann immer die Welt ihn nervte, langweilte oder sogar unerträglich war. Der Ort angefüllt mit den Helden aus Büchern, Comicy, Serien, Filmen mit denen man schon immer gemeinsam Abenteuer erleben konnte, so wie man wollte.

Für mich lag diese Welt stets in einer Blase umgeben von Nebel, durch den ich treten konnte und schwupps war ich da. Ich erinnere mich sogar noch ziemlich genau, wer so alles dieses Kopfkino bevölkert hat, aber das ist so persönlich, dass es nur mir gehört.

Nur eine Parallele zu Erui gibt es: Ich selbst konnte damals schon immer die sein, die mit einem Schwert in der Hand die Welt rettete. 😉

 

Phase 2 – Erui bekommt seinen Namen

 

Irgendwann schlichen sich in meine Tagträume dann aber auch immer wieder diese Geschichten und Dialoge von ganz anderen Geschehnissen, die mit dem übrigen nicht viel zu tun zu haben schienen. Eine eigene Geschichte mit eigenen Figuren, die ich nicht irgendwo entliehen hatte, wuchs.

Mit elf beendete ich mein erstes Buch und als ich zwölf/dreizehn war, wurde es veröffentlicht. Ziemlich genau in diese Phase kann ich den Gedanken legen, dass ich diese Geschichte, die ich immer wieder sah, von meiner Traumwelt loskoppeln wollte, um ihre ihre ganz eigene Welt zu geben.

Die Zeilen, die ihr aus dem Anfang von Band eins kennt, schrieb ich in ihrer ersten Version mit 14:

Nebel.

Blicke verlieren sich darin. … Alles verzerrt, verschwommen.

Graue Unwirklichkeit. …

Aus dem Gedanken, was mit Träumereien passiert, wenn man sie fertig geträumt hat, folgte schließlich die Schöpfungsgeschichte Eruis, mit der der spätere zweite Band eröffnet wird und ebenfalls damals fand ich den richtigen Namen für diese Welt.

Angelehnt an einige Namen aus alt-irischer Folklore und nordischen Geschichte kam er mir in den Sinn und ich dreht ihn im Kopf hin und her und fand ihn passend. Danach gab es für Erui kein Halten mehr. Es wuchs und wuchs und auch die Geschichte vom Stern erzählte sich wie von allein.

Ich begann es aufzuschreiben und war nach 200 Seiten ziemlich stolz auf mich. Auch alle Freunde, denen ich es zu lesen gab, fanden es toll. Alle, bis auf einen. Dieser eine, mein bester Freund, bestätigte, was ich selbst schon die ganze Zeit im Gefühl hatte, aber hören wollte ich das natürlich nicht: Die Geschichte war ganz nett, aber bei weitem noch nicht der packende Epos, den ich in meinem Kopf wie einen Film vorwärts und rückwärts laufen lassen konnte.

Phase 3 – nichts macht so glaubwürdig, wie eigene Erfahrungen

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Dieses Kostüm stammt noch aus meiner RPG-Zeit.

Ich hatte es mit 15 schon geahnt und sogar in einem meiner sporadischen Tagebucheinträge festgehalten, dass ich glaubte, dass ich diese Geschichte erst richtig erzählen könnte, wenn ich selbst ein wenig älter geworden war. Mein bester Freund und mein Gefühl bestätigten mir das nur, auch wenn ein Teil von mir sich an die Idee klammern wollte, dass ich doch schon eine ganz schön imposante Geschichte geschaffen hatte.

Was mir allerdings half, meine Figuren in ein neues Licht zu rücken, war gerade mein neuer Freundeskreis, den ich durch Live-RPG kennengelernt hatte. Unser Spiel “Archaica” basierte auf dem Prinzip, dass unsere Welt mit den ‘Schleierreichen’ verbunden war.  Es gab die sechs Sphären: Ordnung-Licht-Leben-Chaos-Dunkelheit-Tod. Zwischen Ordnung und Licht lag die Sphäre der Engel, zwischen Licht und Leben die der hellen Feen, zwischen Leben und Chaos die der Werwesen, zwischen Chaos und Dunkelheit das Reich der Dämonen, zwischen Dunkelheit und Tod das der Geister und zwischen Tod und Ordnung das der Vampire. Alle diese Wesen waren in ihren Ansichten starr und konnten nur nach den Prinzipien ihrer Reiche handeln. Ein Setting, das so nah an der Entstehung Eruis war, dass ich es wagte, einen Character zu erschaffen, der mich meiner Protagonisten nahe bringen sollte.

Als Lichtfee Aljana habe ich fortan die Schleierdomäne Limburg vor dem Einfluss der dunkeln Sphären zu bewahren versucht und festgestellt, wie schwierig es ist, wenn man als Kreatur des Lichtes nur auf die Methoden der guten Seite zurückgreifen kann. Verrat, Mord, Intrigen, wann immer wir die Instrumente der Feinde benutzten, gab es Brüche in unserem Charakter, die uns selbst mehr und mehr auf die dunkle Seite zogen.

Wir haben Abende lang darüber diskutiert, ob und wie es möglich sei, eine Welt zum Guten zu kehren, ohne die eigenen Prinzipien zu verraten, und je tiefer ich in dieses Denken geriet, umso mehr flossen diese philosophischen Gedanken auch in den Stern.

Am Ende hat unser Bündnis an Lichtfeen und Engelswesen übrigens das Spiel für sich entschieden und eine Domäne des Lichtes erschaffen. Doch für mich war das kein Triumph. Unter den mächtigen Gesetzen, die wir nach den Regeln damit ausrufen durften, wurden gnadenlos und ohne Wenn und Aber Alle dunklen Wesen und Anhänger dunkler Sphären entmachtet oder hingerichtet. Ein bitterer Beigeschmack, der zu einem Neustart des Spiels führte und für mich zu einer Erkenntnis: Ich hatte selbst nur Mitleid. Mitleid für Wesen, die nach den Regeln dazu verdammt waren, niemals Freundschaft, Liebe, Ehrlichkeit und Wahrheit kennenzulernen und ich nahm die Lehre zusammen mit der Kritik meines Freundes mit in mein Sabbatjahr, wo die Gedanken schließlich die neue Version des Sterns ins Rollen brachten.

Gut und Böse, Licht und Schatten, Tod und Leben – all das sind Aspekte des Menschseins. Anders, als die Wesen, die auch in meiner Geschichte dazu verdammt sind, nur das eine zu kennen, ohne das andere je erreichen zu können, hingen meine Protagonisten mit ihren Herzen und Seelen zwischen all diesen Welten in der Luft.

die Geschichte hat sich in der Neufassung nicht verändert, doch die Sicht, die ich dem Leser darauf gewährte, drehte sich gewaltig. Das Rätsel um den Kern unserer Seele wollte ich von allen Seiten beleuchten. Keinem Charakter von Anfang an den Vertrauensvorschuss der Hauptprotagonisten geben, damit man sich ganz einlassen konnte, auf die Suche nach der Wahrheit und die Erkenntnis unter wie vielen Versionen der Wirklichkeit diese manchmal verborgen liegt.

Darum gibt es letztlich so viele wechselnde Perspektiven. Wie bei einem Blick durch ein Kaleidoskop kann man nur durch das Zusammenfügen jeder einzelnen davon am Ende das Große Ganze sehen.

so, liebe Janina, jetzt weißt du (so grob und im Schnelldurchlauf), wie der Stern von Erui entstanden ist. Zumindest manche Aspekte davon. Ich hoffe, dir und allen anderen, die diesen Artikel lesen, hat es Freude gemacht.

Und wie ihr seht: Es ist nur eine mögliche Methode, Welten zu erschaffen. Andere Autoren haben ihre eigenen und das ist gut so, sonst würden wir alle dieselbe Geschichte auf dieselbe Weise erzählen.

Einen schönen Sonntag 🙂

Der Stern von Erui- ein Schattenspiel
Der Stern von Erui- ein Schattenspiel (von meiner geschätzten Kollegin Theresa Bauer)

Eure Sylvi

 

Der Deutsche Phantastik Preis 2018 – Eine Überraschung der Extraklasse

banner DPP

Es gibt Tage, da verliert man. Und es gibt Tage, da gewinnen die anderen.

 

So oder so ähnlich fühlt sich Autorendasein an gefühlt 300 von 365 Tagen an. Man hat sein Wortsoll nicht geschafft. Oder man hat schon wieder viel zu viel Zeit mit Marketing verbringen müssen. Oder irgendwer hat die neue Idee zerrissen, in die man grade ganz verliebt war, und jetzt kommt einem alles ALLES ALLES, was man macht nur noch oberflächlich und leer und unnütz vor und man fragt sich: Warum eigentlich?

Dafür, dass nur jeder 1000ste Leser eventuell und vielleicht mal ne Rezi schreibt? Dafür, dass man sich immer und immer wieder fragen lassen muss, ob man denn wirklich ein echter Autor ist? Sei es von Zeitungen, von Buchläden von Verlegern. Sprich, man fühlt sich oft einfach nur unendlich unzureichend in dieser Branche.

 

Und dann gibt es Tage wie diese

axolotl-Plakat 2018 Antho-Plakat 2018

Holler-Plakat 2018 Schuhe-Plakat 2018 Sohn-Plakat 2018

 

Tage, an denen man erst über die sozialen Netzwerke erfährt, die eigene Antho hat es auf die Longlist des DPP geschafft. Wow! Freude. Stolz. die Märchenspinnerei hat eine Wertschätzung erfahren, die in dieser Branche echt was bedeutet. Man arbeitet also weiter vor sich hin und denkt an nichts Böses, bis man dann abends endlich selbst einen Blick auf die Liste der Nominierten wirft.

… und fast mit Schnappatmung vom Stuhl fällt.

Nicht ein Titel der Spinnerei oder zwei stehen auf der Liste. Nein. 5. In Worten F Ü N F!

Fünf Büchern an denen ich selbst im vergangenen Jahr mit gemacht habe. Sei es als Autor, im Lektorat, als Mutmacher auf den letzten Metern vor der VÖ, als Coach eines ganz unverhofften Debüts oder als Herausgeberin einer Anthologie.

 

Die Märchenspinnerei – ein Herzensprojekt

 

Ich habe die Tage im letzten Jahr nicht gezählt, an denen ich mich fragte, warum und wofür, und ob es den Stress denn wert sei. Aber jetzt, jetzt, wo für mich Ruhe einkehrt und ich mit den letzten Vorbereitungen für Leipzig ganz entspannt wieder Zeit zum Durchatmen finde, ist diese Liste wie ein kleines Geschenk.

Ein Geschenk an die verrückte und wagemutige Gruppe, die sich zuzwinkert in einem Forum vor zwei Jahren beschloss: Lasst uns doch mal den Buchmarkt revolutionieren.

Dass es ne spinnerte Idee war, war uns allen klar. Die Arbeit viel zu viel, die Ziele zu ambitioniert und der Erfolg unwahrscheinlich. Und jetzt DAS.

 

Es ist zu schön, um wahr zu sein

 

… und doch ist es war.

Aber anders als jemals erwartet oder gedacht. … Ganz anders. 😉

 

Vielen Dank, dass ich das hier erleben darf.

 

Und klar, noch der Link, für alle die für eins unserer Bücher, oder auch jedes andere tolle Fantasy-Buch abstimmen wollen.

Abstimmung DPP-Longlist.

 

Eure Sylvi

 

Weihnachtsgrüße Teil 1 – Ambros

Hallo meine Lieben.

 

Auf meiner Seite war es viel zu lange viel zu still. allerdings lag es einfach an viel zu vielen Projekten, die mich so das Jahr über beschäftigt haben. Zu den meisten findet ihr ja hier die entsprechenden Infos. Statt euch nun aber mit einem drögen Jahresrückblick zu langweilen, wie ich es ursprünglichvorhatte, kommt miir schon wieder etwas dazwischen. Darum schiebe ich mal meine Charaktere vor. Sollen die euch doch einfach mal Weihnachtsgrüße übermitteln.

Der erste davon kommt (nicht so ganz freiwillig) von meinem Hamsterhelden Ambros, der im kommenden Jahr in “Herr der sieben Königreiche” sein Debüt geben darf. Na auf, … Ambros. Nicht so schüchtern.

 

An alle jene, deren Augen sich nicht abwenden können von diesem Gruße,

man trug mir zu, dass ihr euch sehr über weihnachtliche Grüße aus meiner Pfote freuen würdet. Eiderdaus!

Da stellen sich mir ja gleich zwei Fragen völlig parallel auf einmal. Da unsere Gehirne sehr wohl in der Lage sind, dies gleichzeitig zu verarbeiten, die Augen von euch Echtweltlern allerdings kaum, erläutere ich euch das aber mal eine nach der anderen. Zum besseren interdimensionalen Verständnis und so.

Denn erstens: Wie kommt es, dass ihr von mir erfahren habt?

Ich bin, mal ganz unbescheiden zugegeben, zwar kein unwichtiges Subjekt, nur gerade eben – aber das bleibt unter uns! – zufällig in einem etwas ungünstig gestalteten Körper zwischengelagert, aber dennoch stelle ich es mir sehr unwahrscheinlich vor, dass mein Ruhm sich über die Grenzen der sieben Königreiche hinweg so ausgebreitet haben soll.

Nun, sei es wie es sei. Kommen wir zu meiner zweiten Frage: weihnachtlich?!

Ja mal ganz alle Krallen am Drachen gelassen; – wie kommt man dennn auf die Idee, dass ICH oder irgendwer sonst aus den Königreichen so etwas wie weihnachtlich Geist verbeiten könnte?

Wisst ihr Echtwelt-Menschen denn überhaupt, woher das Wort WEIHnachten wirklich kommt?

Also wirklich wirklich. Nicht eure Version davon. Ich meine, immerhin seid ihr vor zwölftausend Jahren auch aus dem interdimensionalen Bund ausgeschieden, weil ihr beschlossen habt, eure bis dahin weitest entwickelte Zivilisation im Meer zu versenken und sämtliche Abkommen mit anderen Parallelexistenzen zu der euren Welt zu leugnen. Ja, seitdem nennen wir euch ‚Echtweltler‘. Euer unbedingter Glaube daran, dass eure Realität die einzig wahre ist, ist schon irgendwie … putzig.

Aber andererseits seid ihr auch gleichzeitig legendär. Überall in den sieben Königreichen wird nämlich die Geschichten von den Menschen aus Echtwelt erzählt, die aus den einstigen Klagenächten ein Fest voller Glanz und Gemeinschhaft haben werden lassen. WEIHnachten kam nämlich ursprünglich von WEHKlagen, nicht von geweiht. (Da können euch die Priester eure Welt noch so viel dagegenhalten!)

Die Welten, entsprungen aus der kaleidoskopischen Unordnung des absoluten Chaos, wurden nämlich in dieser dunklen Zeit einst von interdimensionnellen Verschlingern heimgesucht.

Rauhnächte, hat man es bei euch noch in den heidnischeren Kulturen genannt. Das kam immerhin näher dran als der Klamauk, den ihr nun veranstaltet.

Denn ja, eigentlich solltet ihr in dieser Zeit zitternd und wehklagend in euren Häusern harren, hoffend, dass die Weltenverschlinger vor eurer Dimension Halt machen werden und lieber … naja, eben wen anders verschlingen.

Stattdessen sitzt ihr um einen bunt geschmückten Baum, der extra fünf bis zwölf Jahre wachsen darf, um in vier Wochen in einer beheizten Stube mit Glitzertand behängt für familiären Unfrieden zu sorgen. Dazu beschenkt ihr euch im Überfluss mit Dingen, die eure Existenzebene an den Rand der Selbstzerstörung bringen, und esst so viel ungesunde Dinge, das ihr alle drei Wochen danach überlegt, wie ihr euch am effektivsten wieder aushungern könnt.

ABER, und das erzählt man hier bei uns all den kleinen Gnomen- und Zwergen-. Halbling- und Elfenkindern, und bestimmt auch den Draugen und Trollen und Koppern und Ghasten und wie sie nicht alle heißen, ihr habt es geschafft, aus einer Zeit der Hoffnungslosigkeit und der Dunkelheit ein Fest des Überflusses, der Verschwendung und manchmal auch des Lichtes und der Liebe werden zu lassen. Und das ihr Lieben, ist eine Leistung, für die sämtlich Wesen aus allen Dimensionen die Menschen von Echtwelt stets beneidet haben.

Darum wünsche ich euchh, ganz gleich wie und wo und mit wem ihr dieses Fest begeht, dass der Glanz euch durch die dunklen Tage des Jahres trägt und der Glanz dieser menschlichen Fähigkeit zu lieben und Schönes überall zu finden, euch euer ganzes Leben lang begleiten möge.

Mit hochachtungsvollen Hamstergrüßen,

Ambros Astorion.

Herr der sieben Koenigreiche_img

Autorentgebuch – Lebenszeichen

In der Tat, mich gibt es noch!

 

Kein Hai hat mich erwischt, kein Tornado nach OZ getragen und das Schleierportal nach Erui habe ich auch noch nicht gefunden. Dafür hatte mich das Reallife dermaßen fest im Griff, dass ich kaum dazu kam, kurz mal was auf meiner FB-Seite zu posten. Alles andere lag quasi brach.

Was ich stattdessen seit dem Sommer gemacht habe? Ein Haus renoviert, in das wir auch schon zur Hälfte umgezogen sind. An meinen Romanen weitergeschrieben. Der Hamster hat zum Beispiel ein Cover bekommen. – Auch das muss ich zu meiner Schande gestehen, hat es bisher nur auf Facebook geschafft. – Messen vorbereitet, wie die BuCon und die jetzt anstehende BuchBerlin.

Dazu finden gerade übrigens auf der Seite der Märchenspinnerei, die ich mitbetreue, Themenbeiträge für die Berliner Märchentage statt.

Ihr seht also, ich war nicht untätig. Nur fürs Bloggen hier hat es einfach nicht gereicht.

 

Neuer Monat, neue Aktionen

Das wird sich aber nun wieder ändern. Der November bringt zwar nicht unbedingt mehr Zeit mit sich, aber dennoch einfach ein paar Aktionen, die ich nicht unerwähnt lassen will.

Übermorgen, am 12.11. startet her bei mir die Awareness-Kampagne – Blogger gegen Cybermobbing- .

Den Tag habe ich zu Ehren meiner Romanheldin Leonie gewählt, denn ihr Tagebuch im “Axolotlkönig” beginnt mit den Worten: ” 12. November im schrecklichsten Jahr meines Lebens …”

Eine handvoll Blogger und ich finden das Thema, das ja wesentliche Inspiration für meinen Jugendroman aus der Märchenspinnerei war, einfach zu wichtig und wollen mit euch darüber reden. Dabei werdet ihr auch sehr viel Persönliches hören. Auch mich hat es überrascht, wie vielfältig Mobbing sein kann. Und oft dauert es Jahre, bis man alle Folgen davon begreift und auch darüber reden kann. – So wie bei mir.

Und dann ist da noch der NaNo

 

Ach ja. Was wäre der November ohne den Schreibwahnsinn, der sich NaNoWriMo (national novel writing month) nennt?

Das dritte Jahr in Folge versuche ich mich an der Herausforderung, an einem Buch in einem Monat 50.000 neue Worte zu schreiben.

Mine Wahl fiel dabei dieses Jahr auf den ersten Band der nächsten Erui-Trilogie. “Das Herz des blauen Drachen – Ein uralter Schwur -“. Für alle, die somit sehnsüchtig darauf warten, nach Erui zurückkehren zu können, kann ich versprechen: Ewig wird es nicht mehr dauern. 🙂

Im Unterschied zu den Vorjahren verzichte ich übrigens auf den irrsinnigen Versuch eines Doppel-Nanos. 2015 hat es ja geklappt, als ich den Grundstein für das Drachenherz legte und Sternenstaub fertigschrieb. Dieses Jahr ist mit dem Umzug und der BuchBerlin allerdings schon ein Nano der völlige Wahnsinn.

Im Moment läuft es dennoch sehr gut und es ist einfach wundervoll wieder in vertrauten und doch unbekannten Gefilden zu wandeln. Im Drachenherz begebe ich mich immerhin in ein Erui 1000 Jahre vor der Handlung des Sterns. Damals, in der zweiten dunklen Zeit, war vieles anders. Dennoch ist die Magie und der Zauber meiner Welt mir so vertraut. 🙂

Ich freue mich schon, euch ganz bald noch viel mehr von diversen Projekten und Ideen zu berichten.

 

Also bis dann.

 

Eure Sylvia

 

 

Marketing für Selfpublisher – Teil 2

Aller Anfang ist schwer.

doch immerhin sind wir ja nun schon mal soweit, dass wir wissen und eingesehen haben, wir können das beste Buch aller Zeiten geschrieben haben, aber ohne Marketing wird es nichts.

Doch wie fange ich nun an? Oder mal noch grundlegender wann?

Wieder möchte ich mich anhand meiner Erfahrungen entlang hangeln und damit auch anhand der Fehler, die ich gemacht habe. Denn meine Schlussfolgerung 2015 war, ich kann ja erst etwas bewerben, wenn ich ein Produkt habe. Damals war ich wirklich über enthusiastisch und voll kreativer Ideen und auch der Meinung: Viel hilft viel.

Also ging ich am Tag des Release hin und schrieb 150 Buchblogs gezielt an, von denen ich vorher recherchiert hatte, dass sie Fantasy mögen, und damit potentiell mein Buch lesen wollen könnten. Ich habe eine kreative Mail verfasst mit diesem Artikel (den Text dazu hab ich mal ausgeblendet), der auf mein Buch neugierig machen sollte:

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Warum es dennoch nicht wirklich zündete, hab ich später erst verstanden, aber das hat mir für die Zukunft sehr weitergeholfen. Prinzipiell war es perfekt, dass ich was Kreatives geschaffen hatte, was mehr war, als nur das Cover zu posten und den Klappentext. Und auch die Menge an Rezensenten (150, da man gut mit 60-75 % Absagen rechnen kann) war angemessen gewählt. Die Fehlannahme aber war, dass ich erst mit dem Tag der Veröffentlichung begann und nicht bedacht habe, das Blogger ganze Gebirge an SuBs (Stapel ungelesener Bücher) bei sich daheim und auf ihren E-Readern haben.

Darum:

Nein, man muss nicht auf den Tag des Release warten, bis man anfängt seine Marke aufzubauen.

Man kann tatsächlich schon weit vorher aktiv werden. Eine Website und eine Präsenz auf Facebook (möglichst außerhalb des privaten Profils) sollte man sich vorher schon anlegen. Wer gleich richtig durchstarten will, legt sich dazu noch ein Twitter- und ein Instagrammprofil an. Über diese Kanäle werden heute Millionen von Menschen erreicht mit den verschiedensten Interessen.

Das alles scheint zunächst einmal sehr viel, weswegen ich auch sagen würde: Wer in den sozialen Medien (SoMe) nicht zuhause ist, der sollte klein anfangen und erst mal bei Faceblook und Homepage bleiben.

 

Und was können und sollen die einzelnen Medien nun (und ganz wichtig – was nicht?) ?

 

Homepage

Das ist euer virtuelles Zuhause. Hier gibt es alle relevanten Informationen und die möglichst auf einen Blick. Klar strukturiert und nicht überladen sollte sie daherkommen.

Ein Sektion für News sollte es geben, eine über euch mit Infos zum Autor. Eine für eure Projekte. (Ja, ich habe drei, weil das mittlerweile mein Markenzeichen ich: episch = High Fantasy, magisch =urban Fantasy, funtastisch – selbsterklärend)

Diese Unterkategorien sind wirklich für zielgerichtete Infos zu Projekten. Alles, worüber ihr sonst so schreibt, kann in euren Blog, den ihr bei Bedarf nochmal unterteilen könnt.

Sobald ihr Veröffentlichungen habt, gehören die natürlich auch auf die Seite. Durch Adons wie ‘My book table‘ lassen die sich auch sehr schön darstellen. Hier in der Märchenspinnerei haben wir das für unser Gemeinschaftsprojekt gemacht.

Eure Social Media Kanäle sollten alle direkt au eurer Homepage verlinkt sein, damit interessierte Leser euch überall folgen können.

Wichtig ist nun, Traffic auf eure Seite zu bekommen. Auch da gibt es diverse Tools, die euch helfen, eure Beiträge auf eine Art und Weise zu gestalten, dass sie optimal über die Suchmaschinen gefunden werden. Zum Beispiel dieses SEO-Tool.

Es geht allerdings auch ohne. Für die Märchenspinnerei habe ich mit meiner Kollegin alles optimiert. Für meine Seite habe ich keinerlei Addons und dennoch ist es der erste Hit, wenn ich meinen eigenen Namen google.

Was ihr tun solltet, ist auf jeden Fall die allerwichtigsten Neuigkeiten immer auf eurer Seite als Beitrag anzulegen und in die sozialen Kanäle dann den Link zu streuen. Wenn ihr es in FB, Twitter und Konsorten erzählt und auch auf eurer Seite stehen habt, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Hauptmeldung auf der Seite wahrgenommen wird. (Wichtige Meldungen sind Preisaktionen, Veröffentlichungen, Neuauflagen, etc. )

Zur Homepage gibt es noch gefühlt 1000 weitere Dinge anzumerken, und ja, ich weiß, ich bin selbst nicht immer konsequent mit meinen eigenen Tipps. Allerdings sollte man sich auch immer vor Augen führen, dass alles sind Optimierungsvorschläge. Niemand wird die alle sklavisch zu 120% einhalten können. Doch ein wenig mehr von allem in dem einen oder anderen Bereich kann euch schon die gewünschte Sichtbarkeit bringen.

Ihr müsst immer bedenken: Ihr seid als SPler ein EIN-MANN/FRAU-Unternehmen. Ihr seid euer eigener Lektor, Korrektor, Verleger und Marketeer und ihr müsst alles so ein bisschen können. Dass ihr in manchem besser seid, als in anderem, ist natürlich. 

 

Kommen wir nun allgemein zu den Sozialen Medien (oft SoMe abgekürzt)

Als erstes und wichtigstes: Keines davon ist eine Dauerwerbeplattform für eure Verkauflinks und eure Buchcover. Ich treffe immer wieder Autoren, die bevorzugt ihre Links in immer wiederkehrenden Zyklen auf FB und Twitter spamen. Ist wie Ebbe und flut und kann ganz schön nerven.

DAS WILL KEINER SEHEN!

Sicher dürfen eure Links zu den Büchern und Preisaktionen auch auftauchen, doch es darf nicht der einzige Inhalt eurer SoMe-Präsenz bleiben.

Aber dröseln wir mal auf, was ich über die Kanäle aus eigener Erfahrung gelernt habe:

 

Facebook

Ist ein sehr aktives und geselliges Medium, kann einen aber auch schnell überfordern. Es gibt Hundertausende von Buchgruppen, denen man beitreten kann und ja, mein Rat ist, man sollte das auch tun. Doch wie immer gilt: Gezielt und nicht wahllos. Zu Anfang vielleicht erst mal zwei drei, um den Umgangston und die Spielregeln der Gruppe kennenzulernen. Geht es nur um Buchiges? Dürfen Verkaufslinks gepostet werden? Was ist mit OTs (Off-Topics = alles, was nicht mit dem Primärinhalt der Gruppe zu tun hat)

Und noch einmal: Weg mit dem Finger von der Copy-Paste-Taste eures Verkaufslinks. 

Ich selbst habe es zu Beginn nicht besser gewusst, in vielen Gruppen so gesehen und gedacht, das wäre so Usus. Aber das stimmt nicht. Nichts kann eine Gruppe so schnell gegen einen aufbringen, wie das unnötige Spammen von aggressiver Werbung.

Was könnt ihr also tun?

Im Grunde geht es um Konversation und den Aufbau eines Netzwerkes an Leuten, die euch interessant finden, eure Ideen mögen und damit eurer Seite folgen und wieder andere Leser mitziehen. Das ist oft schwer und mühselig und erfordert wirklich, dass man sich auch mal ein zwei Stunden Zeit dafür nimmt, auf Gespräche und Diskussionen einlässt. Manchmal beginnen die nicht mal mit dem eigenen Buch, sondern ganz woanders. Eins führt zum nächsten, man traut sich zu erwähnen, dass man auch schreibt und es kommt zurück: “Ja, wow cool, hab dich grade gegoogelt und es direkt bestellt.”

Klingt mühselige? Ist es auch. Niemand hat behauptet, dass Social Marketing leicht wäre.  Ich für meinen Teil kann sagen: Ich habe Facebook anfänglich gehasst. Auch, weil ich das Gefühl hatte, ich müsse viel zu viel Persönliches von mir preisgeben, um Aktivitäten auf meiner Seite zu bekommen. Dabei wollte ich das nicht. Ich wollte nichts Privates erzählen, keine Katzenbilder teilen und kein dummes Zeug posten müssen. Es fühlte sich an, als müsse ich eine überdurchschnittlich gutgelaunte Pseudovariante von mir fürs Internet erstellen, bei der immer nur alles eitel Sonnenschein ist.

Dann gab mir mein Marketing Demon from Hell aber den allerbesten Rat, den ich auch an euch weitergeben will: Man muss sich nicht verstellen und verkrampfen.

Werdet euch vorab klar darüber, was und wie viel dürfen eure Leser von euch erfahren. Wo zieht ihr die Grenze?

Das kann schon mit dem Künstlernamen anfangen und bis hin zu einer völlig geheimen Identität (geschlossenes Pseudonym) gehen. Aber das ist egal. Solange das, was ihr von euch preisgebt, ehrlich und authentisch ist. Jeder Autor hat da seinen ureigenen Stil und manche finden ihn auch erst mit Ausprobieren.

So. Das zunächst vorab. Jetzt kommen wir zu den technischen Hilfmitteln auf Facebook:

Beiträge liken : Ist toll und Likes fühlen sich gut an, bringen euch aber keine Reichweite, nur Interaktion. Es ist das Minimum an Kommunikation, die stattfinden kann. Wenn euch also bei anderen etwas wichtig ist, dann liked nicht nur, kommentiert und teilt auch.

Beiträge kommentieren: Kommentare, gerade auch auf eure Beiträge in Gruppen, sorgen dafür, dass sie wieder nach oben rutschen und mehr gesehen werden. Rein informative Beiträge sind somit toll, aber generiert lieber solche, wo Leute sich auch persönlich einklinken können. Es geht ja um den Austausch. Meinungen geben, Meinungen bekommen. Werdet interaktiv!

Beiträge teilen (Extra für Tina 😉 ) : “Meinen Beitrag teil ich nicht. Nein, meinen eigenen Beitrag teile ich einfach nicht!” *seufz*

Ja, hab ich auch früher gedacht. Aber anders, als sich selbst zu liken, ist sich selbst teilen gar nicht verwerflich. Ihr habt was geschrieben und glaubt, das könnte andere interessieren? Fein! Sucht die Gruppen, in denen es relevant ist. Nicht einfach wahlos überall. Am besten Morgens um acht Copy-Paste zack alle 45 Buchgruppen einmal durch. Mittags um 12 wieder (war ja jetzt genug Abstand oder?) und abends nochmal für die arbeitende Bevölkerung, die auch so langsam vor den Rechnern eintrudelt. Das wäre das andere Extrem zum ‘Nicht-Teiler’. Beides ist schlecht und nicht zielführend.

Und, achja, ihr müsst nicht jeden eurer Beiträge auf eurer privaten Chronik teilen. Stellt euch vor, das ist euer Wohnzimmer mit euren Freunden und Verwandten drin. Also Leuten, die euch (in den meisten Fällen) sehr viel näher stehen, als die Follower eurer Autoren-Seite. Die wollen nicht ständig das große Reklameschild ins Gesicht gedrückt kriegen. Die lesen eh schon, was ihr so alles teilt. 😉

Also teilt eure Beiträge, macht euch Gedanken darum, was und wann mit wem. Und teilt verschiedenes. Mal die Idee zu eurem neusten Plot, mal das halbfertige Buchcover, dass euch schon Schreie der Entzückung entlockt, mal ganz persönlich einfach nur, wie euer Tag gewesen ist. Seid menschlich und greifbar für eure Leser und nicht dieser abgehobene und elitäre Bewohner eines Elfenbeintürmchens, der sich weit über dem nicht schreibenden Teil der Gesellschaft erachtet.

 

Verkaufslinks auf der FB-Seite: Ein nettes Gimmick, werden aber nicht so häufig genutzt. Allerdings sollte man nicht drauf verzichten. Wenn einer schnell zu eurem Produkt gelangen will gilt: Mit so wenig Klicks wie möglich!

Beiträge bewerben lassen : Habe ich bis heute noch nie gemacht, denn viele klicken bezahlte Werbung einfach weg. Von anderen weiß ich, dass es sich nicht immer unbedingt lohnt.

 

Puh … Das war jetzt ganz schön viel Input auf einmal.

Für mich war am Anfang Homepage plus Facebook auch absolut ausreichend, um mich hoffnungslos zu überfordern. Bei Annika Bühnemann könnt ihr allerdings noch ein paar tolle Tips finden, wie man seine Zeit allgemein besser einteilen könnt, um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen, denn sicher, ihr seid Autor und schreiben muss auch irgendwann noch drin sein.

 

Wer den ersten Post verpasst hat, der kann hier nochmal zu Teil 1 

und weiter geht es dann hoffentlich bald mit Teil 3 (Noch mehr soziale Medien)

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

 

P.S. Ich weiß, dass ich in diesem Artikel nie und nimmer alle aufkommenden Fragen abdecken kann. Wer also spezifisch etwas wissen möchte, der darf seine Fragen gerne in die Komments posten. Mal sehen, ob ich ne schlaue Antwort habe.

 

 

Marketing für Selfpublisher – Teil 1

Hilfe, ich habe ein Buch geschrieben!

     – Ein Ratgeber für Betroffene.

 

Hallo ihr Lieben und willkommen bei meinem kleinen Exkurs in die Welt des Marketing.

Eigentlich, dachte ich, gibt es genug Infos über Selfpublishing und Marketing und all das bereits online zu finden. Sehr schön strukturiert und informativ ist zum Beispiel die Selfpublisher-Bibel, die mir auf den ersten Schritten auch eine wesentliche Stütze war. In allen Belangen was dann die Finanzen, Steuern und Anmeldung anging, hat mir Kia Kahawas Blog das Leben gerettet. Und das sind nur zwei Blogs in der Unendlichkeit des Internets, die einem angehenden Selfpublisher weiterhelfen.

Warum ich nun dennoch auf die Idee kam, eine weitere Blogreihe mit kleinen Hilfestellungen zu schreiben?

Ganz einfach: Ich werde immer wieder drauf angesprochen. Ja, ich. Der Inbegriff des schüchternen, eigenbrödlerischen und schwierigen Autors (TM) in persona. Doch vermutlich ist mir das deswegen so ein Anliegen. Denn wenn ich nach zwei Jahren, vier Büchern und einem viel zu großen Gemeinschaftsprojekt eins weiß, dann das:

 

Man wächst mit seinen Fehlern!

Und ich habe eine Menge davon gemacht am Anfang – und mache sie heute noch!

Manche kamen, weil ich es nicht besser wusste, andere, weil ich sturer bin als ein Esel. Doch wesentlich und essentiell, und darum will ich heute damit anfangen, ist vor allem die EINSTELLUNG!

OMG! Kommt jetzt sowas wie Karma-Scheiße? Positives Denken? Visualisieren von Zielen?

Das mag sich jetzt vielleicht manch einer denken. Und ja, ein bisschen geht es darum. Aber ohne diese innere Einstellung geht es eben nicht.

 

Das Wesentliche dazu habe ich bisher allerdings nur von der negativen Seite aufgerollt gefunden.

Es gibt gefühlt 1001 Blogartikel von frustrierten Buchcoaches und Marketing-Agenten, die aufgeben. Nicht, weil sie nur schlechtes Zeug vermarkten sollen, sondern weil sie durch diese Mauer an Unwillen bei ihren Kunden nicht durchkommen. Der Stolperstein, mit dem alles steht und fällt ist:

DIE EINSTELLUNG, MIT DER WIR AUTOREN AN DIE SACHE RANGEHEN.

Und jetzt bitte, lest und verinnerlicht den oben stehenden Satz bitte erst 256x, bevor wir hier weitermachen.

… *wart* …

Alles klar, dann können wir ja. Warum das nämlich so wesentlich ist, das versuche ich euch jetzt mal anhand meines eigenen Try-and-Error Werdeganges aufzudröseln.

 

Tief in uns sind wir alle Künstler.

… und ja, Künstler sind schwierig. Wir sind diese sonderbaren Mischwesen irgendwo zwischen abgrundtiefen Löchern der Selbstzweifel und des Schams und den Höhen der gottgleichen Perfektion. Und nein. Ihr könnt mir nicht erzählen, dass dem nicht so ist. Es gibt Tage, da lieben wir, was wir schreiben, nur, um es am nächsten Tag wieder in die Tonne zu kloppen. Und doch, auch wenn ich immer wieder von Kollegen höre, dass meine First Drafsts supergut sind, so bin ich doch in 95% der Fälle nicht zufrieden mit mir. – Bei den anderen 5% bin ich dann überzeugt, dass noch kein lebendes Wesen auf dieser Welt etwas literarisch Volkommeneres zustande gebracht hat ;P.

Also ja. Ich kenne das Leben als Künstler im Allgemeinen und als Autor im Speziellen. Das Warten und Bangen und Hoffen und Zittern, wenn man irgendein Schriftstück irgendwo eingereicht hat, sei es Verlag, Wettbewerb, oder simpel ein Reziexemplar.

Nur:

 

Der Künstler in uns ist beim Marketing unser größter Feind.

Denn er ist es, der uns unterbewusst Fragen stellen lässt wie: Und wenn sie es nicht mögen? Vielleicht sollten wir nicht gleich so groß denken. Erstmal kleine Brötchen backen und dann … möglicherweise …

In einem Verlag hättet ihr einen Lektor, der euch sagen würde, was ihr tut ist gut. Als Selfpublisher braucht ihr EHRLICHE TESTLESER, die das tun. Testleser, die nicht genetisch mit euch verwandt sind oder euch schon die Hälfte eures Lebens kennen. Erst dann erfahrt ihr, ob das, was ihr macht taugt.

Wenn ihr dann zu diesem Schluss gekommen seid, dann müsst ihr euch darüber klar werden, dass der Autor, der Künstler, in euch, der Einzige ist, der das Buch zu Ende bringen kann.  Aber die Arbeit die mit dem Abschluss und mit der Veröffentlichung (und im besten Fall davor) anfängt, die nimmt er euch nicht ab.

Er wird mosern und meckern, dass er weiterschreiben will. Dass er jetzt hier nicht schon wieder wie ein Marktschreier über die Social Media Kanäle flackern will. Dass er findet, dass es reicht, was ihr tut. Und überhaupt, wenn das Buch gut genug ist, dann werden die Leser es schon ‘entdecken’.

 

Und der Pilot dreht um und fliegt zurück.

(- Zitat Michael Mittermeier)

Ja ne, is schon klar. Weil ihr ja auch so total unbekannt seid und es ja nur jährlich gefühlt 85.000 Neuerscheinungen auf dem SP-Markt gibt, kann der Leser gar nicht anders, als über euch zu fallen. (Wer keinen Sensor dafür hat: Ja, das war jetzt Ironie.)

Was euch bewusst sein muss, ist: Niemand kennt euch. Niemand, außer den 300 Menschen, denen ihr in Kinergarten, Schule, weiterführende Bildungseinrichtung und später auf der Arbeit begegnet seid, weiß, wer ihr seid. – Und wenn diese 300 hören, dass ihr schreibt, dann glauben die alle, sie hätten ein Freiexemplar verdient.

Das heißt, wenn ihr wirklich gesehen und gelesen werden wollt, dann müsst ihr das selbst auf euch nehmen. Und das ist harte Arbeit.

Im übrigen ist es ein weiterer Irrglaube, dass dieser Part euch abgenommen wird, wenn ihr das Glück hattet, euer Buch in einem Verlag unterzubringen. Eine befreundete Autorin und ich streiten sehr oft darüber, wenn sie im Chat dann mal wieder proklamiert, wie anstrengend sie das findet, was ich tue und dass sie nie SP machen würde, weil “Ich mir lieber einen Verlag suche, dann muss ich nur Schreiben und der macht das dann alles.”

 

Wer gesehen und gelesen werden will, der muss die bittere Pille des Marketings schlucken.

Ende der Durchsage.

Manche von euch, die das schon kapiert haben und die hier vielleicht konkrete Tipps erwartet haben, werden wohl nun enttäuscht sein. Doch ihr glaubt einfach nicht, wie oft mir das begegnet: Ein Kollege oder eine Kollegin, die begnadet gut und witzig schreiben, sich dann mal für ein, zwei Monate zum Bewerben ihrer Neuerscheinung aufraffen und wenn es dann nicht läuft und die Verkäufe in die Tausende schießen, geben sie auf. Bestenfalls schreiben sie ein neues Buch, um es damit erneut zu versuchen. Denn der Irrglaube sitzt in den Gehirnwindungen: Vielleicht war ich diesmal einfach wirklich nicht gut genug. 

Die gute Nachricht aber ist:

 

Marketing kann auch Spaß machen.

Das habe ich von meinem personal Marketing Demon from Hell (TM) gelernt. Denn die (deren Name nicht genannt werden soll 😛 ) hat vor etwas mehr als zwei Jahren nämlich genau das angetroffen, als ich die ersten wackeligen Schritte in der Welt des Selfpublishings machte: Einen völlig verkopften Autor mit einer Wagenladung Issues und Selbstzweifel, Angst vor dem Versagen und gleichzeitig dem absoluten Unwillen, ein Interview zu geben oder auch nur irgendwie im Entferntesten persönlich in das Ganze einbezogen zu werden.

Mein liebster Satz war: Die Leute sollen doch mein Buch lieben und nicht mich. Das beides irgendwie zusammengehört, das habe ich in abendfüllenden Chatgespräche langsam Stück für Stück kapiert.

Anfangs war es dann eine Qual, aber mit der Zeit wurde es besser.

Der Trick ist, es zu einem Teil seiner Identität als Autor zu machen. Und wie das geht, das will ich versuchen mit euch in den nächsten Beiträgen zu erörtern. 🙂

 

Ich hoffe, ihr bleibt dran. Wir lesen uns.

 

Mit den besten Grüßen,

 

Eure Sylvia

Sommerloch – Liegen wir da alle faul am Strand?

Ihr habt bestimmt schon gemerkt, dass auch hier auf der Seite das berüchtigte SOMMERLOCH zugeschlagen hat.

 

Aber wie kommt denn das? Hängen wir da alle hitzebedingt einfach durch? Schreiben Autoren nur zu bestimmten Jahreszeiten? Liege ich die ganze Zeit faul am Strand/im Pool/im Garten?

Klar sind jetzt auch Ferien. Und Klar ist man mehr draußen. Dadurch, ja, ich schreibe grade eher weniger. Dafür habe ich aber tausend andere Sachen zu tun. Und doch. Die drehen sich ganz oft rund um die Bücher. 😀 Allerdings nicht nur.

Wer mir auf Facebook folgt, der weiß, dass da seit ein paar Wochen so ominösen Ankündigungen stehen, dass sich hier bei uns was ändert. Und ja, das ist das nächste große Paket, dass mich derzeit umtreibt. Und es gehört zu der Art von Ereignis, die nicht einfach mal in wenigen Tagen abgehandelt ist. (Nein, konkreter werde ich dazu nicht. In den Kommentaren raten bringt auch nix. Es wird keine Antwort geben. Manches ist einfach privat. 😛 )

 

Damit ihr aber wisst, dass ich euch nicht vergessen habe:

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Bücher signieren am frühen Morgen …
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… damit sie mit euch in den Urlaub fliegen können. 😀 

 

Eine große Kiste Buchbestellungen hat nur darauf gewartet, dass ich die Feder zücke. Jetzt kann ich zur Post tingeln und dann dürfen die Sterne und Lurche erst zu euch und dann dahin reisen, wohin auch immer es euch verschlägt.

Die Bilder sehe ich dann ja vielleicht auf Facebook oder Twitter. 😀

 

Genießt den Sommer!!

 

Liebste Grüße,

 

eure Sylvia

 

 

Schreibtagebuch – Webinar, Übersetzung und neue Ideen für das Drachenherz

Mitte Juni. Das Jahr ist mehr als halb rum.

Das schreit nach einem neuen Eintrag in meinem Schreibtagebuch.

Einerseits ist da irgendwie dieses Gefühl, auf der Stelle zu treten, da ich nicht schon wieder schreien kann “Leute, bald kommt mein neues Buch!”. Aber andererseits tut sich auch hinter den Kulissen gewaltig viel.

In der Märchenspinnerei wird es nun mit 5 veröffentlichten Titeln und noch 8 Büchern im Werden richtig quirlig und belebt, und ich muss versuchen, da nicht den Überblick zu verlieren. Es ist anstrengend, macht aber riesig Spaß.

 

Dann habe ich ja endlich den Übersetzer für mich und den Stern gefunden.

Sprich, der erste Teil von Heimkehr liegt bereits auf dessen virtuellem Schreibtisch und ich warte gespannt auf allererste Schnipsel. Nach den ausführlichen sehr netten Emails, die wir schon ausgetauscht haben, bin ich von seiner sprachlichen Kopetenz und seinem Feingefühl sowohl fürs Deutsche als auch fürs Englische total überzeugt. Ich refreshe quasi stündlich meinen Posteingang, um zu schauen, ob es da schon was Neues gibt. 😉

 

Mein Webinar bei den Book Doctors ist morgen

Und das ist damit gleich der nächste ganz spannende Punkt auf meinem Juni-Termikalender. Ich habe ja am Pitchapalooza teilgenommen und es gab die Möglichkeit, ein Webinar kostenfrei mitzumachen, welches noch mal auf Einzelheiten des eingesandten Pitches eingeht.

Was der Pitchapalooza genau war, könnt ihr hier nochmal nachlesen, wenn ihr mögt. Im Prinzip haben Schreiber aus aller Welt einen Pitch zu ihrem letzjährigen Nano-Roman verfassen und einsenden können. Es ging darum zu sehen, ob man mit seiner Kurzfassung der Romanidee (Pitch) denn das richtige Publikum anspricht und den Leser neugierig genug macht, ohne zu viel zu erzählen.

Ich habe ja im letzten Nano an “Das Blut der alten Zeit” geschrieben; einem Erui-Prequel zum Stern und zum Drachenherz, das den Beginn der zweiten dunklen Zeit mit Prinzessin Laurins Entführung durch den Schatten einläutet.

Die Kuzbeschreibung ist nun im Englischen wie folgt:

The Chronicles of Erui

‘Ancient Blood’

Gar’Erui, the world made of human dreams and desires, seems to be an endless fairytale of golden summerdays, glistening snowrides and lush ballnights. The alldevouring Shadow has not been seen for over a millenium. And the mists between the worlds have become so thick and deep, that human thoughts no longer influence the fragile magic world.

But within all this peaceful quietude the Highkings as well as the Heavens Gaurdians became dull and unobservant. None of them recognizes, that Erui’s new hope, the blossoming princess Laurin of Edin, abandons the path of the Highkings and falls under the spell of a young admirer.

Inveigled by Fionlaghs courtship, Laurin sees for the first time, that life could hold more to her than just the crowns’ duties. He also offers her a completely unexpected view on the life she thought she has lived. Her world crushes in pieces, when she discovers, that the tragic death of her loving mother was coldblooded murder. And the abominable truth about the father, turns her away from ever claiming the throne and thus sustain the spell, that safeguards Erui.

Laurin believes she chooses freedom, but instead the oldest of all prophecies comes true, and the Shadow rises once again.

This novel is a dark prequel for the German fantasy series „Der Stern von Erui“ (Planed English Title: „Song of a falling Star“), comparible to Anne Bishop‘s ‚Black Jewels‘, opening the door to a world magnificient and prestine and pitchblack, just as the human soul.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Profis dazu sagen. Wenn ich merke, dass mich deren Coaching weiterbringt, dann habe ich auch auf jeden Fall vor, den Kontakt auszubauen, eventuelle weitere Coachings mitzumachen, denn zugegeben, vor dem englischen Buchmarkt habe ich Respekt.

Die Philosophie der Book Doctors ist zwar, dass jedes Buch seine Nische findet. Aber ausländische Autoren haben es dort garantiert nicht leicht. Ich bin gespannt, wie sich mein Stern dort machen wird.

Aber neben diesen ganzen neuen Entwicklungen musste ich natürlich auch mal ausspannen.

Und dazu habe ich mir das Wochenende mal freigenommen von allen heimischen Verpflichtungen und eine Freundin besucht, die ich gefühlt schon ewig kenne, die ich ohne den Stern aber nie getroffen hätte.

Reden wir sonst immer nur über Bücher, das Schreiben, Lesungen, Messen, Conventions und Ideen für neue Projekte, war es einfach wundervoll, mal nur privat zusammenzuhocken. Beim Trivial Pursuit haben wir herausgefunden, dass für uns beide das Gegenteil von Rasen ‘zu langsam’ ist. 😉

Aber sicher, wenn zwei Bücherwürmer sich treffen, dann geht es nicht ganz ohne. Also habe ich ihr schnell noch ein paar Autogrammkarten signiert, bevor ich wieder heimgebraust bin. (Immerhin haben wir ja etabliert, dass ich nicht über Autobahnen schleiche 😉 )

 

Und dann kommt ganz unerwartet die Muse vorbeigeschlichen.

Zum Beispiel während ich nach der Hälfte der Strecke auf dem Beifahrersitz vor mich hinlümmelte und meine Gedanken in diesem lieblichen Strudel aus Entspannung dahin dümpeln ließ.

‘Was hatte sie im Gepäck?’, fragt ihr euch nun sicherlich. – ‘Neue Ideen für das Drachenherz!’, lautet die Antwort.

Am Anfang hat eine Stelle noch nicht viel Sinn ergeben. Ich zerstöre ein Schloss und vernichte eine Familiendynastie (mal wieder), bei der sich die Frage stellte, wieso das alles nicht schon lange vorher so gekommen war. Aber Eruis Schleier sind für mich nie so undurchdringlich, dass ich die Antworten auf solche Fragen nicht finden würde. Somit muss ich nun also nochmal an ein paar Anfangssequenzen aus dem Drachenlied.

Ich freu mich schon drauf. 😀

 

Positives und Negatives Feedback -weil nicht alles jedem gefallen kann.

Zu guter Letzt ist diese Woche auch etwas passiert, was schon lange überfällig war. Eigentlich rechne ich seit dem ersten Tag damit, den mein Stern sich so auf Amazon herumtreibt, denn eins ist sicher: Da nicht alles jedem gefallen kann, gibt es irgendwann auch für jedes Buch mal eine schlechte Kritik.

Das war ja, zugegeben, immer meine persönliche Angst, gerade weil der Stern mir ja sehr viel bedeutet und eben einfach wahnsinnig wichtig ist. Wenn man so viel Zeit in etwas investiert, dann kann es einen ganz schön runterziehen, wenn einer daherkommt und es in zwei drei Sätzen zerlegt oder abfertigt. Somit wusste ich nie, wie ich mit sowas mal umgehen würde.

Nach der letzten Woche, in der ich ja sagenhaft wundervolles Feedback sowohl für den Stern als auch für den Lurchi aus allen Richtungen bekommen habe, war das dann also mein Wochenabschluss. Aber was soll ich sagen. Es hat mich irgendwie kaum berührt.

Ich weiß einfach mittlerweile, welche Art von Leser der Stern erreichen kann … und welche eben nicht. Dass ich das weiß, liegt vor allem an euch, meinen wundervollen Lesern. All den tapferen weißen Rittern, die sich nach Erui wagen und sich dem Schatten stellen. All den Kriegern von Arvindûras, die durch das Grasland reiten und versuchen, die Welt vor dem Bösen zu bewahren und den Stern zum Leuchten zu bringen.

 

Das Forum kommt nun bald.

Um diesen Austausch noch zu vertiefen, der bisher meist nur per Email stattfindet, wird nun auch das Forum wieder freigeschaltet werden. Manche Punkte, Ideen, kritischen Anmerkungen, die einzelne mir senden, würde ich so gern mit euch anderen teilen und drüber diskutieren. Auch meine ganzen Ideen zum Drachenherz und zum alten Blut wollen raus und mit euch besprochen werden.

Darum mag ich gerne meiner Stammleserschaft diese Möglichkeit geben, sich noch interaktiver an Erui und meinem Schreibprozess zu beteiligen. Ihr seht also, auch wenn es Tage gibt, an denen es still ist auf meiner Seite, in meinem Leben bleibt es turbulent.

Ich freue mich, dass ihr und der Stern in diesem Trubel ein beständiger Teil seid, eine Konstante, die es immer wieder schafft, mich zum Lachen zu bringen und die den Traumgespinsten in meinem Kopf neue Nahrung liefert.

 

Wir lesen uns hier oder auf meinen anderen Kanälen.

 

Liebe Grüße,

Eure Sylvia

 

Erfolgreich Schreiben – ein völlig missverstandener Begriff

Erfolgreich Schreiben hat rein gar nichts mit gut oder schlecht Schreiben zu tun!

Nur mit Beharrlichkeit.

Das behaupte ich jetzt einfach mal so ins Blaue und die unendliche Weite des Worldwideweb hinein. Warum ich ausgerechnet heute das Bedürfnis verspüre, ausgerechnet darüber zu reden? – Nun, sagen wir, ich bin über einen Artikel gefallen. Einen sehr guten, sehr hilfreichen Artikel. Ihr Autoren da draußen, die ihr euch immer gefragt habt, wo eigentlich der Trick, die Abkürzung dabei ist, über Nacht erfolgreich zu werden – ‘entdeckt zu werden’ – ihr solltet ihn lesen.

Meine Gedanken zu diesem Artikel sind auch so ein bisschen eine Selbstreflektion und eine Lobeshymne an ein Wesen, das mir in den letzten zwei Jahren mein Leben zur Hölle gemacht hat. Ja, ich weiß, DU hasst den Begriff, darum nenne ich hier keine Namen, aber Dank an dieser Stelle geht an meinen eigenen persönlichen ‘Marketing Demon from Hell’ (TM) ;).

Kommen wir erstmal dahin, wo jeder irgendwann mal steht: Dem Anfang.

Und da geht es schon los. Denn welcher Punkt ist denn eigentlich dieser Anfang? Der, an dem das 4-jährige Kind die Fibel des Bruders entdeckt und sich für Lesen und Schreiben begeistert? Der, an dem die erste kleine Geschichte, meist noch ausgeschmückt mit handgemalten Bildern, mit krakeliger Schrift in ein Schulheft gebannt wird? Der, an dem sich der heranwachsende Mensch zum ersten Mal mit dem Gedanken trägt, ob die Schriftstellerei was für ihn wäre?

Vermutlich sind das alles irgendwie die Anfänge. Denn so oder so ähnlich ist es nicht nur bei mir gewesen. Ich lese es auch immer wieder in den Interviews meiner Kollegen. Was uns gemein ist, ist der dringende Wunsch, Geschichten zu erzählen. Geschichten, die in unseren Herzen entstehen und die unsere Phantasie zum Leben erweckt und die wir versuchen, mit wortgewandter Finesse aufs Blatt zu bannen.

Somit sind das irgendwie alles Anfänge. Und so, wie es mit diesen Schritten angefangen hat, so zieht es sich dann auch weiter.

Denn das Geheimnis zu erfolgreichem Schreiben ist simple: Es gibt keines.

Man kann für sich definieren, gut schreiben zu wollen, außergewöhnlich, oder auch in einer gewissen Zeit ein gewissen Projekt abgeschlossen zu haben. Man kann Unterhaltungsliteratur oder dann doch die hohe Kunst der E-Literatur verfolgen. Doch man muss einen Gedanken aus seinem Kopf verbannen: “Wenn ich ein gutes Buch habe, ist es egal, wie introvertiert ich bin, die Leute werden es schon entdecken. – Ansonsten war ich nicht gut genug.”

Ja, ernsthaft, das ist der Stolperstein, an dem sich viele Autoren aufhängen, messen und dann teilweise verzweifeln. ( Und wer sich jetzt fragt: Japp! Been there – done that – bought the T-Shirt!)

Dieser Gedanke hat mich lange Zeit davon abgehalten, meinen Stern abzuschließen. Ich hatte Kontakt mit einigen Verlagen. Ich hatte schon verstanden, dass aus kaufmännischer Sicht ein unbekannter Autor und ein Dreiteiler als Debüt einfach nicht zusammengehen. Und obwohl ich wusste, dass mein Schreiben ankam, selbst bei Leuten vom Fach, hat mich die Vorstellung blockiert: Was wäre, wenn …?

Was wäre, wenn ich nicht sofort über Nacht berühmt werde?

Einzig logischer Schluss: Es wäre die Ansage an mich, dass ich doch nicht wirklich gut genug bin. Die unumstößliche Gewissheit, dass ich schlecht schreibe, dass ich nichts in der Riege echter Autoren verloren habe. Ein Mahnmal meines Scheiterns.

Doch dann habe ich mir immer wieder vor Augen gehalten, was für Bücher sich auf den Bestsellerlisten tummeln. Und nein, geben wir es ehrlich zu: Das sind nicht immer die literarisch hochwertigsten. Also fragt man sich doch: Wie kommen die dahin?

Mit Geduld, Beständigkeit und dem Wissen, was sie sind und wen sie erreichen wollen.

Ja, schaut nochmal nach oben. Lest den Satz nochmal.

Und nochmal.

Und jetzt ein drittes Mal.

So. Verinnerlicht? Nein? – Na gut. Zugegeben, bei mir ging es auch nicht so schnell. Es gab gefühlt Tausende solcher Gespräche wie dieses hier:

MarketingDemonfromHell (MD im Folgenden): “Meld dich mal in der und der FB-Gruppe an und stell dich mal vor.”

Ich: “Warum sollte ich das tun?”

MD: “Du willst doch, dass die Leute dein Buch kaufen.”

Ich: “Ich will, dass die mein Buch LESEN! Die meisten schreien doch eh nur bei irgendwelchen Glitzi-Covern, werfen sie auf ihren SuB und dann liegt es da.”

MD: “Der Weg ins Herz eines Blogers führt über seinen SuB.”

Ich: “Aha. Aber warum muss ICH mich dann vorstellen. Die sollen sich für MEIN BUCH interessieren. Ich würde am liebsten unsichtbar bleiben.”

MD: Na, aber die Leute kennen dich nicht. Sie wissen nichts über dich. Nicht, wer du bist, wie du tickst, wie du schreibst.”

Ich: “Letzteres könnten sie ändern, wenn sie mein Buch lesen. Ich will nicht mein halbes Privatleben öffentlich legen müssen.”

MD: “Musst du auch nicht. Erzähl das, was du erzählen willst. Wir könnten ein Interview machen.”

Ich: “Wer will denn ein Interview von MIR lesen. Mich kennt doch keiner.”

MD: “Merkste was?”

 

25 Monate, 9 Interviews und eine Buchmesse später kann ich darüber nur noch lachen.

Denn MD hatte recht. In einfach allem.

Leser wollen unbekannte Autoren schon entdecken. Aber dafür braucht es ein paar Dinge:

  1. Sie müssen wissen, dass man existiert.
  2. Sie müssen wissen, dass mein Buch existiert. Welches Genre, welcher Stil, welche Richtung.
  3. Dafür muss ich eine ZIELGRUPPE definieren. (Für den Stern fiel mir das schwer. Es ist ein so komplexes Werk, dass ich lange überlegen musste, bis ich zu dem Schluss kam, welche Art Leute ich erreichen will: Träumer, Querdenker, Weltverbesserer, Menschen mit einem Sinn für tiefgründige Geschichten, die in eine neue Welt führen, ohne dabei die eigenen Welt aus dem Blick zu verlieren.)
  4. Dann braucht man den unbedingten Glauben ans eigene Werk. – Die Zweifel sind da. Macht euch keine Illusion. Aber sucht euch eine Kritik von einer neutralen Person. Eine Rezension, eine Kritik, irgendwas, anhand dessen ihr euch ehrlich bewertet gefühlt habt. Und wenn der Zweifel zuschlägt: Lest es wieder und wieder. – Für mich war es dieser Brief, der alles verändert hat.
  5. Wenn ihr das alles habt, dann seid ihr immer noch nicht am Ziel. Denn nun müsst ihr Geduld mitbringen. Es ist harte Arbeit und erfordert viel Zeit, sich unter all den Schreibern da draußen einen Namen zu machen.
  6. Immer noch nicht am Ziel? Schreibt weiter. Gebt nicht auf. Schaut, was ihr besser machen könnt. Und oft ist die Antwort nicht “Ein besseres Buch schreiben”, sondern schlicht, eure Bücher den richtigen Lesern vorsetzen.

Zusammenfassend kann man sagen: Einen richtigen Weg gibt es nicht. Einen goldenen auch nicht. Es gibt nur euren Weg. Aber dafür müsst ihr aus eurem Elfenbeintürmchen herauskommen und in die Welt gehen. Dahin, wo die Leser sind, die ihr gern erreichen wollt.

Zum Schluss bemühe ich damit auch einen der Größten unter den Fantasy Autoren, denn vielleicht stellt der eine oder andere dabei fest:

Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.

Im Moment stehe ich auf dieser Straße, staunend, wenn ich bedenke, von wo ich komme, und wo es mich bereits hingetragen hat und vor allem frage ich mich, wo es mich hintragen wird. Aber keine Sorge: Das erzähle ich euch alles hier. 🙂

Einen guten Start in ein wundervolles Sommerwochenende wünscht euch

 

Eure Sylvia

 

Schreibtagebuch – Wenn ich mal nen freien Tag habe

… dann komme ich immer auf dumme Ideen.

 

Zum Beispiel: mich endlich auf die Suche nach einem Übersetzer für meine Sternenlied-Saga zu machen.

MOMENT! ÜBERSETZER?! – Ja, das denke ich mir derzeit auch noch. Ein Teil von mir fragt sich, wo der Ausschaltknopf für den Größenwahn ist. Dennoch. Ich habe ja sowas wie einen Plan aufgestellt. Schon vor Jahren.

2014 – fertig sein mit den Alpha-Versionen aller Romane, und Heimkehr und Schattenkriege am besten schon in der Beta.  – Naja … hat fast geklappt. Sternenstaub war ne harte Nuss.

2015 – Veröffentlichung! -Yes. I totally did this!

Alles was danach kam, habe ich nicht mehr wirklich an Jahreszahlen festgemacht, denn ich wusste ja, jedes Buch hat seinen eigenen Lebenszyklus. Manche sind von Null auf Hundert Hot und am nächsten Tag wieder abgemeldet. Andere brauchen lange, und wachsen stetig in ihrer Bekanntheit. Und andere, viele, schaffen es gar nicht, irgendwie bekannt zu werden.

Darum: Übersetzung stand auf meinem Plan, sobald die Bücher genug abwerfen, dass ich einen professionellen Übersetzer davon bezahlen könnte. Und … was soll ich sagen. Vom Spiegel-Bestseller sind wir noch weit entfernt, doch ja, die Übersetzung zu finanzieren ist nun realistisch.

Und gestern hatte ich also mal wieder frei und noch nichts geplant. Also Entsprechend gute Portale gesucht, eins gefunden, Anzeige verfasst. Und Warten. … Dachte ich. Seitdem pingt mein Email-Postfach in einem durch.

Ich dacht natürlich: Das werden vor allem so Hobbyübersetzer mit völlig unrealistischen Preisvorstellungen sein. Und klar. auch solche sind dabei. Aber auch welche, die absolut meinem Suchprofil entsprechen: lange Erfahrung, Muttersprachler, sehr gutes Sprachgefühl im Deutschen und mit der Liebe zur Fantasy. Denn das ist natürlich auch eine Sache. Ein Buch braucht eine persönliche Note. Und einen Autor gut zu übersetzen ist fast so schwer, wie selbst gut zu schreiben. – Wenn nicht schwerer.

Derzeit befinde ich mich also mitten in einem spannenden Prozess und ich halte euch auf dem Laufenden, wo das alles noch so hinführt.

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia