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Schnipseldienstag – wenn der Stern zu Staub zerfällt …

Was ist heute? – Richtig! Schnipseldienstag.

Weil mich ja grade nicht so fesselt, wie der Sternenstaub dürft ihr mir auch ein klein wenig über die Schulter schauen. Na? Was mag da wohl passiert sein? Oder wird noch passieren? Und nein, das ist noch nicht das Ende. Noch lange nicht …

 

Erst nach Stunden, in denen sie mit der Schwere der Verletzung und der peinigenden Anwesenheit des Schattens rang, begann die Qual so langsam zu verblassen. Die Nebel wurden dichter; wie damals auch auf dem Schlachtfeld vor Peleneth. Der Würgegriff des Schattens um ihr Herz löste sich. Sie spürte, dass sie fiel und fiel, und je tiefer sie gelangte, umso ferner schienen alle Eindrücke der äußeren Welt und auch alle Eindrücke in ihrem verwirrten, zerrissenen Herz zu werden.

Nach einer Weile, die aus ungezählten Ewigkeiten zu bestehen schien, schlug sie auf so etwas wie einem Boden auf, ohne den geringsten Schmerz dabei zu fühlen. Sie erhob sich und sah, dass dort, auf einer Bahre aus Nebel, ihr eigener zerschundener Körper lag. Er war noch eingesponnen in Fäden aus Blut und Schatten. Sie selbst spürte dabei allerdings weder Schmerz noch Dunkelheit.

Zärtlich fuhren ihre Finger über die blassen Wangen und das ausgezehrte Gesicht. Die blauen Augen waren geschlossen und sie bezweifelte stark, dass sie sich je wieder öffnen würden.

Wozu sollten sie auch?

Hier wo sie war, wo ihr Herz und ihr Verstand frei waren von allen störenden Einflüssen, glaubte sie zum ersten Mal wieder wirklich klar sehen zu können. Sie blickte auf den Pfad, der sie hierher geführt hatte, wohl wissend, dass er hier enden musste; – auf die eine oder andere Weise.

Verspäteter Dienstags-Schnipsel – Die Verwandlung mal anders

Ich hatte ja eigentlich fest vor, jeden Dienstag brav was zu schnipseln, damit euch beim Warten auf denn Sternenstaub nicht langweilig wird.

Mea culpa … Dienstag war ich nano-nachwirkungsbedingt einfach einen Tag out of Order und habe gar nix gemacht. Einfach nur daheim rumhängen und gammeln. Ich habe den Pc angeschaltet, an den Schnipsel gedacht, die Seite geöffnet und … wieder zu gemacht.

Dafür gibt es die kleine Kostprobe aus einem neuen Projekt heute.

Der Arbeitstitel bisher lautet: ” Der Axolotlkönig” und inspiriert hat mich dieses Bild.

Worum es gehen wird?

Fynn ist sechzehn, hat ein großes Mundwerk, einen reichen Vater und sieht gut aus. Das Beste an ihm ist aber, dass er Leadsänger in seiner eigenen Rockband ist. Zumindest war er das, bis zu diesem Zwischenfall. Jetzt ist er noch genau 20 cm groß mit glitschiger kupferfarbener Haut und lebt in einem Aquarium. Auch noch ausgerechnet im Aquarium des langweiligsten Mädchens an der gesamten Schule.

Leonie trägt komische Klamotten, eine dicke Hornbrille und hat immer ein Buch vor der Nase.
Zunächst fragt Fynn sich nur, wie er in diese missliche Lage geraten konnte, vor allem, wie er herauskommt. Dann aber bekommt er durch die Wände seiner beengten Behausung einen tieferen Einblick in Leonies Leben und plötzlich fragt er sich nur noch, wie er ihr helfen kann.

 

Eine witzig-chaotische Adaption des Froschkönigs für Jugendliche, die allerdings nicht ohne eine gewisse ernste Note bleiben wird. Wie, wird an dieser Stelle nicht verraten. Hier ist erstmal eine Kostprobe daraus:

 

Kaum haben wir unseren Kram von der Bühne geräumt, damit die Theaterfreaks mit ihren Proben anfangen können, verschwinde ich im Bad. Ich schließe mich auf einer der Toiletten ein und hole erstmal tief Luft.

Ich bin froh, dass wir das jetzt hinter uns gebracht haben, war eigentlich von vornherein abzusehen, dass wir spielen dürfen. Aber der Rektor macht immer einen Aufriss wegen der Formalitäten. Immer muss er raushängen lassen, dass er in allen Entscheidungen das letzte Wort hat. -Klar, wenn man das daheim nie hat.-

Dennoch bin ich nicht ganz so cool, wie ich nach außen wohl immer wirke. Grade nicht nach dem Auftritt, den mein Dad daheim wieder hingelegt hat.

Sturzbetrunken, das Whiskyglas noch in der Hand, -dass es ein Dalmore Jahrgang 64 war, hat es nicht besser gemacht. Kotze wegwischen noch vor dem Frühstück! Brauche ich unbedingt. Und umziehen musste ich mich dann auch noch mal. Man man man. Ich bin doch nicht sein Kindermädchen.

Ich hoffe er pennt einfach, bis ich heute Nachmittag wieder da bin.

Mit zitternden Fingern ziehe ich eine Zigarettenschachtel aus der Tasche. In der Schule darf nicht geraucht werden. Es tun trotzdem alle. Aber ich sollte mich nicht erwischen lassen. Hab schon zwei Verwarnungen deswegen. Bei der nächsten darf ich für vier Wochen die Schulklos putzen. Fällt mir ja im Traum nicht ein.

Ich bin jetzt kein Dauerraucher. Eigentlich paffe ich bloß. Will mir ja die Lunge nicht ruinieren, aber irgendwie brauch ich das manchmal, grade an nem Tag wie heute.

Nach außen müssen wir natürlich ein tadelloses Image pflegen. Auf qualmende Schmuddelrocker steht heute keiner mehr. Nein, am besten sollte man ein tierlieber Öko sein, der in seiner Freizeit Elefantenbabys rettet. Naja. Vielleicht such ich mir eine entsprechende Beschäftigung, wenn ich wirklich mal berühmt werden sollte.

Ich höre die Unterrichtsglocke schellen. Dann quietscht die Tür. Hastig werfe ich die Zigarette in die Kloschüssel.

Fynn, bist du hier drin?“, höre ich Marvs Stimme.

Ich atme erleichtert aus und will ihm antworten, da passiert mit einem Mal etwas Seltsames. Mir wird erst eiskalt und dann heiß. Etwas in mir zieht sich zusammen. Dann ist mir, als würde ich plötzlich keine Luft mehr bekommen. Ich verliere den Halt, stürze, drehe mich ein paar mal um mich selbst, dann macht es ‘Platsch’.

Als ich wieder zu mir komme, bin ich pitschnass und schwimme in einer riesigen Wasserlache. Um mich her ist alles weiß. Wände, Boden, Decke – alles weiß.

Ich drehe mich verwirrt um. Ich will etwas sagen. Es macht ‘Blubb’. Neben mir schwimmt ein Zigarettenstummel von gigantischem Ausmaß vorbei.

 

Wüstenstaub und Todesangst

Ich habe ja leider einige Dienstage mit dem Schnipseln ausgesetzt, weil einfach so viel los war. Das soll aber nicht einreißen, darum gibt es hier eine Kostprobe aus meinem neusten Werk: “Das Herz des blauen Drachen”

Es wird zu einer Reihe gehören, die ich ‘Chroniken von Erui’ nenne und die lose verbunden Geschichten in der Welt des Sterns erzählen. Diese hier wird von der Zeit erzählen, als meine ewigen Wächter noch keine Wächter waren und von dem Fehler, der sie dazu machte. Da es wieder mal ein dicker Wälzer werden wird, könnt ihr euch sicher noch auf viele weitere Schnipsel freuen.

Hier für euch die junge Luani, wie sie einst aus ihrer Heimatstadt, dem altehrwürdigen Karadar in den südlichen Wüsten fliehen musste.

 

Die Kleine erwachte, das Gesicht im glühenden Wüstensand. Ihr Mund war staubtrocken. Ihre Stirn glühte. Sie hatte Durst, die hatte Hunger und troz des ohnmächtigen Schlafes fühlte sie sich nicht ausgeruht.

Sie ließ die Augen geschlossen. Sie wollte nicht aufstehen, sich nicht erheben und nicht weitergehen. Konnten die Angreifer sich nicht vielleicht schon bis hier her verirrt haben?Bitte? Sie wünschte sich fast, dass eine kalte Hand sie packe ihr das Herz aus der Brust riss und sie endlich in die Arme des Todes geben würde.

Doch so leicht war es nicht.

Flieh!“, hatte die Stimme gesagt und sie hatte gehorcht.

Das Glühen der Sonne wurde immer unerträglicher, obwohl sie schon durch die geschlossenen Augen erkennen konnnte, dass es noch früher Morgen sein musste. Sie sammelt also ihre Strahlen gerade erst und angefangen hatte es somit auch noch nicht.

Sie könnte zurückgehen, dachte sie kurz. Dann könnte sie wohl ebenso viel ausrichten, wie bisher, nämlich gar nichts und würde nicht mit der Schande leben müssen, als vermutlich einzige davon gekommen zu sein.

Der Tod schien grade so eine süße Wahl. – Der Tod! Luani spürte, wie ihr Herz bei dem gedanken absackte. Es war wie ein Fall aus großer Höhe; ungebremst. Der Puls raste in die Höhe, bis das Herz stehenblieb und dann gab es nur noch das Gefühl in die Schwärze zu fallen. Schwärze, die sie vershclingen würde, bis sie weg war. Mit Haut und Haaren und allem. Ihre Seele fort, ihre Gedanken, Gefühle, Erinnerung. Nichts mehr übrig. Zeit würde Sand über die toten Körper und die zerfallenen Mauern wehen und wenn tausend weitere Sommer vergangen waren würde sich keiner mehr an Karadar erinner und auch nicht an sie.

‘Nein!’, schrie es in ihr und sie riss die Augen auf.