Kategorie-Archiv: Der Axolotlkönig – Jungenfantasy

Eine Idee, die mich überfiel, als mein Stern mich grade in den Wahnsinn trieb. In Anlehnung an das Märchen der Gebrüder Grimm und inspiriert durch ein Bild der Künstlerin Dorothee Rund.

Märchenralley 2018 – Halt im Auquarium

Kein Sommer ohne Märchen

 

Und kein Märchensommer ohne eine spannende Ralley hin zu allen Blogs, die sich den Märchen genauso verschrieben haben wie Anne. Dieses Jahr sind wir schon in Runde 4 angekommen, und ich sehe schon von weitem die rauchenden Köpfe.  (Wer den Anfang noch nicht kennt, der kann mit der Rätseljagd hier beginnen.)

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Aber kommt! So schwer waren die Fragen bis zu mir ja nun nicht … oder?

 

Na, da trifft es sich doch gleich, dass ich euch zum Abkühlen zu einem Sprung ins Aquarium einlade, denn da spielt mein Fantasy-Märchen “Der Axolotlkönig”. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Geschichte an den Froschkönig angelehnt und  genau darum bin ich die Station Froschkönig ;).

Awarenessdays 9

Ich habe lange überlegt, was ich euch kleines, feines mitbringen könnte, damit der Beitrag nicht nur ganz trocken wird und habe mich für die verschiedenen Varianten des Covers entschieden. Die, die das Buch kennen, wissen, die mittlere wurde letztendlich gewählt, aber sicher würde mich interessieren, ob ihr das alle genauso seht, oder ob euer Favorit nicht eine der anderen gewesen wäre. 😀

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Lasst mir gerne einen Kommentar da und viel Glück bei der Ralley. Ein Exemplar meines Buches ist natürlich auch unter den Gewinnen.

 

Und damit kommen wir zum Wichtigsten:

 

Mein Buchstabe für euch ist ein D.

 

Und meine Frage lautet wie folgt:

Welche Figur tritt im Froschkönig auf?

 

A) Wenn ihr glaubt das war Der Großwesir dann huscht mal hinüber in die Märchenspinnerei und lasst euch da den nächsten Buchstaben zusammenspinnen.

B) Wer sich sicher ist, das kann kein anderer sein als Der Ritter Kunibert werdet ihr mit ihm zu eurem nächsten Buchstaben bei Julia reiten können.

C) Und wer meint, es müsse sich um den  eisernen Heinrich handeln, der findet bei Sabrina seinen nächsten Buchstaben.

Rallye-Banner

 

Fynn und Leonie drücken euch alle Finger und Flossen und hoffen, wir lesen uns mal wieder.

Auf bald im Aquarium oder jeder anderen meiner phantastischen Welten.

 

Eure Sylvia

 

 

Märchenralley der Märchenspinnerei – Haltestelle Aquarium

Darum ist der Lösungsbuchstabe, den ihr hier findet, auch:

 

 Lösungsbuchstabe A

wie Axolotl oder der Beginn des Alphabeths. 😀 Passend eigentlich, dass der kleine Lurch also den Anfang in der Spinnerei machen durfte. Als Band 1 in unserer Reihe kam er im Februar raus und schwimmt seitdem über die Bücherblogs des www und durch eure Regale. Großartiges Feedback hat mich seit der LBM erreicht. Meine jüngste Leserin bisher ist 12. Die älteste 73. Das allein zeigt schon, dass Märchen einfach über Generationen hinweg verbinden können, da sie etwas in jedem von uns ansprechen.

Froschkönig meets Schneekönigin

Wie es dazu kam, dass wir die Spinnerei gründeten, dazu gibt es mittlerweile genug Infos auf unserer Homepage. In den Veröffentlichungsmeldungen der einzelnen Titel beschreibt auch jede von uns noch einmal selbst, wie sie dazu gestoßen ist und wie sie es empfand. Warum ich den Froschkönig wählte, habe ich ebenfalls in vielen Interviews erzählt.

Darum widme ich mich heute dem zweiten Märchen, das mehr subtil und schleichend seinen Eingang in die Geschichte von Leonie und Fynn fand.

Die Schneekönigin.

Den meisten wird dazu derzeit wohl die Disneyversion Frozen einfallen, die sich selbst ja schon weit vom Original entfernt hat. Dennoch interessant, dass diese Figur, die wunderschöne Herrscherin mit dem Herz aus Eis, immer wieder in die Literatur und Popkultur Eingang findet.

So wird sie unter anderem auch zum ikonischen Bösen in “The lion The Witchh an the wardrobe” (“Der König von Narnia”), wo sie einen der vier Geschwister umgarnt und mit sich nimmt, wie Kay im Original.

Subway to Sally (eine von Leonies Lieblingsbands) hat das Motiv auch schon umgesetzt, in ihrem Song Schneekönigin.

 

Was fasziniert also so daran?

 

Oder vielleicht noch besser: Was hat mich so daran fasziniert?

Ich könnte darüber jetzt ewig lamentieren, doch ich glaube, nichts zeigt euch das so gut, wie wenn ich es euch einfach vorlese. 🙂 Hier kommt also mein exclusives Lesevideo der Spiegelszene aus dem Axolotlkönig:

 

 

 

Zu guter Letzt …

 

… hab ich dann auch noch eine Frage im Gepäck. Sie bezieht sich auf das ORIGINAL Märchen und ihre richte Antwort wird euch zum nächsten tollen Blogbeitrag und damit auch zum nächsten Buchstaben des Lösungswortes bringen. 🙂

 

Wie bewältigt Gerda die letzte Strecke auf dem Weg zur Schneekönigin?

a) Sie läuft. -> dann dackelt mal schön weiter zu Frau Schreibseele
b) Sie reitet auf einem Rentier. -> mit Rudolf weitergetrottet zu Barbara Schinko
c) Sie reitet auf einem Pferd. -> im Galopp gehts zu Unsere Bücherwelt

 

Und hier nochmal für alle, die auf der Suche nach der Startlinie durch die Gegend irren 😉 :

Dieser Beitrag gehört zur großen Märchensommer Märchenrallye, bei der ihr ein märchenhaftes Paket gewinnen könnt. Den Start der Märchenrallye findet ihr auf der Märchenspinnerei.

Jetzt bleibt mir nur noch, euch viel Spaß beim Rätseln zu wünschen und viel Glück, falls ihr es zum Lösungsbeitrag schafft, und nicht vorher in unserem märchenahften Irrgarten strandet. 😉

 

Liebste Grüße,

eure Sylvia

 

 

Der Axolotlkönig – Bonusszene

Ein Ende auch für Leonie!

Meine Geschichte vom Axolotlkönig in der Märchenspinnerei beginnt und endet ja mit Fynn. Er ist immerhin der, der sich in einen Lurch verwandelt. Er war es auch, aus dessen Figur die ganze Geschichte überhaupt erst entstanden ist, und somit hatte von Anfang an beschlossen, dass ich mich (wieder einmal) gegen die gängigen Konventionen des Buchmarktes stelle.

Normalerweise sollten nämlich Geschichten, die aus der Sicht mehrerer Protagonisten geschrieben sind, immer mit dem weiblichen Part beginnen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr gut darin bin, solche Regeln geflissentlich zu ignorieren. Denn hey! Öfter mal was Neues.

 

Dann aber kam der Märchensommer,

den die liebe Anne von Poisonpainter ins Leben gerufen hat. ( Poison … ich komm immer noch nicht drüber weg! 😀 😉 )

Sie mochte den Lurch hat aber am Ende eine Szene schmerzlich vermisst. Wie nämlich hat Leonie ihren ersten Schultag erlebt nach all dem?

Darum bin ich noch einmal ins Aquarium getaucht und habe geschrieben. Für Anne. Für Leonie. Für euch, die ihr gerne hören wollt, was passierte, nachdem der Zauber brach, Fynn wieder ein Junge sein durfte und Leo sich endlich der Realität stellen musste.

 

Leonie

Schlussendlich sind wir bei der Geschichte geblieben, die Robby am Anfang für wahr hielt: Fynn hatte Stress mit seinem Vater, wollte daheim weg und nicht gefunden werden. Darum hat er absichtlich ne falsche Fährte gelegt und sich dann bei mir versteckt.

Meine Eltern waren natürlich erstmal fassungslos, denn das hätten sie von mir mit Sicherheit nicht erwartet. Doch Mambas Zauber hält noch ein bisschen vor, und so haben sie nicht allzu viele Fragen gestellt. Ich glaube, sie begreifen so langsam, dass es einfach eine Menge gibt, was sie über mich nicht wissen.

Mama hat sich tatsächlich einmal Urlaub genommen. Nur für mich. Auch Papa hat viele seiner Termine abgesagt oder verschoben und wir haben nun jeden Nachmittag ein wenig Zeit miteinander verbracht. Mit ihnen zu reden, von der Schule, den Lehrern, meinen Mitschülern zu erzählen, das tut gut. So zugehört hat mir zuletzt Oma. Mama war dann sogar mit mir in der Stadt. Wir haben eine neue Brille ausgesucht und ich war beim Friseur. Naja. Nichts aufregendes. Nur ein bisschen Schnitt für etwas mehr Volumen. Ich mag meine langen Haare schließlich, auch weil sie im gleichen Kastanienbraun leuchten wie Mamas.

Wenn Fynn in dieser Woche nachmittags vorbeikam, haben sie sich dann aber Gott sei Dank recht schnell verzogen. Manchmal haben wir was mit Robby und Mamba zusammen unternommen. Sind zum See gefahren, oder zur alten Fabrik. – Mamba hat auch versucht, Poison zu finden. Bisher aber ohne Erfolg – . Manchmal habe ich mit Fynn auch einfach nur zusammen in meinem Zimmer gehockt, Musik gehört und an meine violette Decke gestarrt, bis einer von uns ganz fürchterlich lachen musste. „Ob du es glaubst oder nicht, hin und wieder vermisse ich Kurt und Amy sogar“, zieht Fynn mich dann auf. Aber ich spüre, dass es nur halb im Scherz ist. Klar. Er hat vier Wochen hier gewohnt. Ein bisschen ist das jetzt auch sein Zimmer. „Meinst du, ich soll die Wände mal neu streichen?“ „Du könntest Schwarz nehmen“, ist sein Vorschlag und dann lachen wir beide wieder.

An diesem Montag streicht er mir schließlich mit den Fingern über die blassen Arme. An jeder meiner Narben bleibt er kurz hängen. Er schaut mich dabei nie an. „Sie sind nicht deine Schuld“, will ich ihm einreden. Aber wir beide wissen es besser. „Traust du dich morgen?“, fragt er schließlich, bevor er geht.

Ich sage wie immer „Mal sehen“, aber ich spüre, dass morgen ein guter Tag dafür ist.

Am nächsten Tag betrete ich mit wild pochendem Herzen den Schulflur. Ich habe getrödelt, darum bin ich zu spät. Im letzten Moment hätte ich mich beinahe umentschieden. Jetzt sehe ich auf meinen gelben Flaterrock und die türkisfarbenen Ärmel meines Oberteils.

‚Wie ein Papagei‘, tönt es hämisch durch meinen Kopf. Doch ich schiebe den Gedanken fort. Ebenso wie das Bedürfnis, die grauen Stulpen aus meiner Schultasche zu ziehen, die ich für den Notfall eingepackt habe. Auf meinen Handrücken sieht man die Ausläufer meiner Narben. Sie winden sich um mein Handgelenk und verschwinden in den Ärmeln meines Pulis. Zu übersehen sind sie nicht. Werden sie aber auch nie sein. Sie sind ein Teil von mir, und es ist besser, ich fange endlich an mit ihnen zu leben.

Ich schiebe meine neue Brille zurecht. Im Glas des Anschlagboards schaue ich noch einmal, dass die Haarspange mit dem Frosch gut sitzt. Fynn mag es, wenn ich die Haare hochstecke. Und ich mag es auch.

Bisher haben wir in der Klasse nicht breitgetreten, dass wir jetzt zusammen sind. Dafür brauche ich ebenso Zeit wie für alles andere. Ich hole tief Luft und gehe durch die leeren Flure zu meinem Klassenzimmer. Der Gong wird gleich die erste Stunde einläuten. Es ist gut, dass ich so knapp erst da bin, da muss ich nicht so viel mit den anderen reden.

Mein Blick wandert kurz zu meinem Handy. Ein bisschen fürchte ich, dass wieder Hashtags und fiese Nachrichten den Bildschirm zieren werden. ‚Die Brillenschlange ist wieder mal nicht da‘ ‚Wird langsam zur Blaumachschlange‘

Doch nein! Stopp!‘, ermahne ich mich. Immerhin war letzte Woche nachmittags ja auch ein Socialmedia-Gespräch mit einem Psychologen. Da musste ich Gott sei Dank nicht hin, denn sie haben auch von mir erzählt. Einfach, damit die anderen es wissen. Wissen, was sie da tun. Wissen, wie es ist. Es was notwendig, das weiß ich. Eigentlich ist es völlig verantwortungslos, dass sowas nicht eh auf unseren Stundenplänen steht. Aber trotzdem. Es fühlt sich komisch an.

Ich komme mit all diesen Gedanken im Kopf vor der Klassenzimmertür an. In der Scheibe spiegle ich mich ein letztes Mal. Ich, Leonie, mit den bunten Kleidern, der violetten Brille, der Ethnohaarspange und den Narben am Arm.

Gelb und Türkis. Die Farben der Ehrlichkeit und der Freude‘, höre ich Mambas Stimme in meinem Kopf und fühle mich gleich ruhiger.

Fynn zwinkert mir lächelnd zu, als er mich vor der Tür in Empfang nimmt.

„Bist du bereit?“, fragt er. Ich schüttle den Kopf. Dennoch öffnet er die Tür. Wann ist man jemals wirklich bereit dafür, das erste Mal man selbst zu sein?

Na? Was meint ihr? Lasst gerne einen Kommentar da. <3

Liebste Grüße,

Sylvia

 

 

 

Die Märchenspinnerei startet mit ihrem ersten Titel – Der Axolotlkönig

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Oh mein Gott! Der Axolotlkönig ist wirklich da!

Als Überraschung für diesen Tag hat das große A den Release mal eben um 24 Stunden vorgezogen. Der Axolotlkönig ist also tatsächlich schon erhältlich.

Es ist irgendwie noch immer total unwirklich und ich glaube, so ganz begreife ich noch gar nicht, dass wir es tatsächlich geschafft haben. Die Märchenspinnerei, eine verrückte Idee von zwölf Schreiberinnen, ein Projekt eigentlich viel zu groß, als dass jede von uns es noch neben all dem stemmen könnte, was sie eh schon zu tun hat, sie ist tatsächlich kein Traum und kein fernes Ziel, sondern startet heute ganz offiziell mit ihrem ersten Titel.

Mit meinem Titel, wie ich ganz stolz sagen darf. Es berührt mich und ehrt mich, dass ich hier den Anfang machen darf. Und irgendwie habe ich natürlich auch Angst, die anderen Geschichten, die ich zum Teil schon kenne und großartig finde, auf diese Weise zu repräsentieren.

 

Unser Ziel: Für Brennpunktthemen zu interessieren.

Mein Axolotlkönig ist ja nun nur eine Facette unserer wirklich reichen Märchenwelt, in die wir euch in den kommenden Monaten mitnehmen wollen. Das Buch wendet sich vor allem an ein jüngeres Publikum. doch ich denke, jeder, der irgendwann in seinem Leben mit Mobbing oder Depressionen in Berührung kam, in welcher Weise auch immer, kann in der Geschichte von Leonie und Fynn Wahrheiten und Denkanstöße finden.

Und das genau wollen wir auch. Wir wollen euch Märchen erzählen! Ja, richtig. Ich weiß, wie sich das anhört. Wir binden euch an mancher Stelle so richtig einen Bären auf, verzaubern euch mit Magie und Blendwerk, das wir so in unserer realen Welt nicht kennen. Wir wollen euch nicht mit pseudopsychologischen Ratgebern belehren, sondern euch auf manchmal sehr fantastische Weise neue Blickwinkel eröffnen.

 

Der Axolotlkönig – auch privilegierte Kinder können Probleme haben.

Leonie und Fynn in meiner Geschichte sind ja nun mitnichten die Sorte Kinder, bei denen man direkt schwerwiegende Probleme erwarten würde. Doch ich glaube, genau darum habe ich sie gewählt. Kinder reicher Eltern mögen für andere immer mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sein. Doch hinter den glänzenden Fassaden muss nicht immer alles rosig sein. Und auch umsorgte Einzelkinder sind nicht davor gefeit, schlimme Zeiten durchzumachen.

Jede Generation, jeder Lebensumstand bringt seine eigenen Herausforderungen, seine eigenen Stolpersteine mit. Auch das werdet ihr in der Märchenspinnerei immer wieder feststellen. Sie kommen überall her, unsere Helden: aus der Stadt und vom Dorf, leben in der Moderne oder in einer fiktiven Vergangenheit. sie sind männlich und weiblich, Geschwister oder Freunde, Verliebte oder noch nicht Verliebte, sie sind jung oder alt, Menschen, wie du und ich.

 

Märchen – die Urform aller Geschichten

Neben unseren Geschichten setzen wir uns ja auch mit dem Ursprung von Märchen auseinander. Je näher man darin eintaucht, um so mehr begreift man, dass es genau das ist, was wir schon seit Menschengedenken tun: Wir erzählen uns Märchen, um die Welt in der wir leben und mit der wir leben müssen, besser verstehen zu können. Märchen sollen unterhalten. Aber Märchen sollen auch lehrsam sein.

Wir hoffen sehr, uns ist beides gelungen. Ab heute könnt ihr euch davon selbst ein Bild machen. Ihr könnt mit Leo und Fynn nun endlich zusammen in die sehr beschränkte Welt eines Aquariums eintauchen und sehen, ob es nicht vielleicht den Blick für den Rest der Welt ein wenig öffnet. Wir wünschen euch so viel Spaß beim Lesen, wie jede von uns beim Schreiben ihrer Geschichte hatte. 😀

Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ich bin stolz eine Märchenspinnerin zu sein. Also Vorhang auf.

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Coverreveal und Jahresausblick

Coverreveal für einen Lurch!

In den sozialen Netzwerken schwimmt der Lurch ja schon und auch auf der Märchenspinner-Seite. also wird es Zeit, dass er auch hier endlich ganz offiziell sein Mäntelchen zeigen darf.

ein paar frühe Einblicke aus der Entstehungszeit des Buches gibt es ja schon lange auf der Seite. Für einen Autor gibt es aber neben dem Schreiben tatsächlich fast nichts Schöneres, als wenn ein solches Projekt tatsächlich nicht nur ein Plotbunny auf der eigenen Festplatte bleibt.  Inspiriert wurde der Axolotlkönig übrigens durch das gleichnamige Bild von Dorothee Rund, das ich mit ihrer Zustimmung auch für das Cover verwenden durfte.

Die Komposition entstand dann schließlich aus der Feder von Sarah Buhr in ihrer Covermanufaktur.

Und hier ist es: 

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Wie geht es weiter?

Auch wenn ich seit dem Reveal schon ganz ungeduldig angeschrieben werde, wann der Lurchi denn nun endlich zu bekommen sei, muss ich euch noch ein ganz klein wenig vertrösten. Am 13.02. ist es soweit. Und JA! Der Termin wurde ganz bewusst gewählt. 😉 Es ist definitiv ein Nicht-Valentinstag-Buch. ^^

Ab da könnt ihr euch also ins Lesevergnügen stürzen und Fynn und Leonie durch ihr gemeinsames Abenteuer folgen. Wenn ihr den Lurch und mich übrigens ganz persönlich kennenlernen wollt, dann bekommt ihr dieses Jahr erstmals die Chance dazu. Und zwar in Leipzig.

 

Sterne und Märchen auf der LBM

 

Auch wenn ich immer proklamiert habe, dass mich nichts und niemand auf die großen Messen bringt, haben die forltwährend tollen Kommentare meiner Sternenlied-Leser, die bisherigen wunderschönen Erfahrungen auf kleineren Messen und nicht zuletzt die drei tollen Kolleginnen, mit denen ich in Leipzig bin, das Blatt gewendet und mir meine Massenscheuheit genommen. – Ein kleiner Dämon hat da auch noch einen nicht unerheblichen Anteil dran, will aber, dass dies im Verborgenen bleibt ;P. –

Ich freu mich also jetzt schon ganz doll, so viele wie möglich von euch dort zu treffen. Alle näheren Infos, Halle und Standnummer und so weiter, erfahrt ihr natürlich hier auf der Seite und auf Facebook und Twitter. Außerdem konnte ich mich zu den Glücklichen zählen, die Tickets für die erste Leipziger Drachennacht erwerben konnte. Wer also da ist, dem werde ich wohl zwangsläufig auch über den Weg laufen.

 

Weitere Ausblicke

Ansonsten kommen dieses Jahr noch zwei, drei GROßE Überraschungen für alle Fans der “Stern von Erui” -Reihe auf euch zu. Es lohnt sich also, auch da dran zu bleiben. Erste Enthüllungen wird es wohl nach Leipzig geben. Ich freu mich schon superdoll auf dieses Jahr und bin gespannt, was ihr so dazu sagt.

Bis dahin freue ich mich über jeden neuen Leser meiner Sterne, und hoffe, dass ihr meinen kleinen Lurch in drei Wochen mit der gleichen Begeisterung in eure Herzen schließt.

Alles Liebe und bis bald,

 

Eure Sylvia.

Der Axolotlkönig – Durch die Augen eines anderen sehen

Der Erste Band der Märchenspinnerei

Letzte Woche wurde es ja enthüllt: Mein Projekt “Der Axolotlkönig” wird der erste Teil einer neuen fantastischen Buchreihe, der Märchenspinnerei. In diesem Zusammenschluss von Autorinnen haben wir uns damit befasst, reale Probleme in die Märchen zu weben, die uns in unserem Alltag betreffen und belasten können.

Mein Lurchi befasst sich dabei mit Mobbing. So ziemlich jedem sollte das ein Begriff sein. Doch hat es auch jeder schon mal am eigenen Leib erfahren? Sind Leute, die sich gemobbt fühlen, nicht einfach nur dieser unendlich überempfindliche Schlag Menschen, deren Füße so groß zu sein scheinen, dass man gar nicht anders kann, als darauf zu treten?

Nein. Mobbing ist mehr. Mobbing sind diese fiesen, hinterhältigen und oft ganz unschuldig klingenden Kommentare von jemandem, der ziemlich genau weiß, wie er sein Opfer treffen kann und jede Schwachstelle nur zu gerne ausnutzt. Das sind für die Betroffenen die Momente, in denen ihnen das Blut in die Ohren schießt und sie im Boden versinken wollen vor Scham. Etwas, was sie gesagt, oder gemacht haben, wird anders wiedergegeben, aus dem Kontext gerissen und so neu zusammengesetzt, dass es dazu dient, sie zu diffamieren, bloßzustellen und immer wieder in die peinliche Situation bringt, sich rechtfertigen zu müssen.

Die Opfer tragen nie die Schuld

Dabei sind es oft harmlose Vorkommnisse, bei denen gar keine Notwendigkeit bestünde, sich zu rechtfertigen, wenn sie nicht völlig aus ihrem Zusammenhang gelöst worden wären. Manchmal handelt es sich auch um Eigenschaften, Angewohnheiten, oder nur körperliche Besonderheiten, die die gemobbte Person einfach mitbringt.

Das Schlimme ist, dass die Opfer immer weiter in die Defensive gedrängt werden, sich schuldig fühlen an dem, was andere ihnen antun, und es am Ende vielleicht selbst sogar glauben.

 

Der schwerste Schritt

Aus diesem Teufelskreis an schwindendem Selbstbewusst sein und dem ständigen Kreuzfeuer weiterer erniedrigender Situationen kommen die Betroffenen selten allein wieder heraus. Sich letzten Endes einzugestehen, dass man gemobbt wird, dass man vielleicht Hilfe braucht, dass man allein nicht mehr dagegen ankommt, das ist oft das Schwerste.

Denn was, wenn man dafür auch nur wieder Häme und Spott erntet?

Das Vertrauen in andere wird grundlegend erschüttert und vor jemand anderem seine Probleme, Sorgen und Ängste offenzulegen wird weitestgehend unmöglich, weil es nur einmal mehr die eigenen Schwächen offenbart und angreifbar und verletzlich macht. Nicht zuletzt das ist ein Grund, warum Mobbing oft in sozialer Abschottung und damit leicht auch in Depressionen endet.

 

Die andere Seite verstehen lernen

Meine Geschichte wurde nun geboren aus dem Gedanken: Warum tun die Mobber das eigentlich? Was treibt sie an? Und haben sie überhaupt eine Ahnung, was sie den Opfern eigentlich antun?

Man sagt ja immer, Kinder seien grausam. Ich aber denke, Kinder, Jugendliche und sogar auch Erwachsene, sind oft vielmehr gedankenlos, egozentrisch, sehen sich und den eigenen Spaß, oder sie tun es aus eigener Verletztheit heraus, um eigene Unsicherheit, eigenen Schmerz und eigene Probleme zu kaschieren.

Das einzige, was da hilft, ist die Welt mal mit den Augen des anderen zu sehen. Mehr Einsicht, mehr Verständnis, warum jemand etwas tut oder sagt, oder schlichtweg einfach ist, wie er ist. Manchmal ist das alles, was es braucht.

 

Wir sehen uns dann im Aquarium.

 

Bis dahin macht es gut.

 

Eure Sylvia

Die Märchenspinnerei – Wie mein kleiner Lurch ‘Buchgeschwister’ bekam

Es ist bald soweit!!

 

 

Mein Axolotlkönig, von dem ich euch schon ein wenig hier auf der Seite erzählt habe, wird nun bald das Licht der Welt erblicken. Das wundervollste ist aber: Er bleibt nicht allein!

Wie ihr ja wisst, ist der Stern von Erui mein Lebenswerk. Ich habe lange dran gesessen und sitze nun wieder (immer noch) an weiteren Geschichten aus Erui. Aber manchmal kann einem die ewig gleiche Welt auch über werden. Das ist wie im echten Leben. Manchmal braucht man einfach Urlaub vom Alltag. selbst wenn man in seinem Alltag eigentlich im Großen und Ganzen zufrieden ist.

Bei mir war das zwischen der Ebook-Veröffentlichung von ‘Heimkehr’ und ‘Schattenkriege’ der Fall. Ich konnte es einfach nicht mehr sehen. Je öfter ich drüber arbeitete, umso mehr wurde ich betriebsblind. Dann wurde das Nano-Board im Tintenzirkel eröffnet. (Der NaNo dort ist ein bisschen wie eine Riesenparty und ein wirklich tolles Event) Die Begeisterung schwappte auf mich über und in der Vorbereitungszeit war mein Kopf plötzlich so kreativ wie nie. Nicht nur ein, sondern gleich mehrere Ideen für neue Geschichten kamen mir. Sie alle waren unterschiedlich und hatten ganz eigene Aspekte, warum sie mich fesselten. Doch eins hatten sie alle gemein: Sie spielten nicht in Erui.

Eine dieser neuen Ideen war die Geschichte von Leonie und Fynn.

Eigentllich war es am Anfang nur Fynns Geschichte. ein extrovertierter, ein bisschen arroganter Teenager, der dazu gezwungen wird, sich mal mit einem ganz anderen Blickwinkel auf die Welt auseinanderzusetzen. Dann kam Leonie dazu und wurde eine so starke Persönlichkeit, dass auch sie ihre eigene Perspektive in der Geschichte bekam.

Doch mit dem NaNo2015 war dann alles wieder verdrängt. Es ging für mich Vollzeit zurück nach Erui. Ich schrieb ‘Sternenstaub’ fertig und begann das Drachenlied. Anfang 2016 kam dann die E-Book-Veröffentlichung des dritten Teils und der Gesamtversion und damit auch ein klein wenig der abschied von Erui, was mich in eine ziemlich depressive und unkreative Phase warf. Ich habe sehr mich ungewöhnlich viel im Tintenzirkel herumgetrieben, um die leeren Stunden zu füllen, die sonst dem Schreiben meiner Stern von Erui – Reihe gehört hatten.

Dabei stolperte ich in eine Diskussion um die Möglichkeiten, die sich auftun würden, wenn Indie-Autoren sich gegenseitig mehr unterstützen, ja vielleicht sogar zusammentun würden. Alle waren ganz fest davon überzeugt, dass es einfach nur großartig werden könne. Und dann, dann fiel plötzlich der Satz ‘Lasst uns doch ein paar verrückte Märchen schreiben’.

Und damit war die Märchenspinnerei geboren.

Tatsächlich kamen wir immer detaillierter ins Gespräch und stellten fest, Geschichten, wie ich sie mit dem Axolotlkönig bereits begonnen hatte, hatten viele von uns schon einmal im Kopf gehabt. Märchen verwoben mit aktuellen Problemen, psychischen Leiden und menschlichen Schwächen gemischt.

Mit viel Elan begannen wir zu plotten, zu planen und zu schreiben. Und auch wenn ich mir nicht immer sicher war, ob es wirklich was werden können, entstanden um diese anfängliche Idee herum ein Dutzend wundervolle Geschichten, die als die Buchgeschwister meines kleinen Lurches nun ab Februar das Licht der Welt erblicken dürfen.

Darum hoffe ich, dass ihr euch auch ab und zu auf die Seite der Märchenspinnerei verirrt oder uns auf Facebook, Twitter oder Instagram folgt. Diese neuen Märchen sollen uns über ein Jahr begleiten und hoffentlich noch viel mehr Leute als uns in ihren Bann schlagen. Für mich war und ist es eine tolle Erfahrung, ein derartiges Projekt mit Kolleginnen auf die Beine gestellt zu haben und euch nun präsentieren zu dürfen.

Hier könnt ihr euch nun den fertigen Klappentext ansehen. Coverreveal ist dann am 20.1. und am 13. Februar könnt ihr den Lurch auch endlich lesen. 😀

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

Leseprobe ‘Axolotlkönig’ – verzweifelte Leo, nutzloser Fynn (Triggerwarnung SVV!!)

Wieder ein Schnipseltag. Diesmal habe ich lang überlegt, ob ich euch den Schnipsel zumuten kann und soll, mich aber letztendlich dafür entschieden.

Von meinem neuen Projekt, dem ‘Axolotlkönig’ habe ich bereits hier erzählt. Ein Jugendroman, der wie das Leben eines Teenagers zwischen verrückt, heiter und todtraurig ernst schwankt. Es geht um ganz normale junge Menschen und dann wieder auch nicht. Probleme haben wir alle. Manche wachsen in unstabilen Familienverhältnissen auf und kommen damit klar, andere habe ein sehr behütetes Zuhause und werden dennoch psychisch krank.

Um Anerkennung unter Gleichaltrigen, Mobbing, Depressionen, Trauer und auch selbstverletzendes Verhalten geht es. Aber auch die Erkenntnis, wie das alles zusammenspielt und was für augenscheinliche Banalitäten eines anderen wunder Punkt sein können. Der Verwandlungsroman soll einen Einblick in zwei ganz besondere Seelen geben und einen Ausblick, was passiert, wenn man es schafft, durch die Augen eines anderen zu sehen und zu erkennen, wie viel Einfluss wir tagtäglich am Leben all jener haben, denen wir begegnen.

Wer mit der Darstellung von selbstverletzendem Verhalten ein Problem hat, oder in der Gefahr steht bei solchen Beschreibungen getriggert zu werden, der sollte den Abschnitt nicht lesen.

Für alle anderen möchte ich aber gern diese Seite meiner Geschichte beleuchten.

 

Ich starre auf den Text und dann entsetzt auf Leonies Hände. Immer wieder gehen meine Augen von einem zum anderen. Sie hat tatsächlich eine Klinge darin. Eine Klinge!

Ich meine, ich hab schon mitbekommen, dass es ihr nicht so gut geht. Okay ich gebe zu, ich war der Meinung sie hat einen ausgewachsenen Knall. Ich hab ja auch schon den ein oder anderen Spruch zu den Bildern und der komischen Agromucke abgelassen, die sie auf Facebook teilt. Jetzt aber presse ich das Maul gegen die Scheibe und schreie stumm gegen Subway to Sally an. Es macht wie immer nur “Blubb”.

Ich muss zusehen, wie sie sich die Stulpen von den Armen streift.  Nun kapier ich auch, warum sie die nie ablegt. Selbst bei 38 Grad im Sommer hat sie sie an. Sie hat kalte Finger, behauptet sie immer und wurde von Stacey dafür natürlich für bescheuert erklärt. Dabei wollte sie nur die Narben verbergen.

Die Klinge reflektiert das kühle Blau der Bildschirmbeleuchtung. Zwölf unbeantwortete Nachrichten leuchten oben in der Ecke auf Facebook. Vermutlich zwölf Kommentare zu irgendeinem peinlichen Bild, das einer aus der Klasse hochgeladen hat.

Es macht ‘ping’. Eine Dreizehnte gesellt sich dazu. Die Klinge drückt sich in die Haut. „Einsam will ich untergehen“, plärrt es aus den Lautsprechern.

Routiniert zieht Leo die rechte Hand über den linken Arm. Ich sehe das Blut. Ich will schreien. Ich will hier nicht tatenlos daneben rumplanschen, während sie sich selbst um die Ecke bringt. Das kann doch nicht wahr sein. Das ist doch ein ganz schlechter Traum!

Ich bekomme Panik und schwimme im Becken hin und her. Ich will an die Scheibe trommeln, doch das hört sie nicht. Ich schwimme nach oben, weil ich sie nassspritzen will, doch da ist nur der Deckel.

Verdammt! Leo tu das nicht! Warum muss ich denn nur so ein nutzloser Lurch sein?

Ich sehe, wie sie die Klinge in die andere Hand nimmt. Es blutet ganz schön. Doch nichts tropft auf den Boden. Sie hat fein säuberlich Handtücher untergelegt. Dreimal hat sie sich rechts geschnitten. Dreimal schneidet sie jetzt links.

Sie schreit nicht dabei. Ich muss sie ein bisschen bewundern, denn ich glaube, ich würde flennen wie eine Tussi. Sie hat nichtmal Tränen in den Augen.

Mein Herz ist kalt wie Stein“, singt es und ich verstehe, dass Leo sich nicht umbringen will. Das beweisen die ganzen Narben. Es ist nur ihre Art damit fertig zu werden. Mit allem. Den Kommentaren, den Bildern, den Sticheleien. Mit uns anderen. Mit der Einsamkeit. 

Aber es ist eine beschissene Art, denke ich empört und starre sie weiterhin durch die Scheibe an. Sie sitzt einfach da, lässt es bluten, bis es von selbst schließlich weniger wird. 

Verspäteter Dienstags-Schnipsel – Die Verwandlung mal anders

Ich hatte ja eigentlich fest vor, jeden Dienstag brav was zu schnipseln, damit euch beim Warten auf denn Sternenstaub nicht langweilig wird.

Mea culpa … Dienstag war ich nano-nachwirkungsbedingt einfach einen Tag out of Order und habe gar nix gemacht. Einfach nur daheim rumhängen und gammeln. Ich habe den Pc angeschaltet, an den Schnipsel gedacht, die Seite geöffnet und … wieder zu gemacht.

Dafür gibt es die kleine Kostprobe aus einem neuen Projekt heute.

Der Arbeitstitel bisher lautet: ” Der Axolotlkönig” und inspiriert hat mich dieses Bild.

Worum es gehen wird?

Fynn ist sechzehn, hat ein großes Mundwerk, einen reichen Vater und sieht gut aus. Das Beste an ihm ist aber, dass er Leadsänger in seiner eigenen Rockband ist. Zumindest war er das, bis zu diesem Zwischenfall. Jetzt ist er noch genau 20 cm groß mit glitschiger kupferfarbener Haut und lebt in einem Aquarium. Auch noch ausgerechnet im Aquarium des langweiligsten Mädchens an der gesamten Schule.

Leonie trägt komische Klamotten, eine dicke Hornbrille und hat immer ein Buch vor der Nase.
Zunächst fragt Fynn sich nur, wie er in diese missliche Lage geraten konnte, vor allem, wie er herauskommt. Dann aber bekommt er durch die Wände seiner beengten Behausung einen tieferen Einblick in Leonies Leben und plötzlich fragt er sich nur noch, wie er ihr helfen kann.

 

Eine witzig-chaotische Adaption des Froschkönigs für Jugendliche, die allerdings nicht ohne eine gewisse ernste Note bleiben wird. Wie, wird an dieser Stelle nicht verraten. Hier ist erstmal eine Kostprobe daraus:

 

Kaum haben wir unseren Kram von der Bühne geräumt, damit die Theaterfreaks mit ihren Proben anfangen können, verschwinde ich im Bad. Ich schließe mich auf einer der Toiletten ein und hole erstmal tief Luft.

Ich bin froh, dass wir das jetzt hinter uns gebracht haben, war eigentlich von vornherein abzusehen, dass wir spielen dürfen. Aber der Rektor macht immer einen Aufriss wegen der Formalitäten. Immer muss er raushängen lassen, dass er in allen Entscheidungen das letzte Wort hat. -Klar, wenn man das daheim nie hat.-

Dennoch bin ich nicht ganz so cool, wie ich nach außen wohl immer wirke. Grade nicht nach dem Auftritt, den mein Dad daheim wieder hingelegt hat.

Sturzbetrunken, das Whiskyglas noch in der Hand, -dass es ein Dalmore Jahrgang 64 war, hat es nicht besser gemacht. Kotze wegwischen noch vor dem Frühstück! Brauche ich unbedingt. Und umziehen musste ich mich dann auch noch mal. Man man man. Ich bin doch nicht sein Kindermädchen.

Ich hoffe er pennt einfach, bis ich heute Nachmittag wieder da bin.

Mit zitternden Fingern ziehe ich eine Zigarettenschachtel aus der Tasche. In der Schule darf nicht geraucht werden. Es tun trotzdem alle. Aber ich sollte mich nicht erwischen lassen. Hab schon zwei Verwarnungen deswegen. Bei der nächsten darf ich für vier Wochen die Schulklos putzen. Fällt mir ja im Traum nicht ein.

Ich bin jetzt kein Dauerraucher. Eigentlich paffe ich bloß. Will mir ja die Lunge nicht ruinieren, aber irgendwie brauch ich das manchmal, grade an nem Tag wie heute.

Nach außen müssen wir natürlich ein tadelloses Image pflegen. Auf qualmende Schmuddelrocker steht heute keiner mehr. Nein, am besten sollte man ein tierlieber Öko sein, der in seiner Freizeit Elefantenbabys rettet. Naja. Vielleicht such ich mir eine entsprechende Beschäftigung, wenn ich wirklich mal berühmt werden sollte.

Ich höre die Unterrichtsglocke schellen. Dann quietscht die Tür. Hastig werfe ich die Zigarette in die Kloschüssel.

Fynn, bist du hier drin?“, höre ich Marvs Stimme.

Ich atme erleichtert aus und will ihm antworten, da passiert mit einem Mal etwas Seltsames. Mir wird erst eiskalt und dann heiß. Etwas in mir zieht sich zusammen. Dann ist mir, als würde ich plötzlich keine Luft mehr bekommen. Ich verliere den Halt, stürze, drehe mich ein paar mal um mich selbst, dann macht es ‘Platsch’.

Als ich wieder zu mir komme, bin ich pitschnass und schwimme in einer riesigen Wasserlache. Um mich her ist alles weiß. Wände, Boden, Decke – alles weiß.

Ich drehe mich verwirrt um. Ich will etwas sagen. Es macht ‘Blubb’. Neben mir schwimmt ein Zigarettenstummel von gigantischem Ausmaß vorbei.