Kategorie-Archiv: Schatten über der Welt/A World of Shadow

Ich habe mich heute dazu entschieden, diese Katergorie auf meiner Seite hinzuzufügen und Artikel mit euch zu teilen, die von grausamen, ungerechten oder verstörenden Dingen handeln. Was der Stern von Erui damit zu tun hat?
Ganz einfach. Die Geschichte handelt vom Kampf des Lichtes gegen den Schatten. Der Schatten, der von uns Menschen in diese Welt gebracht wurde. Es sind solche Taten, die Dinge, die ich hier posten werde, die den Schatten meiner Welt stärker machen. Menschen können grausam sein. Und andere Menschen schauen nur allzu gern weg. Doch manchmal darf man das nicht. Man muss es aushalten, um etwas ändern zu können.
Today I decided to add a categorie to my main menu. Why posting such artikel. Topics so cruel and disturbing, and what do they have to do with my books?
A song of a Star is about the eternal light between good and evil. The Shadow in my world is nourished and strengthened by evil and cruel human deeds. It is hard an upsetting to not just close your eyes and walk away. but sometimes we need to take the suffering, sometimes we need to share, so we can change the world for the better.

Blogger gegen Cybermobbing – Ein Märchen als Vermittler

Awarenessdays 1

Cybermobbing – eines von vielen Problemen der gläsernen Gesellschaft

 

Mit diesem Beitrag möchte ich heute die Kampagne starten, die ich mit einigen tollen engagierten Bloggern geplant haben. Ausgehend von ihren Rezensionen zu meinem Jugendbuch “Der Axolotlkönig” kamen wir ins Gespräch und stellten fest, dass uns alle das Thema in irgendeiner Weise berührt und am Herzen liegt.

“12. November im schrecklichsten Jahr meines Lebens …”

Damit beginnt in der Geschichte, die erst locker und fröhlich-frech daher kommt, das Tagebuch meiner Protagonistin Leonie. Sehr bald wird klar, dass sie selbst nur bedingt Anteil daran hat, dass dieses Jahr an der neuen Schule für sie zum Spießrutenlauf durch die Hölle wird.

 

Ein Spießrutenlauf, der mir selbst nur allzu bekannt ist

 

Seit der Veröffentlichung im Februar bin ich in zahlreichen Interviews gefragt worden, ob ich mich denn selbst mit der Figur der Leonie identifizieren kann. Ein Mädchen, das schlicht aufgrund seines Andersartigkeit – anderer Musikgeschmack, andere Klamotten, anderer Look – von seinen Mitschülern gehänselt und bloßgestellt wird.

Bisher habe ich immer gesagt: Nein. Denn es stimmt. So verzweifelt wie Leonie bin ich nie gewesen.

Dennoch kann ich mich, so rückblickend, nicht daran erinnern, dass ich in der Schulzeit jemals ‘dazu’ gehört hätte. Klar hat man Freunde, doch wie meist bei Teenagern halten solche Freundschaften selten lang und wechseln oft.

In der Oberstufe auf der Abschlussfahrt gab es schließlich ein Ereignis, dessen Details ich heute, so oft ich sie rekapituliere, noch immer nicht ganz fassen kann, weil es unwirklich und abstrus wirkt, was damals wie zum nächsten führte. Danach, das ist mir noch sehr präsent, war ich im Jahrgang jemand, der auf den Gängen gemieden und geschnitten wurde. Für etwas, an dem ich nicht die schuld trug, weil es überhhaupt keine Situation war, in der ein Schuldiger zu finden gewesen wäre. Dennoch war es die bequemste Lösung für alle anderen mich rauszupicken und zu sagen: Du hast diesen Abend ruiniert.

Heute weiß ich: Ich würde genauso wieder handeln.

 

Ein Märchen als Vermittler

 

Ohne es bewusst zu merken, hat mich die Situation damals krank gemacht. So krank, dass ich während meiner Abiturprüfungen ins Krankenhaus musste. Es hat nicht nur meine körperliche Gesundheit beeinträchtigt sondern damit auch alle meine Lebensträume in Gefahr gebracht. Tiermedizin konnte ich nur mit einem Nummerus Clausus studieren, und den zu erreichen wurde in dieser Situation extrem schwer.

Am Ende wandte sich dennoch alles zum Guten. Mein Freundeskreis, der mit der Schule kaum Überschneidungen kennt, half mir, Abstand zu gewinnen. Und als Jahre später eine ehemalige Freundin zu mir kam und sich für all das entschuldigte, was damals geschehen war, platzte schließlich der Knoten in meiner Brust, von dem ich nicht wirklich wusste, dass er da war.

Mit meinen Veröffentlichungen des Stern von Erui trieb ich mich auch mehr in den sozialen Netzwerken herum und mir wurde irgendwann bewusst, was da teilweise sehr subtil, teilweise ganz offen, so vor sich ging. Ich unterhielt mich mit Teenagern, die betroffen waren und ich verspürte immer mehr den Drang, mit einer Geschichte auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

Doch eine Autobiografie der damaligen Ereignisse schien mir nicht an die richtigen Leute gewandt zu sein. So etwas lasen nur jene, die sich ohnehin schon mit dem Thema befassten.

Die Gründung der Märchenspinnerei hat somit den Auslöser dafür gegeben, dass ich mein verrückte moderne Froschkönig-Adaption diesem Ziel widmete: Ein Märchen als Ausgangspunkt. Eine vertraute Geschichte. Ein altbekanntes Muster, dass Leser jeden Alters ansprechen konnte, ohne mit der moralischen Keule zu schwingen. Und dennoch eine Plattform an all jene zu appellieren, die in dieser Maschinerie aus Likes und Dislikes gefangen sind, es vielleicht selbst nicht immer merken.

 

Worte haben Macht

 

Worte können verletzen. Sie können tiefer schneiden als Messer und Glasscherben und sie können aus einem lebensfrohen, lustigen Menschen ein zurückgezogenes Häufchen Elend machen, das manchmal keinen anderen Ausweg sieht, als sich selbst für etwas zu bestrafen, für dass er nichts kann.

Jugendliche sind dafür besonders gefährdet, denn sie haben ihren Platz im Leben noch nicht gefunden, orientieren sich viel an anderen, suchen Idole und Ideale, denen sie nacheifern können.

Ich bin heute froh, dass Facebook zu meiner Schulzeit noch kein Thema war, denn ich möchte mir nicht vorstellen, was dann passiert wäre.

So kann ich heute sagen: Das Mobbing hat mich geprägt, aber nie zerstört. Und darum danke ich all den Bloggern, die sich mit mir dazu berufen fühlen, in den nächsten zehn Tagen ihre Gedanken und ihre Erfahrungen zum Thema Mobbing zu teilen.

Es fällt nicht immer leicht, und doch ist es so wichtig.

Für jene, die Opfer davon sind will ich sagen: Ihr seid nicht allein. Ihr könnt Hilfe finden und Verständnis und es ist nichts schlimmes und Peinliches daran.

Für jene, die vielleicht auch unbewusst, Täter sind, möchte ich mit auf den Weg geben: Wägt jedes Wort, dass ihr über die sozialen Medien schickt, weise ab. Manchmal haltet ihr mit einem einzigen Kommentar ein Menschenleben in der Hand – oft ohne es zu wissen.

 

Eure Sylvia

 

Weiter zu Tag 2 bei Leseengel Steffi.

Tag 3 macht Station in der Märchenspinnerei.

Tag 4 findet ihr bei der Lesemaus Rebecca.

 

 

 

 

Der Axolotlkönig – Durch die Augen eines anderen sehen

Der Erste Band der Märchenspinnerei

Letzte Woche wurde es ja enthüllt: Mein Projekt “Der Axolotlkönig” wird der erste Teil einer neuen fantastischen Buchreihe, der Märchenspinnerei. In diesem Zusammenschluss von Autorinnen haben wir uns damit befasst, reale Probleme in die Märchen zu weben, die uns in unserem Alltag betreffen und belasten können.

Mein Lurchi befasst sich dabei mit Mobbing. So ziemlich jedem sollte das ein Begriff sein. Doch hat es auch jeder schon mal am eigenen Leib erfahren? Sind Leute, die sich gemobbt fühlen, nicht einfach nur dieser unendlich überempfindliche Schlag Menschen, deren Füße so groß zu sein scheinen, dass man gar nicht anders kann, als darauf zu treten?

Nein. Mobbing ist mehr. Mobbing sind diese fiesen, hinterhältigen und oft ganz unschuldig klingenden Kommentare von jemandem, der ziemlich genau weiß, wie er sein Opfer treffen kann und jede Schwachstelle nur zu gerne ausnutzt. Das sind für die Betroffenen die Momente, in denen ihnen das Blut in die Ohren schießt und sie im Boden versinken wollen vor Scham. Etwas, was sie gesagt, oder gemacht haben, wird anders wiedergegeben, aus dem Kontext gerissen und so neu zusammengesetzt, dass es dazu dient, sie zu diffamieren, bloßzustellen und immer wieder in die peinliche Situation bringt, sich rechtfertigen zu müssen.

Die Opfer tragen nie die Schuld

Dabei sind es oft harmlose Vorkommnisse, bei denen gar keine Notwendigkeit bestünde, sich zu rechtfertigen, wenn sie nicht völlig aus ihrem Zusammenhang gelöst worden wären. Manchmal handelt es sich auch um Eigenschaften, Angewohnheiten, oder nur körperliche Besonderheiten, die die gemobbte Person einfach mitbringt.

Das Schlimme ist, dass die Opfer immer weiter in die Defensive gedrängt werden, sich schuldig fühlen an dem, was andere ihnen antun, und es am Ende vielleicht selbst sogar glauben.

 

Der schwerste Schritt

Aus diesem Teufelskreis an schwindendem Selbstbewusst sein und dem ständigen Kreuzfeuer weiterer erniedrigender Situationen kommen die Betroffenen selten allein wieder heraus. Sich letzten Endes einzugestehen, dass man gemobbt wird, dass man vielleicht Hilfe braucht, dass man allein nicht mehr dagegen ankommt, das ist oft das Schwerste.

Denn was, wenn man dafür auch nur wieder Häme und Spott erntet?

Das Vertrauen in andere wird grundlegend erschüttert und vor jemand anderem seine Probleme, Sorgen und Ängste offenzulegen wird weitestgehend unmöglich, weil es nur einmal mehr die eigenen Schwächen offenbart und angreifbar und verletzlich macht. Nicht zuletzt das ist ein Grund, warum Mobbing oft in sozialer Abschottung und damit leicht auch in Depressionen endet.

 

Die andere Seite verstehen lernen

Meine Geschichte wurde nun geboren aus dem Gedanken: Warum tun die Mobber das eigentlich? Was treibt sie an? Und haben sie überhaupt eine Ahnung, was sie den Opfern eigentlich antun?

Man sagt ja immer, Kinder seien grausam. Ich aber denke, Kinder, Jugendliche und sogar auch Erwachsene, sind oft vielmehr gedankenlos, egozentrisch, sehen sich und den eigenen Spaß, oder sie tun es aus eigener Verletztheit heraus, um eigene Unsicherheit, eigenen Schmerz und eigene Probleme zu kaschieren.

Das einzige, was da hilft, ist die Welt mal mit den Augen des anderen zu sehen. Mehr Einsicht, mehr Verständnis, warum jemand etwas tut oder sagt, oder schlichtweg einfach ist, wie er ist. Manchmal ist das alles, was es braucht.

 

Wir sehen uns dann im Aquarium.

 

Bis dahin macht es gut.

 

Eure Sylvia

Fantasy, das verkannte Genre – oder warum nur Träumer und Fantasten die Welt retten können.

“Fantasy als Einstiegs Genre ist ja einfach.” “Da muss ja nicht so viel recherchiert werden.” “Man denkt sich das ja eh nur alles aus.” “Das ist ja auch eher was für Leute, die gerne was Leichtes lesen.” “Ist nicht mein Genre, ich lese lieber was Anspruchsvolleres.”

IMMER WIEDER! Egal ob Leser oder Autor in diesem Genre, immer wieder muss man sich das anhören. Und es scheint ja auch was dran zu sein. Aus den Buchläden, Bibliotheken und Kinos ist Fantasy als Kassenschlager und Gelddruckmaschine nicht mehr wegzudenken. Es ist längst weltweit massentauglich. Aber anspruchsvoll?

Zwei Hobbits, die einen Ring in einen feurigen Berg warfen, konnten Milliarden begeistern und zu Tränen rühren. Doch offensichtlich wird es nur als Popcorn-Kino abgestempelt. Nichts Großes, Reales. Nichts mit Tiefgang.

“Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement.”

aus The Lord of the Rings von J.R,R.Tolkien

 

Übersetzt heißt es: “Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann urteile nicht zu vorschnell.”

Nein, aus solchen Weisheiten kann der Leser oder Kinobesucher offensichtlich nichts mitnehmen, und da die Gestalten, ohnehin alle erfunden und zu schwarz/weiß dargestellt sind, spiegelt es auch nichts wider, was uns tagtäglich berührt.

Auch die Tatsache, dass die Fantasy nicht in dem Maß auf der Frankfurter Buchmesse vertreten ist, sich absondert auf der viel kleineren BuCon im beschaulichen Sprendlingen, scheint die These zu untermauern, dass Fantasy Literatur zweiter Klasse ist.

Ich aber möchte behaupten: Das ist schlichtweg falsch.

Phantastik, zu modern Fantasy (wobei die Begriffe sehr viel dezidierter verwendet werden können, aber das würde hier den Rahmen sprengen), hat die Menschen schon immer fasziniert, schon immer berührt. In abstrakten Geschichten, Sagen, Mythen, Märchen sie selbst wiederfinden, die Natur der Menschheit und der Dinge um einen durch dieses verschleierte Gesicht erkennen und eine tiefere Botschaft vermittelt bekommen, das ist etwas, was uns Menschen ausmacht. Nur wir können das. Nur uns ist es zu eigen, subtile Weisheiten und Wahrheiten zu erkennen.

Die Frage nachdem Kern, aus dem wir gemacht sind, die Suche nach der Seele, gut oder böse, das ist kein Randphänomen. Schon Goethe hat seinen Doktor Faust erkennen lassen, dass wir Menschen beides in uns tragen. Doch hat er das Rad damit nicht neu erfunden. Es ist die Frage, die Philosophen seit dem Altertum beschäftigt.

Aber ich will Fantasy nicht glorifizieren. Denn natürlich: Sie kann seicht sein. Schönheiten haben sich in der aktuellen Romantasy schon in alles und jeden verliebt und geküsst, was das Horror- und Märchengenre so hergibt. Vom blondgelockten Elfenprinzen bis hin zum modernden, stinkenden Zombie. Dass manche darin ihre Erfüllung finden, Flucht vor dem Alltag, Entspannung und Ablenkung, ist ebenso legitim wie sich mit historischen Romanen zu Grafen und Herzögen der vergangenen Jahrhunderte zu träumen.

Fantasy ist aber nicht auf Liebesgeschichten begrenzt, wie zeitgenössische Literatur auch nicht. Fantasy kann viel mehr.

Mit Tolkiens ‘Herr der Ringe’ lernten wir, dass selbst der Geringste zu Großem fähig sein kann. Als Kinder haben uns Astrid Lindgrens ‘Brüder Löwenherz’ das Sterben näher gebracht, die Angst vor dem Tod genommen und gezeigt, was Aufopfern für andere bedeuten kann. Ihre Ronja Räubertochter zeigte uns, dass man nicht zwingend in die Fußstapfen der eigenen Eltern treten muss und es manchmal nur eines beherzten Sprunges bedarf, eine unüberwindliche Grenze zu überkommen. Marion Zimmer-Bradleys ‘Nebel von Avalon’ stehen wie kein anderes Werk für die Emanzipation, als sie aus der bösen Hexe der Artuslegende eine weise, spirituelle Führerin machte.

Und da Lesen erleben ist, gelesen Gefühle so viel wert sind, wie real erlebte, können auch die Menschen, die Fantasy lesen, während des Abtauchens in jene unrealistischen Phantasie-Welten zu Helden werden und in ihren Herzen wachsen. Öfter als jeder andere stellen sie sich dem Kampf gegen das Böse, der Frage nach dem, was wir sein mögen, der Suche nach einem Sinn.

Wer nun also weiterhin behauptet, Fantasyleser seien doch alle weltfremde Spinner, Fantasten, Cosplayer und Nerds, dem kann ich nu sagen: Ja, möglich.

Doch wer, wenn nicht jene, die mit Atreju auf Fuchurs Rücken durch Fantasien flogen, die für Narnia oder Erui zu den Waffen greifen und die Saurons Ring im Berg des Schicksals versenken würden, wer, wenn nicht wir, die Fantasy-Leser und -autoren, könnte besser diese Welt retten?

Wir wissen, sie ist nicht schwarz und weiß, weil wir den Kampf einhundertausend Male gekämpft haben und den Weg jedes Mal gingen, der aus einem einfachen Menschen einen Helden machte. Wir wissen, die Welt ist nicht fair und nicht gerecht, außer dort, wo wir für unsere Nächsten einstehen.

Fantasy ist kein einfaches Genre. Fantasy nimmt einen mit, berührt, zerrt an der eigenen Seele. Von den goldensten Höhen, die menschlicher Geist erdenken kann, bis zu den tiefsten Abgründen kann man dort alles finden. Darum sage ich:

Fantasy ist Weltliteratur.

Schockierende Enthüllung – Selfpublisher glauben an ihre eigenen Werke!!! (Manche nicht, die schummeln dann sogar)

Ich will euch ja nicht zu oft mit meiner bösartigen und sarkastischen Art auf den Wecker fallen, aber manchmal muss ich es einfach und kann den Mund nicht halten.

Der nachfolgend verlinkte Artikel ist so ein Fall: (Bitte hier lesen, ihr werdet die Erkenntnis eures Lebens erlangen!)

Es geht um einen (selbsternannten?) Marketing-Experten für Bestseller. Also das, was sich Bestseller schimpfen darf. Oder nein, noch genauer – das, wovon er glaubt, dass es sich Bestseller schimpfen darf. Meine erste Frage war: Wer ist der Kerl überhaupt?

Kann sein, dass ich hier in ein RIESEN-Fettnäpfchen trete, weil eigentlich müsste man ihn kennen und so. Grade ich als aufstrebender Jungautor. Ich kenne ihn aber nicht. – Mag sein, dass es daran liegt, dass ich mich marketingtechnisch in den falschen Kanälen bewege, oder dass ich zu viel Zeit darein investiere mir irgendwo irgendwelche Fake-Rezis zu besorgen, meinen Freunden in den Ohren zu liegen, mein Buch kaufen zu müssen, damit ich bitte bitte bitte im Ranking steige (ganz ehrlich, jemand der das tut, hat der überhaupt echte Freunde? Ich dachte immer, Menschen, denen was an mir liegt, sind dafür da, um mich gerade von solchem Blödsinn abzuhalten – ggf. mit einer Bratpfanne, die sie mir über den Schädel ziehen, damit ich mal wieder klar komme.) . Vielleicht ist dieser Experte aber nicht mehr als eben einer jener Möchtegern-Autoren, die er so wundervoll anprangert.

Mit seinem ach so wunderbar durchdachten ‘Experiment’ hat er lediglich bewiesen: Überall kann geschummelt werden!!! – “Schock schwere Not!”, würde die reichste Ente der Welt dazu sagen.

Ich meine, echt jetzt? Es gibt Leute, die nur für Ruhm und Geld betrügen, belügen, sich falsche Rezensionen und Gefälligkeitskäufe erschleichen, um einmal im Leben auf irgendeiner Liste ganz oben stehen zu können? Und das auch noch auf Amazon?

Wer hätte das bloß gedacht?

Man, man, man!

Wie Banane muss man eigentlich sein? Selfpublisher sind längst keine unbekannte Spezies mehr, kein Randerscheinung, sondern ein Trend. Jeder kann es tun, viele tun es auch. Klar, weil es so schön einfach ist. Und klar, weil eben kein Kontrollriegel davor geschoben wird. Erlaubt ist, was gefällt und alters- und genregemäß gekennzeichnet ist.

Wer mit einem Weltbestseller wie ‘Fifty Shades of Grey’ wirklich noch glaubt, dass sich oben in den Bestsellerlisten die qualitativ hochwertigsten Bücher tummeln, der irrt ganz gewaltig. Auf diesen Listen stehen die Bücher, die grade den Nerv der Zeit treffen. Wege dahin zu kommen gibt es viele. Aber Bestseller passieren nicht einfach so. Sie werden gemacht. Von Agenturen, von Verlagen, von Zeitschriften, Portalen, Facebookgruppen. Wer halt genug Einfluss hat.

Klar gibt es da auch die Schund-Autoren, die keine drei Sätze grade zusammenkriegen und sich dennoch dazu hinreißen lassen, ihre einfach strukturierten Machwerke lustig auf den Markt zu werfen. Und sicherlich ist der eine oder andere dabei, der es schafft über geschicktes Socialising und Konnäktschions (des is hessisch für connections), einen solchen Titel für einige Tage auf den vorderen Plätzen des Rankings zu postieren.

Aber das ist nicht die Mehrheit. Und es zieht die Namen all derer in den Schmutz, die durch gute Geschichten, viel Fleiß, Arbeit und Mühe wirklich reelle Verkäufe erzielt haben und sich da oben mit gutem Gewissen tummeln dürfen (und ja, da gibt’s sogar ein paar Selfpublisher, die das geschafft haben. Und womit? – Mit Recht!)

Der Vorteil an diesen vorderen Plätzen ist die Sichtbarkeit. Klar, da wollen wir alle hin. Nur wenn wir gesehen werden, wissen die Leser, dass wir existieren. Der Nachteil an diesen Plätzen ist … (ratet!) … Jawoll!!! Auch die Sichtbarkeit. – Verbirgt sich hinter einem solchen bunten Buchcover nämlich nur ein schlechtes bis mittelmäßiges Machwerk, dass zu viele Leser dazu verführte, es sich zu Gemüte zu führen, dann scheut unsere bewertungswütige Gesellschaft (in dem Fall Gott sei Dank) nicht davor zurück, mit ordentlich 1-Sterne-Rezis um sich zu hauen. Etwas zerreißen tun wir viel lieber, als etwas loben. Ist so.

Damit verschwinden dann also auch solche künstlich gepushten Titel ganz schnell wieder von der Bildfläche und aus dem Gedächtnis der Leser. Wenn ein Buch wider jeder Erwartung unseres Marketing-Experten dann doch da oben bleibt, na dann gibt entweder jemand ganz schön Geld aus, um zu schummeln, hat sehr langmütige und sehr viele Freunde oder aber, es ist doch irgendwas dran, das den Leuten gefällt. Muss ja nicht für einen Literatur-Nobelpreis reichen, aber wenn es gekauft wird, können nur Neider behaupten, alles daran wäre Schrott.

Wenn der gute Mann der Meinung ist, das nicht so viel seichter Schwachsinn die Rankings füllen sollte, dann habe ich einen Tipp: gute Bücher lesen und bewerten und selbst qualitativ hochwertige Bücher schreiben. Ein Buch über sein Experiment und seine wirklich bahnbrechende Entdeckung, dass tatsächlich auch auf dem elitären Buchmarkt mit dreckigen Bandagen gekämpft wird (wenn nicht da, wo sonst?) gehört nun wirklich nicht zu den Dingen, die die Welt braucht. Meiner bescheidenen Meinung nach. Aber wie oben erwähnt: Wer bin ich schon?

Nur ein Autor, der so weltfern ist, den großen … wie hieß er noch gleich? … nicht zu kennen, weil ich ehrlich gesagt meine Zeit lieber damit verschwende, Bücher zu schreiben.

 

My two Cents!

Keine Entschuldigung – oder aber, der Unterschied zwischen Indie und Verlagsautor. Ein Friedensappell!!

Im Moment rollt irgendwie mal wieder ein große Welle Hass und gegenseitige Anfeindung durch das Internet. Wo das ganze losgetreten wurde, weiß ich nicht einmal so genau. Aber anscheinend muss man da jetzt Fronten beziehen. Verlagsautor gegen Indie, Lektoratsjünger gegen ‘hab ich mir alles selbst angeeignet’. Dazu mischt sich auch der Buchhandel ein und fordert, dass die Indies aufhören irgendwelchen Werbeplatz zu belegen. Und plötzlich tauchen überall böse, sarkastische und zynische Berichte von Selfpublishern auf, die sich nun selbst-ironisch dafür entschuldigen, was sie sind, meinen, sich rechtfertigen zu müssen, obwohl sie diese Debatte vermutlich so absurd finden, wie ich auch.

Da stellt sich mir jetzt kurz die Frage: Muss ich jetzt auch hingehen, und mich bei den Lesern meiner Bücher entschuldigen, dass ich nur ein kleiner Eigenverleger bin? Dass ich nur ganz allein 13 Jahre meines Lebens in eine Geschichte investiert habe-, immer wieder überarbeitet, verworfen, neu aufgerollt, Charakteren mehr Tiefe gegeben? -Und ja, zum Schluss wurde es Beta-gelesen, wie so viele Bücher von mir bekannten Verlagskollegen auch, und hat natürlich ein Korrektorat über sich ergehen lassen. Und nach all dem habe ich es selbst weitere zweimal auf Herz und Nieren geprüft. Denn als Selfpublisher, das war mir von Anfang an klar, bin ich mehr als nur der Autor.

Ob ich mich dabei jetzt Autor nennen darf, die Frage stellt sich mir gar nicht. Denn ich habe es geschrieben, ich weiß, wie viel Schweiß, Tränen und Herzblut da drin stecken, – nicht anders als bei jedem anderen Autor auch. Ganz gleich, ob noch unveröffentlicht oder schon (hoffentlich glücklich) unter Verlagsvertrag.

Das, was mich allerdings von Verlagskollegen unterscheidet, ist der Wille, das unternehmerische Risiko meiner Geschichte, die ein Buch werden soll, auf mich zu nehmen und eben nicht an einen Verlag abzugeben. Denn das tut ein Verlag schließlich. Er sucht sich aus all den eingesendeten Manuskripten nicht die Besten im Sinne von sprachlich besonders innovativ und herausragend oder storymäßig individuell raus. Nein. Ein Verlag, als Unternehmen, sucht nach der besten Mischung, die hinterher am lukrativsten ist. Es geht um Geld. Punkt.

Damit will ich nicht abwerten, sondern nur eine Tatsache feststellen. Autoren, die das in Vollzeit machen, denen geht es auch ums Geld. Denn mit leerem Magen in einer kalten Wohnung schreibt es sich einfach so verdammt unbequem. Darum Hut ab, vor all denen, die sich das zum Beruf auserkoren haben. Ich wollte das nicht. Das habe ich schon ganz früh in meiner schreiberischen Laufbahn festgestellt. Ich wollte meinen Geschichten so viel Zeit geben, wie sie eben brauchen; wie ich brauche um mit ihnen fertig zu werden. Und danach, auch das war mir klar, seit ich vierzehn bin, danach würde ich einen Verlag finden oder es im Zweifelsfall selbst versuchen.

Denn eine Lektion hatte ich da schon gelernt: Mit dem falschen Verlag bist du schlimmer dran, als es als Selfpublisher jemals sein könnte!

So und nun stehe ich da, bin nicht mehr nur noch der Autor meines Buches, sondern auch ein Stück weit mein Lektor, der mir selbst kritisch auf die Finger gucken muss. Ich bin der Unternehmer, dem das Buch das Risiko wert war, es zu versuchen. Nicht, weil ich einfach mal meinen Namen auf einem Buch sehen wollte (das hab ich wie gesagt schon als Teenager hinter mich gebracht), sondern weil diese Geschichte mich beim Lesen immer wieder neu begeistern kann. Sie wollte geschrieben werden, und jetzt will sie, dass ich sie in die Welt rauslasse.

Natürlich könnte ich das jetzt auch einfach in einem Forum für umsonst machen. Doch dafür ist sie mir zu wertvoll. Reich wird man mit dem Schreiben eh nicht. Aber die Faszination, einer Geschichte ein Gewand zu geben, die ist für mich genauso groß, wie sie zuvor geschrieben zu haben. Damit bin ich auch der Designer, der die Motive für die Cover bestimmt. Anfertigen lasse ich dann von einem Profi, denn das muss man als Unternehmer auch können: wissen, wo die eigenen Grenzen sind.

Zuletzt bin ich dann auch der Herausgeber, der all die einzelnen Teile in ihrer Stimmigkeit noch einmal prüfen muss. Das ist eine Menge Arbeit. Gerade den Satz eines Buches machen, so, dass es nachher ein ansprechendes Werk zum Durchblättern  ist, das ist eine der stupidesten Aufgaben, die ich dabei meistern musste. Die positive Seite ist aber: Ich stehe hinterher nicht da und musste Kompromisse eingehen, zu denen ich nur wegen dem Verlagsvertrag gezwungen wurde.

Zum Beispiel erhielt ich neulich ein tolles Buch von einer Kollegin. Das Cover ist ganz ansprechend. Aber Hochglanz. Hochglanz mag ich nicht. Sie vertraute mir an, sie mag es auch nicht. Und dann kam er wieder, jener Satz, der mich zum Selfpublisher werden ließ: “Man nimmt eben, was man kriegen kann.”

Mit diesen wenigen Worten ist für mich alles gesagt.

In wie vielen Artikeln wurde in der letzten Zeit immer wieder angeführt, dass der Unterschied zwischen Indie- und Verlagsbuch der sei, dass das Indiebuch niemals die bestmögliche Variante des Buches sein kann, die es im Verlag geworden wäre? Wenn ich diese ewig kompromissbereiten Sätze meiner Kollegen höre, weiß ich, dass das einfach nicht stimmt. Womit ich jetzt aber keinem einen Vorwurf machen will. Ich stelle lediglich einen Unterschied fest.

Eine ganz liebe, noch unveröffentlicht Kollegin von mir hat zum Beispiel ein tolles Buch geschrieben. Aber sie sagt immer, wenn kein Verlag es will, dann lässt sie es. Man kann dieser Einstellung mangelndes Vertrauen in das eigenen Geschriebene unterstellen, doch auch das will ich nicht. Es sind zwei verschiedene Ansätze. Zwei verschiedene Wege, aus der eigenen Geschichte das Buch werden zu lassen, dass sie werden soll.

Mich hat die Erfahrung eines Verlagsvertrages gelehrt, dass ich nicht mehr alles unterschreibe, und darum habe ich es auch nicht getan. Doch ermutigt durch einige Verlags-Lektoren, die mein Buch für gut befanden, fiel die Entscheidung, es dann schließlich selbst zu machen. Dieser Mut ist keine Arroganz, keine Selbstverliebtheit oder Selbstüberschätzung. Es ist die Einstellung, die die einen Menschen zu Unternehmern, Praxis- oder Geschäftsinhabern werden lässt und die anderen lieber zu Angestellten. Beides ist gut. Beides hat seine Daseinsberechtigung. Beides kann mit Liebe, Hingabe und Elan für den Beruf gemacht werden. Und beides kann nur mittelmäßigen Einheitsbrei hervorbringen.

Darum hört doch einfach auf, euch die Köpfe einzuschlagen.  Selbst gute Bücher müssen nicht immer Massenware werden und Massenware bedeutet nicht immer gleich ein gutes Buch. Lebt miteinander und lasst die Leser entscheiden, was sie lesen wollen und von wem.

Vielen Dank fürs Lesen und jetzt höre ich für heute auf, Blogger zu sein, und schlüpfe wieder in meine ‘Autoren’-Rolle! 😉

 

Ein Schönes Wochenende,

Eure Sylvia

Alte Korselette abstreifen

Ich mag schon ganz lange mal was zu einem Thema schreiben, das mir persönlich sehr am Herzen liegt, und heute hat mich eine kontroverse Diskussion mit einem netten Kollegen (Sascha Raubal, Autor von ‘Kurt – in göttlicher Mission’) dazu beflügelt, es tatsächlich mal zu tun. Vielen Dank dafür. 🙂

Worum es geht? Um sprachliche und stilistische Normen beim Schreiben, um Dinge, wie Perspektive, Zeitenwechsel, Satzbau. 

Auch bei meinen Blogtouren bin ich schon über diese Dinge gestolpert. In der ersten zum Beispiel: ‘Wo der Stern von Erui strahlt‘. Da habe ich mit den Bloggern das Konzept verfolgt, meine Welt auf dieselbe kuriose Art für meine Leser erlebbar zu machen, wie es meinen Helden im Sternenlied passiert. Seltsame Dinge geschehen und auf einmal steckten sie mittendrin mit der Frage ‘Wo bin ich überhaupt?’ und ‘Was mache ich nun?’ 

Meine Mitorganisatorin Sabrina von Spread and Read und ich, wir haben uns darauf festgelegt, dass wir im Präsens schreiben wollen. Weil es sich dann wie Tagesberichte liest, so, als wäre man quasi life dabei. Eine der Bloggerinnen hat dennoch konsequent alles in Vergangenheit geschrieben ‘Das habe ich für Berichte in der Schule so gelernt’, hat sie mir geschrieben und ließ mich zwar die Zeit ändern, es fühlte sich für sie allerdings sehr falsch an (was  ich ihr nicht übel nehme, und ich liebe die Beiträge ihrer Seite trotzdem 🙂 ). 

Das war einer von vielen Aha-Momenten für mich. Ich habe einen Einblick bekommen, wie festgelegt Sprache doch in den Köpfen vieler ist.

Ich allerdings hatte das Glück, mal einen Deutschlehrer zu haben, der immer wieder betonte, dass es für bestimmte Textarten zwar bestimmte Normen gibt, aber dass man als Schreiber die kreative Freiheit besitzt, aus diesem ganzen unendlichen Fundus zu schöpfen, ihn zu nutzen und zu kombinieren um eben mit jedem einzelnen Absatz eine ganz bestimmte Wirkung zu erreichen. Nebenbei hatte dieser Deutschlehrer auch immer wieder ein paar flapsige Sprüche für uns, weswegen ich ihn zu Schulzeiten beiweitem nicht so zu wertschätzen wusste, wie ich es heute tue. Doch er hat mir, vielleicht ohne es zu ahnen, ein Werkzeug mit an die Hand gegeben, dass ich persönlich nicht missen möchte: Gestalterische Freiheit. 

Da wären wir dann auch gleichzeitig beim Stein des Anstoßes. Denn in der (Unterhaltungs)-literatur gelten anscheinend immer noch die strengen Regeln: Springe nicht in deinen Zeiten und Perspektiven. Such dir eine aus für eine Szene aus und bleib dabei. Schreib keine Bandwurmsätze, die sind nämlich ein No No. Das will der moderne Leser nicht. Der moderne Leser will einen Stil, der in den Rezensionen dann als ‘flüssig, angenehm, leicht zu lesen’ bezeichnet wird. 

Was daran verkehrt ist? – Gar nichts! Damit ist alles gut. Wenn man nur den Anspruch hat, eine Geschichte so unkompliziert und ‘barrierefrei’ wie möglich an den Leser zu bringen. Wenn die Message des Textes in den Worten liegt und nicht dazwischen. 

Weswegen ich trotzdem einen ganzen Artikel draus mache? – Weil es soviel mehr gibt! Sprache kann soviel vielfältiger sein!

Ein weiterer Augenöffner war für mich ‘Berlin Alexanderplatz’. Nein, definitiv keins meiner Lieblingsbücher. Die Geschichte war einfach nicht mein Fall. Die Sprache allerdings schon. Sie hat mich auf den ersten Seiten hoffnungslos überfordert (Ich glaube ich war 17, als ich es für die Schule las). Wörter, Zeiten, Perspektiven prasselten auf mich ein, wie die Eindrücke dieser grellen, lauten Stadt auf den Protagonisten. Die Reizüberflutung, die er erlebte, erlebte ich beim Lesen auch und bekam Kopfweh davon. Was viele glauben, dass es nur in Filmen möglich wäre, kann man auch mit Worten und Sprache. Zumindest kann man es versuchen. Das Äquivalent zu einer Szene beispielsweise, bei der ein schneller Schnittwechsel mich im Film die kurz hintereinander die Blickwinkel aller Beteiligten erleben lässt, den kann ich in einem Roman darstellen, indem ich eben nicht das steife Korselett des ‘Eine-Szene-eine-Perspektive’-Diktats anziehe, sondern mich in in jedem Absatz, jedem Satz bewusst für eine andere Perspektive entscheide. 

Die Vorraussetzung dafür ist, dass ich diese Stilmittel beherrsche. Daran muss man arbeiten und unglaublich oft immer wieder sein eigenes Geschriebenes infrage stellen, kritisch beäugen, schauen, ob es wirkt, wie es wirkt. Und man muss akzeptieren, dass manche es eben nicht wollen, nicht mögen, weil es nicht einfach nur ein flüssiges Dahinplätschern ist, sondern eben eine Herausforderung, auch an den Leser. 

Doch warum sollte Fantasy nicht können, was in der Gegenwartsliteratur auch gemacht und bewusst als Stilmittel eingesetzt wird? Warum sollte Fantasy nicht mehr sein, als nur die einfache Message, die sich aus der Aneinanderreihung der einzelnen Wörter ergibt? 

Ich habe irgendwann mal irgendwo gehört, dass Hemmingway in seinen Kurzgeschichten manchmal 19 Mal ein Wort änderte, bis er das Richtige gefunden hatte. Wenn ein einzelnes Wort also die Kraft hat, einem Text eine bestimmte Färbung zu geben, wie unendlich groß sind dann die Möglichkeiten, die uns ein ganzer Romane mit oft mehr ein einhunderttausend Wörtern bietet? 

Sprache ist wie die Farbe eines Malers. Man kann damit ganz einfach eine Blume auf eine Leinwand bannen, fotorealistisch, so wie die Meister der Renaissance. Doch ändert man die Farben, die Pinselführung, die ganze Betrachtungsweise, dann entstehen neue Stile und unendliche viele Richtungen. Nicht alle sind immer jedermanns Geschmack, aber sie sind in ihrer Vielfalt genauso gerechtfertigt, wie das, was von allen als ‘die Norm’ angesehen wird. 

Viele liebe Grüße,

eure Sylvia

Schreiben ist …

… eine Modeerscheinung.

Habe ich jetzt irgendwo gelesen. Immer mehr Leute schreiben, was man an den dramatisch wachsenden Zahlen der Selfpublisher und ihrer Distributoren sehen kann. Dabei gibt es so viele Gründe für Menschen, ihre Gedanken zu Papier zu bringen, wie es Menschen an sich gibt. Jeder schreibt aus einer anderen Motivation heraus. Manche, weil sie gerne Autor sein möchten. Ihren Namen auf einem Buchcover lesen, ist das höchste der Gefühle. Andere möchte reich und berühmt werden. Was ich auch für legitim halte. Manche schreiben, weil sie es gut können und beschlossen haben, damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Durch all diese unterschiedlichen Ansichten und die unterschiedliche Auslegung von Begabung und Professionalität, kochen in allen möglichen Gruppen und Foren immer wieder Themen hoch wie: Brauche ich überhaupt ein Lektorat? Ist ein Autor ganz allein in der Lage, eine gute Geschichte zu schreiben? Kann einer, der am Feierabend schreibt, jemals etwas ähnlich gutes, solides abliefern, wie ein Berufsautor?

Wenn ich dabei so zwischen den Zeilen lese, dann geht es in letzter Konsequenz immer irgendwo auch um Geld. Es muss sich rechnen. Es muss sich tragen. Es muss was abwerfen. Dies oder jenes ist zu teuer. Und manchmal habe ich bei all diesen Diskussionen plötzlich gar keine Lust mehr zu schreiben. Weil man ist ja eh nur ‘Eine von vielen’. Man ‘geht in der Masse unter’ und ‘lohnen wird sich das sowieso nie!’.

Dann sitze ich da, kaue am Ende eines Stiftes herum und frage mich, warum überhaupt? Warum opfere ich meine eh viel zu knappe Freizeit ausgerechnet dafür?

Es gibt sie, diese Tage, an denen ich alles hinschmeißen will, keinen einzigen Satz schreibe und Abends frustriert ins Bett gehe. Dann, kurz vor dem Einschlafen höre ich sie aber. Jedes Mal. Meine Figuren, die im Laufe vieler Jahre zu guten Bekannten, Vertrauten, Freunden geworden sind. Sie sind alle um mich und flüstern ‘Aber morgen erzählst du unsere Geschichte weiter, ja?’ und ich weiß, ich kann nicht anders.

Denn Schreiben ist für mich vor allem eins: Leidenschaft.

Bilder mit Worten malen, das sie im Kopf des Lesers lebendig werden. Ich will, dass man das Lachen aus den Zeilen hören, die Angst spüren und sich in der Geschichte verlieren kann. Wie ein Maler an einem Bild, kann ich stundenlang meine eigenen Texte überarbeiten, bis jedes Wort passt. Bis eine Szene sich für mich gut liest und ich mich mit zufriedenem Lächeln der nächsten widmen kann.

Schreiben ist Welten schöpfen mit Worten. Und ich weiß, egal was wer auch immer sagt und schreibt. Ich werde es nie lassen können.

Solidarité

Schattenkrieger, mein Fürst!“, meldeten sie alle wie aus einem Mund.

Wie viele?“

Ihre Zahl ist kaum zu schätzen. Doch sie sind überall. Es gibt keine Gegend mehr, von den östlichen Steppen bis zu den Landen der Elfen, die sie nicht heimsuchen. Es ist, als wäre Erui selbst über Nacht zu Schattenland geworden.“

Ich habe gerade diese bitteren Worte geschrieben, da kommt mein Mann ins Zimmer und erzählt mir von den Ereignissen in Frankreich. Hass und Verachtung und Unverständnis füreinander, aber vor allem Verachtung gegen das heiligste dieser Welt, das Leben, hat Mensche dazu bewogen dieses Wochenende mit dem Schatten der Unmenschlichkeit zu überziehen.

Ich bin bestürzt und erschüttert und finde keine Worte, die dem Ausdruck verleihen.

The worst in my best – oder: mal mit der Brille eines Lesers in die Sterne geschaut

Okay, okay, ich gebs zu: Das hier dürft ihr nicht so ganz ernst nehmen. 😉 Aber es sorgte bei mir für zuviel Vergnügen, als dass ich es euch vorenthalten wollte:

Ich lese ja gerne auf anderen Blogs quer und einer meiner liebsten ist dabei Seth Godin (Autor von ‘The Dip’ – großartiges Buch für Entrepreneurs, Startups und jeden, der Dinge anders macht). Der hat dort einen Tipp stehen, man solle sich selbst mal ganz kritisch hinterfragen. Also egal, ob man Bücher schreibt oder etwas anderes, produziert und vertreibt, man soll sich mal die Zeit nehmen und sich selbst bewerten. Ganz im Stil des Amazon Sternesystem. Einmal eine fünf-Sterne Lobeshymne und einmal so einen richtigen Verriss. Damit, so seine Theorie, könne man viel besser erkennen, was man selbst eigentlich anzubieten hat, und für wen.

Denn seien wir mal ehrlich, die Zeiten des ‘Ich biete hier das Ein für dein Alles’ sind lang vorbei, doch quasi jeder kann heute seine Nische finden.

Gelesen, getan! Dachte ich zunächst, ich könne nie auch nur ein böses Wort über meine eigene ach so geliebte Geschichte schreiben, fielen mir aber bald die ersten Kommentare ein und plötzlich ging es ganz leicht. *g* Was das jetzt wohl heißen mag?

Da wir alle ja schon ganz gerne manchmal über Dinge lästern hier also zuerst mein eigener Verriss zum Stern.

 

Oh mein Gott!! Und das soll ein tolles Buch sein?

Ich mein, hat die Autorin denn je schon mal davon gehört, dass heutzutage weniger mehr ist?
So weniger Adjektive, weniger endlose, ausschweifenden, detailverliebte Beschreibung von hau mich blau und schieß mich tot, weniger von dieser ganzen Welt, die ein bisschen wirkt, wie die unendlichen Geschichte, weil tausend Dinge angedeutet werden, und doch steige ich nicht sofort dahinter, und vor allem weniger ach so perfekte Charaktere.
Eine mutige, charismatische Heldin, die vom mittelmäßigen Entlein zum märchenhaften Schwan wird. Eine tragische, zerbrochene Liebe, die zwischen den Zeilen mitschwingt, und, wie kann es in einem Fantasybuch anders sein, mindestens zwei junge (natürlich gut aussehende) Männer, die absolut das Zeug zum weißen Ritter hätten. Aber dennoch will da nicht so wirklich eine Romanze draus werden. alle sind viel zu sehr damit beschäftigt zu überleben oder die Welt zu retten.
Immer wieder diese alte Leier von Gut und Böse, Licht und Schatten blabla. Schlachten hier und Kämpfe da.

Been there, done that, bought the T-Shirt.

 

Ja dem gibts nichts weiter hinzuzufügen, ich bekenne mich in allen Anklagepunkten für schuldig. Ich habe es genauso geschrieben und nicht anders, weil ich es wollte, obwohl mir bewusst war, dass der gewählte Stil vielleicht grade nicht der ist, der besonders ‘in’ ist.  😉

 

Doch wenn ich den inneren Kritiker mal abstelle, mal alle Selbstzweifel beiseite lasse und einfach nur das zusammenfasse, was ich eigentlich erreichen wollte, dann klingt das Ganze eher so:

 

Ein neuer Fantasyroman unter vielen?

Nein, weit gefehlt.

Dieses Buch kann ich in einem Satz gar nicht beschreiben. Doch müsste ich es tun, müsste ich glatt ein neues Wort dafür erfinden. Der Stern von Erui ist nämlich Fantosophie vom allerfeinsten.
Eine wundervolle magische Welt hat mich gefangen genommen, ausgearbeitet bis ins letzte Detail, dass sie selbst dem Auenland und ganz Mittelerde Konkurrenz macht. Erui so lebensnah und echt, dass man glatt dort hinziehen wollte, wenn da nicht die Sache mit dem Schatten wäre. Während das nun aber alles danach klingt, als wäre dies das übliche Gut gegen Böse, Tag gegen Nacht-Gesülze, geht es im Stern doch um so viel mehr.

Die Charaktere, bei denen man von Anfang an glaubt, sie in bestimmte Schubladen packen zu können, wandeln und entwickeln sich auf jeder Seite. Es ist wie Kindern beim Wachsen und Straucheln und Wiederaufstehen zuzusehen. Noch bevor man begriffen hat, warum überhaupt, heult man schon über den Tod eines Charakters, den man zur Gänze doch erst auf der letzten Seite dieses großartigen Auftaktes versteht, und man fragt sich warum? Warum tut die Autorin das alles? Warum ist sie so gnadenlos?
Aber es ist ganz einfach und der Stern gibt auch selbst die Antwort: Weil unsere Welt so gnadenlos ist. Unsere Welt, in der so viel Gutes und Schönes liegt, ist zu absoluter Schlechtigkeit und Grausamkeit fähig.

Der Stern geht davon aus, dass Erui, das Reich der Träume, von den Menschen erschaffen wurde. Aber ebenso auch der Schatten, der diese zerbrechliche Welt bedroht. Menschen, wie du und ich. Und hier beginnt man sich zu fragen, was bin ich eigentlich und wofür schlägt mein Herz? Würde ich den Stern leuchten lassen? Oder würde meine Engstirnigkeit und meine kleinkarierte Denke, mein egozentrisches Weltbild und meine Ignoranz vielleicht doch eher dem Schatten neue Nahrung geben?

Tiefgründig, märchenhaft, offen, phantastisch und dann wieder erschreckend menschlich kommt dieser Roman daher und wirft alles über den Haufen, was wir über Fantasy-Bücher zu wissen glaubten. Das hier ist keine seichte Unterhaltung, obwohl ich mich großartig unterhalten fühlte. Es ließ mich in eine andere Welt entfliehen und doch kehre ich mit einem neuen Blick auf die Welt zurück, in der ich lebe.
Wer das hier gelesen hat, geht danach mit offeneren Augen durch sein Leben … doch mit träumendem Herzen.

 

So, da habt ihr sie also, meine Meinung zu meinem Stern. Etwas vom Besten, etwas vom Schlechtesten, etwas von all dem, was mich bewegt. Wenn ihr jetzt Lust auf andere kritische Stimmen habt, dann schaut doch mal hier bei Amazon oder bei Goodreads vorbei 😉

 

Einen angenehmen Tag und ein bisschen Selbstironie für euch alle, denn wer über sich selbst lachen kann, der muss nie stundenlang betrübt dasitzen 😉

 

Eure Sylvia

Für 650 Pfund/ 650 pounds each

Link zum Artikel über: Yellow-crested Cockatoos in little bottles!

 

Der erste Artikel in meiner neuen Kategorie ist auch der Grund, warum ich beschloss, solche Bilder und meine Gedanken dazu mit euch zu teilen. Tagtäglich rauschen Katastrophenmeldungen nebst Katzenbildern und neuen Profilfotos von Freunden an uns auf Facebook und in den Weiten des Internets vorbei. man sieht so viel schlimmes, dass man seine Stimme verloren hat, verlernt aufzuschreien.

Meine erste Reaktion auf dieses Bild und die Schlagzeile war: Weiterscrollen! Bloß weiterscrollen!!

Das Gefühl, dass die bilder in mir ausgelöst haben ist für mich kaum zu fassen und noch schwerer zu beschreiben. es hat mir körperliches Unbehagen bereitet, allein die Vorstellung, wie so ein armes Vogel eng in einen Plasticbehälter eingepfercht zu sein, nicht zu wissen, wieso, was da los ist, oder warum das mit mir geschieht.

Obwohl ich der Meinung bin, das jedes lebende Wesen fühlen und verstehen kann, was mit ihm geschieht, wird ja gerade Kakadus eine höher entwickelte Intelligenz nachgesagt, die an jene von Kleinkinder heranreicht.

Auch sie haben also angst, Todesangst vermutlich, in den engen Behältnissen, in denen sie die Flügel nicht strecken, sich nicht drehen und wenden können, kaum genug Luft bekommen, um nicht zu ersticken. Es entsetzt mich. Es trifft mich. Es verfolgt mich bis in meine Träume.

Wie können Menschen, vernunftbegabte, denkende, fühlende Wesen soetwas tun?

Und wofür?

 

Für die schlappe Summe von 650 Pfund pro Vogel!

 

Ich weiß, schlimmere Dinge wurde schon für weniger begangen. Doch das hier ist eine Geschichte, die mich aufs Tiefste berührt und verstört und nicht wieder losgelassen hat. Ich möchte sie mit euch teilen, obwohl Hinsehen grausam ist. Vielleicht gerade deswegen.

 

engl:

 

The first artcle in this new section of my homepage is the mainreason I decided to add this new category. Picture of catastrophees, personal and global disasters get through to us along with kittenpicture and new profile messages of old friends.

We are confrontted with so much evil and cruelty, that we lost our voice, lost the ability to scream out loud.

This shared article made me scream. Internally. I wished to never had laid eyes on it, for it most deeply disturbed me and even haunted my dreams. The feeling of beeing trapped in a tiny plastic cage got through to me and I couldn’t do anything but cry for the poor birds.

Poeples selfishness and greed leads to acts like this. It makes us toture a living, feeling, understanding creature for the mere sum of 650 pounds.

I think it is shocking enough, to share, to not look away, but to partake the suffering, and hope to raise awerenes, so things might change a little.