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Deleted Scenes – Ein Sturm zieht auf

Manche haben sich vielleicht gefragt: Wie ist das eigentlich weitergegangen? Also jetzt nach diesem unerwarteten ersten Kuss? Fenia und Martin ein Paar? Und was war mit diesem seltsamen Nebel?

Wohin das alles führte, das habe ich in Heimkehr ja geschrieben. Doch gibt es da wirklich so viel mehr. Im Prinzip all die Tage, die zwischen den Zeitsprüngen liegen. Aber wie hat eine liebe Kollegin neulich geschrieben? Kill your Darlings! – Verliere dich nicht in Belanglosigkeiten!

Für die Handlung war es nicht wichtig. Aber jetzt, jetzt kennt ihr die Geschichte und ich lass euch gern noch einmal zurückkehren zu der Nacht und dem Mond und dem unverhofften Kuss, um vielleicht zu sehen, was ihr beim ersten Lesen gar nicht sehen konntet. 😉

Zwei Herzen – Augen eines Sturms, der im Aufziehen begriffen war.

Fahndungsbild Fenia     Fahndungsbild Martin

 

Sein Herz zitterte, als seine Lippen ihre berührten. Alles in ihm schien in Aufruhr zu geraten. Es war wie ein Sturm, der durch sein Inneres fegte, während er gleichzeitig nach außen eine Ruhe spürte, wie sie ihn noch nie umfangen hatte. Alles war gut. Hier und jetzt. Er hielt sie in den Armen und nichts anderes zählte als das. Er spürte, dass es auch für sie befremdlich war, doch sie ließ sich ganz und gar darauf ein.

Zwei bebende Herzen, Augen eines Sturms, von dem sie nicht ahnten, dass er im Aufziehen begriffen war.

Nach einer Weile löste er sich vorsichtig von ihr. Er sah sie an und lächelte, bemerkte aber, dass ihr Blick schon wieder an ihm vorbei in die Ferne wanderte. Er drehte sich um und sah nur den Himmel und den vollen Mond daran. „Ich kann nicht mit euch gehen“, hörte er sie flüstern und begriff, was los war. „Fenia“, sagte er energisch, doch nicht zu laut, auch wenn alles in ihm schrie. Er hätte sie am liebsten fest an den Schultern gerüttelt, angeschrien, ihn anzusehen, sich nicht auf die einzulassen.

„Fenni, hey bitte. Sieh mich an“, forderte er noch einmal und legte ihr eine Hand an die Wange, die im Mondlicht fast silbern glitzerte. Für einen winzigen Augenblick glaubte er dabei wie durch einen feinen Schleier zu greifen, bevor seine Haut ihre berührte. Dann aber schüttelte er den Kopf. Das war Blödsinn. Hier war nichts weiter zwischen ihr und ihm. Nicht jetzt; nicht in dieser Nacht. Und wenn es nach ihm ginge, dann würde da auch nie wieder etwas sein.

„Ich glaube“, gestand er ihr schließlich, selbst kein wenig überrascht von seinen Worten, „Ich glaube, ich habe mich zum allerersten Mal verliebt.“ … Und ich hoffe, es wird ewig halten.

Auf diese Worte hin zuckte es kurz in Fenias Augen und sie sah wieder zu ihm. Ein kurzes Lächeln, flüchtig wie ein Wolkenschatten vor dem hellen Vollmond, huschte über ihre Lippen. Dann wurde ihr Blick wieder glasig.

Martin verstand, dass sie noch mehr sah als nur ihn, mehr hörte als allein seine Stimme. Er schloss die Augen, zog sie fester an sich. Er lauschte, ob auch er die klare, fordernde Stimme erneut vernehmen konnte, doch bließ ihm nur ein rauer Wind aus Richtung des Waldes ins Gesicht.

Sie will nicht, dass ich mich einmische, verstand er.

Sie wird ihren Willen bekommen. Wieder einmal. Sie fordert alles. Erneut. Immer fordert sie alles. Dieser zweite Gedanke kam so plötzlich wie ungebeten. Er war einfach da. Eine klaffende Wunde schwärender Gewissheit, dass es keinen Ausweg geben würde. Doch wusste er nicht, woher um alles in der Welt, er das wissen konnte. Sein Geist malte ihm erneut das unheimliche Bild jener Frau in den langen Gewändern ins Gedächtnis, wie sie über dem Nebel des Sees geschwebt war, unwirklich und substanzlos. Aber etwas in ihm wusste es besser. Sie hatte die Macht alles zu ändern, wüde nicht Ruhe geben, und sie forderte erneut einen Preis.

Er schüttelte den Kopf. Alles fühlte sich auf einmal taub und benommen und vernebelt an. Wieder diese Schleier, die sich auf seine Hände legten, die Fenia von ihm trennen wollten. Mehr Wind kam auf. Mehr Wolken schoben sich vor den Mond. Er spürte sie zittern und auch sich selbst.

„Komm weg hier“, flüsterte er, dabei wollte er es zornig schreien.

Überhaupt spürte er brodelnde Wut in sich. Er war hier mit ihr. Alles war gut. Endlich. Zum ersten Mal. Er liebte sie. Nein, es war nicht zu früh das zu denken. Er liebte sie, ganz gleich, was noch kommen würde. So wie sie war, weil sie ihn annahm, so wie er war. Er sah zu ihr und blickte immer noch in glasige Augen. Halb gefangen in Atemlosigkeit, halb in Angst.

„Ich bring dich hier weg“, sagte er entschlossen und sah zu der Wolkenwand, die über dem Wald aufzog wie ein drohendes Omen. „Du darfst nicht hierbleiben und du darfst nie wieder in die Nähe dieser Lichtung gehen.“

Fenia hörte seine Worte kaum, schmeckte immer noch die ungewohnt süße Berührung seiner Lippen auf ihren. Doch sie hörte auch die Stimmen, die riefen und flehten. Ihr Kopf drehte sich. Sie fühlte sich benommen. Martins Hände hielten sie, aber sie war sich nicht sicher, ob das nicht gleichzeitig alle Kraft aus ihr saugte.

Blödsinn, ermahnte sie sich zur Vernunft zu kommen. Doch das Schwindelgefühl wurde nicht besser. Als sie schließlich das Haus erreichten war sie leichenblass und kaum noch in der Lage selbst auf ihren eigenen Beinen zu stehen. Joe wartete bereits im einsetzenden Regen vor der Tür. Er sagte nichts. Nur Sorge lag in seinem Blick. Sorge und etwas, dass weder Fenia noch Martin bemerkten, und selbst wenn, hätten sie es vermutlich nicht einordnen können.

Martin brachte sie ins Haus. Mit ein paar knappen Worten erklärte er den anderen, dass Fenia wohl unter den Folgen ihrer Gehirnerschütterung litt und er sie nach Hause fahren würde. Ihre Gesichter schwankten alle zwischen Erstaunen, Entsetzen und Ratlosigkeit, doch kam keine Widerrede.

Martin griff nach seiner Jacke, in der er den Schlüssel für sein Mottorrad hatte. Er legte sie um Fenias Schultern und noch bevor irgendwer die Situation kommentieren konnte, waren sie auch schon wieder vor der Tür. Der Wind frischte weiter auf und es war klar, dass das Wetter nicht mehr lange halten würde. Aber es war nicht weit bis zu Fenias Elternhaus.

Als der Regen schließlich einsetzte, hatte Martin Fenia schon zu Hause abgeliefert. Ihre sehr besorgte Mutter hatte die neben sich stehende Tochter in Empfang genommen. Martin hatte in Fenias Blick lesen können, dass die Stimmen sie immer noch erreichten; sie immer noch quälten und nicht losließen. Er hatte den dringenden Wunsch verspürt, Frau Edani zu sagen, wie wichtig es war, dass sie ihre Tochter heute Nacht nicht mehr aus dem Haus ließ. Überhaupt in keiner Nacht. Doch wer war er schon, dass er sowas hätte bringen können?

Er hatte sich kaum gewagt mit Namen vorzustellen, denn was konte Fenia daheim schon über ihn erzählt haben? Außerdem war Frau Edani gewiss nicht die Sorte Mutter, die ihre verwirrte und offensichtlich benommene Tochter aus den Augen lassen würde, wenn sie ihr so mitten in der Nacht gebracht wurde.

Für einen Moment musterten die braunen Augen Martin auch und ihr Blick war nicht weniger eindringlich als der blaugrüngraue ihrer Tochter. Er musste schlucken, und als sie ihn zuletzt gefragt hatte, wer er überhaupt sei, hatte er nur gelogen: ein Freund.

Jetzt raste er in strömendem Regen die nassen Feldwege entlang. Dann bog er scharf in den Wald ab. Nein, er hatte nicht vor, zu Nina und den anderen zurückzufahren. Zumindest nicht sofort. Er wusste, dieses Unwetter hier war kein gewöhnliches. Nicht die Gewalten der Natur waren dafür verantwortlich, sondern sie; einzig und allein sie: die Frau im Nebel, die ihn und Fenia zu trennen gedachte, jetzt, wo sie sich gerde erst gefunden hatten.

Er fuhr schneller als er sollte auf dem rutschigen Untergrund und kam mehr als einmal ins Schlingern. Aber das störte ihn nicht. Die zwanzig Minuten, die er brauchte um die kleine Waldlichtung zu erreichen kamen ihm dennoch wie eine Ewigkeit vor. Er ließ sein Motorrad so achtlos in den regenanssen Boden vor dem schmalen Durchgang durch die Brombeeren fallen, wie vor drei Wochen erst, als er Fenias Schrei dahinter vernommen hatte. Er spürte wie auch an diesem Tag, dass etwas nicht stimmte. Diese fremde Präsenz, sie erfüllte die Lichtung und seine Gedanken und sie hieß ihn fortzugheen. Aber er dachte ja nicht im Traum daran.

Auf der Lichtung selbst war nichts. Nichts außer dem kleinen See und dem Felsen und dem Regen, der durch die dicht belaubten Blätter der Äste ringsum fiel. Martin ging zum Rand des Gewässers. Er fixierte die Stelle, an der er sie das letzte Mal gesehen hatte. Er wollte sie beinahe heraufbeschwören, nur um es ihr ins Gesicht schreien zu können.

„Du kriegst sie nicht!“, rief er schließlich, wutentbrannt, ohne ganz zu verstehen, woher diese ganze Wut kam. „Du kriegst sie nicht, den sie gehört dir nicht!“

Ein Blitz zuckte über den Himmel, ein krachender Donner folgte wie als Warnung. Martin fühlte sich dadurch erst recht provoziert. Er watete in das Wasser, bis es ihm bis über die Knie ging. Wütend schlugen seine Fäuste auf die augepeitschten Wellen ein. Er glaube, einen schwachen grauen Schein vor sich über dem Basaltbrocken erkennen zu können.

„Lass sie in Ruhe! Lass sie ein für alle Mal in Ruhe. Sie ist ein Mensch. WIR sind nur Menschen. Wir haben mit euresgleichen nichts zu schaffen. Also bleib fern von ihr!“

Wieder ein Leuchten, dass den Himmel über ihm erhellte. Wieder Donnerkrachen. Die Folge von Licht und Lärm wurde immer schneller. Martin überkam das ungewöhnliche Verlangen nun hoch oben selbst zwischen den Wolken zu sein und Blitz und Donner aus nächster Nähe zuzusehen, wie sie wütend auf die Erde einschlugen. Aber der Gedanke war so absurd wie die Tatsache, dass er hier war.

Nach einer Weile, die er weiterhin gegen die Naturgwalten angeschrien hatte wie ein Wahnsinniger, kam er schließlich wieder zu sich. Der Regen ließ nach. Der Sturm zog weiter. Die Wut in ihm legte sich ein bisschen. Die Angst nicht. Angst nicht vor der Frau, sondern davor, was er in Fenias Augen gesehen hatte, was in ihrer Stimme mitgeklungen war vor Tagen.

Bist du denn gar nicht neugierig?“

Nein, er war nicht neugierig. Nicht darauf. Nicht so. Er wusste, es zog sie an und würde sie weiterhin anziehen und sie würde nicht locker lassen, sie zu rufen. Auf dem Rückweg zu den anderen dachte er noch einmal darüber nach, ob er nicht doch mit Joe sprechen sollte. Er war Fenias bester Freund. Ihm war sicherlich ebenfalls daran gelegen, ihr zu helfen.

Allerdings verwarf er den Gedanken so schnell wieder wie er aufgekommmen war. Joe und die anderen mussten jetzt erstmal die neue Situation verstehen. Das war das Allerwichtigste. Und es würde noch schwierig genug werden. Er grübelte lange darüber, was er ihnen sagen sollte. Als er aber schließlich am Hof von Ninas Eltern ankam, hatte der Sturm sich bereits verzogen und auch alle Worte mit denen er hätte erklären können, was los war.

Stumm nahm er das Handtuch an, dass Nina ihm reichte. Stumm ertrug er auch ihre frgenden Blicke. Nur die von Joe waren nicht fragend. Sie waren bohrend, anklagend fast. Er verstand nicht wieso.

„Geht es ihr gut?“, fragte Joe schließlich, als sie sich auf dem Heuboden der Scheune in die Schlafsäcke wickelten.

Martin hatte sich bewusst weit von den anderen weg gelegt, damit Lena nicht weiterhin irgendwelche Annäherungsversuche starten konnte. Seine Gedanken waren bei Fenia. Bei ihrem Kuss. Bei all dem Neuen und all dem Fremden, was plötzlich über ihm hereinbrach. Dennoch musste er lächeln.

„Keine Sorge, Joe“ murmelte er, bevor er einschlief, „für heute Nacht ist alles okay. Aber ich pass in Zukunft besser auf sie auf. Ich versprech’s.“

 

Das Herz des blauen Drachen – Prolog

ACHTUNG! SPOILERGEFAHR für die Sternenlied-Saga.

 

Ich habe euch hier ja schon gezeigt, wie der erste Versuch für das Drachenlied vor 4 Jahren ausgesehen hat. Das hier ist jetzt der neue Anfang. Und mittlerweile weiß ich, dass das Drachenlied auch wieder eine dreiteilige Reihe wird.

Band I – Ein uralter Schwur-

Band II – Der dreizehnte Prinz –

Band III – Zeit und Ewigkeit –

🙂 Ich freu mich schon voll, das zu schreiben und bin wieder total drin in meiner Welt. Und das auch dank eurer vielen tollen Kommentare auf Facebook, die sich so unbedingt neue Erui-Geschichten wünschen.

 

Prolog

Das Mondlicht schien auf ihre schlafende Gestalt. Der zarte Busen hob und senkte sich ganz ruhig. Ihr goldenes Haar umfloss das geliebte und vertraute Gesicht. Er roch ihren Duft und fühlte ihre zarte Haut unter seinen Fingern. Nach all den Sommern war es für ihn noch immer unbegreiflich, dass sie ausgerechnet ihn gewählt hatte. Ihn, der am wenigsten von allen zu ihr passte.

Seine Hände strichen sanft über ihre Wangen und ihren Hals. Er küsste ihre Stirn – vorsichtig, denn er wollte sie nicht wecken.

‘Budum!’, machte es da mit einem Mal.

Sein eigener Herzschlag, sonst so rhythmisch und regelmäßig wie der ihre, setzte eine Weile aus. Er fasste sich an die Brust, schloss die Augen und versuchte langsam ein- und auszuatmen. – Nur die Ruhe bewahren, dann würde es schon wieder vergehen.

‘Budum!’ machte es zum zweiten Mal.

Er fühlte wie das Blut in seinen Kopf schoss. Ein Rauschen in seinen Ohren setzte ein. Die warme Haut unter seinen Fingern wurde mit einem Mal kühl und fremd und etwas schien ihre Gestalt zu verschleiern wie Schlieren aus dunstigem Mondlicht oder Schlimmeres.

Er hörte das Vorbeiziehen der Wolken und den fernen Wind vor dem Balkon. Alte Vertraute, Freunde aus einem anderen Leben, die ihn riefen.

‘Budum!’ machte es zum dritten Mal.

Es würde sich nicht aufhalten lassen. Das wurde ihm nun klar. Egal, mit welchen Mitteln er dagegen ankämpfte. Er würde ihm geben müssen, wonach er verlangte. Vorsichtig, einen letzten Blick auf seine wunderschöne Frau werfend, schälte er sich unter den Decken hervor. Außerhalb des Bettes war es kühl. Das Jahr war noch jung, das Feuerfest noch nicht gefeiert.

‘Feuer kannst du haben’, hörte er ihn flüstern.

Er seufzte tief. Sah zu ihr zurück, die immer fremder wirkte. „Ich liebe dich, mein Stern“, hauchte er, dann durchschritt er den Vorhang und ging auf den Balkon hinaus.

Der Nachtwind empfing ihn und er breitete die Arme aus, um den alten Freund willkommen zu heißen. Er hatte es versprochen. Und seine Versprechen hatte er bis heute noch immer gehalten, ganz gleich wie unmöglich ihre Erfüllung schien.

‘Budum!’

Er ließ es einfach zu, spürte das Winden und Zerren und Reißen in sich, wie die Bewegungen einer übergroßen Raupe, die aus ihrem Kokon drängte.

‘Budum, Budum, Budum!’

Er spannte die Schenkel, sprang auf das Geländer. Seine durchscheinenden Flügel surrten auseinander und hoben ihn hoch in die Luft. Seine Gedanken vermischten sich mit dem tiefen dumpfen Schlag und dem Schmerz und der Stimme, die langsam immer lauter und fordernder und herrisch wurde.

Freiheit! Endlich wieder frei!

Ich kann es riechen, fühlen schon fast. Irgendwo ganz weit fort dringt der Schmerz der anderen Seele in mein Bewusstsein. Doch das ist mir egal. Ich kann auf ihn keine Rücksicht nehmen. Nicht, wenn ich frei sein und leben wollte.

Viel zu lange habe ich darauf verzichtet und viel zu lange hat er mich gebunden und eingesperrt, dazu gezwungen mit ihr das Bett zu teilen. Mit ihr, einer Schleierschwester! In ihren Armen hat er gelegen Nacht für Nacht, und damit auch ich.

Weiß er nicht, was er mir damit antut?

Meine Flügelspitzen spannen sich. Eine Wolke schiebt sich vor die Mondsichel. Verdeckt sie für einen Augenblick und alles fühlt sich wieder so an wie damals. Damals, als ich geboren wurde.

An den Augenblick erinnere ich mich noch genau. Dunkel war es gewesen. Blau in blau und nochmals blau um mich herum. Die Nacht vor dem Erwachen hatte ewig gewährt und ewig war auch ich.

Ich fühlte es, so wie ich es jetzt fühle, das Entfalten meines Geistes, der immer dagewesen war, sich doch nicht seiner selbst bewusst. Damals weit fort, als ich diesen Laut vernahm und diesen Gedanken spürte, als der Traum mich gebar. Mich und die ganze Welt um mich herum, da hat es sich genau so angefühlt.

Dann war es dunkel geworden an einem Morgen; dunkler als ich es jemals vernommen hatte. Und lange hatte es gedauert, bis ich diesen Augenblick des Erwachens wieder erleben durfte.

Jedes Mal aufs Neue war es die Nacht, die mich umspannte, aber gleichzeitig war ich die ganze Nacht. Sie überzog Stück für Stück mein neu erkanntes Selbst, umfloss mich, wob mich ein, gab mir Flügel. Sie nahm mich gefangen und gab mich doch im gleichen Moment wieder frei.

Thor’allion An Deterin Ad Aran, hörte ich es über all um mich ertönen.

Schwingen, die die Mitternacht geboren hat.

Das war ich. Das bin ich. Bis heute. Viele Male hat mein Herz seitdem die Enge dieses Kerker gefühlt. Viele Male seit jenem einen Tag, der alles veränderte. Wie viele Jahre, Jahrtausende musste ich schweigen, nicht wissend wer ich war, was ich war, ob ich denn überhaupt noch war?!

Schwächliche Körper und noch schwächere Seelen, sich meiner kaum oder gar nicht erst bewusst, sie trugen mich, seit dem Tag, als er versagt hatte.

Doch wie kann ich jenem heute noch zürnen? Wie kann ich böse sein dem, der meine Schuld und mein Versprechen auf sich lud und es bewahrte und weitergab, an den, der mich heute in sich trägt?

Er, der eine König, geboren von altem und von neuem Blute, einzig und allein würdig, mein Herz und die Bruchstücke meines Geistes bis in alle Ewigkeit zu tragen.

Jetzt spüre ich, wie seine Seele in mir sich zurückzieht. Einmal mehr hat er seine Flügel gegen meine getauscht. Entlässt mich erneut in die Nacht, so wie es ausgemacht und versprochen war. Dabei, wenn ich ehrlich bin, bin ich doch nur noch ein kleiner Teil von ihm. Doch er ist stärker als seine Vorfahren waren; stärker als alle Könige, über die ich in all den Jahrhunderten wachte und richtete.

Freude steigt in mir auf bei diesem Gedanken. Freude und gleichzeitig unbändiger Zorn. Ich fliege hoch und immer höher, den Wolken entgegen, durch sie hindurch, spüre, wie ihr Dunst meine kobaltblauen Schuppen benetzt, fühle den Wind und breche dann durch die Decke hindurch ins gleißende Mondlicht und zu den Sternen. Das Gold der Strahlen auf meiner Drachenhaut erinnert mich an das Gold der Schuppen meines Bruder. Mein Bruder!

Bruder Teijun! Ich weiß, du wartest. Ich weiß, du sehnst dich nach mir. Ich weiß, ich war viel zu lange fort. Ich komme! Ich bin auf dem Weg. Ich werde bei dir bleiben, so lange er mich lässt.

Feurig ergießt sich mein wiedergewonnener Atem auf die Wolken um mich herum. Manche sind nicht stark genug und verwandeln sich in Dampf und kondensieren zu neuen Wolken. Sie mischen sich mit Asche und mit Zorn … Drachenzorn.

‘Budum!’, höre ich mein Herz schlagen. ‘Budum!’ – wie eine Trommel. ‘Budum! Budum! Budum!’

aus “Das Herz des blauen Drachen -Ein uralter Schwur-“, von Sylvia Rieß, 2016

Artikelbild copyright by Thira F. Bauer, 2016

Deleted Scenes – Fenia und Martin

Ich hate euch ja versprochen, dass ich euch noch ein paar der Szenen zusammenschreiben werde, die ich immer im Kopf hatte, die es aber nie ins Buch geschafft haben. Heute gibt es einen ersten Teil davon.

Dieses Fragment setzt nach Fenias Sturz am See ein, als Martin sie ins Krankenhaus brachte. Ich bin oft gefragt worden, wie sie sich in ihn verlieben konnte und nicht in Joe. Die Antwort ist simpel und ihr kennt sie schon: “Ein Herz und ein Verstand liegen manchmal soweit auseinander, dass man schwerlich glauben kann, dass sie zu ein und derselben Person gehören.”

 

Viel Spaß hiermit. Im übrigen werden diejenige, die alle drei Bände kennen, glaube ich, die Andeutungen verstehen. Eine Fortsetzung hierzu folgt bald. 🙂

 

Fenia_jünger  Martin_Llewellyn

 

Die Hände tief in den Taschen vergraben schlenderte Martin langsam die kahlen, weißen Flure entlang. Sie gab ihm Rätsel auf. Mehr als je zuvor. Dennoch konnte er sich das Grinsen nicht verkneifen, wenn er an ihr blasses, zorniges Gesicht dachte, mit dem sie ihn anfangs angestarrt hatte. Kein Mädchen sah ihn je so an … so herausfordernd, durchdringend; und er hatte das Gefühl, sich vor dem Blick ihrer Augen nicht verstecken zu können.

Die ganze Fahrt nach Hause und die ganze folgende Nacht lag er wach und dachte über ihr Gespräch nach. Er lächelte und zuletzt hatte auch sie gelächelt. Mit diesem Bild im Kopf wollte er sich umdrehen, einschlafen, konnte aber nicht. Seine Erinnerungen wanderten zurück zur Lichtung im Wald.; die Frau im Nebel über dem Wasser; wie ihre langen Gewänder geweht hatten; wie sie ihre Finger nach Fenia ausgestreckt hatte, als könnte sie sie zu sich ziehen, sie besitzen.

Er presste die Augen fest zu. Fenias Gesicht vor seinem Gedächtnis verschwamm. Er blickte in ein paar dunkel funkelnde Augen wie Kohlestücke. Seine Fäuste ballten sich. Wut kochte in ihm hoch.

Sie forderte einen Preis. Immer forderte sie diesen Preis, dachte es in ihm, doch er wusste nicht, woher der Gedanke kam. Er war einfach da. Genauso wie dieses Gefühl von Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein.

Man konnte dem Schicksal nicht entfliehen! Niemals. Es war unvermeidlich.

Angst griff nach ihm, sowie der Nebel in seinen Gedanken höher stieg und Fenias am Boden liegende Gestalt erreichte. In ihrem Gesicht las er seine Angst. Angst vor der Frau, die nicht existieren konnte. – Das durfte alles nicht echt sein.

‘Schluss!’, dachte er, riss die Augen auf und kehrte zurück ans Fenster, um auf den sternenübersäten Himmel zu starren.

Wenn Joe hier wäre, dachte er einen Moment, dann könnte er mit ihm darüber reden. Gleichzeitig aber wusste er, dass dies Ausflüchte waren. Er sprach immer über alles mit Joe. Aber das hier? Würde er es wirklich erwähnen können? Würde Joe ihn nicht gar am Ende für völlig verrückt halten?

„Wir sollten niemandem davon erzählen“, tat Martin zwei Tage später kund, während Fenia im Park um das Krankenhaus die ersten, noch ganz wackeligen Schritte tat.

Martin saß auf der Lehne einer Bank und sah ihr dabei zu. Wann immer sie für einen kurzen Moment ins Taumeln geriet, zuckte sein Körper nach vorn, als wolle er aufspringen, um sie vor dem Stürzen zu bewahren. Ein Blick von ihr reichte allerdings, dass er still auf der Bank verharrte.

Sie hatte bereits vorhin, als er ungefragt in ihrem Zimmer aufgetaucht war, deutlich gemacht, dass sie keinen Babysitter wollte.

Martin sah, dass sie sich quälte und das Laufen ihr noch sehr schwerfiel. „Es hat dich ganz schön erwischt“, stellte er fest.

Wieder antwortete nur ihr Blick, der einen lebendigen Drachen eingeschüchtert hätte. Martin musste grinsen. Dann aber sprang er mit einem Satz von der Bank.

„Komm. Du solltest dich wieder hinlegen.“

Fenia protestierte nicht, als er sie auf ihr Zimmer begleitete. Im Gegenteil. Sie war dankbar, dass er sie ohne Worte schließlich allein ließ.

Auch nach diesem Besuch kreisten Martins Gedanken noch lange um nichts anderes als sie. Diesmal musste er an den Augenblick denken, als sie sich das erste Mal gegenübergestanden hatten.

Lena hatte ihm ihre Freundinnen vorstellen wollen. Fenia hatte mehr zufällig still neben Yvonne gesessen. Sie hatte vor sich hin gelächelt, war in Gedanken weit fort gewesen. Als Lena kühl ihren Namen genannt hatte, hatte sie aufgeblickt, ihn angesehen. Da war zunächst nur Neugier gewesen. Dann aber war etwas mit ihr geschehen und mit ihm.

Der Ausdruck auf ihren Zügen, bis dahin friedlich und entspannt, war abweisend und verschlossen geworden. Ein Gedanke war ihm urplötzlich gekommen: ‘Als zöge sie einen grauen Schleier um sich.

Völlig absurd!

Doch dieses Gefühl hatte alles geändert. Sie mochte ihn nicht, das hatte ihm jede Regung auf ihrem erstarrten Gesicht gesagt. Und Etwas in ihm hatte beschlossen, sie auch nicht zu mögen.

Totaler Blödsinn, wie er jetzt befand.

Sein dummer Stolz, das ewige Gefühl und der Drang immer gleich überall und von jedem gemocht werden zu müssen, im Mittelpunkt zu stehen, hatten in ihre stille Art etwas hineingelesen, was vermutlich gar nicht darin gewesen war. Zumindest nicht am Anfang, bis er begonnen hatte, sie mit seiner herablassenden Art zu behandeln.

„Du glaubst immer, wenn dir einer nicht gleich um den Hals fällt, dass derjenige dich dann direkt abgrundtief hasst. Aber hast du mal daran gedacht, dass man erst mal Zeit braucht, jemanden kennenzulernen, bevor man diese Entscheidung treffen kann?“

Joes Worte hatten ihn damals wütend gemacht. Und das war gewesen lange bevor sie Lena oder Fenni überhaupt getroffen hatten. Vieles macht ihn ständig wütend. Auch heute kam er mit ihrer Zurückhaltung und ihrem Schweigen nicht gut klar. Dennoch, in den Momenten, wenn sie lächelte, dann konnte er dieses seltsame Etwas in sich, das sie nicht leiden wollte, vergessen. Dann konnte er bemerken, wie außergewöhnlich ihre Augen waren, die groß und dunkel und grau-grün-blau nicht von dieser Welt schienen.

Er ertappte sich einmal mehr in diesen Tagen bei jenem dümmlichen Grinsen, dass diese Art von Gedanken immer in sein Gesicht schnitt. Er sah es, als er durch die Glastür hinter dem Eingang in Richtung der Treppe nach oben ging und kurz einen Blick auf sein Spiegelbild darin erhaschte. Er ignorierte den Betreuer, der ihn fragte, wie es ihm ging und wie sein Tag gewesen war, – aufgesetzte Nettigkeit konnte ihm gestohlen bleiben. Er sprang, immer drei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe in den ersten Stock hinauf, wo sein und Joes Zimmer lag.

Ob er mit Joe darüber sprechen sollte? Wenn schon nicht über ihre seltsame Begegnung im Wald, dann musste er ihm doch wenigsten begreiflich machen können, wie nett und faszinierend er Fenia mittlerweile fand, je mehr er sie kennenlernte. Dabei hatte er sich nie für ein Mädchen interessiert, dem er nicht auf Anhieb einen zweiten Blick hinterher geworfen hätte. Aber es war nicht das. Mit ihr reden war … war so einfach und unkompliziert. Es war ein wenig, wie wenn er mit Joe redete. Sie war nie falsch, nie unehrlich. Auch wenn sie immer erst mal lange darüber nachzudenken schien, was sie sagte und wann.

Er ließ sich auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch fallen. Vermutlich, dachte er, brauchte er mit Joe darüber gar nicht reden. Der wusste schließlich am besten, wie gut man mit Fenia befreundet sein konnte. Er würde es verstehen, wenn sie ihn in vier Tagen gemeinsam abholten. Vorausgesetzt Fenia durfte mitkommen. Morgen kam sie erst wieder nach Hause. Aber sie hatten ausgemacht, dass sie Joe überraschen wollten.

Naja, dachte Martin bei sich, er konnte sie ja übermorgen mal daheim besuchen gehen und schauen, wie es ihr ging.

Nur unter Protest und der Auflage, dass sie auch ja ihr Handy mitnahm, hatte Fenias Mutter schließlich zugestimmt, dass Martin Fenia abholen durfte und sie gemeinsam Joe vom Bus abholten. Sie sollte außerdem anrufen, wenn sie heim wollte, und auf gar keinen Fall später als sechs. Fenia hatte das Gesicht verzogen, was Martin gut nachvollziehen konnte. Sie hatte kurz erwähnt, dass sie das letzte Mal mit neun Jahren um sechs Uhr zu Hause hatte sein müssen, doch dann hatte sie es brav versprochen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Martin hatte sie die ganze Fahrt damit aufgezogen und sie hatte sich nicht anders als mit trotzigen Worten wehren können, weil sie hinter ihm saß und sich festhalten musste.

„Das Ding fährt aber garantiert schneller, als die angegebene Höchstgeschwindigkeit!“, kommentierte sie, als sie schließlich abstieg und den Helm von ihrem zerzausten Haar nahm. Martin grinste nur.

Sie hatten noch gut eine halbe Stunde Zeit, die sie es sich kaugummikauend auf den Bänken des Busbahnhofes gemütlich machten.

„Ihm wird alles aus dem Gesicht fallen, wetten?“

Martin lachte und Fenia nickte dazu. Doch sie wirkte abwesend.

„Mit welchen Fabelwesen bist du denn schon wieder in Narnia?“, fragte er und schob sich rücklings auf die Lehne der Bank.

Die Erwachsenen ringsum warfen ihm dafür missbilligende Blicke zu. Martin störte sich aber nicht daran. Er war es nicht anders gewohnt.

Fenia schwieg beharrlich. Erst nach einigen Minuten schüttelte sie schließlich den Kopf und meinte: „Nein, das ist es nicht. Ich denke gerade darüber nach, dass du vermutlich Recht hast.“

„Hört, hört!“, kommentierte Martin, „Das ist schön. Aber womit genau, wenn ich fragen darf?“

„Na, als du im Krankenhaus meintest, wir sollten Joe nichts davon sagen. Also von der Sache am See.“

Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum, warf energisch eine Haarlocke aus dem Gesicht, die sich aus ihrem Zopf gelöst hatte, und fügte hinzu: „Zumindest nicht, bis wir Näheres herausgefunden haben.“

Bei dieser Bemerkung war es nun Martin, dem sprichwörtlich alles aus dem Gesicht fiel. Sein Mund blieb offen stehen. Der Kaugummi landete auf den Sitzbrettern der Bank, was ihm nicht einmal auffiel.

„Bitte was?“, fragte er entsetzt. „Du hast doch nicht etwa vor, dahin zurückzugehen?“

Fenia starrte ungläubig zurück. Dann sah sie sich um, legte den Finger an die Lippen und sprach leise weiter: „Nicht so plärren. Und doch. Ja. Warum nicht? Ich mein, bist du nicht neugierig? Wer sie ist? Was sie wollte?“

Martin rang mühsam um seine Beherrschung. Er hatte das Gefühl nicht vergessen, das ihre Anwesenheit in seinen Gedanken ausgelöst hatte. Diese beklemmende Ahnung, dass sie sich ganz und gar seiner bemächtigen und ihn vernichten würde, wenn er sie nicht davon abhielt.

„Das … das kann nicht dein Ernst sein“, stotterte er fassungslos. „Du möchtest es tatsächlich darauf anlegen, diesem … diesem Ding wieder zu begegnen?“

Fenia ließ eine Kaugummiblase platzen, sah ihn mit funkelndem Blick an und nickte.

„Stell dir doch mal vor, was das alles bedeuten könnte. Wir …“

„Fenni!“, schrie Martin sie nun unbeherrscht an und die Blicke der anderen Wartenden wandten sich ihnen zu. Er senkte die Stimme und flüsterte fast, als er fortfuhr: „Fenni, sei vernünftig. Bleib da weg. Das ist zu gefährlich. Du hast gerade zehn Tage deswegen im Krankenhaus gelegen.“

„Aber doch nur, weil ich mich erschrocken habe. Begreifst du nicht, was für ein Wunder das war?“

Er blickte sie skeptisch an.

„Unsere Definition von ‘Wunder’ scheint relativ stark zu differieren“, machte er einen hohlen Scherz und setzte dann hinzu: „Bitte tu mir einen Gefallen, und geh da nie wieder hin.“

Jetzt wurde der Blick in ihrem Gesicht wirklich wütend.

„Ich brauche niemanden, der mich bemuttert! Danke auch!“

Damit sprang sie auf und kam gleich ins Taumeln, da das für ihren angeschlagenen Kopf noch zu viel war. Martins Hand zuckte vor, doch sie fing sich selbst wieder. In diesem Moment bog der Bus um die Ecke.

„Es sollte kein Bemuttern oder Bevormunden sein“, erklärte er rasch.

„Sondern was?“, hakte Fenia nach. Ihr Stimme war kühl und bissig, doch verflog bei seinen nächsten Worten der eisige Blick von ihren Zügen.

„Nimm es als gut gemeinten Rat eines Freundes, der sich um dich sorgt“, entfuhr es Martin, bevor mit einem Zischen neben ihnen die Bustüren aufgingen und Joe als einer der Ersten hinausdrängte. Völlige Verblüffung war noch immer reichlich untertrieben für den Ausdruck in seinem Gesicht, als Fenia und Martin sich nun gemeinsam zu ihm umwandten und beide ein Lächeln aufsetzten.

Später, als sie wieder in ihrem Zimmer waren und Joe in einem fort redete, weil er sowohl von seinem Urlaub berichten wollte, als auch seine Fassungslosigkeit über die jüngsten Ereignisse zum Ausdruck bringen musste, gingen Martin nur wieder und wieder seine eigenen Worte durch den Kopf.

eines Freundes, der sich um dich sorgt. …

Warum schaffte sie es eigentlich jedes Mal, dass er sich in ihrer Gegenwart wie ein dummer, kleiner Junge benahm?

Er wollte wütend darüber werden, doch er konnte nicht. Er wusste längst, dass er verloren und kapituliert hatte. Dem Blick aus ihren Augen, fragend, forschend und immer ein wenig verschleiert, hielt er nicht stand. Joes Geplapper tröpfelte in seinen Kopf, während er sein Herz rasen fühlte und nur noch ihr Gesicht in Gedanken vor sich sah.

 

gelöschte Szene zu “Der Stern von Erui – Heimkehr – “

Das neue Printcover – Magisch, düster und geheimnisvoll!!

Ich hoffe ihr seid bereit euch umhauen zu lassen. Erinnert ihr euch noch an die Skizze, die ich von meiner neuen Coveridee mal geteilt hatte? Nein? Gut hier noch mal zu Erinnerung:

Printcover_sketch front and title Kopie

 

und das hat Doro daraus gemacht (bitte draufklicken für die richtige Auflösung 😉 ):

 

Cover Frontansicht

Es ist soweit!!

Das Warten hat ein Ende!

 

 

Der erste Teil der Saga entführte uns ins Reich hinter den Nebeln. Wir lernten eine Welt voller Zauber kennen, voller Hoffnung. doch etwas Böses hat sich in ihr breit gemacht. Der Schatten will den Stern auf seinen dunklen Pfad ziehen und die Welten dadurch zum Einsturz bringen. Dabei hat nicht das Schicksal oder ein unglücklicher Zufall dazu geführt, dass ER wiedererwachte.

Wagt euch auf das Schlachtfeld und erfahrt, warum eure Helden die Ketten sprengten, die IHN Jahrtausende in seiner schwarzen Burg hielten.

 

Die Saga geht weiter:

“Schattenkriege” ab dem 07.09. auf Amazon

stern-von-erui-II-entwurf-08

Namen bekommen Gesichter – Part 2 Martin

Heute geht es dann also mit Martin weiter. Die Zeichnungen sind ebenfalls von Dorothee Rund.

Charismatisch und gut aussehend, mit schulterlangem blonden Haar und umwerfend dunkelblauen Augen ist er von Anfang nicht unbedingt darauf ausgelegt, die Sympathien der Leser zu gewinnen. Fenia mag ihn nicht, er sie nicht. Dennoch kristallisiert sich heraus, dass sie irgendwie mal zusammen gewesen sind.

Das stumme Entlein, das später mal ein schöner Schwan wird, bekommt also den gutaussenhende Macho-Typen doch noch rum. Klischee olé!!!

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn Martins auftreten hat eine Geschichte. Im Alter von fünf Jahren wurde er von Fremden im Wald gefunden, allein, offensichtlich ausgesetzt von Eltern, die ihn nie gewollte haben. Man bemühte sich zwar eine neue Familie zu finden, doch passt der Junge nirgends rein, bis er schließlich akzeptiert, dass es keine Liebe für ihn auf dieser Welt gibt und er ohnehin vom Leben bereits in eine Schublade gesteckt wurde, auf der ‘Versager’ drauf steht. Warum also nicht der rolle folgen, die eh unvermeidlich scheint. Schlechte Noten, häufig wechselnde Liebeleien, nie etwas ernstes. Doch dann lernen er und Fenia sich näher kennen…

Doch das Schicksal ist nicht gnädig mit Martin. Nie darf er lange in einer vertraut gewordenen Umgebung bleiben, nie wird er irgendwo wirklich zuhause sein, denn das Leben überrennt ihn immer wieder aufs Neue, zerrt ihn mit sich und lässt ihn immer neue Wege, auf die er nicht vorbereitet war. Bis er eines Tages den Mut hat, sein Schicksal selbst zu entscheiden und durch eine verbotene Tür zu gehen, die ihn zu seiner Bestimmung bringt.

Martin_Llewellyn

Wenn die Welt dich ablehnt, ist es schwer, dich selbst für dich anzunehmen. 

Worte, die Martin bis aufs Letzte verinnerlicht hat. 

Ob er letzten Endes die Größe hat, über sich selbst hinaus zu wachsen? 

Hier geht es zum nächsten Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Dave.

Hier geht es zum vorigen Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Fenia.