Kategorie-Archiv: für Leseratten

Autoren fragen Bloger – Sylvia meets Ania

Hallo und guten Morgen an diesem wunderschönen Wochenende!

 

Vor ein paar Tagen wurde in der Gruppe Autoren&Bloggerclub auf Facebook eine tolle Initiative gestartet. Sonst sind es ja üblicherweise wir Autoren, die uns den Fragen der Blogger stellen müssen. Diesmal ist es umgekehrt. Wir AUTOREN INTERVIEWEN BLOGER. 😀

Ich wurde mit der lieben Ania von Buchversum zusammengelost. Und hier kommt unser netter Plausch am Vormittag.

 

Buchversum
          https://buchversum.wordpress.com/     

Sylvia fragt Ania

 

Sylvia:

Hallo Ania, schön, dass das Los uns beide zusammengebracht hat. Zuerst erzähl uns doch mal drei Dinge, die man über dich wissen muss, wenn man verstehen will, wie du so tickst.

Ania:

  • lesesüchtig

  • tierlieb (Besitzerin eines 4.jährigen Hundedame)

  • dickköpfig

 

Sylvia :

Nachdem wir dich nun ein bisschen persönlich kennen, wie bist du zum Bloggen gekommen? Wolltest du schon immer gerne über Bücher schreiben, oder hast du andere Blogs gelesen und wolltest dann auch unbedingt?

Ania:

Um ehrlich zu sein, habe ich erst in kurzen Sätzen bei lovelybooks zu meiner eigenen Übersicht rezensiert & nach und nach bekam ich durch Facebook, die Gelegenheit unterschiedlichste Blogs kennenzulernen. Tja und ich fand, ich könnte auch einfach ins kalte Wasser springen, es versuchen und einfach mal gestalten! Erst gab es meine Facebook-Seite; anschließend erstellte ich dann den Blog zur besseren Übersicht meiner Beiträge … und brachte meine Liebe zu Büchern zum Ausdruck. <3

Sylvia :

Was ist das Besondere an DEINEM Blog. Bücherblogs gibt‘s ja viele. Verrate uns, warum wir gerade deinem folgen sollten. Was ist deine persönliche Note?

Ania:

Da gibt es Verschiedenes. Ich versuche immer aktuell dabei zu sein, sowohl bei Buchvorstellungen als auch bei Autoren! Außerdem bin ich gerne bei kreativen Challenges dabei oder Blogtouren allgemein.

Sylvia :

Deine Lieblingsgenre unterscheiden sich teilweise von meinen. Hin und wieder darf es für mich mal romantisch werden. Für dich ist das an der Tagesordnung. Was bedeutet Lesen also für dich?

Ania:

Für mich ist Lesen wichtig. Durch die Bücher kann ich in eine romantische Begebenheit oder in eine fantasievolle Welt eintauchen. Dort kann ich entspannen, mich mit den Protagonisten, ihren Problemen beschäftigen oder dem Happy End entgegen lesen.

Sylvia :

Das ist sehr interessant. Legst du eigentlich Wert darauf, dass deine Bücher von Verlagsautoren sind, oder liest du auch Selfpublisher, wie ich es bin? Wenn ja, was denkst du über diese Bücher, und wenn nein, warum nicht? 🙂

Ania:

Ich lese alles, da ist es nicht wichtig, ob der Autor an einen Verlag gebunden ist. Mich lockt mal das Cover, mal der Klapenptext, mal alles zusammen. 🙂
In letzter Zeit kommt es mir vor, dass ich eigentlich nur Selfpublischer lese, darunter ist übrigens auch meine Lieblingsautorin Jane S. Wonda. 🙂

Ich bin immer wieder beeindruckt von den Büchern, meistens sind diese viel besser oder können locker mit Verlagsbüchern gleich halten! Der Schreibstil oder die Geschichte, den Feinheiten sind meistens besser als ein Verlagsbuch. Leider werden Sie meistens nicht so beworben … es gehen viele Top Autoren dadurch mit ihren lesenswerten Büchern unter.

Sylvia :

Wenn ich mich jetzt so durch deinen Blog klicke, dann finde ich vor allem 5-Sterne-Bewertungen. Da fragt man sich natürlich: Weißt du einfach so genau, was dir gefällt, dass du dich da gar nicht vergreifen kannst, oder bist du eine so unvoreingenommene Leserin, dass du jedem Buch etwas abgewinnen kannst?

Ania:

Mir ist selber bewusst, dass in letzter Zeit nur sehr gute Bücher in meine Hände gefunden habe, jedoch bin ich da weniger enttäuscht über meine Gute Wahl. 🙂

Tatsächlich suche ich meist selber aus, bekomme aber auch immer wieder Anfragen

von neuen Autoren, die ich gerne kennenlerne.

Ich durfte mir in letzter Zeit tatsächlich vorrangig Bücher aussuchen, wo ich von der Autorin schon mit anderen Werken begeistert wurde oder das Buch von einer meiner favorisierten Autorin, wie Jennifer L. Armentrout oder Mary E. Pearson ist!

Ich beurteile jedes Buch voreingenommen, es wird nach bestimmten Kriterien beurteilt & wenn diese zutreffen sind schon 3 / 5 Sternen erreicht. Außerdem gibt es dann noch das Gefühl, wie das Buch begeistert & das ist in letzter Zeit zu meiner Freude oft eingetroffen.

Bisher habe ich aber auch schon einmal eine 1 Sterne verfasst & auch paar mal 2 Sterne Rezi, da konnte mich dich Bücher gar nicht bis kaum begeisterten, kommt aber eher selten vor, trotzdem versuche ich immer kritikfähig zu bleiben.

Sylvia :

Sehr schön! Und jetzt Butter bei die Fische! Gibt es ein Buch, das du so gar nicht mochtest, wo sich dir so richtig die Zehennägel hochgerollt haben? Und wenn ja, was hast du getan? Durchgehalten und dann eine ehrliche kritische Rezi geschrieben, oder abgebrochen?

Ania:

Ich habe bisher noch kein Buch abgebrochen, ich hatte bisher denke ich 5 Bücher, die mich kaum begeistert haben, dann durften diese pausieren und wurden immer wieder mal Stückchen Weise durchgelesen. Besonders kritische Rezis gab es bisher 2, eine davon ist „Emba – Bittersüße Lüge“ dort hab ich leider einfach nicht rein gefunden sowie „Verschwundene Seelen“, da war die Autorin noch recht jung und hätte das Buch mit Hilfe der Lektorin etwas überarbeiten sollen, bevor es veröffentlicht wurde.

Zum Schluss hat Ania mir noch verraten, ob und wenn ja welches meiner Bücher sie lesen würde. Als Geschenk für dieses wundervolle Interview darf sie nun mit dem Lurchi planschen gehen. Ich hoffe, es hat euch gefallen.

Habt einen schönen Samstag. 🙂

Eure Sylvia.

Erfolgreich Schreiben – ein völlig missverstandener Begriff

Erfolgreich Schreiben hat rein gar nichts mit gut oder schlecht Schreiben zu tun!

Nur mit Beharrlichkeit.

Das behaupte ich jetzt einfach mal so ins Blaue und die unendliche Weite des Worldwideweb hinein. Warum ich ausgerechnet heute das Bedürfnis verspüre, ausgerechnet darüber zu reden? – Nun, sagen wir, ich bin über einen Artikel gefallen. Einen sehr guten, sehr hilfreichen Artikel. Ihr Autoren da draußen, die ihr euch immer gefragt habt, wo eigentlich der Trick, die Abkürzung dabei ist, über Nacht erfolgreich zu werden – ‘entdeckt zu werden’ – ihr solltet ihn lesen.

Meine Gedanken zu diesem Artikel sind auch so ein bisschen eine Selbstreflektion und eine Lobeshymne an ein Wesen, das mir in den letzten zwei Jahren mein Leben zur Hölle gemacht hat. Ja, ich weiß, DU hasst den Begriff, darum nenne ich hier keine Namen, aber Dank an dieser Stelle geht an meinen eigenen persönlichen ‘Marketing Demon from Hell’ (TM) ;).

Kommen wir erstmal dahin, wo jeder irgendwann mal steht: Dem Anfang.

Und da geht es schon los. Denn welcher Punkt ist denn eigentlich dieser Anfang? Der, an dem das 4-jährige Kind die Fibel des Bruders entdeckt und sich für Lesen und Schreiben begeistert? Der, an dem die erste kleine Geschichte, meist noch ausgeschmückt mit handgemalten Bildern, mit krakeliger Schrift in ein Schulheft gebannt wird? Der, an dem sich der heranwachsende Mensch zum ersten Mal mit dem Gedanken trägt, ob die Schriftstellerei was für ihn wäre?

Vermutlich sind das alles irgendwie die Anfänge. Denn so oder so ähnlich ist es nicht nur bei mir gewesen. Ich lese es auch immer wieder in den Interviews meiner Kollegen. Was uns gemein ist, ist der dringende Wunsch, Geschichten zu erzählen. Geschichten, die in unseren Herzen entstehen und die unsere Phantasie zum Leben erweckt und die wir versuchen, mit wortgewandter Finesse aufs Blatt zu bannen.

Somit sind das irgendwie alles Anfänge. Und so, wie es mit diesen Schritten angefangen hat, so zieht es sich dann auch weiter.

Denn das Geheimnis zu erfolgreichem Schreiben ist simple: Es gibt keines.

Man kann für sich definieren, gut schreiben zu wollen, außergewöhnlich, oder auch in einer gewissen Zeit ein gewissen Projekt abgeschlossen zu haben. Man kann Unterhaltungsliteratur oder dann doch die hohe Kunst der E-Literatur verfolgen. Doch man muss einen Gedanken aus seinem Kopf verbannen: “Wenn ich ein gutes Buch habe, ist es egal, wie introvertiert ich bin, die Leute werden es schon entdecken. – Ansonsten war ich nicht gut genug.”

Ja, ernsthaft, das ist der Stolperstein, an dem sich viele Autoren aufhängen, messen und dann teilweise verzweifeln. ( Und wer sich jetzt fragt: Japp! Been there – done that – bought the T-Shirt!)

Dieser Gedanke hat mich lange Zeit davon abgehalten, meinen Stern abzuschließen. Ich hatte Kontakt mit einigen Verlagen. Ich hatte schon verstanden, dass aus kaufmännischer Sicht ein unbekannter Autor und ein Dreiteiler als Debüt einfach nicht zusammengehen. Und obwohl ich wusste, dass mein Schreiben ankam, selbst bei Leuten vom Fach, hat mich die Vorstellung blockiert: Was wäre, wenn …?

Was wäre, wenn ich nicht sofort über Nacht berühmt werde?

Einzig logischer Schluss: Es wäre die Ansage an mich, dass ich doch nicht wirklich gut genug bin. Die unumstößliche Gewissheit, dass ich schlecht schreibe, dass ich nichts in der Riege echter Autoren verloren habe. Ein Mahnmal meines Scheiterns.

Doch dann habe ich mir immer wieder vor Augen gehalten, was für Bücher sich auf den Bestsellerlisten tummeln. Und nein, geben wir es ehrlich zu: Das sind nicht immer die literarisch hochwertigsten. Also fragt man sich doch: Wie kommen die dahin?

Mit Geduld, Beständigkeit und dem Wissen, was sie sind und wen sie erreichen wollen.

Ja, schaut nochmal nach oben. Lest den Satz nochmal.

Und nochmal.

Und jetzt ein drittes Mal.

So. Verinnerlicht? Nein? – Na gut. Zugegeben, bei mir ging es auch nicht so schnell. Es gab gefühlt Tausende solcher Gespräche wie dieses hier:

MarketingDemonfromHell (MD im Folgenden): “Meld dich mal in der und der FB-Gruppe an und stell dich mal vor.”

Ich: “Warum sollte ich das tun?”

MD: “Du willst doch, dass die Leute dein Buch kaufen.”

Ich: “Ich will, dass die mein Buch LESEN! Die meisten schreien doch eh nur bei irgendwelchen Glitzi-Covern, werfen sie auf ihren SuB und dann liegt es da.”

MD: “Der Weg ins Herz eines Blogers führt über seinen SuB.”

Ich: “Aha. Aber warum muss ICH mich dann vorstellen. Die sollen sich für MEIN BUCH interessieren. Ich würde am liebsten unsichtbar bleiben.”

MD: Na, aber die Leute kennen dich nicht. Sie wissen nichts über dich. Nicht, wer du bist, wie du tickst, wie du schreibst.”

Ich: “Letzteres könnten sie ändern, wenn sie mein Buch lesen. Ich will nicht mein halbes Privatleben öffentlich legen müssen.”

MD: “Musst du auch nicht. Erzähl das, was du erzählen willst. Wir könnten ein Interview machen.”

Ich: “Wer will denn ein Interview von MIR lesen. Mich kennt doch keiner.”

MD: “Merkste was?”

 

25 Monate, 9 Interviews und eine Buchmesse später kann ich darüber nur noch lachen.

Denn MD hatte recht. In einfach allem.

Leser wollen unbekannte Autoren schon entdecken. Aber dafür braucht es ein paar Dinge:

  1. Sie müssen wissen, dass man existiert.
  2. Sie müssen wissen, dass mein Buch existiert. Welches Genre, welcher Stil, welche Richtung.
  3. Dafür muss ich eine ZIELGRUPPE definieren. (Für den Stern fiel mir das schwer. Es ist ein so komplexes Werk, dass ich lange überlegen musste, bis ich zu dem Schluss kam, welche Art Leute ich erreichen will: Träumer, Querdenker, Weltverbesserer, Menschen mit einem Sinn für tiefgründige Geschichten, die in eine neue Welt führen, ohne dabei die eigenen Welt aus dem Blick zu verlieren.)
  4. Dann braucht man den unbedingten Glauben ans eigene Werk. – Die Zweifel sind da. Macht euch keine Illusion. Aber sucht euch eine Kritik von einer neutralen Person. Eine Rezension, eine Kritik, irgendwas, anhand dessen ihr euch ehrlich bewertet gefühlt habt. Und wenn der Zweifel zuschlägt: Lest es wieder und wieder. – Für mich war es dieser Brief, der alles verändert hat.
  5. Wenn ihr das alles habt, dann seid ihr immer noch nicht am Ziel. Denn nun müsst ihr Geduld mitbringen. Es ist harte Arbeit und erfordert viel Zeit, sich unter all den Schreibern da draußen einen Namen zu machen.
  6. Immer noch nicht am Ziel? Schreibt weiter. Gebt nicht auf. Schaut, was ihr besser machen könnt. Und oft ist die Antwort nicht “Ein besseres Buch schreiben”, sondern schlicht, eure Bücher den richtigen Lesern vorsetzen.

Zusammenfassend kann man sagen: Einen richtigen Weg gibt es nicht. Einen goldenen auch nicht. Es gibt nur euren Weg. Aber dafür müsst ihr aus eurem Elfenbeintürmchen herauskommen und in die Welt gehen. Dahin, wo die Leser sind, die ihr gern erreichen wollt.

Zum Schluss bemühe ich damit auch einen der Größten unter den Fantasy Autoren, denn vielleicht stellt der eine oder andere dabei fest:

Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.

Im Moment stehe ich auf dieser Straße, staunend, wenn ich bedenke, von wo ich komme, und wo es mich bereits hingetragen hat und vor allem frage ich mich, wo es mich hintragen wird. Aber keine Sorge: Das erzähle ich euch alles hier. 🙂

Einen guten Start in ein wundervolles Sommerwochenende wünscht euch

 

Eure Sylvia

 

Schreibtagebuch – Wenn ich mal nen freien Tag habe

… dann komme ich immer auf dumme Ideen.

 

Zum Beispiel: mich endlich auf die Suche nach einem Übersetzer für meine Sternenlied-Saga zu machen.

MOMENT! ÜBERSETZER?! – Ja, das denke ich mir derzeit auch noch. Ein Teil von mir fragt sich, wo der Ausschaltknopf für den Größenwahn ist. Dennoch. Ich habe ja sowas wie einen Plan aufgestellt. Schon vor Jahren.

2014 – fertig sein mit den Alpha-Versionen aller Romane, und Heimkehr und Schattenkriege am besten schon in der Beta.  – Naja … hat fast geklappt. Sternenstaub war ne harte Nuss.

2015 – Veröffentlichung! -Yes. I totally did this!

Alles was danach kam, habe ich nicht mehr wirklich an Jahreszahlen festgemacht, denn ich wusste ja, jedes Buch hat seinen eigenen Lebenszyklus. Manche sind von Null auf Hundert Hot und am nächsten Tag wieder abgemeldet. Andere brauchen lange, und wachsen stetig in ihrer Bekanntheit. Und andere, viele, schaffen es gar nicht, irgendwie bekannt zu werden.

Darum: Übersetzung stand auf meinem Plan, sobald die Bücher genug abwerfen, dass ich einen professionellen Übersetzer davon bezahlen könnte. Und … was soll ich sagen. Vom Spiegel-Bestseller sind wir noch weit entfernt, doch ja, die Übersetzung zu finanzieren ist nun realistisch.

Und gestern hatte ich also mal wieder frei und noch nichts geplant. Also Entsprechend gute Portale gesucht, eins gefunden, Anzeige verfasst. Und Warten. … Dachte ich. Seitdem pingt mein Email-Postfach in einem durch.

Ich dacht natürlich: Das werden vor allem so Hobbyübersetzer mit völlig unrealistischen Preisvorstellungen sein. Und klar. auch solche sind dabei. Aber auch welche, die absolut meinem Suchprofil entsprechen: lange Erfahrung, Muttersprachler, sehr gutes Sprachgefühl im Deutschen und mit der Liebe zur Fantasy. Denn das ist natürlich auch eine Sache. Ein Buch braucht eine persönliche Note. Und einen Autor gut zu übersetzen ist fast so schwer, wie selbst gut zu schreiben. – Wenn nicht schwerer.

Derzeit befinde ich mich also mitten in einem spannenden Prozess und ich halte euch auf dem Laufenden, wo das alles noch so hinführt.

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

500 Facebook Likes – Ein Dankeschön an meine treuen Leser

Für manche mögen 500 Likes auf Facebook nicht der Rede wert sein.

Ich finde schon. Denn WOW! 500 Menschen, die in irgendeiner Weise an dem interessiert sind, was ich da schreibe. Und im besten Fall 500, die den Stern wirklich kennen und lieben.

Darum möchte hier DANKE sagen. Danke für die letzten zwei aufregenden Jahre. Danke dafür, dass ihr der Kern der Fangemeinde um meine Bücher seid, ohne den vieles einfach nie passiert wäre. Und weil sich Anfang der Woche schon gewünscht wurde, ich möge euch doch einen längeren auszug aus dem blauen Drachen spendieren, tu ich das hiermit.

Ein Figur, die ja im Stern ein wenig blass hinter manch anderer zurück bleibt, ist Hohepriester Mendric. Er, der weise aber auch alternde Führer des Zirkels. Wo nahm eigentlich sein Weg einmal seinen Anfang? Wie wurde er zum Hohepriester und mit welchen Beweggründen?

Ja, ein bisschen freue ich mich darauf, euch meine Ewigen Wächter in dieser neuen Trilogie in einem ganz anderen Licht präsentieren zu können. Ein wenig hoffe ich, dadurch mehr Verständnis für sie und ihr Handeln im Stern zu bekommen, denn ihre Absichten waren einmal gut und ehrenhaft. Also viel Spaß in einem ganz neuen alten Erui mit vertrauten und doch völlig fremden Persönlichkeiten. 🙂

Ach ja, und weil sie so schön sind, gibt es hier noch ein paar mehr Bilder von Hohepriester Saworno, Mendrics Meister und Mentor im Zirkel der Sonne.

Savorno Screenshot Action      Savorno Screenshot     Savorno Bright Robes

 

 

Saworno traten Schweißperlen auf die Stirn. Mendric sah seinen Mentor und Obersten im Kreis der Brüder der Sonne mit besorgtem Blick an. Noch vor Monden wäre ihm das nicht passiert. Da war der alte Armati noch der Inbegriff von Kraft und Magie gewesen. Nachdem er von seiner letzten Reise zum Mondtempel in den Sümpfen der Mittlande zurück war, reichte allerdings schon die kleinste Anstrengung ihn aus der Puste zu bringen.

Die Gruppe an Schattenwesen, gegen die sie sich heute zur Wehr setzen mussten, war dabei verhältnismäßig klein. Mendric legte seine Hände wie selbstverständlich neben die des Katzenmannes auf die silbern glänzende Kuppel und sein Zauber floss durch ihn hindurch auf den Schutzwall über. Dieser spannte sich zwischen den beiden hohen Säulen, die wie zwei grimmige Wächter den Eingang ins Tal der Sonne säumten. Von ihren schwarzen Basaltkörpern gingen die Fäden aus, an denen die magische Mauer hochgezogen war, dazu gemacht, Flüchtigen und Verbündeten Einlass zu gewähren, doch alles fern zu halten, was dem Tal und seinen Bewohnern schaden wollte.

Die alptraumhaften Wesen, deren Körper unwirklich dunklen Nebelschwaden gleichkamen, bis an die Zähne bewaffnet und mit rotglühenden Blicken, gehörten dabei ganz gewiss zu letzter Kategorie. Das unermüdliche Einschlagen ihrer Schwerter, Äxte und Morgensterne oder allein der bloßen Schattenfäuste auf die durchscheinende Barriere hatten diese an manchen Stellen gefährlich dünn werden lassen. Mit Mendrics Unterstützung gelang es dem Hohepriester allerdings, sie zu hallten.

Mendric ging sogar noch ein Stück weiter. Er wusste, was die Mauer konnte, wenn der Hohepriester selbst das Netz durch die Rückkopplung seiner Magie zum Schwingen brachte. Er schloss die Augen, suchte nach dem Momentum, aus dem der Meister das fragil wirkende Gebilde gewebt hatte. Er spürte dabei die Angst seiner Brüder, die um sie standen. Keinem entging, dass Sawornos Kraft nicht mehr ausreichte, die Verteidigungsmechanismen zu aktivieren, die er selbst vor vielen Sommern gewoben hatte.

Mendric schob das beklemmende Gefühl beiseite, welches die Luft erfüllte. Angst half ihnen jetzt nicht. Angst half nur denen da draußen, die Einlass begehrten. Das Tal war einer der wenigen Rückzugsorte hier im Westen. Viele Dörfer und Weiler waren längst überrannt. Andere aufgegeben. Doch daran durfte er jetzt nicht denken. Dieser Schutz stand schon, so lange er im Tal lebte. Solange er denken konnte.

Wenn dir die Straßen Sindoreds zu gefährlich geworden sind, dann geh doch und verkriech dich hinter dem silbernen Netz der Priester. Ein geflügeltes Wort dort, wo er einst sein Zuhause gewähnt hatte. Gleichzusetzen mit Flucht und dem Verrat an der eigenen Stadt.

Mendrics Hände bebten. Der Schlag eines eisernen Flegels ging neben seiner linken Hand nieder. Er spürte den Schmerz durch seine Arme fahren bis hinauf in die Schulter. Instinktiv wollte er zurückschrecken. Unter seinen Fingern war ein Riss im Netz entstanden.

Du bist nicht mehr das Kind von damals, durchfloss ihn allerdings direkt der nächste Gedanke. Er wusste, er kam nicht nur aus ihm allein. Dennoch half er.

Nun ebenfalls mit Schweißperlen auf der Stirn, schob er alle störenden Einflüsse von sich fort. Der Junge, der zu schwach gewesen war zum Schwert zu greifen, den gab es nicht mehr. Es gab nur noch ihn, Mendric, den nächsten Hohepriester in der Gemeinschaft von Sonne und Mond.

Diese Gewissheit ließ etwas in ihm auflodern. Unter seinen Füßen bekam er das Gefühl, als würde der Boden selbst glühende Steine gegen seine Sohlen stemmen, um ihm Halt zu geben. Seine ganze Energie stemmte sich gegen die Mauer und das, was sie bedrohte. Er merkte selbst nicht, dass seine Hände zu glühen begannen wie ein Strom aus Lavagestein, der in das silberne Netz floss, sich zwischen die bereits gewebten Fäden goss und jeden einzelnen davon verstärkte. In ihm begann der Ton zu schwingen, aus dem sein Meister den Wall einst erschaffen hatte. Doch er beließ es nicht bei diesem einen. Er fügte weitere Töne seiner eigenen Seele hinzu, nährte den Wall damit, ließ ihn schwingen und vibrieren und im nächsten Augenblick schossen Blitze und heiße Feuerfontänen auf der anderen Seite aus dem Gespinst hervor. Wo sie die Schatten trafen, da lösten sie sich mit einem spitzen hohen Schrei in schwarzen Rauch auf.

Als der Letzte von ihnen sein erbärmliches Dasein ausgehaucht hatte, sank der alte Priester neben ihm schließlich erschöpft nach hinten. Mendric selbst brauchte noch einen Augenblick, um sich von dem neuen Wall zu lösen, der nun nicht mehr nur noch silbrig glänzte. Feuer schien ihn nun zu durchfließen. Seine Brüder wichen ehrfürchtig einen Schritt weit zurück, gaben ihm und Saworno Platz.

Mendric holte ein paarmal tief Luft, bevor er sich schließlich zu seinem Meister umwandte. Zum ersten Mal gewann er beim Blick in dessen Gesicht den Eindruck, dass die ewig zeitlosen Züge auf einmal alt erschienen. Gestern, hätte er schwören können, war der Mann keinen Tag älter gewesen, als am dem Tag, an dem er ihn geweiht hatte und ihm verkündet worden war, dass er in Sawornos Fußstapfen treten würde. Heute war das Fell um seine Mundwinkel angegraut. Die Augen wirkten eingefallen, nicht mehr so strahlend und wachsam. Ihr Grün schien einen trüben Schimmer bekommen zu haben.

Mendric schreckte zurück. Sawornos krallenbesetzte Tatze legte sich auf seinen Arm und tätschelte ihn, wie er es manchmal schon mit ihm gemacht hatte, als er noch jünger gewesen war. „Deine Magie ist stark geworden, Mendric. Ich sehe, du hast dich an meinen Rat gehalten und deine Kräfte jeden Tag geübt.“

Mendric nickte, doch sein Gesicht verzog sich dabei unwillig. „Natürlich habe ich mich jeden Tag geübt, Meister. Diese Abscheulichkeiten lassen ja auch nicht einen Tag lang locker und das schon seit zwei Wochen. Während Ihr weg wart, war es noch einmal schlimmer. Es ist kein Wunder, dass uns die Kraft langsam schwindet.“

Du meinst wohl, dass mir die Kraft schwindet.“ Mendric wollte protestieren, doch der Alte ließ ihn nicht. „Ah ah ah, Dren, mein Junge. Wir machen uns beide mal besser nichts vor. Wir wissen, doch, dass man einen toten Baum nicht wiederbeleben kann. Doch an seiner Statt kann eine neue Knospe treiben und aufgehen.“ Mit einem Kopfnicken deutete er auf die pulsierenden Flammen in dem feinen Netz, die deutlicher als alles jeden sehen ließen, wer dieses Tal nun schützte. „Du warst ein junges Stämmchen, immer schwankend im Wind, als ich dich traf, doch jetzt bist du der Baum, unter dessen Krone Eruis Kinder Zuflucht vor dem Sturm suchen werden, welcher über ihnen tobt.“

Mendric neigte ehrerbietig das Haupt. Er wusste, dass sein Meister recht hatte. Er brauchte ihn nur anzusehen und sah, es ging tatsächlich auf sein Ende zu. Hohepriester Saworno würde den Winter nicht überstehen, der vor der Tür stand, und noch vor dem Fest der Sonnenwende würde der Zirkel der Sonne einen Neuen Führer wählen. – Ihn.

So war der Kreislauf seit vielen Jahrtausenden. Seit die sterblichen Völker das Antlitz Eruis betreten hatten. So würde er es einst an seinen Nachfolger weitergeben und der an seinen und so fort. Es gab keinen Grund, darüber in Trauer zu versinken, und dennoch fühlte Mendric, wie ihn der Gedanke grämte.

Behutsam bot er dem alten Priester an, ihn zu stützen, auf ihrem Weg von den äußeren Felsen zurück zur anderen Seite des Tales, wo ihre Wohnhöhlen in den dunklen Stein der Berghänge gemeißelt waren. Das einzige Gebäude, das man nicht den schwarzen Bergen abgetrotzt hatte, war der große Tempel, der unten in der Talsenke auf einem erhöhten Plateau stand. Er war aus dem gleichen weißen Marmor errichtet, aus dem auch der Zwillingstempel in den Sümpfen weit fort von hier gebaut worden war. Die Schwestern des Mondes lebten und lernten dort und gemeinsam mit ihnen waren sie der Orden von Sonne und Mond, die einzige Geistlichkeit, die Erui kannte und brauchte. Denn trotz all seiner unterschiedlichen Völker und ihrer vielen Namen, die sie für die Macht des Himmels hatten, gab es keine Frage darüber, dass es alles nur Gesichter ein und der selben Urgewalt waren. – Jener Kraft, die einst Gar‘Elahad geschaffen hatte, die den Menschen Leben und Weitsicht und Weisheit und Schöpferdrang eingehaucht hatte, um zu sehen, wie sie auf Erden vollbrachten, was die Macht des Himmels im Universum getan hatte. Doch die Menschen waren nicht sorgsam umgegangen mit ihrer Gabe.

Eigentlich, dachte Mendric bitter, wenn er an die Schattenwesen dachte, die die gesamten westlichen Berge und die Lande an ihren Füßen durchstreiften, eigentlich hatten die Menschen ihre Gabe gar nicht verdient. Es war ein Segen gewesen, dass die alten Könige die Verbindung zwischen den Welten unterbrochen hatten. So konnten der Menschen Träume zwar nichts Neues mehr erschaffen, doch ihre Bosheit und ihre Niedertracht war auch nicht in der Lage, den Schatten so schnell weiter zu nähren, wie sie es in der alten Zeit getan hatten.

Saworno schüttelte den Kopf, während er seine gebrechlichen Knochen auf die Schultern des jüngeren Mannes stützte. „Was sind denn das für bittere Gedanken, Dren? Als Oberhaupt unserer Ordens wirst du der Führer dieser Welt sein, vergiss das nie. Sie werden zu dir aufsehen, sich an deine Worte klammern und deinem Beispiel folgen. Wenn du die Menschen verteufelst, werden die Herzen dieser Welt sich von ihnen abkehren.“

Na und?!“, entfuhr es Mendric wütend. Der alte Mann konnte es bis heute nicht lassen, ungefragt in seinem Geist ein- und auszugehen, und er nannte ihn immer noch bei seinem Kindernamen.

Und was ist daran so schlecht, Dren?“, fuhr Saworno fort. „Schon in dem Jungen, den alle Dren nannten, konnte ich die Macht erkennen, die heute aus all deinen Taten spricht. Du bist noch immer er und er wird stets ein Teil von dir sein. Das hoffe ich zumindest. Und zu deinem anderen Problem: Die Gabe der Gedankenmagie war immer deine Schwachstelle. Du bist wie ein offenes Buch. Du bist durch und durch ehrlich, trägst dein Herz auf der Zunge und deine Seele in deinen Augen. Dadurch kannst du deine Gefühle nur schwer vor anderen verbergen. Es ist das Letzte, was ich hoffte, dich noch lehren zu können, denn ein Meister im Sonnenzirkel muss sich abschirmen können gegen andere, wenn er dies wünscht.

Aber wer weiß, vielleicht bleibt uns ja noch ein bisschen Zeit. Noch sind meine Tage nicht gezählt.“

Daraufhin schwiegen sie beide und ihre Schritte folgten bloß dem Pfad, bis sie die Versammlungshöhle erreicht hatten. Mendric wollte Saworno eigentlich direkt hinauf in seine privaten Hallen bringen, damit er sich ausruhen konnte. Doch der Alte bestand darauf, mit seinen Brüdern und den Novizen gemeinsam das Abendessen einzunehmen.

aus “Das Herz des blauen Drachen” Teil 1 – Ein uralter Schwur –

Von Enttäuschungen, falschen Entscheidungen, Tod und Ewigkeit – Das Herz des blauen Drachen

Heute mag ich was über mein “Herz des blauen Drachen” erzählen

Im allgemeinen wisst ihr ja, dass ich in meinen Büchern gern immer etwas mehr tue, als ‘nur’ eine Geschichte zu erzählen. Geschichten, Märchen, Fabeln, Fantasy – das alles verbinde ich selbst immer mit dem gewissen Etwas. Dieser bewusst oder unbewusst versteckten Botschaft, wie eigentlich alle klassischen Märchen sie haben, wie auch Der Herr der Ringe oder aber Die Nebel von Avalon sie haben. Ich mag einfach Bücher, die man nicht nur einmal lesen kann, sondern die einem immer wieder etwas Neues bieten.

Darum versuche ich das auch bei meinen.

Aber glaubt jetzt nicht, dass ich da sitze und mir überlege: Boah, über welches Thema kann man denn schön in einer Fantsy-Geschichte philosophieren?

Nein. Es ist eigentlich viel simpler. Die Geschichten finden mich und je mehr ich von ihnen sehe, umso mehr sehe ich die Verbindung zu uns, zu unserem Leben im Hier und Jetzt. Und was ich dann tue, das ist noch einfacher:

 

Ich höre der Geschichte in mir einfach zu.

 

Beim Stern wusste ich von Anfang an, was er mir sagen will. Beim Drachenherz war das nicht gleich klar. Da waren erstmal nur Gwen und ihr Weg zur Hohepriesterin, und Mendric, der in jungen Jahren so ganz anders war. Und Ariman und Luani und ich wollte eigentlich nur, dass die Leser begreifen können, dass sie nicht die Bösen der Geschichte sind.

Vielmehr sind sie die, die seit Ewigkeiten schon damit geschlagen sind, ihrer Welt beim Sterben zuzusehen, unfähig, etwas dagegen zu tun. Die Legenden, mit denen Erui gerettet werden kann, sie sind nicht für sie geschrieben worden und die Rollen, die sie spielen, sind vielleicht die Härtesten von allen.

 

Dann irgendwann kam der blaue Drache mit ins Spiel.

 

Er war zunächst gar nicht so übermäßig präsent in meinen Gedanken. Er schob sich erst später rein. so ein bisschen zornig und wütend, dass ich ihm keine Beachtung schenkte. Und Zorn und Wut war seitdem überall. Ich habe versucht, zu verstehen, woher das kommen mag und mit der Antwort auf diese Frage, habe ich auch mehr oder weniger den Grundtenor der Geschichte gefunden.

Thoran versprach, für die Ewigkeit, die ihm geschenkt wurde, in Eruis dunkelster Stunde einen neuen Weg zu schaffen. Wie genau das alles vonstatten geht, und was am Ende passiert, das verrate ich hier natürlich nicht, obwohl jeder, der den Stern kennt, natürlich eine grobe Ahnung davon hat.

Aber vor allem wurde mir klar, mit was dieses Geschöpf sich auseinandersetzen muss: mit seiner plötzlichen Sterblichkeit. Der Endlichkeit eines jeden Dinges.

 

Werden und Vergehen sind also die Triebkräfte, die das Drachenherz prägen.

 

Ihr werdet also ein Erui kennenlernen, wie ihr es euch vielleicht schwer vorstellen könnt und wie ich es mir anfangs auch nicht ganz vorstellen konnte. Doch mit jedem Gedanken und jedem Wort wird das Bild in meinem Kopf klarer. Und ich hoffe, dass ich euch mit Worten malen kann.

Was nun noch bleibt ist die Frage: Woher mag dieser Gedanke kommen? denn natürlich ist mir klar, dass die Geschichten schon irgendwo in mir entstehen. Und nach einer Woche wie der letzten, kann ich das auch ganz gut nachvollziehen.

 

Leben und Tod sind das, womit ich tagtäglich konfrontiert bin.

 

Nehmen wir die letzte Woche. Es ist Frühjahr. Was steht also in so einer Tierarztpraxis an? Ultraschall. Bei Stuten, bei Hunden bei Katzen. Gratuliere! Sie bekommen Nachwuchs. Wohl die häufigsten Worte in dieser Woche. Ein Korb mit mutterlosen Katzenwelpen. Mauzendes Glück auf winzigen Samtpfoten, das sich dankbar in eine liebende Hand kuschelt, nachdem es Fläschchen gab.

Aber dann sind da auch die anderen Fälle. Die treuen Freunde, die geliebten Gefährten, die einen durch die Kindheit oder ein stückweit durch das Erwachsenenleben begleitet haben. Am Ende bleibt manchmal nicht mehr, als dass ich diesen treuen Seelen endlich Erleichterung und Frieden schenken darf. Schenken muss. Die Entscheidung mit dem Besitzer zu treffen, ist dabei oft nicht leicht. Und dennoch. Meist, in unausweichlichen Fällen, mache ich sogar das gern. Denn ich weiß, ich kann Schmerzen nehmen. Schmerzen, die Menschen in der gleichen Situation oft ertragen müssen.

Dennoch ist es traurig.

Neues Leben und vergehendes begleiten mich also immer und überall. Eigentlich nur logisch, dass es irgendwann auch einen Weg in meine Geschichten fand.

 

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

Selbstreflektion – Ein paar ‘Schwächen’ meines Sterns im Rückblick

Heute Abend ist mir einfach mal danach ein bisschen über meinen Stern von Erui zu plaudern.

 

Der Grund ist reichlich simpel: Ich habe in den letzten Wochen ein paar ganz tolle Rezensionen bekommen. Und manche eurer Worte beschäftigen mich einen ganzen Tag und länger. Na gut, nicht alle. Aber viele. Also ist mir danach, darüber zu reden. 🙂

 

Zuerst will ich mal mit einem Gerücht aufräumen, bzw. erklären, warum es existiert.

 

Oft fragen mich die Leute: Der Stern soll dein Erstling sein? Ernsthaft? So komplex, so allumfassend so … groß?

Die richtige Antwort ist: Jein.

Erstling. Was heißt das überhaupt? Das erste Buch, das ich je schrieb. Nein. Definitiv nicht. Der allererste hieß ‘Pucki, das kleine Eichhörnchen’ und ich habe es in der 3ten Klasse geschrieben. Davor hatte ich was mit einem Einhorn und einer Trauerweide angefangen, aber nie beendet. ( Ich glaube, da hat Erui schon insgeheim angeklopft 😉 ), danach habe ich noch mehr Bücher geschrieben. Ponybücher. Und ja, eines davon wurde sogar publiziert.

Aha, also ist das wohl mein Erstling.

Daran scheiden sich die Geister. Es gibt teile der Buchwelt, die selbst einen selbstverlegten Autor noch als ‘unveröffentlicht’ betrachten. Also Wettbewerbe, die ausgeschrieben sind für ‘unveröffentlichte Autoren’ mit dem Zusatz, dass Selfpublishing nicht zählt. Demnach wäre also nicht einmal der Stern mein Erstling, oder der Lurch, sondern die Bücher, die nächstes Jahr im Verlag erscheinen werden (Überraschung!!!)

Mein Ponybuch zählt allerdings wirklich nur so halb, denn es war bei weitem kein seriöser Verlag und ich glaube letzten Endes wurden von der Auflage, die 1000 Stück umfassen sollte nicht mehr als 50 gedruckt. Ja, über diese Episode meiner Autorenkarriere kann ich ein eigenes Buch schreiben. Will ich aber nicht.

Sagen wir einfach: Der Stern ist mein erstes richtiges Buch, was irgendwie seinen Weg in die Öffentlichkeit fand. Ob wir das nun als Erstling bezeichnen oder nicht, ist mir egal. Die Geschichte war so ziemlich immer da und das erste Mal wirklich drüber nachgedacht habe ich mit 14.(Nachdem das Ponybuch grandios gescheitert war) Aber Teile dieser Geschichten kann ich bis sehr viel früher in meinem Kopf verfolgen. Gefühlt ist es auf jeden Fall mein Erstling und eigentlich auch die einzige Geschichte von der ich immer wusste, dass ich sie erzählen MUSS. Dass nur ich sie erzählen kann …

 

Aber zurück zum Thema: Es gab viele Sterne für den Stern! 🙂

 

Viel Lob für mich und ein paar sehr schöne Komplimente, die mich den ganzen Tag schon selig lächeln lassen. aber es gibt ja nicht immer nur Lob. Klar, es gibt Leute, die einfach nur total überwältigt sind … und was soll ich sagen? War ich auch, je mehr von der Geschichte sich mir offenbarte. Ich habe wirklich oft genug Rotz und Wasser geheult und manche Szenen niederzuschreiben fiel mir extrem schwer.

Kommen wir damit auch zu einer Sache, die ich ab und zu mal lese: Nämlich, dass Buch zwei ein paar Längen hat.

Ja. Da gibt es nichts dran zu rütteln. So ziemlich bis kurz vor der Veröffentlichung habe ich extrem mit den Schattenkriegen gehadert. Aus verschiedenen Gründen.

Zum einen ging es um … ? Richtig! Krieg. Also viele Kampfszenen. In denen habe ich mich nicht wirklich so zuhause gefühlt. Ich habe mindestens doppelt so viele davon wieder gelöscht, wie ich nachher im eigentlichen Buch einbaute und war dennoch in der vorläufigen Endversion nicht glücklich mit Teil zwei.

Es fühlte sich nicht wie ein gutes Buch an, sondern wie eine Notwendigkeit, um von meinem spannenden Auftakt Heimkehr zu meinem fulminanten Finale Sternenstaub zu kommen. So die Geschichte, die halt erzählt werden muss, damit man es versteht, während der eigentliche Zeitstrang nichts Nennenswertes zu bieten hat.

 

Dabei war ich ziemlich blind und habe lange, das Wesentliche nicht gesehen.

 

Ich habe dann 5 Monate vor der Veröffentlichung die ersten Rückmeldungen zu teil eins bekommen und war ein wenig überwältigt, dass die Leute es wirklich mochten. Dann kamen die ersten Leserunden und Rezensionen und auch Fragen per PN zu diesem oder jenem Charakter. Zu allem zu Lew. Und da fiel es mir dann wie die sprichwörtlichen Schuppen von den Augen.

Denn ja, ich habe keine andere als seine und Fenias Geschichte erzählen wollen. Eingebettet in diesen ganzen weltumfassenden Epos. Ich wollte in Buch zwei in die Vergangenheit und dort von den eigentlichen Helden von Erui berichten. Während Fenia einem in Band eins ja noch nicht wirklich nah kommt, weil man sie nicht versteht (und nicht verstehen soll) soll man in Band zwei verstehen, warum sie, die strahlende Heldin, der alles in den Schoß fällt, zerrüttet und kaputt und völlig ohne Hoffnung nachhause kommt.

 

Ich habe dann das getan, wovor ich mich die ganze Zeit gedrückt habe.

Ich habe die Geschichte von Fenias Erlebnissen im Norden ausgeschrieben. Buch zwei setzte ursprünglich da ein, wo Joe sie heim nach Talveymar bringt und man bekam vieles nur in der Rückblende mit. Dadurch blieb sie dieses kalte, unnahbare Geschöpft. Und auch Llewellyn war nur in meinem Kopf der Junge, der für sie zum König und zum Helden wurde, denn man sah nichts von seiner Entwicklung.

Ich weiß noch, dass ich in wenigen Wochen schrieb und schrieb und schrieb, soviel und so gut, wie glaube ich noch nie zuvor. Ich habe bei weitem nicht so viel gelöscht wie üblich und alles fügte sich irgendwie zusammen und fühlte sich richtig an.

Und dann habe ich noch ein paar Längen eingebaut.

 

Es gibt ein Buch, das mir beibrachte, dass Längen nichts Schlechtes sein müssen. Das war der fünfte Band von Harry Potter. diese furchtbare Ungewissheit, in welcher die Erwachsenen Harry hinhalten, ihn nicht einweihen und ihn mit Belanglosigkeiten bei der Stange halten. Dadurch habe ich seinen Frust gespürt und selbst erlebt.

Das wollte ich auch für Erui. Und was sollte Buch zwei ihnen am eindrücklichsten vermitteln?  Fenias Schmerz. Nach allem, was sie erreicht hatte, nach allem, was sie war, den Prüfungen, die sie bestanden hatte, den Schlachten, die sie geschlagen hatte, war sie letztlich heimgekehrt.  Heimgekehrt und doch niemals mehr wirklich in der Lage, irgendwo zuhause zu sein, weil der Schatten ihr alles genommen hatte, was Erui ihr einst vor die Füße legte.

Es vergehen viele Monde, in denen die Menschen versuchen, nach Talveymar zu gelangen und sie eben partout NICHT dorthin will. Weil es für sie dort nichts gibt, als bittere Erinnerungen.

Ja, für manche mag das ein bisschen langatmig geworden sein. Doch ich erinnere mich immer wieder gern an den Brief von Fenia, den meine Kollegin Eva-Maria auf ihrem Blog verfasst hat, der mich spüren ließ, dass sie in Schattenkriege genau das gefunden hatte, was ich versucht hatte, hineinzulegen. Das hat mich schrecklich glücklich gemacht. Und gleichzeitig musste ich heulen, weil der Brief wirklich sehr ergreifend ist und ich mich echt schuldig fühlte. (Dabei wusste ich ja, wie letztlich alles enden würde)

Alles in allem wurde mit diesem letzten Überarbeitungsschritt aus den Schattenkriegen ein Buch, das auch für mich nicht mehr länger nur so der Teil zwischen eins und drei war, sondern eine in sich geschlossene Episode in diesem sehr düsteren, traurigen Märchen. Und ja, ich mag Schattenkriege mittlerweile sehr. 🙂

 

In der Reihe gibt es außerdem noch diese ‘vergessenen’ Nebencharaktere

 

Charaktere, die man nicht braucht, hat eine kritische Stimme sie genannt. Sie haben keine Relevanz und hätten gar nicht erst mit nach Erui kommen müssen.

Stimmt!

Lena und Nina sind furchtbar. Ich hasse sie und ich hasse die Stellen mit ihnen. Aber sie waren notwendig.

Der Stern gibt ja viele seiner Geheimnisse nur zwischen den Zeilen preis. Zu diesen beiden sei folgendes gesagt: Ich glaube, – nein, ich weiß -,  dass es tatsächlich so oberflächliche Menschen gibt, dass sie durch ein magisches Portal in eine phantastische Welt gelangen könnten, sie könnten sehen, wie diese durch Hass, Bosheit und Niedertracht, Oberflächlichkeit, Kälte und Gleichgültigkeit fast zerstört und von wahrer, reiner Liebe gerettet wird, und dennoch würde es für sie und ihre Art zu leben nicht, aber rein gar nichts ändern.

Es gibt sie. Leider. Darum gibt es auch immer noch den Schatten. Aber im Stern steht es ja:

 

Gib die Menschen nicht auf. Die Träume in ihren Herzen können so mächtig sein. Sie müssen es nur erst begreifen.

 

Soweit erstmal von mir.

 

Habt einen schönen Abend. 🙂

 

Eure Sylvia

Lasst uns doch über Literatur reden! – Von Sinn und Unsinn gängiger Bewertungssysteme

Da stellt sich doch erstmal die Frage, was ist Literatur denn überhaupt?

Ich bin ja nur Phantastikautor (Vorsicht Ironie), darum musste ich das erstmal in Wikipedia nachschlagen. Hier aber mal zitiert für alle, die jetzt nicht mühsam auf den Link klicken wollen:

 

Literatur ist seit dem 19. Jahrhundert der Bereich aller mündlich (etwa durch Vers­formen und Rhythmus) oder schriftlich fixierten sprachlichen Zeugnisse. Man spricht in diesem „weiten“ Begriffsverständnis im Hinblick auf die hier gegebene schriftliche Fixierung etwa von „Fachliteratur“ oder, im Bereich der Musik, von „Notenliteratur“ (Partituren) bzw. ganz allgemein von „Literatur“ im Sinne der Gesamtheit oder von Teilen schriftlich notierter Musik.

Die öffentliche Literaturdiskussion und -analyse ist demgegenüber seit dem 19. Jahrhundert auf Werke ausgerichtet, denen besondere Bedeutung als Kunst zugesprochen werden kann, und die man im selben Moment von Trivialliteratur und ähnlichen Werken ohne vergleichbare „literarische“, sprich künstlerische Qualität, abgrenzt. Die Literatur zählt zu den Gattungen der Kunst.

Wie ihr schon seht, ist diese Definition noch gar nicht so alt. Wenn man mal bedenkt, dass die Menschen schon geschrieben und auch aufgeschrieben haben, seit die alten Sumerer die Keilschrift erfanden. Was aber auf jeden Fall aus der obigen Definition anklingt, ist die Unterscheidung von Schrifttum in Triviales (Trivialliteratur) und eben die Hochliteratur. Und ja, auch hier würden jetzt einige ‘echte’ Literaturkritiker sagen, dass ich als ‘Fantasy-Schreiber’ aufhören müsste mitzureden. Punkt.

 

Aber ihr kennt mich ja mittlerweile und ich kann mein Klappe eben doch nicht halten.

Darum dürft ihr auch den Rest dieses Traktates noch ertragen. Und warum? Na, weil ich heute in der Mittagspause eine wundervolle, von meiner Seite aus nicht sehr heftige, aber umso anregendere Auseinandersetzung mit einer Kollegin hatte. Es ging schlicht um ein paar Rezensionen, die mir sauer aufstießen und ihr nicht.

Aber eben nicht, wegen den Sternen, die vergeben, oder nicht vergeben wurden. (Sterne habe ich doch zur Genüge und produziere ständig nach 😉 ) Nein. Gerade, dass es bei heutige Bewertungen eben nur um dieses starre 5-Sterne-Modell geht, und nicht über die Auseinandersetzung mit Texten, das stört mich. Das stört mich gewaltig. Wenn einer einfach sagt: Boah, die Story ist nix für mich. Dann ist mir das doch egal. Ich schreibe doch für alle die, die sich in meinen Texten wiederfinden. Und manchmal überrascht es mich dann sogar, wer das alles so ist.

 

Doch noch einmal zurück zu den 5 Sternen.

Die vergibt jeder ja nach einem anderen Schema. Manche vergeben fast nie 5 Sterne. (Außer für Harry Potter, Herr der Ringe und Fifty Shades of Grey, versteht sich.) Und manche vergeben nur fünf Sterne, denn alle anderen Bücher sind es gar nicht wert, dass man ihnen eine Rezension widmen, oder aber, sie wollen nicht dran schuld sein, dass sich aufgrund der Kritik irgendwo ein sensibler Autor erhängt, oder aber, weil sie wenig anspruch an Bücher haben, oder weil sie grad nur die lesen, die eh gut sind.

Ihr seht, es gibt eine Millionen Gründe und Möglichkeiten, wie in dem gängigen fünf-Punkte-System bewertet werden kann. Ich selbst habe mit dem Ende meines Elfenbeinturm-Daseins (Damit meine ich die Veröffentlichung von Heimkehr) in den letzten zwei Jahren eine ganz schöne Wandlung meines Lese- und Rezensionsverhaltens durchgemacht. Und ich bin mittlerweile der Meinung: Autoren sind die schlechtesten Kritiker. In jeder Hinsicht.

Aber warum denn das?

Na, ganz einfach. Ein Autor ist NIEMALS neutral. NIEMALS. Erstens sind die meisten immer mit dem Kopf in den eigenen Werken. Was es unendlich schwer macht, sich überhaupt auf fremde Gedankenwelten einzulassen. Dann hat man anfangs wohl immer das Bedürfnis, in den Krümeln zu wühlen. Also sprich: man will etwas finden, das einem selbst an einem guten und emotional aufwühlenden Buch nicht gepasst hat, denn es gibt einem innerlich  das befriedigende Gefühl, dass selbst ganz große Nummern unter den Autoren Fehler machen und dann fühlt man sich nicht mehr ganz so klein und unbedeutend. Dann gibt es noch den Schlag Autoren, die Kollegen prinzipiell nie schlecht bewerten. Angst vor ‘Rache-Rezis’, Kollegialität, man will niemandem auf die Füße treten, man fühlt sich verpflichtet – es gibt Millionen (schlechte) Gründe dafür.

Manchmal macht man auch all das als Phasen eines Entwicklungsprozesses durch und gehört bald zu der einen, bald zu der anderen Gruppen, bis man irgendwann aufhört, Rezis für Kollegen zu schreiben …

… denn egal, was man macht, es ist immer falsch.

Ich bin mittlerweile für mich an einem Punkt angekommen, an dem ich dieses völlig unzureichende 5-Sternesystem nehme und damit nicht die Qualität eines Buches bewerte (denn das lässt sich weiß Gott nicht in 5 lächerliche Sterne packen). Nein. Wenn ich bewerte, dann bin ich mir dessen bewusst, dass andere das vielleicht sehen. Es ist also erstens eine Empfehlung von mir an vielleicht künftige Leser eines Buches. Somit schreibe ich im Hinblick auf das, was wichtig wäre, über das Buch zu wissen.

Gleichzeitig ist es aber auch (oft das einzige) Feedback, das ein Autor für seine Mühen, seinen Schweiß, seine kreativen Zusammenbrüche, sein Künstlerblut und seine Tränen bekommt. Also sollte ich beim Schreiben schon auch an denjenigen denken, der es ‘abkriegt’. Dazwischen nun die Balance zu finden und dennoch ehrlich zu bleiben, ist das Schwerste an der ganzen Sache.

Und dann kriege ich nur 5 verdammte Sterne!!!

Also zum Vergeben und differenzieren meine ich jetzt.

Was bei mir immer raus fliegt, ist die Coverbewertung. COVER! Darüber schreibe ich mal nen eigenen Beitrag. Aber eigentlich ist ein Buchcover nur ein Werbeschild und kein Qualitätsmerkmal eines Buches. (In der Trivialliteratur mag es vielleicht kaufentscheidend sein, aber darum geht es nicht.) Meinetwegen kann ein Autor seine Werke in Alditüten wickeln. Ich will ja was lesen, das mich begeistert und nicht ein schönes Bild in der Hand halten, das dazwischen 400 Seiten Müll enthält, weswegen ich es mir schlecht im Querformat an die Wand hängen will.

Sicher gehört zu einem guten Buch ein schönes Cover, das neugierig macht und eine Geschichte erzählt. Aber das Wertvolle befindet sich zwischen den Klappendeckeln.

Darum mache ich es mir seit geraumer Weile einfach.

Der innere Autor bleibt beim Lesen daheim. Und wenn ich das nicht kann, dann wird nicht gelesen. Was mich dann berührt, was mich fesselt, was mich aus irgendeinem Grund bei der Stange hält und mir ein Schmunzeln entlockt, mich zum Nachdenken oder zum Staunen bringt und ganz selten auch mal zum Lachen oder weinen, das hat es verdient, eine gute Bewertung zu kriegen. Allgemein gängig sind 4-5 Sterne.

Sogar 3 sind ja schon ‘kritisch’. Wobei 3/5 noch mehr als die Hälfte sind. Aber kann man sich drüber streiten. Bei vielen heißen 3 Sterne schon: “Ich fands total doof, aber wenn ich weniger gebe, wird mir nachgesagt, böse Verrisse zu schreiben.”

Und genau das ist der Punkt, der an ‘Rezensionen’ nervt.

Die meisten beginnen mit der Beschreibung des Covers und ziehen dann bei nicht Gefallen gleich einen Punkt ab. Scheißegal, wie gut das Buch gewesen ist. Wenn wir uns allein nur in Trivialliteratur bewegen, mag das vielleicht angeht, denn es geht ja allgemeinhin um den Unterhaltungswert und da spielt die Optik dann vielleicht doch eine Rolle. Aber ist die Haptik dann nicht ein ebenso großer Punkt? Und wenn ich dann als Print-Liebhaber gezwungen bin ein geiles Buch auf dem E-Reader zu lesen, weil es als Print nicht existiert, ziehe ich dann gleich mal nen Stern ab, weil ich es nicht anfassen kann? (Ja, ich höre euch schon ‘Schwachsinn!’ rufen 😉 )

Was bei all dem aber auf der Strecke bleibt, ist die wirklich echte literarische Diskussion.

Vereinfachen wir uns mal die Definition vom Anfang und sagen: Trivia will nur eine Geschichte erzählen. ‘Echte’ Literatur will darüber hinaus noch mehr.

Dann kommen wir doch in beiden Fällen erstmal zur Geschichte, dem sprichwörtlichen Kern des Pudels. Denn die für mich wirklich wichtigen Fragen bleiben nur allzu oft offen. Wie wird den erzählt? Wer erzählt? Erzählperspektive – die oft genug nicht richtig zugeordnet wird – und wenn, dann stellt niemand die Frage, warum der Autor diese Perspektive gewählt hätte und nicht eine andere. Geht es denn wirklich nur um die Geschichte? Oder gibt es am Ende doch noch etwas zwischen den Zeilen zu finden?

Und dann der Schreibstil. “Lässt sich gut und flüssig lesen.” Das ist das höchste der Gefühle, was ich auf Buchblogs finde. Aber verdammt!!!

Da ist doch noch so viel mehr.

Manche Autoren verzaubern mit Bildhaftigkeit, ohne blumig zu werden. Manche sind blumig und es ist dennoch toll. Manche benutzen wenig Worte und erzählen doch ganz viel. Jeder schreibt anders. Oder zumindest sollte jeder anders schreiben. Denn wenn ich einen Autor vom anderen nicht an der Sprache unterscheiden kann, dann ist es wohl wirklich nur eine Geschichte um der Geschichte willen und ich kann bei den ausführlichen Coverdiskussionen in Pastell bleiben.

Ja. Ihr seht schon. Ich frage mich oft genug, ob da denn nicht noch mehr ist.

Buchbloger gibt es so viele, und zu lesen, um unterhalten zu werden, ist keine Schande. Aber fast jeder hat im Profil stehen, er liebe Literatur.

Dann ihr Lieben, lasst uns doch anfangen, über Literatur zu reden. Differenziert. Stellt die Fragen, die sonst keiner stellt. Taucht zwischen die Zeilen. Lernt, den Klang der Wortmelodien zu hören, die mancher Autor mit der Partitur der Worte zu spielen in der Lage ist.

Und dann brechen wir aus aus diesem Schema von 1-5 Sterne. Denn seien wir ehrlich: Manches Buch hätte 6 verdient und manches in unseren Augen nicht mal einen. Oder?

 

Einen schönen Abend.

 

Liebste Grüße,

 

Eure Sylvi

 

.P.S. Wer sich fragt, warum eine Katze das bild dieses Artikels geworden ist: Cat-Content! 😉 Vielleicht habe ich ja damit eure Aufmerksamkeit. 😉

 

Schreibtagebuch – wenn die Muse heimkehrt

Huhu ihr Lieben!

 

Es ist Freitag und eigentlich ist derzeit viel los. Mittwoch war ich sehr niedergeschlagen aus unendlich vielen Gründen. Aber der Donnerstag hat alles wieder wett gemacht. Eine Menge Unklarheiten sind aus dem Weg geräumt und was passiert immer, wenn mein Kopf entspannen kann?

Genau!

 

Die Muse ist wieder bei mir eingezogen.

Heute früh weckte sie mich mit einem wundervoll feurigen Dialog zwischen Gwendolyn und Thoran. Also bin ich direkt vor der Arbeit noch an den PC und habe eine Runde geschrieben. Auch jetzt arbeitet es fleißig und so langsam fügen sich die ganzen kleinen Steinchen in meinem Kopf zu dem großen und – hoffentlich – wundervollen Gesamtbild der neuen Erui-Trilogie “Das Herz des blauen Drachen” zusammen.

 

400 Seiten schon geschrieben – vermutlich noch 1000 vor mir!

Wie das mit Erui ja immer so ist, wird auch das hier diesmal keine kleine Geschichte. Wer meine Seite schon ein wenig länger verfolgt, der weiß ja, dass es sich um die zeit drehen wird, als die zweite dunkle Zeit in Erui endete, als Gomar die Macht im Norden übernommen hatte, Thoran Blaudrache seinen Schwur einlösen musste und die Ewigen Wächter aus der Sternenlied-Saga noch jung und teilweise sehr unbedarft waren.

 

Ein ganz neues Licht für altbekannte Protagonisten.

es ist damit unglaublich spannend, herauszufinden, wo Gwendolyn, Mendric, Luani und Ariman eigentlich herkamen. Was ihre Wünsche und träume waren und wieso sie irgendwann Wächter wurden. Gerade Gwen mochten ja die wenigsten am Ende der Sternenlied-Saga, und haben das Ende sogar begrüßt, dass ich ihr schrieb.

Für mich war das damals ein schwerer Schritt, denn ich hatte ja schon immer im Kopf, woher sie einmal kam und welcher Weg hinter ihr lag. Ein Mädchen voll Träume und Wünsche, das ähnlich meiner Heldin Fenia eine einzige große und wahre Liebe gekannt hat. Aber keine Sorge, um Liebe wird es nicht gehen.

 

Ein neuer Epos entsteht

Ich will euch Erui von einer ganz anderen Seite zeigen. Denn nein, früher war nicht alles besser. Und es gibt so viele Geschichten, die ihr sehen müsst! Ich selbst stehe immer wieder staunend, wenn ich neue Bruchstück von meiner Muse ins Ohr geraunt bekomme und es fühlt sich wieder an wie damals, als ich den Stern schrieb.

Erui lebt! Wirklich. Ich habe das Gefühl, dass ich mir das nicht alles ausdenke, denn es ist so groß und gewaltig und oft genug überraschend und ich würde euch so gern schon mitnehmen. Aber es wird wohl noch eine ganze Weile dauern. Ihr kennt mich ja. auf die Frage “Dürfen es auch 200 Seiten mehr sein?” würde ich nie mit Nein antworten.

Der erste teil “Ein uralter Schwur” ist ja im Nano 2015 schon ganz gut gewachsen. Da muss ich jetzt aber viel polieren und die Lücken auffüllen. Das Ende für die ganze Reihe kenne ich dabei schon und habe auch den Epilog bereits geschrieben. Der ist tatsächlich eher ein Schmankerl für jene, die den Stern gelesen haben. Denn ja, so ein klein bisschen nehme ich euch mit zurück zu den Helden, die ihr kennen und hoffentlich auch lieben gelernt habt.

 

Also dann. Jetzt muss ich aber wieder Schreiben. Habt einen schönen Freitag und ein tolles Wochenende.

Backe, backe … Drache! – Die Buchmesse kommt näher

Nur noch 4 Tage bis zur Buchmesse in Leipzig!

Es ist ganze 18 Jahre her, dass ich das letzte Mal durch diese Hallen gewandert bin. 18!! … Das ist mehr als mein halbes Leben.

Damals war ich noch jung und überoptimistisch und glaubte, mit Bücherschreiben könne man viel Geld verdienen. Ich las zum ersten Mal vor Publikum aus meinem Kinderbuch. Und für ein paar Stunden war da wirklich die Illusion, dass ich nun schon ein echter Autor sei. … Mit 13.

Dann kam das Erwachen. Und ich begriff, Verlag ist nicht gleich Verlag. Und nur ein halbes Jahr später, als Erui in meinem Kopf einen Namen bekam und ich eigentlich nur noch beschämt an die erste Veröffentlichung dachte, war da auch der Gedanke: Nie wieder Buchmesse!

Aber es kommt immer anders …

IMMER!

Auch vor knapp zwei Jahren, als meine Sternenlied-Saga mit ihrem ersten Teil ‘Heimkehr’ als Ebook erschien, war ich noch weit davon entfernt überhaupt über einen Messeauftritt nachzudenken. Ich hatte ja nicht einmal vor, das Buch drucken zu lassen. Ebook. Fertig.

Dann lernte ich Sabrina kennen. Und auf einmal habe ich Interviews gegeben, mich mit ihr vor eine Kamera gesetzt und ihr zuliebe gewagt, den Stern in ganz neuem Gewnd in Druck zu geben. Und jetzt … jetzt hat sie mich wortwörtlich auch auf die Buchmesse geschleift.

ABER: Ich bin nicht böse drum. Ich bin dankbar. Unendlich. Denn bisher hat alles, was wir gemeinsam geplant und unternommen haben immer so wahnsinnig viel Spaß gemacht. Egal, wie viel Angst ich vorher hatte.

Darum: Die Messe wird großartig. Und um auch ein bisschen was dafür zu tun, habe ich mich jetzt gestern den Tag in die Küche gestellt und für euch Messe-Goodies gebacken. Und was wohl?

Genau: Drachen, Einhörner und Sterne.

 

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Dann wollen wir mal!
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Erste Ladung: Vanille-Sterne
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Zweite Ladung: blaue Drachen (Vorsicht! Sie verlieren leicht den Kopf. 😉 ) 
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Nach der dritten Ladung (Erdbeer-Einhörner) geht es ans Verpacken.
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Fertig
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Natürlich mit Lesezeichen.
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Auch die Rückseite ist schön (da sind noch die alte Ebook-Cover drauf. Rarität! ) 
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Erster Korb
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Und weiter gehts! 
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Kekstüten und Gewinne für Samstag! Und Fee will so gerne probieren. (Japp, in den unscheinbaren Pappröhren sind Poster für euch. 😀 ) 

Mit Sylvia auf Klettertour

MIIIAU!!

Heute schreibt hier mal Tom. Denn was wir grade erlebt haben, war der WAHNSINN!

Glaubt ihr nicht? Na, ich fast auch nicht. Darum muss ich euch berichten. Wie gut, dass diesmal die kleine silberne Kiste mit war. Darin kann man die Welt festhalten und später wieder anschauen. So kann ich unseren Ausflug jetzt auch mit euch teilen. Es war phänomenal. Ehrlich!

 

Alles fing mit einem ausgedehnten Mittagsschläfchen an

Gut, zugegeben. Ich bin nicht der Zuverlässigste zurzeit. Manchmal muss mein Frauchen zwei Tage auf mich warten. Aber die letzten Tage war so schöner Sturm. Da MUSSTE ich den Wind fangen. Geht einfach nicht anders. Heute Früh schien aber die Sonne und so bin ich heimwärts. Meine Leute waren soooo froh, dass ich mal wieder nur das feinste Fresschen bekam. Dann hab ich mich hingehauen.

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Frauchen war Mittags ein bisschen da. Wir haben sogar gekuschelt. Aber wie immer musste sie weg. Allerdings kam sie heute nachhause, bevor ich wieder aufgewacht war. Ich habe die schritte vor der Tür gleich erkannt. Es gab schon wieder Essen! Und dann – klar – raus. Die Sonne ging jja schon unter. Da muss man doch los, um seine Besitzansprüche in der Nachbarschaft kalrzumachen. Aber oh! Warte! Sie hat ja noch Schuhe an. Und den Schlüssel in der Hand. Und sie greift nach der silbernen Klickkiste. Heißt das … ? Heißt das etwa ..?

 

Ha, da hat sie mich auch schon gerufen!

 

Und los ging’s. Vorbei an den ersten Frühblühern.

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Über die Straße

 

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und husch auf die Wiese:

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In der Ferne konnte ich ihn sogar schon sehen: Meinen Baum! 

Wer ihn da gepflanzt hat, weiß ich nicht. Aber er ist toll. Nein. Er ist ober-, über-, mega-, hammer-, spitzenklasse! Habt ihr so einen tollen Baum schon mal gesehen?

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Und dann gab es natürlich kein Halten mehr!

Ich musste rauf auf den Baum. Alles erst einmal markieren. Mich herumrollen. Oh es ist so schön hier. Man kann so weit schauen.

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Und natürlich kann man drauf rumklettern.

Einen Kletterbaum habe ich ja auch zuhause. Aber der ist doch nur winzig klein, verglichen mit diesem hier. Wenn ich hier tobe, dann werde ich ganz wild und will Kratzen und Beißen und Fangen und Nachlaufen auf den Ästen spielen.

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Am Ende will ich immer gar nicht wieder gehen.

Aber irgendwann muss ja mal Schluss sein. Also noch ein bisschen die letzten Sonnenstrahlen genießen. Es wird wieder mal einen Tag geben, an dem wir hier spielen gehen.

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Auf bald.

 

Euer Tom.