Wüstenstaub und Todesangst

Ich habe ja leider einige Dienstage mit dem Schnipseln ausgesetzt, weil einfach so viel los war. Das soll aber nicht einreißen, darum gibt es hier eine Kostprobe aus meinem neusten Werk: “Das Herz des blauen Drachen”

Es wird zu einer Reihe gehören, die ich ‘Chroniken von Erui’ nenne und die lose verbunden Geschichten in der Welt des Sterns erzählen. Diese hier wird von der Zeit erzählen, als meine ewigen Wächter noch keine Wächter waren und von dem Fehler, der sie dazu machte. Da es wieder mal ein dicker Wälzer werden wird, könnt ihr euch sicher noch auf viele weitere Schnipsel freuen.

Hier für euch die junge Luani, wie sie einst aus ihrer Heimatstadt, dem altehrwürdigen Karadar in den südlichen Wüsten fliehen musste.

 

Die Kleine erwachte, das Gesicht im glühenden Wüstensand. Ihr Mund war staubtrocken. Ihre Stirn glühte. Sie hatte Durst, die hatte Hunger und troz des ohnmächtigen Schlafes fühlte sie sich nicht ausgeruht.

Sie ließ die Augen geschlossen. Sie wollte nicht aufstehen, sich nicht erheben und nicht weitergehen. Konnten die Angreifer sich nicht vielleicht schon bis hier her verirrt haben?Bitte? Sie wünschte sich fast, dass eine kalte Hand sie packe ihr das Herz aus der Brust riss und sie endlich in die Arme des Todes geben würde.

Doch so leicht war es nicht.

Flieh!“, hatte die Stimme gesagt und sie hatte gehorcht.

Das Glühen der Sonne wurde immer unerträglicher, obwohl sie schon durch die geschlossenen Augen erkennen konnnte, dass es noch früher Morgen sein musste. Sie sammelt also ihre Strahlen gerade erst und angefangen hatte es somit auch noch nicht.

Sie könnte zurückgehen, dachte sie kurz. Dann könnte sie wohl ebenso viel ausrichten, wie bisher, nämlich gar nichts und würde nicht mit der Schande leben müssen, als vermutlich einzige davon gekommen zu sein.

Der Tod schien grade so eine süße Wahl. – Der Tod! Luani spürte, wie ihr Herz bei dem gedanken absackte. Es war wie ein Fall aus großer Höhe; ungebremst. Der Puls raste in die Höhe, bis das Herz stehenblieb und dann gab es nur noch das Gefühl in die Schwärze zu fallen. Schwärze, die sie vershclingen würde, bis sie weg war. Mit Haut und Haaren und allem. Ihre Seele fort, ihre Gedanken, Gefühle, Erinnerung. Nichts mehr übrig. Zeit würde Sand über die toten Körper und die zerfallenen Mauern wehen und wenn tausend weitere Sommer vergangen waren würde sich keiner mehr an Karadar erinner und auch nicht an sie.

‘Nein!’, schrie es in ihr und sie riss die Augen auf.

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