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Das Herz des blauen Drachen – Coverreveal

 

Es ist Zeit, Thor Allion an Deterim ad Adran – die Schwingen, die die Mitternacht gebar – endlich fliegen zu lassen.

Ich hoffe natürlich, dass vielen von euch der Drache bereits ein Begriff ist, und doch dürfte es ebenso viele erstaunte Gesichter geben, wenn ihr seinen wahren Drachennamen lest. Für mich kam diese Geschichte ebenso unerwartet wie vor langer Zeit die ersten Bilder zu dem düsteren Märchen um Aljana und Llewellyn, welches ich im Stern von Erui schließlich niedergeschrieben habe.

Doch eins nach dem anderen

Eine Geschichte in Erui zu schreiben, ist, als würde ich sie selbst erzählt bekommen.

Das wissen zumindest einige, die Interviews mit mir folgen, oder die mich bei den seltenen Lesungen schon einmal live erlebt haben. Was vielleicht etwas seltsam klingt, ist für mich tatsächlich wahr. Erui ist kein ‘Plot’ den ich erfinde. Die Geschichte hat schon immer mich gefunden. In meinem Kopf hat sie sich in jeder nur denkbaren möglichen Wendung erzählt. Es hat mich lachen und hoffen und weinen lassen; und irgendwann war der Drang, es zu teilen so groß, dass ich begann, es aufzuschreiben.

Der Stern von Erui sollte meine einzige Geschichte bleiben

Wie ihr aber wisst, wenn ihr euch auf dieser Seite umseht, dann ist das schon lang nicht mehr der Fall. Noch bevor der Stern beendet war, ließen die Figuren mir Platz für neue Charaktere. Neue Geschichten, ganz anders als das epische Schicksal ihrer Welt.

Zwischen all diesen neuen Helden und Antihelden regte sich dann auch jene mächtige Stimme, die im Stern in Buch eins und zwei zu Wort kommt und doch nicht mehr ist als ein Schatten ihres alten Selbst.

Ich heiße nicht Thoran.

Doch meinen wahren Namen können die Sterblichen kaum aussprechen.

Wie er erschaffen wurde, wie wir Menschen ihn erträumten, als die Urgewalt in unseren eigenen Seelen, durfte ich in Band zwei -Schattenkriege- erzählen. Nur war da mit einem Mal so viel mehr. Thoran zeigte mir durch seine Augen ein ganz neues, ganz anderes Erui. Im Stern ist es kurz vor dem Untergang, doch gibt es Hoffnung. Damals, zur Zeit, als er sich seiner größten Angst stellen musste, war es bereits zum zweiten Mal untergegangen und Krieg und Schatten waren bitterer Alltag geworden. Die Legende vom Stern? Jeder kannte sie damals, doch sie galt als erfüllt und es war nicht das Licht, das den Sieg davon getragen hatte.

Auch für mich war es somit ein neues Erui, das Schauplatz dieser Geschichte wurde

Manche der alten Städte standen noch, die im Stern schon keiner mehr kennt, neue Karten mussten her, die ich immer noch vervollständige. Was aber, werdet ihr nun zu Recht fragen, verbindet die beiden Geschichten denn, außer dem übermächtigen, zornigen Drachen?

Hier kommen nun ein paar Figuren ins Spiel, die im Stern Eruis Geschicke im Hintergrund lenken und leiten. Durch ihre Verbindung zum Himmel wissen sie um vieles, was weder der Rat der Könige, noch das einfache Volk wissen kann. Erui zu schützen und damit seinen Kindern zu dienen, war seit jeher die Aufgabe des Heiligen Rates.

Vor einer Ewigkeit wurde die Mondkrone der Herrin von Nualschadan und das Szepter der Sonnenpriesters noch weitergereicht. Gwendolyn, Mendric, Ariman und Luani sind jedoch bereits Wächter seit ungezählten Sommern. Ewige Wächter. Weil der Himmel nur ihnen vertraute? Weil sie damit geehrt wurden für lange Jahre der Treue? Weil sie mächtiger waren, als alle Wächter vor ihnen? Oder ist es doch wahr, dass die Ewigkeit ein Fluch des Himmels war, für ein Vergehen, das sie vor langer Zeit begangen hatten, und das Erui beinahe vernichtet hätte?

Wie ihr seht, kann ich auch jetzt die Fragen, die sich stellen nur anreißen.

Der Stern von Erui hat seine ganz eigene Geschichte.

Er handelt von der jungen Fenia, die als letzter Mensch die Nebelgrenzen zwischen unserem und dem magischen Reich überwinden kann. Und auch wenn die Wächter und der Drache darin ihre Rolle spielen, so war es doch an der Zeit, ihnen Platz für ihre eigene Geschichte zu geben.

Dieses Jahr im National Novel Writing Month will ich mich wieder nach Erui begeben, damit Himmelsfürst Thoran endlich zu euch fliegen kann.

Bis dahin dürft ihr euch mit mir an dem bezaubernden Cover erfreuen, das Alexander Kopainski für den ersten Band gestaltet hat.

Ein neues Erui. Ein ganz anderer Coverstil. Ich bin gespannt, wer mir diesmal über die Grenzen des Nebelreiches folgen möchte. 🙂

 

Das Herz des blauen Drachen -Ein uralter Schwur

Liebe Grüße,

Eure Sylvi

 

Von Enttäuschungen, falschen Entscheidungen, Tod und Ewigkeit – Das Herz des blauen Drachen

Heute mag ich was über mein “Herz des blauen Drachen” erzählen

Im allgemeinen wisst ihr ja, dass ich in meinen Büchern gern immer etwas mehr tue, als ‘nur’ eine Geschichte zu erzählen. Geschichten, Märchen, Fabeln, Fantasy – das alles verbinde ich selbst immer mit dem gewissen Etwas. Dieser bewusst oder unbewusst versteckten Botschaft, wie eigentlich alle klassischen Märchen sie haben, wie auch Der Herr der Ringe oder aber Die Nebel von Avalon sie haben. Ich mag einfach Bücher, die man nicht nur einmal lesen kann, sondern die einem immer wieder etwas Neues bieten.

Darum versuche ich das auch bei meinen.

Aber glaubt jetzt nicht, dass ich da sitze und mir überlege: Boah, über welches Thema kann man denn schön in einer Fantsy-Geschichte philosophieren?

Nein. Es ist eigentlich viel simpler. Die Geschichten finden mich und je mehr ich von ihnen sehe, umso mehr sehe ich die Verbindung zu uns, zu unserem Leben im Hier und Jetzt. Und was ich dann tue, das ist noch einfacher:

 

Ich höre der Geschichte in mir einfach zu.

 

Beim Stern wusste ich von Anfang an, was er mir sagen will. Beim Drachenherz war das nicht gleich klar. Da waren erstmal nur Gwen und ihr Weg zur Hohepriesterin, und Mendric, der in jungen Jahren so ganz anders war. Und Ariman und Luani und ich wollte eigentlich nur, dass die Leser begreifen können, dass sie nicht die Bösen der Geschichte sind.

Vielmehr sind sie die, die seit Ewigkeiten schon damit geschlagen sind, ihrer Welt beim Sterben zuzusehen, unfähig, etwas dagegen zu tun. Die Legenden, mit denen Erui gerettet werden kann, sie sind nicht für sie geschrieben worden und die Rollen, die sie spielen, sind vielleicht die Härtesten von allen.

 

Dann irgendwann kam der blaue Drache mit ins Spiel.

 

Er war zunächst gar nicht so übermäßig präsent in meinen Gedanken. Er schob sich erst später rein. so ein bisschen zornig und wütend, dass ich ihm keine Beachtung schenkte. Und Zorn und Wut war seitdem überall. Ich habe versucht, zu verstehen, woher das kommen mag und mit der Antwort auf diese Frage, habe ich auch mehr oder weniger den Grundtenor der Geschichte gefunden.

Thoran versprach, für die Ewigkeit, die ihm geschenkt wurde, in Eruis dunkelster Stunde einen neuen Weg zu schaffen. Wie genau das alles vonstatten geht, und was am Ende passiert, das verrate ich hier natürlich nicht, obwohl jeder, der den Stern kennt, natürlich eine grobe Ahnung davon hat.

Aber vor allem wurde mir klar, mit was dieses Geschöpf sich auseinandersetzen muss: mit seiner plötzlichen Sterblichkeit. Der Endlichkeit eines jeden Dinges.

 

Werden und Vergehen sind also die Triebkräfte, die das Drachenherz prägen.

 

Ihr werdet also ein Erui kennenlernen, wie ihr es euch vielleicht schwer vorstellen könnt und wie ich es mir anfangs auch nicht ganz vorstellen konnte. Doch mit jedem Gedanken und jedem Wort wird das Bild in meinem Kopf klarer. Und ich hoffe, dass ich euch mit Worten malen kann.

Was nun noch bleibt ist die Frage: Woher mag dieser Gedanke kommen? denn natürlich ist mir klar, dass die Geschichten schon irgendwo in mir entstehen. Und nach einer Woche wie der letzten, kann ich das auch ganz gut nachvollziehen.

 

Leben und Tod sind das, womit ich tagtäglich konfrontiert bin.

 

Nehmen wir die letzte Woche. Es ist Frühjahr. Was steht also in so einer Tierarztpraxis an? Ultraschall. Bei Stuten, bei Hunden bei Katzen. Gratuliere! Sie bekommen Nachwuchs. Wohl die häufigsten Worte in dieser Woche. Ein Korb mit mutterlosen Katzenwelpen. Mauzendes Glück auf winzigen Samtpfoten, das sich dankbar in eine liebende Hand kuschelt, nachdem es Fläschchen gab.

Aber dann sind da auch die anderen Fälle. Die treuen Freunde, die geliebten Gefährten, die einen durch die Kindheit oder ein stückweit durch das Erwachsenenleben begleitet haben. Am Ende bleibt manchmal nicht mehr, als dass ich diesen treuen Seelen endlich Erleichterung und Frieden schenken darf. Schenken muss. Die Entscheidung mit dem Besitzer zu treffen, ist dabei oft nicht leicht. Und dennoch. Meist, in unausweichlichen Fällen, mache ich sogar das gern. Denn ich weiß, ich kann Schmerzen nehmen. Schmerzen, die Menschen in der gleichen Situation oft ertragen müssen.

Dennoch ist es traurig.

Neues Leben und vergehendes begleiten mich also immer und überall. Eigentlich nur logisch, dass es irgendwann auch einen Weg in meine Geschichten fand.

 

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

Schreibtagebuch – wenn die Muse heimkehrt

Huhu ihr Lieben!

 

Es ist Freitag und eigentlich ist derzeit viel los. Mittwoch war ich sehr niedergeschlagen aus unendlich vielen Gründen. Aber der Donnerstag hat alles wieder wett gemacht. Eine Menge Unklarheiten sind aus dem Weg geräumt und was passiert immer, wenn mein Kopf entspannen kann?

Genau!

 

Die Muse ist wieder bei mir eingezogen.

Heute früh weckte sie mich mit einem wundervoll feurigen Dialog zwischen Gwendolyn und Thoran. Also bin ich direkt vor der Arbeit noch an den PC und habe eine Runde geschrieben. Auch jetzt arbeitet es fleißig und so langsam fügen sich die ganzen kleinen Steinchen in meinem Kopf zu dem großen und – hoffentlich – wundervollen Gesamtbild der neuen Erui-Trilogie “Das Herz des blauen Drachen” zusammen.

 

400 Seiten schon geschrieben – vermutlich noch 1000 vor mir!

Wie das mit Erui ja immer so ist, wird auch das hier diesmal keine kleine Geschichte. Wer meine Seite schon ein wenig länger verfolgt, der weiß ja, dass es sich um die zeit drehen wird, als die zweite dunkle Zeit in Erui endete, als Gomar die Macht im Norden übernommen hatte, Thoran Blaudrache seinen Schwur einlösen musste und die Ewigen Wächter aus der Sternenlied-Saga noch jung und teilweise sehr unbedarft waren.

 

Ein ganz neues Licht für altbekannte Protagonisten.

es ist damit unglaublich spannend, herauszufinden, wo Gwendolyn, Mendric, Luani und Ariman eigentlich herkamen. Was ihre Wünsche und träume waren und wieso sie irgendwann Wächter wurden. Gerade Gwen mochten ja die wenigsten am Ende der Sternenlied-Saga, und haben das Ende sogar begrüßt, dass ich ihr schrieb.

Für mich war das damals ein schwerer Schritt, denn ich hatte ja schon immer im Kopf, woher sie einmal kam und welcher Weg hinter ihr lag. Ein Mädchen voll Träume und Wünsche, das ähnlich meiner Heldin Fenia eine einzige große und wahre Liebe gekannt hat. Aber keine Sorge, um Liebe wird es nicht gehen.

 

Ein neuer Epos entsteht

Ich will euch Erui von einer ganz anderen Seite zeigen. Denn nein, früher war nicht alles besser. Und es gibt so viele Geschichten, die ihr sehen müsst! Ich selbst stehe immer wieder staunend, wenn ich neue Bruchstück von meiner Muse ins Ohr geraunt bekomme und es fühlt sich wieder an wie damals, als ich den Stern schrieb.

Erui lebt! Wirklich. Ich habe das Gefühl, dass ich mir das nicht alles ausdenke, denn es ist so groß und gewaltig und oft genug überraschend und ich würde euch so gern schon mitnehmen. Aber es wird wohl noch eine ganze Weile dauern. Ihr kennt mich ja. auf die Frage “Dürfen es auch 200 Seiten mehr sein?” würde ich nie mit Nein antworten.

Der erste teil “Ein uralter Schwur” ist ja im Nano 2015 schon ganz gut gewachsen. Da muss ich jetzt aber viel polieren und die Lücken auffüllen. Das Ende für die ganze Reihe kenne ich dabei schon und habe auch den Epilog bereits geschrieben. Der ist tatsächlich eher ein Schmankerl für jene, die den Stern gelesen haben. Denn ja, so ein klein bisschen nehme ich euch mit zurück zu den Helden, die ihr kennen und hoffentlich auch lieben gelernt habt.

 

Also dann. Jetzt muss ich aber wieder Schreiben. Habt einen schönen Freitag und ein tolles Wochenende.

Schatz auf der Festplatte – Ur-Version des neuen Erui Romans

Guten Morgen ihr Lieben,

 

Der Einstieg ins Schreiben beginnt bei mir immer mit der Ur-Verseion

Während der Axolotlkönig sich so langsam in die Herzen von immer mehr Lesern schleicht, ruft nach meinem Herz derzeit Erui wieder ganz laut. Die Muse, die mich nach dem letzten NaNoWriMo total im Stich gelassen hatte, klopft seit einigen Tagen wieder an. Erst recht zaghaft, doch mittlerweile zieht sie meine Aufmerksamkeit mit voller Macht zurück in meine geliebte Gedankenwelt.

Ein wenig schwankt das wankelmütige ding dabei zwischen “Das Blut der alten Zeit” und “Das Herz des blauen Drachen”. Da allerdings auch Kreativität ein bisschen Disziplin braucht, und der Termin für das Cover-Making vom Drachenherz schon feststeht, will ich zuerst die Geschichte der vier Heiligen Wächter weiterschreiben.

 

100.000 wirre Worte, die nun geordnet werde müssen.

Im NaNo 2015 habe ich dieses Projekt ja begonnen. Es hat sich damals einfach richtig angefühlt, obwohl “Sternenstaub” noch gar nicht fertig war und somit die Sternenlied-Saga noch ihren Abschluss brauchte.

Das war aber gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Beide Projekte gleichzeitig zu schreiben gab mir die Möglichkeit, mich mit dem Werdegang der Figuren zu befassen, die am Ende so essentiell am Schicksal meines Sterns mittragen. Die Wächter bleiben dabei im Hintergrund. Gerade Gwendolyn verliert im letzten Band deutlich an Sympathie. Nicht allerdings bei meiner Protagonistin.

 

Als Fenia erkennt, was Gwendolyns Handeln antreibt, konnte auch ich ihr nicht mehr böse sein.

 

Die Herrin von Nualschadan war von Anfang an als ambivalente Figur geplant, die mehr oder weniger ihrer eigenen Agenda folgt. Auch wenn sie große Macht hat, fehlt ihr doch letzten Endes das völlige Vertrauen in den Himmel, in ihre Welt und auch in Fenia. Das macht sie zu Fenias größter Bedrohung, denn ohne Gwens Handeln hätte der Schatten nicht erneut Einfluss über den Stern gewonnen.

Dabei hat Gwen ein gutes und mildes Herz. Sie ist liebevoll und sorgend. Ihre Familie stand einst bei ihr an erster Stelle.

 

Wichtig war für mich, dass ich selbst begriff, was Ewigkeit bedeutet.

Ewige Herrin. Ewige Wächter.

Gefangen im Fluch des Himmels, den sie sich selbst aufluden.

Zunächst einmal klang das alles fern. Aber je mehr der Sternenstaub damals seiner Vollendung entgegenstrebte, umso mehr führte es mich auch in jene Tage, als Mendric ein junger Mann gewesen ist. Mächtig, kraftstrotzend. Erwählt und sorgfältig vorbereitet für die Aufgabe, die ihm zuteil wurde.

Gwen, das junge Mädchen. Unsicher und verloren. Schon mit so viel Leid und so viel Schuld beladen trifft ihn, den Mentor. Doch es kommt alles ganz anders. Es ist der blauen Drache, der das Feuer in Gwens Seele weckt und ihr hilft, ihre Stärke zu finden.

Es hat sich eine ganz eigene Dynamik zwischen diesen Figuren entwickelt, die sich kaum in zwei Sätzen zusammenfassen lässt.

 

Die Essenz der Geschichte lag allerdings schon in der ersten Version, die ich vor 6 Jahren begann.

 

Vor  rund 6 Jahren hatte ich allerdings schon einmal eine Version begonnen. Da war mir gerade klargeworden, welchen Weg Gwen hinter sich hatte. Warum ihre Macht und ihr Streben sie stets in die falsche Richtung führten. Von dieser Version ist nicht mehr übrig geblieben, als das Gefühl, das mir Gwen damals vermittelt hat. Dennoch möchte ich sie euch nicht vorenthalten.

 

1.

Ich weiß noch, es war kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag, als sie mich einweihten. Ich hatte meinen nunmehr zwanzigsten Sommer in Nualschadan verbracht und ich wusste, der Tag meiner Weihe lag nicht mehr fern.

Dennoch wollte Ada mich wissen lassen, welcher Weg mir bevorstand, ehe ich mich endgültig für die Gemeinschaft entschied. Nach diesem Scheideweg, würde es kein Zurück mehr für mich geben. Dessen war ich mir bewusst. Ich war mir allerdings auch ganz sicher, dass es kein Geheimnis der Welt gab, welches mich davon abgehalten hätte, Priesterin in der Gemeinschaft des Mondes zu werden.

Ich war als drittälteste von sieben Schwestern in einer kleinen Siedlung in den westlichen Bergen zur Welt gekommen. Als ich zehn war starb meine Mutter bei der Geburt der jüngsten, Ilani. Vater hatte es schwer, uns alle durch diesen ersten Winter zu bringen. Wir wurden alle schlimm krank. Solja und Niska, meine älteren Schwestern starben an dem Fieber, Liri im Frühjahr darauf an der Unterernährung.

Ich tat mein Möglichstes, doch ich konnte ihnen nicht helfen. Als Vater im Jahr darauf in den Bergen verunglückte, während er die Ziegen zu ihren Weiden auftrieb, und wir in die größere Siedlung am Rand der Berge zogen, hörte ich das erste Mal von den heiligen Schwestern.

Die Gabe zu heilen faszinierte mich so sehr, wie die Aussicht darauf, die Elemente zu kontrollieren.

Wie viel einfacher würde es für mich werden, meine drei kleinen Schwestern zu versorgen. Einmal als Schwester der Gemeinschaft zurückgekehrt, würde ich großes Ansehen genießen und gutes Geld verdienen können mit meinen Fähigkeiten.

Das zumindest war mein Plan. Die altruistische Einstellung der meisten Ordensmitglieder hatte in all den Jahren nicht auf mich abgefärbt und ich sah den Weg einer Priesterin mehr als Beruf, nicht als Berufung.

Somit schockierte mich umso mehr, was die ältere Schwester mir zu sagen hatte:

Du bist ein kluges und fleißiges Mädchen, Gwendolyn, das brauche ich dir ja sicher nicht sagen.“

Ich nickte stumm. Ich ahnte es schon seit einem halben Mond und nun, da sie es mir tatsächlich verkünden würden, saß ich einfach nur still und hörte, ohne sie zu unterbrechen.

Du weißt sicher auch, warum ich heute mit dir spreche.“

Wieder nickte ich bloß. Sag es, dachte ich ungeduldig. Sag es doch endlich.

Du hast bei uns alles gelernt, was wir dich lehren konnten. Du hast Demut und Genügsamkeit bewiesen und der Lohn soll nun nicht ausbleiben. Wenn der Mond sich das nächste Mal rundet, wirst du in den Kreis der heiligen Schwestern aufgenommen werden.“

Nur kurz flog ein Lächeln über mein Gesicht, denn auch das hatte man mich gelehrt: Man musste sich immer in der Kontrolle haben. Gefühle durften einen nicht regieren.

Ja, die alte Ada hatte mit mir eine der gewissenhaftesten Schülerinnen gehabt. Ich ließ, die Pause, die Bergund mir gab, um etwas zu sagen, also ungenutzt verstreichen und atmete nur innerlich erleichtert auf. Ich hatte mich so sehr auf zu Hause gefreut. All die Sommer. Kein anderer Wunsch in mir war so glühend gewesen.

Die Priesterin vor mir, die uns allen nur als rechte Hand Adas und Stimme der Mondmaid bekannt war, sah mich lange prüfend an.

Willst du denn gar nichts weiter dazu sagen, Kind?“, fragte sie und ich sah irritiert in die faltigen grauen Augen. So fürsorglich kannte ich sie gar nicht.

Was gibt es da zu sagen? Das ist es, wofür ich her kam. Ich hatte nie einen Grund daran zu zweifeln, dass ich meinen Weg gehen würde.“

Nein, Gwen, das hattest du gewiss nicht.“

Nachdenklich wanderten ihre Augen zum Tempel, hinter dem eine flammende Sonne sich gerade zur Nachtruhe neigte.

Ich habe mich in all den Sommern, die du bei uns bist nur manches Mal gefragt, warum du zu uns kamst.“

Ich verstand ihre Frage nicht. Hatte ich ihr das nicht gerade gesagt?

Du wolltest Priesterin werden, gewiss. Doch wieso?“

Ich schwieg. Ada hatte das damals nicht wissen wollen und ich hatte nur allzu gern darauf verzichtet, es zu erläutern.

Gwen, auch wenn die Herrin nie fragte, so weiß sie wohl, wie es um dein Herz bestellt ist.“

Komisch, dass sie stets genau meine Gedanke aufgriff. Ich begann zu ahnen, dass Bergund die Kräfte nutzte, die sie innerhalb der Gemeinschaft so besonders machten, und ich wurde wütend. Man hatte mich nie gelehrt, meinen Geist gegen den Zugriff von außen zu verschließen. Doch ich entsann mich auch meiner Ausbildung. Vielleicht, so dachte ich, war dies ein Test, ob ich mich tatsächlich unter Kontrolle hatte.

Ja, so musste es sein.

Mein Zorn ebbte also ab und ich fragte, ohne eine Miene zu verziehen: „Warum sprecht ihr nicht offen, wenn ihr auf etwas bestimmtes hinaus wollt?“

Wieder musterte sie mich mit diesem langen durchdringenden Blick. Fast kam es mir vor, als wäre ich ihr unheimlich.

Nun, ich verstehe dich zwar nicht immer, Kind, doch ich verstehe die Wahl meiner Herrin nun immer mehr. Du bist für dein Alter unglaublich diszipliniert. Dein Geist ist stark. Dennoch scheinst du nicht den Ehrgeiz zu besitzen, den ich bei anderen unserer Novizinnen beobachten konnte. Ada hat Recht. Du bist schon fast zu perfekt.“

Ich nahm ihre Worte als Lob und wartete gespannt, was weiter kommen würde, denn offensichtlich war da noch mehr, als nur meine Weihe, die sie mir verkünden wollte.

Ich sehe das wohl anders, als die Herrin, denn ich sehe in dir zwar Fleiß und Strebsamkeit, doch keine Hingabe. Du magst alles können, was eine Priesterin kann. Du hast alle Fähigkeiten, die wir fordern. Doch sehe ich dich nicht im Dienst der Allmacht des Himmels.“

Diese harsche Kritik kam unerwartet und ich wollte protestieren, doch sie ließ mich nicht zu Wort kommen.

Lass gut sein, Gwen. Du brauchst nicht fürchten, ich stünde deinem Wunsch im Wege. Im Gegenteil. Auch wenn ich in dir das Licht unseres Glaubens nicht brennen spüre, so muss ich mich doch dem Willen der Herrin beugen. Viel mehr noch als das, muss ich mich auch dem Willen der Mondmaid beugen. Deine Weihe Gwen, wird keine normale Weihe werden. Denn gestern Nacht offenbarte sich mir dein Weg.“

Ich schluckte. Bergund sah nicht den Weg jeder Priesterin voraus. Denn nicht jede von uns war wichtig. Mir schwante nichts Gutes.

Gwendolyn, was Ada schon lange ahnt, das habe ich im Willen der Mondmaid bestätigt gefunden. Zum nächsten Vollmond soll mit deiner Weihe der Weg der nächsten Hohepriesterin für dich beginnen. So will es die Herrin des Mondtempels, so will es der Himmel höchstselbst. Ich hoffe du weißt, welche Ehre das für dich bedeutet, und welch große Aufgabe dir damit anvertraut wird.“

Damit stand Bergund auf und ließ mich allein auf der Bank vor dem Haus der Schülerinnen zurück.

Im ersten Moment waren meine Gedanken viel zu überrumpelt, um fassen zu können, was sie mir da gerade eröffnet hatte. Ich saß einfach da und starrte auf meine Fußspitzen. Dann mit einem Mal kam die Erkenntnis bei mir an. Mein Herz tat einen Sprung.

Ich, die nächste Hohepriesterin? Herrin von Nualschadan?

Aber das ging doch nicht!

Ich wollte aufspringen und ihr hinterherlaufen. Meine jungen, flinken Beine hätten die ältere Frau im Nu einholen können. Ich tat es aber nicht. Die eiserne Disziplin, die man mir beigebracht hatte, hieß mich stillhalten.

Wenn es Adas Wille war, musste ich mich dem fügen. Ich hatte diesen Weg schließlich eingeschlagen, somit gab es auch kein Zurück.

Außerdem, beruhigte ich mich selbst, konnte ich meinen Schwestern nicht noch besser helfen, wenn ich nicht bloß Priesterin, sondern Hohepriesterin werden würde?

Mit diesen Gedanken zog ich das blaue Tuch um meine nackten Schultern. Der Abendwind war kühl geworden und die dünnen Roben, die wir Schülerinnen trugen wärmten nicht mehr zu dieser Jahreszeit.

Es war wirklich Zeit für mich, sie zu wechseln.

Erste Versuch “Das Herz des blauen Drachen” von 2011

Es macht wirklich Spaß und hilft einem, den Fokus zu finden, wenn man sich selbst mit der Entwicklung der Geschichte im eigenen Kopf beschäftigt.

Ich hoffe, dieser Auszug hat euch gefallen.

Einen schönen Tag,

Sylvia

Das Drachenlied – Ein erster Versuch

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich einen unerwarteten Fund auf meiner Festplatte gemacht, den ich mit euch teilen will.

Mein Stern von Erui war nie eine Geschichte, die von Anfang an einfach da war. Sie hat sich auch mir erst Stück für Stück erzählt und die Welt musste erst wachsen, die Figuren erst reifen, bevor ich sie komplett begreifen konnte.

Ein Stolperstein auf meinem Weg, den Stern zu Ende zu erzählen, waren immer schon die Ewigen Wächter. Gerade die Herrin Gwendolyn, deren Geschick ich grob kannte. Ich wusste ungefähr, warum sie war wie sie war, aber sie war mir fremd. Ich habe lange und viel über sie nachgedacht und versucht zu verstehen, warum sie geworden ist, wie sie Fenia im Stern letzten Endes entgegen tritt. Denn eigentlich hätte sie in einem Zeitalter geboren sein müssen, das golden und voll Zauber war. doch je mehr ich über sie und auch die anderen Wächter nachdachte, umso mehr merkte ich, es war eigentlich ganz anders, und Gwendolyn, magisch begabt und hochgeachtet von Anfang an, wollte selbst nie den Weg einschlagen und die Verantwortung übernehmen, die ihr das Schicksal letzten Endes aufzwang.

Der Anfang ihrer Geschichte, die ich damals einfach nur ‘Drachenlied’ nannte, der klang vor vier Jahren noch ganz anders, als ‘Das Herz des blauen Drachen’, an dem ich nun schreibe. Dennoch hat sich einiges nicht geändert. Zum Beispiel der Unwille, mit dem sie die Hohe Herrin wurde, und damit die fehlende Demut, die sie auf den Pfad führten, den sie letzten Endes für sich und die anderen Wächter wählte.

Weil manche von euch sich ja auch dafür interessieren, wie die Geschichten in unseren Köpfen entstehen, mag ich euch diesen ersten Versuch, über den ich heute nur per Zufall gestolpert bin, nicht vorenthalten. Hier also ein Einblick in dem kreativen Prozess in meinem Kopf ;). (Den neuen Anfang werde ich euch dann Morgen vorstellen. )

 

 

Gwendolyn von Nualschadan
Gwendolyn als Hohepriesterin, von Dorothee Rund

Das Drachenlied

1.

Ich weiß noch, es war kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag, als sie mich einweihten. Ich hatte meinen nunmehr zwanzigsten Sommer in Nualschadan verbracht und ich wusste, der Tag meiner Weihe lag nicht mehr fern. Dennoch wollte Ada mich wissen lassen, welcher Weg mir bevorstand, ehe ich mich endgültig für die Gemeinschaft entschied.

Nach diesem Scheideweg würde es kein Zurück mehr für mich geben, dessen war ich mir bewusst.

Ich war mir allerdings auch ganz sicher, dass es kein Geheimnis der Welt gab, welches mich davon abgehalten hätte, Priesterin in der Gemeinschaft des Mondes zu werden.

Ich war als drittälteste von sieben Schwestern in einer kleinen Siedlung in den westlichen Bergen zur Welt gekommen. Als ich zehn war starb meine Mutter bei der Geburt der jüngsten, Ilani. Vater hatte es schwer uns alle durch diesen ersten Winter zu bringen. Wir wurden alle schlimm krank. Solja und Niska, meine älteren Schwestern starben an dem Fieber, Liri im Frühjahr darauf an der Unterernährung.

Ich tat mein Möglichstes, doch ich konnte ihnen nicht helfen. Als Vater im Jahr darauf in den Bergen verunglückte, als er die Ziegen zu ihren Weiden auftrieb und wir in die größere Siedlung am Rand der Berge zogen, hörte ich das erste Mal von den heiligen Schwestern. Die Gabe zu heilen faszinierte mich so sehr, wie die Aussicht darauf, die Elemente zu kontrollieren.

Wieviel einfacher würde es für mich werden, meine drei kleinen Schwestern zu versorgen. Einmal als Priesterin der Gemeinschaft zurückgekehrt, würde ich großes Ansehen genießen und gutes Geld verdienen können mit meinen Fähigkeiten.

Das zumindest war mein Plan. Die altruistische Einstellung der meisten Ordensmitglieder hatte in all den Jahren nicht auf mich abgefärbt und ich sah den Weg einer Priesterin mehr als Beruf, nicht als Berufung.

Somit schockierte mich umso mehr, was die ältere Schwester mir zu sagen hatte:

Du bist ein kluges und fleißiges Mädchen, Gwendolyn. Das brauche ich dir ja sicher nicht sagen.“ Ich nickte stumm. Ich ahnte es nun schon seit einem halben Mond, und da sie es mir tatsächlich verkünden würden, saß ich einfach nur still und hörte, ohne sie zu unterbrechen. „Du weißt sicher auch, warum ich heute mit dir spreche.“ Wieder nickte ich bloß. Sag es, dachte ich ungeduldig. Sag es doch endlich. „Du hast bei uns alles gelernt, was wir dich lehren konnten. Du hast Demut und Genügsamkeit bewiesen und der Lohn soll nun nicht ausbleiben. Wenn der Mond sich das nächste Mal rundet, wirst du in den Kreis der heiligen Schwestern aufgenommen werden.“

Nur kurz flog ein Lächeln über mein Gesicht, denn auch das hatte man mich gelehrt: Man musste sich immer in der Kontrolle haben. Gefühle durften einen nicht regieren.

Ja, die alte Ada hatte mit mir eine der gewissenhaftesten Schülerinnen gehabt. Ich ließ, die Pause die Bergund mir gab, um etwas zu sagen, also ungenutzt verstreichen und atmete nur innerlich erleichtert auf. Ich hatte mich so sehr auf Zuhause gefreut. All die Sommer. Kein anderer Wunsch in mir war so glühend gewesen.

Die Priesterin vor mir, die uns allen nur als rechte Hand Adas und Stimme der Mondmaid bekannt war, sah mich lange prüfend an.

Willst du denn gar nichts weiter dazu sagen, Kind?“, fragte sie und ich sah irritiert in die faltigen, grauen Augen. So fürsorglich kannte ich sie gar nicht.

Was gibt es da zu sagen? Das ist es wofür ich herkam. Ich hatte nie einen Grund daran zu zweifeln, dass ich meinen Weg gehen würde.“

Nein, Gwen, das hattest du gewiss nicht.“

Nachdenklich wanderten ihre Augen zum Tempel, hinter dem eine flammende Sonne sich gerade zur Nachtruhe neigte. „Ich habe mich in all den Sommern, die du bei uns bist nur manches Mal gefragt, warum du zu uns kamst.“

Ich verstand ihre Frage nicht. Hatte ich ihr das nicht gerade gesagt?

Du wolltest Priesterin werden, gewiss. Doch wieso?“

Ich schwieg. Ada hatte das damals nicht wissen wollen und ich hatte nur allzu gern darauf verzichtet, es zu erläutern.

Gwen, auch wenn die Herrin nie fragte, so weiß sie wohl, wie es um dein Herz bestellt ist.“

Komisch, dass sie stets genau meine Gedanke aufgriff. Ich begann zu ahnen, dass Bergund die Kräfte nutzte, die sie innerhalb der Gemeinschaft so besonders machten, und ich wurde wütend. Man hatte mich nie gelehrt, meinen Geist gegen den Zugriff von außen zu verschließen. Doch ich entsann mich meiner Ausbildung. Vielleicht, so dachte ich, war dies ein Test, ob ich mich tatsächlich unter Kontrolle hatte.

Ja, so musste es sein.

Mein Zorn ebbte also ab und ich fragte, ohne eine Miene zu verziehen: „Warum sprecht Ihr nicht offen, wenn Ihr auf etwas bestimmtes hinaus wollt?“

Wieder musterte sie mich mit diesem langen durchdringenden Blick. Fast kam es mir vor, als wäre ich ihr unheimlich.

Nun, ich verstehe dich zwar nicht immer Kind, doch ich verstehe die Wahl meiner Herrin nun immer mehr. Du bist für dein Alter unglaublich diszipliniert. Dein Geist ist stark. Dennoch scheinst du nicht den Ehrgeiz zu besitzen, den ich bei anderen unserer Novizinnen beobachten konnte. Ada hat Recht. Du bist schon fast zu perfekt.“

Ich nahm ihre Worte als Lob und wartete gespannt, was weiter kommen würde, denn offensichtlich war da noch mehr, als nur meine Weihe, die sie mir verkünden wollte.

Ich sehe das wohl anders als die Herrin, denn ich sehe in dir zwar Fleiß und Strebsamkeit, doch keine Hingabe. Du magst alles können, was eine Priesterin kann. Du hast alle Fähigkeiten, die wir fordern. Doch sehe ich dich nicht im Dienst der Allmacht des Himmels.“

Diese harsche Kritik kam unerwartet und ich wollte protestieren, doch sie ließ mich nicht zu Wort kommen.

Lass gut sein Gwen. Du brauchst nicht fürchten, ich stünde deinem Wunsch im Wege. Im Gegenteil. Auch wenn ich in dir das Licht unseres Glaubens nicht brennen spüre, so muss ich mich doch dem Willen der Herrin beugen. Viel mehr noch als das, muss ich mich auch dem Willen der Mondmaid beugen. Deine Weihe Gwen, wird keine normale Weihe werden, denn gestern Nacht offenbarte sich mir dein Weg.“

Ich schluckte. Bergund sah nicht den Weg jeder Priesterin voraus. Denn nicht jede von uns war wichtig. Mir schwante nichts Gutes.

Gwendolyn, was Ada schon lange ahnt, das habe ich im Willen der Mondmaid bestätigt gefunden. Zum nächsten Vollmond soll mit deiner Weihe der Weg der nächsten Hohepriesterin für dich beginnen. So will es die Herrin des Mondtempels, so will es der Himmel höchstselbst. Ich hoffe du weißt, welche Ehre das für dich bedeutet und welch große Aufgabe dir damit anvertraut wird.“

Damit stand Bergund auf und ließ mich allein auf der Bank vor dem Haus der Schülerinnen zurück.

Im ersten Moment waren meine Gedanken viel zu überrumpelt, um fassen zu können, was sie mir da gerade eröffnet hatte. Ich saß einfach da und starrte auf meine Fußspitzen. Dann mit einem Mal kam die Erkenntnis bei mir an. Mein Herz tat einen Sprung.

Ich, die nächste Hohepriesterin? Herrin von Nualschadan?

Aber das ging doch nicht!

Ich wollte aufspringen und ihr hinterherlaufen. Meine jungen, flinken Beine hätten die ältere Frau im Nu einholen können.

Ich tat es aber nicht. Die eiserne Disziplin, die man mir beigebracht hatte, hieß mich stillhalten.

Wenn es Adas Wille war, musste ich mich dem fügen. Ich hatte diesen Weg schließlich eingeschlagen, somit gab es auch kein Zurück.

Außerdem, beruhigte ich mich selbst, konnte ich meinen Blutsschwestern nicht noch besser helfen, wenn ich nicht bloß Priesterin, sondern Hohepriesterin werden würde?

Mit diesen Gedanken zog ich das blaue Tuch um meine nackten Schultern. Der Abendwind war kühl geworden und die dünnen Roben, die wir Schülerinnen trugen wärmten nicht mehr zu dieser Jahreszeit.

Es wurde wirklich Zeit für mich, sie zu wechseln.

“Das Drachenlied”, Sylvia Rieß, 2012 (First Draft)

Sternenfakten Teil 4 – Timeline der Geschichte Eruis

Wenn eine Geschichte irgendwann so außer Kontrolle gerät, wie meine, dann merkt man das spätestens an dem Punkt, wo man sich hinsetzt um eine genaue Timeline zu erstellen, weil man sich immer wieder selbst auf vergangene Ereignisse beziehen muss. Und damit meine ich nicht die ganze Rückblenden. Der Großteil der Leser kommt mit umfangreichen Gesamtwerken wie ‘Das Lied von Eis und Feuer’ klar, dem ich mal unterstelle deutlich komplexer und in noch mehr Handlungsstränge aufgedröselt zu sein, als das Sternenlied. Dennoch war es für mich essentiell neben einer halbwegs korrekten Karte einen groben Abriss der verschiedenen Zeitalter und ihrer wichtigsten Wendepunkte anzufertigen.

Um das Sternenlied zu lesen ist das nicht unbedingt von Nöten, doch ich dachte, vielleicht interessiert es ja die Hardcore-Fans unter euch 🙂

 

Thoran2
Thoran Blaudrache (von Sylvia Rieß)

 

Anbeginn – Erui wird erschaffen aus dem Traum eines Menschenkindes, Thoran, Teijûn und die Einhörner erwachen.

–> Das Zeitalter der Unsterblichen bricht an.

 

Die Menschen verlieren die Angst vor den Urgewalten, fangen an die Welt zu verstehen. In Erui erwachen Wesen, die den Menschen ähnlicher sind, sterblich und wenig mächtig, wenn auch immer noch mit Magie gesegnet. Die sterblichen Völker erwachen.

–> Das Zeitalter der Hochmagischen beginnt.

In Erui werden die ersten großen Städte und Paläste errichtet. Hochkulturen beginnen sich in allen Ecken der Welt zu entwickeln

Alles endet, als die ersten großen Kriege die Menschenwelt überziehen. In den Einöden jenseits der diamantenen Gletscher erwacht ein Wesen, das anders ist als alle Kinder Erui zuvor. Der Schatten nährt sich von Hass und Bosheit und Niedertracht und beginnt das Land jenseits der Berge mehr und mehr zu vergiften.

–> Die erste dunkle Zeit beginnt.

Auf einer Insel im Norden beginnt sich ein Volk zu sammeln, das mächtig genug scheint dem Schatten  trotzen zu können. Die Völker Eruis erwählen die Eidan zu ihren hohen Königen. Die Drachen und die vier Winde errichten Talveymar in der Mitte der Welt. Die Eidan versuchen Erui zu schützen durch den Zauber der Hohen Krone, doch dadurch trennen sich die Welten auch voneinander und sind fortan durch undurchdringliche Nebelgrenzen entzweit.

–> Die goldene Zeit beginnt.

Die Eidan halten den Schatten gebannt und ihr Volk wächst und gedeiht, wie auch das restliche Erui. Die Träume der Menschen sind ferne Hoffnungen und Elahad fällt von einem Krieg in den nächsten.

Das alte Königsgeschlecht lebt bis zur Geburt ein Prinzessin, die den Namen Laurin trug. Sie fällt in die Hände des Schattens, weil er sie für den prophezeiten Stern hält und entführt sie in sein dunkles Reich.  Aus dieser Verbindung geht ein Kind hervor und Eruis hohe Könige werden ausgelöscht. (Diese Geschichte wird erzählt in “Das Blut der alten Zeit”, noch nicht fertig)

–> Die zweite dunkle Zeit beginnt.

Die Völker verlieren allen Mut und alle Hoffnung. Der Zauber der Hohen Krone ist verloren und Erui wird nicht nur von einem Schattenfürst bedroht, sondern auch von seinem Sohn. Die großen Städte fallen. Es ist der Einhornkönig Ljosalfur der den blauen Drachen schließlich an seinen Schwur erinnert, Erui in den dunkelsten Tagen zu helfen. Doch erst als der Drache das Mädchen Gwendolyn trifft, beginnt er zu begreifen, was er für Erui tun muss.

Durch ihn wird letztendlich der Drachenweg geschaffen und ein neuer König ergreift die Krone. Der junge Thoran Blaudrache ist aber nicht mächtig genug, das Drachenherz zu beherrschen und vernichtet nicht nur Eruis Feinde. Der heilige Rat, der aus der Hohepriesterin Gwendolyn, Mendric, Ariman und Luani besteht, wird vom Himmel dazu ausersehen ewig zu leben und nicht sterben zu können, bis eine neue Zeit in Erui anbricht. (diese Geschichte wird erzählt in der Trilogie “Das Herz des blauen Drachen”, noch nicht beendet)

Die Wächter kämpfen damit jahrelang gleichzeitig gegen den Schatten und den tobenden Drachen, bis dieser schließlich verschwindet und ein neuer König den Drachenweg beschreitet. Aus seinem Geschlecht gehen für viele Jahrhunderte neue Könige hervor, bis auch diese Linie ihr Ende findet und sich keiner mehr traut, den Drachenweg zu gehen.

Dieses Zeitalter ist bekannt als die dritte dunkle Zeit oder auch das Zeitalter der Ewigen Wächter.

 

So das wars für heute von mir. Achja, ich läute die Tage irgendwann den Countdown für den Sternenstaub ein 😉

 

 

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