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Mit Sylvia auf Klettertour

MIIIAU!!

Heute schreibt hier mal Tom. Denn was wir grade erlebt haben, war der WAHNSINN!

Glaubt ihr nicht? Na, ich fast auch nicht. Darum muss ich euch berichten. Wie gut, dass diesmal die kleine silberne Kiste mit war. Darin kann man die Welt festhalten und später wieder anschauen. So kann ich unseren Ausflug jetzt auch mit euch teilen. Es war phänomenal. Ehrlich!

 

Alles fing mit einem ausgedehnten Mittagsschläfchen an

Gut, zugegeben. Ich bin nicht der Zuverlässigste zurzeit. Manchmal muss mein Frauchen zwei Tage auf mich warten. Aber die letzten Tage war so schöner Sturm. Da MUSSTE ich den Wind fangen. Geht einfach nicht anders. Heute Früh schien aber die Sonne und so bin ich heimwärts. Meine Leute waren soooo froh, dass ich mal wieder nur das feinste Fresschen bekam. Dann hab ich mich hingehauen.

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Frauchen war Mittags ein bisschen da. Wir haben sogar gekuschelt. Aber wie immer musste sie weg. Allerdings kam sie heute nachhause, bevor ich wieder aufgewacht war. Ich habe die schritte vor der Tür gleich erkannt. Es gab schon wieder Essen! Und dann – klar – raus. Die Sonne ging jja schon unter. Da muss man doch los, um seine Besitzansprüche in der Nachbarschaft kalrzumachen. Aber oh! Warte! Sie hat ja noch Schuhe an. Und den Schlüssel in der Hand. Und sie greift nach der silbernen Klickkiste. Heißt das … ? Heißt das etwa ..?

 

Ha, da hat sie mich auch schon gerufen!

 

Und los ging’s. Vorbei an den ersten Frühblühern.

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Über die Straße

 

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und husch auf die Wiese:

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In der Ferne konnte ich ihn sogar schon sehen: Meinen Baum! 

Wer ihn da gepflanzt hat, weiß ich nicht. Aber er ist toll. Nein. Er ist ober-, über-, mega-, hammer-, spitzenklasse! Habt ihr so einen tollen Baum schon mal gesehen?

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Und dann gab es natürlich kein Halten mehr!

Ich musste rauf auf den Baum. Alles erst einmal markieren. Mich herumrollen. Oh es ist so schön hier. Man kann so weit schauen.

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Und natürlich kann man drauf rumklettern.

Einen Kletterbaum habe ich ja auch zuhause. Aber der ist doch nur winzig klein, verglichen mit diesem hier. Wenn ich hier tobe, dann werde ich ganz wild und will Kratzen und Beißen und Fangen und Nachlaufen auf den Ästen spielen.

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Am Ende will ich immer gar nicht wieder gehen.

Aber irgendwann muss ja mal Schluss sein. Also noch ein bisschen die letzten Sonnenstrahlen genießen. Es wird wieder mal einen Tag geben, an dem wir hier spielen gehen.

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Auf bald.

 

Euer Tom.

Heimweh nach einem Ort, an dem man nie war.

Ich möchte schreiben. Ich könnte schreiben. Ich habe grade Zeit. Und so viele Ideen. Aber es geht nicht. Mein Kopf will sich einfach nicht einlassen auf diese neuen, wundervollen, noch unfertigen Geschichten, in denen noch so viel möglich ist.

Letztes Jahr, als ich auf einem Hochpunkt an Stress mitten in der Veröffentlichung des zweiten Teils und der Überarbeitung des dritten meines Stern von Erui steckte, da haben sie mich überfallen, die wunderbaren Ideen, meine neuen Gedankenkinder. Am Anfang waren sie nur kleine Plottbunnies, die um mich her hüpfen. Hier ein Pitch für eine Geschichte, da ein Dialog zwischen zwei noch unausgereiften Charakteren.  Einige davon sind in der Versenkung verschwunden, doch anderen haben sich gehalten, sind gewachsen und nun bereit, endlich auf Papier gebannt zu werden.

Aber meine Finger verharren zitternd über den Tasten, wenn ich nur daran denke.

Warum?

Ganz einfach. Ich bin an einem Punkt angekommen, den mancher meiner Kollegen vermutlich kennt. Und wenn man ehrlich ist, kennen ihn auch die Leser. Jeder, der schon mal eine Leseflaute hatte, weiß wie das ist: Nichts kann einen wirklich begeistern, obwohl so viele schöne Titel auf einen warten. So viele Geschichten mit liebenswerten Helden und spannenden Wendungen. Doch nein, man kann nicht. Man will nicht. Nichts ist genug. Nichts ist schön. Alles ist öde und fad und grau.

Ein Gefühl, das alle von uns kennen: Man hat Heimweh. Heimweh nach dieser einen Geschichte, die in der Lage war, einen total in seinen Bann zu ziehen, den Kopf nicht mehr loszulassen und einen in sich hineinzuziehen.

So wie ihr beim Lesen, erleben wir Autoren das auch beim Schreiben. Wir fühlen und fiebern mit. Manchmal werden wir selbst überrascht, wenn unsere Helden unter unseren Fingern plötzlich Worte zu Papier bringen, die wir so nie gedacht, nie für möglich gehalten hätten. Wir sehen aus Gedankenkonstrukten kleine Persönlichkeiten wachsen, mit denen wir lachen und leiden.

Und manchmal hat uns eine dieser Geschichten so fest gepackt, dass wir wirklich Heimweh bekommen, wenn sie vorbei ist. Heimweh nach den Orten, die wir erschaffen haben. Heimweh nach dem Gefühl, wie es war, das erste Mal von diesem Ausblick von jenem Kliff hinab in das verwunschene Tal zu schreiben, oder von dem Streit zweier Freunde, der uns selbst das Herz zerriss, weil alles, was wir vorher schrieben unweigerlich auf diesen Punkt zu lief, aber wir selbst noch gar nicht wissen, wie es enden wird, oder auch jener eine, vielleicht schicksalsträchtige Kuss, ganz still, ganz heimlich.

Wir sehnen uns nach der Geschichte, die wir so vielleicht nie wieder schreiben werden – nein sogar mit Sicherheit nicht! – und fallen damit in ein tiefes Loch, das sich ein wenig nach Liebeskummer anfühlt.

Doch Gott sei Dank ist es mit dem Lesen und dem Schreiben anders als im echten Leben. Man kann sein Herz mehrmals verschenken. Keine unserer geliebten Geschichten wird eifersüchtig sein auf die nächste, die uns zu packen vermag, denn sie wissen, der Tag wird kommen, da werden wir sie wieder aus dem Regal kramen und uns einmal mehr in der Melodie ihrer Zeilen verlieren.

 

Ein schönes Wochenende wünscht euch

 

Eure Sylvia