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NaNoWriMo 2018 – No Win

Den NaNo 2018 nicht gewonnen zu haben, war der größte Gewinn

 

Wie ihr im Screenshot meines NaNo-Counters sehen könnt, darf ich mir dieses Jahr kein “Winner-T-Shirt und keine Badge abholen.

Dennoch habe ich das Gefühl, dieses Jahr mehr gewonnen zu haben, als in den Jahren davor.

 

November – Ausnahmemonat der Kreativen

 

Als ich 2015 in meinem Autorenforum das erste Mal von NaNo erfuhr, da war das eine einzige Party. Es war so enthusiastisch und alle haben sich gegenseitig hochgehyped, ihre Projekt gepitched, ellenlange Threads anglegt mit Charakteren und Plotpunkten.

Es wurde über Erzähltheorien gefachsimpelt und man hat in lustigen Challenges seine Protagonisten und Antagonisten gegeneinander ins Rennen geworfen.

Auch mich hat das total angesteckt und ich möchte diese Zeit, diese Erfahrungen nicht missen. Es hat mir gezeigt, wie sehr man sich in seine Geschichten hineinsteigern kann und darf. Dieser ‘NaNo-Sog’ entfaltet eine unglaubliche, schöpferische Kreativität, die auch mich zu Höchstleistungen getrieben hat, die ich nie für möglich gehalten hätte.

 

Doppel-Nano schien Pflicht

 

Wer etwas auf sich hielt, der hat sich sogar zu irrwitzigen Doppel-Nanos hinreißen lassen. Und nein, da wurden nicht nur einmal oder zweimal 50 000 Worte geschrieben. Da wurden teilweise 3-4 mal weit über 100 000 geschrieben. Von einer Person!

Einfach Wahnsinn, dachte ich und ließ mich mittragen.

Natürlich musste ein Soundtrack her – also die Musik, die man eh in Dauerschleife laufen ließ, um in die richtige Schreibstimmung zu kommen. Man nahm am Wichteln teil und man engagierte sich in Gruppen. Der eigene Thread wurde jeden Tag gepflegt und mit Schnipsel gespickt. Im Gegenzug hatte man natürlich aber selbst auch 5-20 Threads von Autorenfreunden, denne man folgte, die man fleißig kommentierte.

 

Der Alltag blieb ziemlich auf der Strecke

 

Und am Ende des Nano war man einfach nur ausgelutscht. Dennoch war man oft nicht fertig mit dem Manuskript.

Gerade, wenn man wie ich in seinen großen epischen Projekten schrieb, hatte man den Nano vielleicht gewonne, aber das Buch lag dann erstmal brach, weil die Kraft zum Weitermachen fehlte und man zunächst einmal wieder ‘ins normale Leben’ wollte.

 

Dieses Jahr geht es einfach entspannt weiter

 

Ich hbae jeden Tag nur soviel geschrieben, wie ich konnte und wollte. Ich habe viel zu tun gehabt wie immer, andere Projekte und vor allem meine Arbeit durften nicht zu kurz kommen und sind es auch nicht.

Ich hatte einen wundervollen, kreativen November und 43 000 neue Worte sind im “Herz des blauen Drachen” zusammengekommen.

Daneben habe ich meine Familie oft gesehen, viel Zeit mit meinem Mann verbracht und ich habe nicht das Gefühl, etwas sei auf der Strecke geblieben.

Ich kann also heute einfach weitermachen, wo ich das Manuskript verließ und wenn ich nun jeden Monat annähernd so viel zusammentippe, dann ist es gar kein Problem, meine Projekte ohne viel Stress dennoch zu beenden.

 

Dieser Nano hat mir also beigebracht, das Schreiben endlich im richtigen Maß in meinen Alltag zu integrieren.

 

Größer kann ein Gewinn für mich gar nicht sein.

 

Die allerliebsten Grüße,

 

eure Sylvi

 

 

In English, Please! – Torsten Weitze und Sylvia Riess wagen den Schritt auf den englischen Buchmarkt.

Neue Verbündete für den Stern

 

Nicht nur meine Charaktere müssen mächtige Allianzen eingehen,  um sich in ihren Welten behaupten zu können. Auch als Autor steht man immer besser nicht da, wenn man Gleichgesinnte findet. Für den Stern und meine hochgegriffenen Ziele ist das nicht immer leicht, doch seit einer schicksalhaften Begegnung auf dem Bucon habe ich einen tollen Verbündeten, ich möchte fast sagen “Partner in crime”, gewonnen.

Torsten Weitze ist mir spätestens ein Begriff gewesen, seit er sich hartnäckig in den Top 3 mit Band eins des 13ten Paladins “Ahren” direkt einen Rang über meine Gesamtausgabe vom Stern setzte. In einer Verlagsvorstellung des Acabus Verlages saß dann vorne unter den vier Lesenden ein netter junger Mann mit wenig Haaren und las aus seinem Buch ‘Nebula convicto’. Zunächst sagte mir das nichts. Als er dann aber am Rande seinen SP-Erstling Ahren erwähnte, machte es klick.

 

Der dreizehnte Paladin – High Fantasy lebt nicht nur in Erui!

 

Nebula convictu war eine schöne Lesung und der Inhalt klang nett … aber nicht meins. Bei den drei Sätzen zu Ahren war ich allerdings Feuer und Flamme. Eine magische Welt, ein alter Zauber, ein Junge, der den Platz eines der dreizehn legendären Paladine einnehmen muss. Eine Reise mit Millionen Gefahren.

GENAU MEINS.

Nach der Lesung ging ich also auf ihn zu mit den Worten: “Du bist also der, der Erui vom Thron gestoßen hat.” Torsten war kurz verwirrt und dann  hatte wir eines der wohl inspirierendsten Gespräche meiner Autorenlaufbahn.

 

Sterne und Paladine Hand in Hand

 

Nicht lange nach unserem Gespräch und weiteren Ideen, die wir miteinander per WhatsApp, Chat und Telefon ausklügelten, schrieb ich dann meinen ersten öffentlichen Beitrag zur Übersetzung des Sterns. Fast augenblicklich hatte ich Mail im Postfach: “Ne, jetzt echt, du auch? Lass uns doch gemeinsam was planen.”

Weil es also viel einfacher ist, sich neuen Gefahren -in Ahrens und Eruis Fall neuen Märkten- gemeinsam zu stellen, laufen also auch nun hinter den Kulissen die Drähte zwischen uns heiß.

Klar natürlich, dass ihr in der englischen Ausgabe des Sterns auch einen kleinen schmucken Hinweis mit Torstens englischem Cover erwarten dürft. So viel Verbrüderung darf doch mal sein. 😀

Den Link zur Englischen Vorbestellung bekommt ihr die Tage. Dann könnt ihr ihn gerne in die Welt hinaustragen.

“The 13th Paladin -Ahren-“ hingegen kann man bereits vorbestellen und noch vor Weihnachten erscheint die englische Ausgabe.

SternundPaladin

Bis bald von neuen spannenden Entwicklungen in meinen phantastischen Welten.

 

Das Herz des blauen Drachen – Coverreveal

 

Es ist Zeit, Thor Allion an Deterim ad Adran – die Schwingen, die die Mitternacht gebar – endlich fliegen zu lassen.

Ich hoffe natürlich, dass vielen von euch der Drache bereits ein Begriff ist, und doch dürfte es ebenso viele erstaunte Gesichter geben, wenn ihr seinen wahren Drachennamen lest. Für mich kam diese Geschichte ebenso unerwartet wie vor langer Zeit die ersten Bilder zu dem düsteren Märchen um Aljana und Llewellyn, welches ich im Stern von Erui schließlich niedergeschrieben habe.

Doch eins nach dem anderen

Eine Geschichte in Erui zu schreiben, ist, als würde ich sie selbst erzählt bekommen.

Das wissen zumindest einige, die Interviews mit mir folgen, oder die mich bei den seltenen Lesungen schon einmal live erlebt haben. Was vielleicht etwas seltsam klingt, ist für mich tatsächlich wahr. Erui ist kein ‘Plot’ den ich erfinde. Die Geschichte hat schon immer mich gefunden. In meinem Kopf hat sie sich in jeder nur denkbaren möglichen Wendung erzählt. Es hat mich lachen und hoffen und weinen lassen; und irgendwann war der Drang, es zu teilen so groß, dass ich begann, es aufzuschreiben.

Der Stern von Erui sollte meine einzige Geschichte bleiben

Wie ihr aber wisst, wenn ihr euch auf dieser Seite umseht, dann ist das schon lang nicht mehr der Fall. Noch bevor der Stern beendet war, ließen die Figuren mir Platz für neue Charaktere. Neue Geschichten, ganz anders als das epische Schicksal ihrer Welt.

Zwischen all diesen neuen Helden und Antihelden regte sich dann auch jene mächtige Stimme, die im Stern in Buch eins und zwei zu Wort kommt und doch nicht mehr ist als ein Schatten ihres alten Selbst.

Ich heiße nicht Thoran.

Doch meinen wahren Namen können die Sterblichen kaum aussprechen.

Wie er erschaffen wurde, wie wir Menschen ihn erträumten, als die Urgewalt in unseren eigenen Seelen, durfte ich in Band zwei -Schattenkriege- erzählen. Nur war da mit einem Mal so viel mehr. Thoran zeigte mir durch seine Augen ein ganz neues, ganz anderes Erui. Im Stern ist es kurz vor dem Untergang, doch gibt es Hoffnung. Damals, zur Zeit, als er sich seiner größten Angst stellen musste, war es bereits zum zweiten Mal untergegangen und Krieg und Schatten waren bitterer Alltag geworden. Die Legende vom Stern? Jeder kannte sie damals, doch sie galt als erfüllt und es war nicht das Licht, das den Sieg davon getragen hatte.

Auch für mich war es somit ein neues Erui, das Schauplatz dieser Geschichte wurde

Manche der alten Städte standen noch, die im Stern schon keiner mehr kennt, neue Karten mussten her, die ich immer noch vervollständige. Was aber, werdet ihr nun zu Recht fragen, verbindet die beiden Geschichten denn, außer dem übermächtigen, zornigen Drachen?

Hier kommen nun ein paar Figuren ins Spiel, die im Stern Eruis Geschicke im Hintergrund lenken und leiten. Durch ihre Verbindung zum Himmel wissen sie um vieles, was weder der Rat der Könige, noch das einfache Volk wissen kann. Erui zu schützen und damit seinen Kindern zu dienen, war seit jeher die Aufgabe des Heiligen Rates.

Vor einer Ewigkeit wurde die Mondkrone der Herrin von Nualschadan und das Szepter der Sonnenpriesters noch weitergereicht. Gwendolyn, Mendric, Ariman und Luani sind jedoch bereits Wächter seit ungezählten Sommern. Ewige Wächter. Weil der Himmel nur ihnen vertraute? Weil sie damit geehrt wurden für lange Jahre der Treue? Weil sie mächtiger waren, als alle Wächter vor ihnen? Oder ist es doch wahr, dass die Ewigkeit ein Fluch des Himmels war, für ein Vergehen, das sie vor langer Zeit begangen hatten, und das Erui beinahe vernichtet hätte?

Wie ihr seht, kann ich auch jetzt die Fragen, die sich stellen nur anreißen.

Der Stern von Erui hat seine ganz eigene Geschichte.

Er handelt von der jungen Fenia, die als letzter Mensch die Nebelgrenzen zwischen unserem und dem magischen Reich überwinden kann. Und auch wenn die Wächter und der Drache darin ihre Rolle spielen, so war es doch an der Zeit, ihnen Platz für ihre eigene Geschichte zu geben.

Dieses Jahr im National Novel Writing Month will ich mich wieder nach Erui begeben, damit Himmelsfürst Thoran endlich zu euch fliegen kann.

Bis dahin dürft ihr euch mit mir an dem bezaubernden Cover erfreuen, das Alexander Kopainski für den ersten Band gestaltet hat.

Ein neues Erui. Ein ganz anderer Coverstil. Ich bin gespannt, wer mir diesmal über die Grenzen des Nebelreiches folgen möchte. 🙂

 

Das Herz des blauen Drachen -Ein uralter Schwur

Liebe Grüße,

Eure Sylvi

 

Wie man einen Epos schreibt – Keine Anleitung!

Keine Anleitung – nur ein Erfahrungsbericht

 

Ich sehe und lese sie immer wieder, die schlauen Ratgeber-Artikel, die einem erklären, wie man dies und das und jenes tut. So einer ist das hier nicht. Meine Philosophie ist, dass wir alle sehr unterschiedlich sind und unsere Wege, Dinge zu tun, sind es ebenso.

Manche lesen all diese Schreibratgeber und setzen sich dann hin und erschaffen einen tollen Roman. Manche schaffen es trotz tausend Kursen nicht, und andere, so auch ich, machen einfach, und am Ende kommt ein Buch raus … oder drei … und dann werden es immer mehr.

 

Natürliches Wachstum auch für phantastische Welten

 

Karte Erui WordPress2

 

Dieser Artikel hier entsteht auf der Frage, wie genau ich Erui eigentlich erschaffen habe. also, wie es entstanden ist.

Angedeutet habe ich das ja immer wieder mal in diversen Artikeln und Interviews, doch tatsächlich kann ich euch einen ziemlich detaillierten Werdegang meiner Welt benennen. Und eins ist dabei sicher: Sie entstand nicht einfach über Nacht. Sie war immer irgendwo ein Teil von mir, solange ich denken kann.  Aber wie auch ich hat sie sich verändert und musste erst reifen, um zu der Welt zu werden, die ihr im Stern von Erui bereisen könnt.

Am einfachsten mache ich es mir da vermutlich, indem ich diesen Werdegang in drei Phasen einteile:

Die Frühphase – Eruis erste Anfänge, erste Strukturen, die ich im Kopf hatte und die es von den ersten Tagträumen bis in meine fertige Welt geschafft haben.

Die Phase des Bewusstwerdens – Erui bekam seinen Namen, der Plan, die Geschichte um Aljana und Llewellyn niederzuschreiben, stand fest.

Das Verwerfen der ersten Version und damit die Neufassung der endgültigen Trilogie.

 

Frühphase – Alles nur in meinem Kopf

 

Ich gebe es frei und offen zu: Ich war und bin eine Tagträumerin. Und damit ja vermutlich nicht allein. Also Hände hoch, wer als Kind auch diesen Ort in seinem Kopf hatte, an den er flüchten konnte, wann immer die Welt ihn nervte, langweilte oder sogar unerträglich war. Der Ort angefüllt mit den Helden aus Büchern, Comicy, Serien, Filmen mit denen man schon immer gemeinsam Abenteuer erleben konnte, so wie man wollte.

Für mich lag diese Welt stets in einer Blase umgeben von Nebel, durch den ich treten konnte und schwupps war ich da. Ich erinnere mich sogar noch ziemlich genau, wer so alles dieses Kopfkino bevölkert hat, aber das ist so persönlich, dass es nur mir gehört.

Nur eine Parallele zu Erui gibt es: Ich selbst konnte damals schon immer die sein, die mit einem Schwert in der Hand die Welt rettete. 😉

 

Phase 2 – Erui bekommt seinen Namen

 

Irgendwann schlichen sich in meine Tagträume dann aber auch immer wieder diese Geschichten und Dialoge von ganz anderen Geschehnissen, die mit dem übrigen nicht viel zu tun zu haben schienen. Eine eigene Geschichte mit eigenen Figuren, die ich nicht irgendwo entliehen hatte, wuchs.

Mit elf beendete ich mein erstes Buch und als ich zwölf/dreizehn war, wurde es veröffentlicht. Ziemlich genau in diese Phase kann ich den Gedanken legen, dass ich diese Geschichte, die ich immer wieder sah, von meiner Traumwelt loskoppeln wollte, um ihre ihre ganz eigene Welt zu geben.

Die Zeilen, die ihr aus dem Anfang von Band eins kennt, schrieb ich in ihrer ersten Version mit 14:

Nebel.

Blicke verlieren sich darin. … Alles verzerrt, verschwommen.

Graue Unwirklichkeit. …

Aus dem Gedanken, was mit Träumereien passiert, wenn man sie fertig geträumt hat, folgte schließlich die Schöpfungsgeschichte Eruis, mit der der spätere zweite Band eröffnet wird und ebenfalls damals fand ich den richtigen Namen für diese Welt.

Angelehnt an einige Namen aus alt-irischer Folklore und nordischen Geschichte kam er mir in den Sinn und ich dreht ihn im Kopf hin und her und fand ihn passend. Danach gab es für Erui kein Halten mehr. Es wuchs und wuchs und auch die Geschichte vom Stern erzählte sich wie von allein.

Ich begann es aufzuschreiben und war nach 200 Seiten ziemlich stolz auf mich. Auch alle Freunde, denen ich es zu lesen gab, fanden es toll. Alle, bis auf einen. Dieser eine, mein bester Freund, bestätigte, was ich selbst schon die ganze Zeit im Gefühl hatte, aber hören wollte ich das natürlich nicht: Die Geschichte war ganz nett, aber bei weitem noch nicht der packende Epos, den ich in meinem Kopf wie einen Film vorwärts und rückwärts laufen lassen konnte.

Phase 3 – nichts macht so glaubwürdig, wie eigene Erfahrungen

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Dieses Kostüm stammt noch aus meiner RPG-Zeit.

Ich hatte es mit 15 schon geahnt und sogar in einem meiner sporadischen Tagebucheinträge festgehalten, dass ich glaubte, dass ich diese Geschichte erst richtig erzählen könnte, wenn ich selbst ein wenig älter geworden war. Mein bester Freund und mein Gefühl bestätigten mir das nur, auch wenn ein Teil von mir sich an die Idee klammern wollte, dass ich doch schon eine ganz schön imposante Geschichte geschaffen hatte.

Was mir allerdings half, meine Figuren in ein neues Licht zu rücken, war gerade mein neuer Freundeskreis, den ich durch Live-RPG kennengelernt hatte. Unser Spiel “Archaica” basierte auf dem Prinzip, dass unsere Welt mit den ‘Schleierreichen’ verbunden war.  Es gab die sechs Sphären: Ordnung-Licht-Leben-Chaos-Dunkelheit-Tod. Zwischen Ordnung und Licht lag die Sphäre der Engel, zwischen Licht und Leben die der hellen Feen, zwischen Leben und Chaos die der Werwesen, zwischen Chaos und Dunkelheit das Reich der Dämonen, zwischen Dunkelheit und Tod das der Geister und zwischen Tod und Ordnung das der Vampire. Alle diese Wesen waren in ihren Ansichten starr und konnten nur nach den Prinzipien ihrer Reiche handeln. Ein Setting, das so nah an der Entstehung Eruis war, dass ich es wagte, einen Character zu erschaffen, der mich meiner Protagonisten nahe bringen sollte.

Als Lichtfee Aljana habe ich fortan die Schleierdomäne Limburg vor dem Einfluss der dunkeln Sphären zu bewahren versucht und festgestellt, wie schwierig es ist, wenn man als Kreatur des Lichtes nur auf die Methoden der guten Seite zurückgreifen kann. Verrat, Mord, Intrigen, wann immer wir die Instrumente der Feinde benutzten, gab es Brüche in unserem Charakter, die uns selbst mehr und mehr auf die dunkle Seite zogen.

Wir haben Abende lang darüber diskutiert, ob und wie es möglich sei, eine Welt zum Guten zu kehren, ohne die eigenen Prinzipien zu verraten, und je tiefer ich in dieses Denken geriet, umso mehr flossen diese philosophischen Gedanken auch in den Stern.

Am Ende hat unser Bündnis an Lichtfeen und Engelswesen übrigens das Spiel für sich entschieden und eine Domäne des Lichtes erschaffen. Doch für mich war das kein Triumph. Unter den mächtigen Gesetzen, die wir nach den Regeln damit ausrufen durften, wurden gnadenlos und ohne Wenn und Aber Alle dunklen Wesen und Anhänger dunkler Sphären entmachtet oder hingerichtet. Ein bitterer Beigeschmack, der zu einem Neustart des Spiels führte und für mich zu einer Erkenntnis: Ich hatte selbst nur Mitleid. Mitleid für Wesen, die nach den Regeln dazu verdammt waren, niemals Freundschaft, Liebe, Ehrlichkeit und Wahrheit kennenzulernen und ich nahm die Lehre zusammen mit der Kritik meines Freundes mit in mein Sabbatjahr, wo die Gedanken schließlich die neue Version des Sterns ins Rollen brachten.

Gut und Böse, Licht und Schatten, Tod und Leben – all das sind Aspekte des Menschseins. Anders, als die Wesen, die auch in meiner Geschichte dazu verdammt sind, nur das eine zu kennen, ohne das andere je erreichen zu können, hingen meine Protagonisten mit ihren Herzen und Seelen zwischen all diesen Welten in der Luft.

die Geschichte hat sich in der Neufassung nicht verändert, doch die Sicht, die ich dem Leser darauf gewährte, drehte sich gewaltig. Das Rätsel um den Kern unserer Seele wollte ich von allen Seiten beleuchten. Keinem Charakter von Anfang an den Vertrauensvorschuss der Hauptprotagonisten geben, damit man sich ganz einlassen konnte, auf die Suche nach der Wahrheit und die Erkenntnis unter wie vielen Versionen der Wirklichkeit diese manchmal verborgen liegt.

Darum gibt es letztlich so viele wechselnde Perspektiven. Wie bei einem Blick durch ein Kaleidoskop kann man nur durch das Zusammenfügen jeder einzelnen davon am Ende das Große Ganze sehen.

so, liebe Janina, jetzt weißt du (so grob und im Schnelldurchlauf), wie der Stern von Erui entstanden ist. Zumindest manche Aspekte davon. Ich hoffe, dir und allen anderen, die diesen Artikel lesen, hat es Freude gemacht.

Und wie ihr seht: Es ist nur eine mögliche Methode, Welten zu erschaffen. Andere Autoren haben ihre eigenen und das ist gut so, sonst würden wir alle dieselbe Geschichte auf dieselbe Weise erzählen.

Einen schönen Sonntag 🙂

Der Stern von Erui- ein Schattenspiel
Der Stern von Erui- ein Schattenspiel (von meiner geschätzten Kollegin Theresa Bauer)

Eure Sylvi

 

Autorentgebuch – Lebenszeichen

In der Tat, mich gibt es noch!

 

Kein Hai hat mich erwischt, kein Tornado nach OZ getragen und das Schleierportal nach Erui habe ich auch noch nicht gefunden. Dafür hatte mich das Reallife dermaßen fest im Griff, dass ich kaum dazu kam, kurz mal was auf meiner FB-Seite zu posten. Alles andere lag quasi brach.

Was ich stattdessen seit dem Sommer gemacht habe? Ein Haus renoviert, in das wir auch schon zur Hälfte umgezogen sind. An meinen Romanen weitergeschrieben. Der Hamster hat zum Beispiel ein Cover bekommen. – Auch das muss ich zu meiner Schande gestehen, hat es bisher nur auf Facebook geschafft. – Messen vorbereitet, wie die BuCon und die jetzt anstehende BuchBerlin.

Dazu finden gerade übrigens auf der Seite der Märchenspinnerei, die ich mitbetreue, Themenbeiträge für die Berliner Märchentage statt.

Ihr seht also, ich war nicht untätig. Nur fürs Bloggen hier hat es einfach nicht gereicht.

 

Neuer Monat, neue Aktionen

Das wird sich aber nun wieder ändern. Der November bringt zwar nicht unbedingt mehr Zeit mit sich, aber dennoch einfach ein paar Aktionen, die ich nicht unerwähnt lassen will.

Übermorgen, am 12.11. startet her bei mir die Awareness-Kampagne – Blogger gegen Cybermobbing- .

Den Tag habe ich zu Ehren meiner Romanheldin Leonie gewählt, denn ihr Tagebuch im “Axolotlkönig” beginnt mit den Worten: ” 12. November im schrecklichsten Jahr meines Lebens …”

Eine handvoll Blogger und ich finden das Thema, das ja wesentliche Inspiration für meinen Jugendroman aus der Märchenspinnerei war, einfach zu wichtig und wollen mit euch darüber reden. Dabei werdet ihr auch sehr viel Persönliches hören. Auch mich hat es überrascht, wie vielfältig Mobbing sein kann. Und oft dauert es Jahre, bis man alle Folgen davon begreift und auch darüber reden kann. – So wie bei mir.

Und dann ist da noch der NaNo

 

Ach ja. Was wäre der November ohne den Schreibwahnsinn, der sich NaNoWriMo (national novel writing month) nennt?

Das dritte Jahr in Folge versuche ich mich an der Herausforderung, an einem Buch in einem Monat 50.000 neue Worte zu schreiben.

Mine Wahl fiel dabei dieses Jahr auf den ersten Band der nächsten Erui-Trilogie. “Das Herz des blauen Drachen – Ein uralter Schwur -“. Für alle, die somit sehnsüchtig darauf warten, nach Erui zurückkehren zu können, kann ich versprechen: Ewig wird es nicht mehr dauern. 🙂

Im Unterschied zu den Vorjahren verzichte ich übrigens auf den irrsinnigen Versuch eines Doppel-Nanos. 2015 hat es ja geklappt, als ich den Grundstein für das Drachenherz legte und Sternenstaub fertigschrieb. Dieses Jahr ist mit dem Umzug und der BuchBerlin allerdings schon ein Nano der völlige Wahnsinn.

Im Moment läuft es dennoch sehr gut und es ist einfach wundervoll wieder in vertrauten und doch unbekannten Gefilden zu wandeln. Im Drachenherz begebe ich mich immerhin in ein Erui 1000 Jahre vor der Handlung des Sterns. Damals, in der zweiten dunklen Zeit, war vieles anders. Dennoch ist die Magie und der Zauber meiner Welt mir so vertraut. 🙂

Ich freue mich schon, euch ganz bald noch viel mehr von diversen Projekten und Ideen zu berichten.

 

Also bis dann.

 

Eure Sylvia

 

 

Schreibtagebuch – Wenn ich mal nen freien Tag habe

… dann komme ich immer auf dumme Ideen.

 

Zum Beispiel: mich endlich auf die Suche nach einem Übersetzer für meine Sternenlied-Saga zu machen.

MOMENT! ÜBERSETZER?! – Ja, das denke ich mir derzeit auch noch. Ein Teil von mir fragt sich, wo der Ausschaltknopf für den Größenwahn ist. Dennoch. Ich habe ja sowas wie einen Plan aufgestellt. Schon vor Jahren.

2014 – fertig sein mit den Alpha-Versionen aller Romane, und Heimkehr und Schattenkriege am besten schon in der Beta.  – Naja … hat fast geklappt. Sternenstaub war ne harte Nuss.

2015 – Veröffentlichung! -Yes. I totally did this!

Alles was danach kam, habe ich nicht mehr wirklich an Jahreszahlen festgemacht, denn ich wusste ja, jedes Buch hat seinen eigenen Lebenszyklus. Manche sind von Null auf Hundert Hot und am nächsten Tag wieder abgemeldet. Andere brauchen lange, und wachsen stetig in ihrer Bekanntheit. Und andere, viele, schaffen es gar nicht, irgendwie bekannt zu werden.

Darum: Übersetzung stand auf meinem Plan, sobald die Bücher genug abwerfen, dass ich einen professionellen Übersetzer davon bezahlen könnte. Und … was soll ich sagen. Vom Spiegel-Bestseller sind wir noch weit entfernt, doch ja, die Übersetzung zu finanzieren ist nun realistisch.

Und gestern hatte ich also mal wieder frei und noch nichts geplant. Also Entsprechend gute Portale gesucht, eins gefunden, Anzeige verfasst. Und Warten. … Dachte ich. Seitdem pingt mein Email-Postfach in einem durch.

Ich dacht natürlich: Das werden vor allem so Hobbyübersetzer mit völlig unrealistischen Preisvorstellungen sein. Und klar. auch solche sind dabei. Aber auch welche, die absolut meinem Suchprofil entsprechen: lange Erfahrung, Muttersprachler, sehr gutes Sprachgefühl im Deutschen und mit der Liebe zur Fantasy. Denn das ist natürlich auch eine Sache. Ein Buch braucht eine persönliche Note. Und einen Autor gut zu übersetzen ist fast so schwer, wie selbst gut zu schreiben. – Wenn nicht schwerer.

Derzeit befinde ich mich also mitten in einem spannenden Prozess und ich halte euch auf dem Laufenden, wo das alles noch so hinführt.

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

500 Facebook Likes – Ein Dankeschön an meine treuen Leser

Für manche mögen 500 Likes auf Facebook nicht der Rede wert sein.

Ich finde schon. Denn WOW! 500 Menschen, die in irgendeiner Weise an dem interessiert sind, was ich da schreibe. Und im besten Fall 500, die den Stern wirklich kennen und lieben.

Darum möchte hier DANKE sagen. Danke für die letzten zwei aufregenden Jahre. Danke dafür, dass ihr der Kern der Fangemeinde um meine Bücher seid, ohne den vieles einfach nie passiert wäre. Und weil sich Anfang der Woche schon gewünscht wurde, ich möge euch doch einen längeren auszug aus dem blauen Drachen spendieren, tu ich das hiermit.

Ein Figur, die ja im Stern ein wenig blass hinter manch anderer zurück bleibt, ist Hohepriester Mendric. Er, der weise aber auch alternde Führer des Zirkels. Wo nahm eigentlich sein Weg einmal seinen Anfang? Wie wurde er zum Hohepriester und mit welchen Beweggründen?

Ja, ein bisschen freue ich mich darauf, euch meine Ewigen Wächter in dieser neuen Trilogie in einem ganz anderen Licht präsentieren zu können. Ein wenig hoffe ich, dadurch mehr Verständnis für sie und ihr Handeln im Stern zu bekommen, denn ihre Absichten waren einmal gut und ehrenhaft. Also viel Spaß in einem ganz neuen alten Erui mit vertrauten und doch völlig fremden Persönlichkeiten. 🙂

Ach ja, und weil sie so schön sind, gibt es hier noch ein paar mehr Bilder von Hohepriester Saworno, Mendrics Meister und Mentor im Zirkel der Sonne.

Savorno Screenshot Action      Savorno Screenshot     Savorno Bright Robes

 

 

Saworno traten Schweißperlen auf die Stirn. Mendric sah seinen Mentor und Obersten im Kreis der Brüder der Sonne mit besorgtem Blick an. Noch vor Monden wäre ihm das nicht passiert. Da war der alte Armati noch der Inbegriff von Kraft und Magie gewesen. Nachdem er von seiner letzten Reise zum Mondtempel in den Sümpfen der Mittlande zurück war, reichte allerdings schon die kleinste Anstrengung ihn aus der Puste zu bringen.

Die Gruppe an Schattenwesen, gegen die sie sich heute zur Wehr setzen mussten, war dabei verhältnismäßig klein. Mendric legte seine Hände wie selbstverständlich neben die des Katzenmannes auf die silbern glänzende Kuppel und sein Zauber floss durch ihn hindurch auf den Schutzwall über. Dieser spannte sich zwischen den beiden hohen Säulen, die wie zwei grimmige Wächter den Eingang ins Tal der Sonne säumten. Von ihren schwarzen Basaltkörpern gingen die Fäden aus, an denen die magische Mauer hochgezogen war, dazu gemacht, Flüchtigen und Verbündeten Einlass zu gewähren, doch alles fern zu halten, was dem Tal und seinen Bewohnern schaden wollte.

Die alptraumhaften Wesen, deren Körper unwirklich dunklen Nebelschwaden gleichkamen, bis an die Zähne bewaffnet und mit rotglühenden Blicken, gehörten dabei ganz gewiss zu letzter Kategorie. Das unermüdliche Einschlagen ihrer Schwerter, Äxte und Morgensterne oder allein der bloßen Schattenfäuste auf die durchscheinende Barriere hatten diese an manchen Stellen gefährlich dünn werden lassen. Mit Mendrics Unterstützung gelang es dem Hohepriester allerdings, sie zu hallten.

Mendric ging sogar noch ein Stück weiter. Er wusste, was die Mauer konnte, wenn der Hohepriester selbst das Netz durch die Rückkopplung seiner Magie zum Schwingen brachte. Er schloss die Augen, suchte nach dem Momentum, aus dem der Meister das fragil wirkende Gebilde gewebt hatte. Er spürte dabei die Angst seiner Brüder, die um sie standen. Keinem entging, dass Sawornos Kraft nicht mehr ausreichte, die Verteidigungsmechanismen zu aktivieren, die er selbst vor vielen Sommern gewoben hatte.

Mendric schob das beklemmende Gefühl beiseite, welches die Luft erfüllte. Angst half ihnen jetzt nicht. Angst half nur denen da draußen, die Einlass begehrten. Das Tal war einer der wenigen Rückzugsorte hier im Westen. Viele Dörfer und Weiler waren längst überrannt. Andere aufgegeben. Doch daran durfte er jetzt nicht denken. Dieser Schutz stand schon, so lange er im Tal lebte. Solange er denken konnte.

Wenn dir die Straßen Sindoreds zu gefährlich geworden sind, dann geh doch und verkriech dich hinter dem silbernen Netz der Priester. Ein geflügeltes Wort dort, wo er einst sein Zuhause gewähnt hatte. Gleichzusetzen mit Flucht und dem Verrat an der eigenen Stadt.

Mendrics Hände bebten. Der Schlag eines eisernen Flegels ging neben seiner linken Hand nieder. Er spürte den Schmerz durch seine Arme fahren bis hinauf in die Schulter. Instinktiv wollte er zurückschrecken. Unter seinen Fingern war ein Riss im Netz entstanden.

Du bist nicht mehr das Kind von damals, durchfloss ihn allerdings direkt der nächste Gedanke. Er wusste, er kam nicht nur aus ihm allein. Dennoch half er.

Nun ebenfalls mit Schweißperlen auf der Stirn, schob er alle störenden Einflüsse von sich fort. Der Junge, der zu schwach gewesen war zum Schwert zu greifen, den gab es nicht mehr. Es gab nur noch ihn, Mendric, den nächsten Hohepriester in der Gemeinschaft von Sonne und Mond.

Diese Gewissheit ließ etwas in ihm auflodern. Unter seinen Füßen bekam er das Gefühl, als würde der Boden selbst glühende Steine gegen seine Sohlen stemmen, um ihm Halt zu geben. Seine ganze Energie stemmte sich gegen die Mauer und das, was sie bedrohte. Er merkte selbst nicht, dass seine Hände zu glühen begannen wie ein Strom aus Lavagestein, der in das silberne Netz floss, sich zwischen die bereits gewebten Fäden goss und jeden einzelnen davon verstärkte. In ihm begann der Ton zu schwingen, aus dem sein Meister den Wall einst erschaffen hatte. Doch er beließ es nicht bei diesem einen. Er fügte weitere Töne seiner eigenen Seele hinzu, nährte den Wall damit, ließ ihn schwingen und vibrieren und im nächsten Augenblick schossen Blitze und heiße Feuerfontänen auf der anderen Seite aus dem Gespinst hervor. Wo sie die Schatten trafen, da lösten sie sich mit einem spitzen hohen Schrei in schwarzen Rauch auf.

Als der Letzte von ihnen sein erbärmliches Dasein ausgehaucht hatte, sank der alte Priester neben ihm schließlich erschöpft nach hinten. Mendric selbst brauchte noch einen Augenblick, um sich von dem neuen Wall zu lösen, der nun nicht mehr nur noch silbrig glänzte. Feuer schien ihn nun zu durchfließen. Seine Brüder wichen ehrfürchtig einen Schritt weit zurück, gaben ihm und Saworno Platz.

Mendric holte ein paarmal tief Luft, bevor er sich schließlich zu seinem Meister umwandte. Zum ersten Mal gewann er beim Blick in dessen Gesicht den Eindruck, dass die ewig zeitlosen Züge auf einmal alt erschienen. Gestern, hätte er schwören können, war der Mann keinen Tag älter gewesen, als am dem Tag, an dem er ihn geweiht hatte und ihm verkündet worden war, dass er in Sawornos Fußstapfen treten würde. Heute war das Fell um seine Mundwinkel angegraut. Die Augen wirkten eingefallen, nicht mehr so strahlend und wachsam. Ihr Grün schien einen trüben Schimmer bekommen zu haben.

Mendric schreckte zurück. Sawornos krallenbesetzte Tatze legte sich auf seinen Arm und tätschelte ihn, wie er es manchmal schon mit ihm gemacht hatte, als er noch jünger gewesen war. „Deine Magie ist stark geworden, Mendric. Ich sehe, du hast dich an meinen Rat gehalten und deine Kräfte jeden Tag geübt.“

Mendric nickte, doch sein Gesicht verzog sich dabei unwillig. „Natürlich habe ich mich jeden Tag geübt, Meister. Diese Abscheulichkeiten lassen ja auch nicht einen Tag lang locker und das schon seit zwei Wochen. Während Ihr weg wart, war es noch einmal schlimmer. Es ist kein Wunder, dass uns die Kraft langsam schwindet.“

Du meinst wohl, dass mir die Kraft schwindet.“ Mendric wollte protestieren, doch der Alte ließ ihn nicht. „Ah ah ah, Dren, mein Junge. Wir machen uns beide mal besser nichts vor. Wir wissen, doch, dass man einen toten Baum nicht wiederbeleben kann. Doch an seiner Statt kann eine neue Knospe treiben und aufgehen.“ Mit einem Kopfnicken deutete er auf die pulsierenden Flammen in dem feinen Netz, die deutlicher als alles jeden sehen ließen, wer dieses Tal nun schützte. „Du warst ein junges Stämmchen, immer schwankend im Wind, als ich dich traf, doch jetzt bist du der Baum, unter dessen Krone Eruis Kinder Zuflucht vor dem Sturm suchen werden, welcher über ihnen tobt.“

Mendric neigte ehrerbietig das Haupt. Er wusste, dass sein Meister recht hatte. Er brauchte ihn nur anzusehen und sah, es ging tatsächlich auf sein Ende zu. Hohepriester Saworno würde den Winter nicht überstehen, der vor der Tür stand, und noch vor dem Fest der Sonnenwende würde der Zirkel der Sonne einen Neuen Führer wählen. – Ihn.

So war der Kreislauf seit vielen Jahrtausenden. Seit die sterblichen Völker das Antlitz Eruis betreten hatten. So würde er es einst an seinen Nachfolger weitergeben und der an seinen und so fort. Es gab keinen Grund, darüber in Trauer zu versinken, und dennoch fühlte Mendric, wie ihn der Gedanke grämte.

Behutsam bot er dem alten Priester an, ihn zu stützen, auf ihrem Weg von den äußeren Felsen zurück zur anderen Seite des Tales, wo ihre Wohnhöhlen in den dunklen Stein der Berghänge gemeißelt waren. Das einzige Gebäude, das man nicht den schwarzen Bergen abgetrotzt hatte, war der große Tempel, der unten in der Talsenke auf einem erhöhten Plateau stand. Er war aus dem gleichen weißen Marmor errichtet, aus dem auch der Zwillingstempel in den Sümpfen weit fort von hier gebaut worden war. Die Schwestern des Mondes lebten und lernten dort und gemeinsam mit ihnen waren sie der Orden von Sonne und Mond, die einzige Geistlichkeit, die Erui kannte und brauchte. Denn trotz all seiner unterschiedlichen Völker und ihrer vielen Namen, die sie für die Macht des Himmels hatten, gab es keine Frage darüber, dass es alles nur Gesichter ein und der selben Urgewalt waren. – Jener Kraft, die einst Gar‘Elahad geschaffen hatte, die den Menschen Leben und Weitsicht und Weisheit und Schöpferdrang eingehaucht hatte, um zu sehen, wie sie auf Erden vollbrachten, was die Macht des Himmels im Universum getan hatte. Doch die Menschen waren nicht sorgsam umgegangen mit ihrer Gabe.

Eigentlich, dachte Mendric bitter, wenn er an die Schattenwesen dachte, die die gesamten westlichen Berge und die Lande an ihren Füßen durchstreiften, eigentlich hatten die Menschen ihre Gabe gar nicht verdient. Es war ein Segen gewesen, dass die alten Könige die Verbindung zwischen den Welten unterbrochen hatten. So konnten der Menschen Träume zwar nichts Neues mehr erschaffen, doch ihre Bosheit und ihre Niedertracht war auch nicht in der Lage, den Schatten so schnell weiter zu nähren, wie sie es in der alten Zeit getan hatten.

Saworno schüttelte den Kopf, während er seine gebrechlichen Knochen auf die Schultern des jüngeren Mannes stützte. „Was sind denn das für bittere Gedanken, Dren? Als Oberhaupt unserer Ordens wirst du der Führer dieser Welt sein, vergiss das nie. Sie werden zu dir aufsehen, sich an deine Worte klammern und deinem Beispiel folgen. Wenn du die Menschen verteufelst, werden die Herzen dieser Welt sich von ihnen abkehren.“

Na und?!“, entfuhr es Mendric wütend. Der alte Mann konnte es bis heute nicht lassen, ungefragt in seinem Geist ein- und auszugehen, und er nannte ihn immer noch bei seinem Kindernamen.

Und was ist daran so schlecht, Dren?“, fuhr Saworno fort. „Schon in dem Jungen, den alle Dren nannten, konnte ich die Macht erkennen, die heute aus all deinen Taten spricht. Du bist noch immer er und er wird stets ein Teil von dir sein. Das hoffe ich zumindest. Und zu deinem anderen Problem: Die Gabe der Gedankenmagie war immer deine Schwachstelle. Du bist wie ein offenes Buch. Du bist durch und durch ehrlich, trägst dein Herz auf der Zunge und deine Seele in deinen Augen. Dadurch kannst du deine Gefühle nur schwer vor anderen verbergen. Es ist das Letzte, was ich hoffte, dich noch lehren zu können, denn ein Meister im Sonnenzirkel muss sich abschirmen können gegen andere, wenn er dies wünscht.

Aber wer weiß, vielleicht bleibt uns ja noch ein bisschen Zeit. Noch sind meine Tage nicht gezählt.“

Daraufhin schwiegen sie beide und ihre Schritte folgten bloß dem Pfad, bis sie die Versammlungshöhle erreicht hatten. Mendric wollte Saworno eigentlich direkt hinauf in seine privaten Hallen bringen, damit er sich ausruhen konnte. Doch der Alte bestand darauf, mit seinen Brüdern und den Novizen gemeinsam das Abendessen einzunehmen.

aus “Das Herz des blauen Drachen” Teil 1 – Ein uralter Schwur –

Die Märchenspinnerei – Wie mein kleiner Lurch ‘Buchgeschwister’ bekam

Es ist bald soweit!!

 

 

Mein Axolotlkönig, von dem ich euch schon ein wenig hier auf der Seite erzählt habe, wird nun bald das Licht der Welt erblicken. Das wundervollste ist aber: Er bleibt nicht allein!

Wie ihr ja wisst, ist der Stern von Erui mein Lebenswerk. Ich habe lange dran gesessen und sitze nun wieder (immer noch) an weiteren Geschichten aus Erui. Aber manchmal kann einem die ewig gleiche Welt auch über werden. Das ist wie im echten Leben. Manchmal braucht man einfach Urlaub vom Alltag. selbst wenn man in seinem Alltag eigentlich im Großen und Ganzen zufrieden ist.

Bei mir war das zwischen der Ebook-Veröffentlichung von ‘Heimkehr’ und ‘Schattenkriege’ der Fall. Ich konnte es einfach nicht mehr sehen. Je öfter ich drüber arbeitete, umso mehr wurde ich betriebsblind. Dann wurde das Nano-Board im Tintenzirkel eröffnet. (Der NaNo dort ist ein bisschen wie eine Riesenparty und ein wirklich tolles Event) Die Begeisterung schwappte auf mich über und in der Vorbereitungszeit war mein Kopf plötzlich so kreativ wie nie. Nicht nur ein, sondern gleich mehrere Ideen für neue Geschichten kamen mir. Sie alle waren unterschiedlich und hatten ganz eigene Aspekte, warum sie mich fesselten. Doch eins hatten sie alle gemein: Sie spielten nicht in Erui.

Eine dieser neuen Ideen war die Geschichte von Leonie und Fynn.

Eigentllich war es am Anfang nur Fynns Geschichte. ein extrovertierter, ein bisschen arroganter Teenager, der dazu gezwungen wird, sich mal mit einem ganz anderen Blickwinkel auf die Welt auseinanderzusetzen. Dann kam Leonie dazu und wurde eine so starke Persönlichkeit, dass auch sie ihre eigene Perspektive in der Geschichte bekam.

Doch mit dem NaNo2015 war dann alles wieder verdrängt. Es ging für mich Vollzeit zurück nach Erui. Ich schrieb ‘Sternenstaub’ fertig und begann das Drachenlied. Anfang 2016 kam dann die E-Book-Veröffentlichung des dritten Teils und der Gesamtversion und damit auch ein klein wenig der abschied von Erui, was mich in eine ziemlich depressive und unkreative Phase warf. Ich habe sehr mich ungewöhnlich viel im Tintenzirkel herumgetrieben, um die leeren Stunden zu füllen, die sonst dem Schreiben meiner Stern von Erui – Reihe gehört hatten.

Dabei stolperte ich in eine Diskussion um die Möglichkeiten, die sich auftun würden, wenn Indie-Autoren sich gegenseitig mehr unterstützen, ja vielleicht sogar zusammentun würden. Alle waren ganz fest davon überzeugt, dass es einfach nur großartig werden könne. Und dann, dann fiel plötzlich der Satz ‘Lasst uns doch ein paar verrückte Märchen schreiben’.

Und damit war die Märchenspinnerei geboren.

Tatsächlich kamen wir immer detaillierter ins Gespräch und stellten fest, Geschichten, wie ich sie mit dem Axolotlkönig bereits begonnen hatte, hatten viele von uns schon einmal im Kopf gehabt. Märchen verwoben mit aktuellen Problemen, psychischen Leiden und menschlichen Schwächen gemischt.

Mit viel Elan begannen wir zu plotten, zu planen und zu schreiben. Und auch wenn ich mir nicht immer sicher war, ob es wirklich was werden können, entstanden um diese anfängliche Idee herum ein Dutzend wundervolle Geschichten, die als die Buchgeschwister meines kleinen Lurches nun ab Februar das Licht der Welt erblicken dürfen.

Darum hoffe ich, dass ihr euch auch ab und zu auf die Seite der Märchenspinnerei verirrt oder uns auf Facebook, Twitter oder Instagram folgt. Diese neuen Märchen sollen uns über ein Jahr begleiten und hoffentlich noch viel mehr Leute als uns in ihren Bann schlagen. Für mich war und ist es eine tolle Erfahrung, ein derartiges Projekt mit Kolleginnen auf die Beine gestellt zu haben und euch nun präsentieren zu dürfen.

Hier könnt ihr euch nun den fertigen Klappentext ansehen. Coverreveal ist dann am 20.1. und am 13. Februar könnt ihr den Lurch auch endlich lesen. 😀

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

It all ends in Fire – Coverreveal Sternenstaub

Ich bin hundemüde, mir tun die Augen und die Finger weh. Aber es hat sich gelohnt. Mein erstes Cover damals vom Stern war schon megaschön. Jetzt darf auch der letzte Band in seinem neuen Kleidchen strahlen. Und ja, liebe Sabrina, ich zwinge dich damit ein grünes Buch zu lesen ;).

 

Genießt es einfach ohne viele Worte.

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Coverart von Dorothee Rund

Große Neuerungen im Kommen

Die GANZ GROßE Ankündigung der Weihnachtszeit bleibe ich euch diesen Sonntag noch schuldig. Aber da ich mich lange hier nicht gemeldet habe, wollte ich doch einfach mal wieder ein Update von mir hören lassen.

Wer mir auf Facebook folgt, der weiß, dass der Sternenstaub kurz davor steht, als Print endlich lieferbar zu sein. Das heißt, nicht nur die E-Book-Leser kommen endlich auf ihre Kosten.

Doch nicht nur das steht an. Entgegen meiner eigenen Prognose, dass ich niemals etwas anderes als den Stern schreiben werde, stehen doch gleich mehrere neue Projekte ins Haus. Das eine ist dir mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsene Märchenspinnerei. Noch ist die Seite im Aufbau. WiP (Wichtel in Progress 😉 ) Doch schon im neuen Jahr wird es auch da rund gehen, und das nicht nur mit mir allein.

Viele Autoren, die schon mal gemeinsame Projekte gestemmt haben, sagen ja: Einmal und nie wieder. Bei mir sieht das anders aus. Klar, kosten manche Dinge Nerven und jeder hat so seine eigenen Vorstellungen. Aber man lernt doch auch, dass die eigene nicht unbedingt die universal gültige Meinung ist und dass viele Wege nach Rom führen.

Darum hoffe ich, dass ihr an den Endprodukten aus der Spinnstube soviel Spaß haben werdet, wie wir bei Schreiben und Erstellen dieser Kooperation.

Und dann geht es natürlich im nächsten Jahr auch mit Erui weiter. Der Blaue Drache ist fest eingeplant, und wer sich die Bücher im Print kauft, der wird schon mal auf den Geschmack kommen können, wie es weitergeht, mit der Saga vor der Saga. 😀

Zu guter Letzt steht dann noch ein Punkt auf meiner Liste. Ein Wunsch, ein großer Traum, den ich habe. Vielleicht nehme ich ihn nächstes Jahr in Angriff. Das kann ich aber ohne eure Hilfe nicht schaffen.

Da in den letzten Monaten der Stern immer mehr Leser gefunden hat und ich hoffe, dass er noch viele mehr findet, könnte es realistisch werden. Doch kann ich euch dazu noch nicht mehr verraten.

 

Bis dahin

 

einen schönen zweiten Advent.