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Marketing für Selfpublisher Teil 3

Noch mehr soziale Netzwerke?

 

In meinem vorigen Beitrag bin ich ja auf die Onlinepräsenz allgemein, eure Homepage und Facebook näher eingegangen.Heute will ich mich den social Medias (SoMe) Twitter und Instagram widmen. Warum überhaupt mehr soziale Medien? Reicht Facebook nicht? Sollten die Leute von da dann nicht auf der Website landen und alle Newsletter-Abonenten werden und überhaupt?

Schön wärs! Und ist leider heutzutage auch utopisch. Die Zeit in denen Internetblogs und Websites die Hauptanlaufstelle für Informations- und Dialogsuchende waren, sind rum. Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen über alles und überall werben, auf sich aufmerksam machen. Da geht man schnell unter. Facebook filtert und erstmal wollen alle nur kurze, komprimierte Informationen, aus denen sie selbst entscheiden können, lohnt es sich, sich durch die langen Artikel komplett durchzuwühlen.

Dafür sind Twitter und Instagram prädestiniert.

 

Fange ich mal an mit Twitter

 

Schlicht und einfach, weil ich das selbst schon länger als weiteres SoMe-Instrument für mich gewählt habe. Im übrigen nicht freiwillig. Denn ich meine: Echt jetzt? Noch mehr soziale Medien und Kram? Reichen nicht FB und die Homepage (ich habe ne tolle Homepage mit wundervollen Beiträgen, Extraszenen, Bildern …) Aber mein Marketing Demon from Hell sagte mir: Auf Dauer reicht das nicht. Man muss Netzwerken.

Und das ist das, was Twitter gut kann.

Bitte verwechselt die Möglichkeit 140 Zeichen und ein Bild posten zu können, nicht mit einer Spamfunktion für eure Verkauflslinks. Twitter ist KEIN Werbeportal in dem Sinn. Sicherlich sieht man auch da immer wieder mal (und ich mach es auch) Buchcover, Direktlinks oder sowas durchfliegen. Zu Neuerscheinungen, zu Preisaktion, besonderen Anlässen.

Vor allem aber gibt es die Möglichkeit, sich zu vernetzen, selbst interresante Links und Infos der Branche abzugreifen. Dazu gehört aber auch nicht darauf warten, dass man Follower findet, sondern aktiv anderen folgen. Bei Themen mitreden.

Leser hat mir das sicherlich wenige gebracht. Dafür aber Infos, an die ich anders nicht gekommen wäre, weil man nicht immer jedem Blog folgen kann. Dem schnelle Tweet dazu aber eben doch.

Man muss für sich aber auch wissen, wo Schluss ist. Nicht bei jeder Initiative mitmachen, nicht in jedes Netzwerk eintreten, das sich einem dadurch öffnet, sonst verzettelt man sich. Ich selbst nutze Twitter nicht auf dem Handy, nur wenn ich daheim bin und dann auch Zeit habe, mir die Meldungen genauer anzusehen. Twitter lohnt sich einfach deswegen, weil einem die tagesaktuellen Themen nicht entgehen (und die haben nicht immer mit Büchern zu tun 😉 )

Sprich, wenn ihr regelmäßig eure Homepage aktualisiert und euch bei Facebook eingefunden habt, eure Seite dort ebenfalls regelmäßig mit Neuigkeiten versorgt wird und euch das nicht mehr so sehr stresst, dann könnt ihr euch an ein weiteres soziales Medium wagen.

 

Instagram

 

Lange Zeit mein Feind, weil ich dachte: Bilder posten? Von mir? Soll ich da zur Selfie-Queen mutieren? – Ätzend! Nö!

Jetzt habe ich seit 4 Wochen ein Smartphone (Ja, ihr lest richtig, ich bin so technophob, dass ich nicht mal das besaß) und habe mich auch bei Instagram angemeldet. Und … ich habe sogar Spaß dran. Jeder kann ja selbst wählen, was er mag und dann die Themen für seinen Kanal wählen. Ich liebe Natur, Tiere, Bücher, gutes Essen. Also warum denn nicht?

Instagram ist eine so riesige Plattform, dass mittlerweile MILLIARDEN an Werbebudgets von großen Firmen ausgegeben werden, um ihre Produkte durch erfolgreiche Instagrammer abbilden zu lassen. Und jetzt mal rein kaufmännisch gesprochen: Wäre man nicht blöd, wenn man dieses Medium meidet, wenn es sich für viele GlobalPlayer bewährt hat?

Warum ich allerdings wirklich Instagram schätze: Ich muss gar nicht so persönlich werden, wie ich dachte. Sicher, ich kann den genauen Ort angeben wo ich wann Eis gegessen habe und die Uhrzeit und mit wem … aber ich kann das auch lassen. Ein schönes Foto schießen, es teilen und andere wundervolle Fotos genießen.

Menschen sind und bleiben Augentierchen.

Dazu, ob und wie viel das bringt, kann ich noch nicht sagen, ich bin erst seit 9 Tagen dabei und habe noch kein großes Netzwerk. Bei Kollegen weiß ich, dass es super klappt. Auch viele Bloger haben mittlerweile Instagram- Accounts und es lohnt sich, ihnen zu folgen.

 

Mein Fazit:

 

Twitter ist toll, um sich mit Kollegen und Infoseiten rund um den Buchmarkt zu verbinden. Instagram kann sogar Spaß machen und man ist bei beidem frei, zu wählen, was und wie viel man erzählt und zeigt.

 

Und nächstes Mal erzähle ich was über die WICHTIGSTEN VERBÜNDETEN des Autors: DIE BLOGGER!!!

 

Liebe Grüße,

und sorry, dass ihr solange auf die Fortsetzung warten musstet, es war ziemlich stressig bei mir.

 

Eure Sylvia

Marketing für Selfpublisher – Teil 2

Aller Anfang ist schwer.

doch immerhin sind wir ja nun schon mal soweit, dass wir wissen und eingesehen haben, wir können das beste Buch aller Zeiten geschrieben haben, aber ohne Marketing wird es nichts.

Doch wie fange ich nun an? Oder mal noch grundlegender wann?

Wieder möchte ich mich anhand meiner Erfahrungen entlang hangeln und damit auch anhand der Fehler, die ich gemacht habe. Denn meine Schlussfolgerung 2015 war, ich kann ja erst etwas bewerben, wenn ich ein Produkt habe. Damals war ich wirklich über enthusiastisch und voll kreativer Ideen und auch der Meinung: Viel hilft viel.

Also ging ich am Tag des Release hin und schrieb 150 Buchblogs gezielt an, von denen ich vorher recherchiert hatte, dass sie Fantasy mögen, und damit potentiell mein Buch lesen wollen könnten. Ich habe eine kreative Mail verfasst mit diesem Artikel (den Text dazu hab ich mal ausgeblendet), der auf mein Buch neugierig machen sollte:

BILD_Artikel Schlagzeile

Warum es dennoch nicht wirklich zündete, hab ich später erst verstanden, aber das hat mir für die Zukunft sehr weitergeholfen. Prinzipiell war es perfekt, dass ich was Kreatives geschaffen hatte, was mehr war, als nur das Cover zu posten und den Klappentext. Und auch die Menge an Rezensenten (150, da man gut mit 60-75 % Absagen rechnen kann) war angemessen gewählt. Die Fehlannahme aber war, dass ich erst mit dem Tag der Veröffentlichung begann und nicht bedacht habe, das Blogger ganze Gebirge an SuBs (Stapel ungelesener Bücher) bei sich daheim und auf ihren E-Readern haben.

Darum:

Nein, man muss nicht auf den Tag des Release warten, bis man anfängt seine Marke aufzubauen.

Man kann tatsächlich schon weit vorher aktiv werden. Eine Website und eine Präsenz auf Facebook (möglichst außerhalb des privaten Profils) sollte man sich vorher schon anlegen. Wer gleich richtig durchstarten will, legt sich dazu noch ein Twitter- und ein Instagrammprofil an. Über diese Kanäle werden heute Millionen von Menschen erreicht mit den verschiedensten Interessen.

Das alles scheint zunächst einmal sehr viel, weswegen ich auch sagen würde: Wer in den sozialen Medien (SoMe) nicht zuhause ist, der sollte klein anfangen und erst mal bei Faceblook und Homepage bleiben.

 

Und was können und sollen die einzelnen Medien nun (und ganz wichtig – was nicht?) ?

 

Homepage

Das ist euer virtuelles Zuhause. Hier gibt es alle relevanten Informationen und die möglichst auf einen Blick. Klar strukturiert und nicht überladen sollte sie daherkommen.

Ein Sektion für News sollte es geben, eine über euch mit Infos zum Autor. Eine für eure Projekte. (Ja, ich habe drei, weil das mittlerweile mein Markenzeichen ich: episch = High Fantasy, magisch =urban Fantasy, funtastisch – selbsterklärend)

Diese Unterkategorien sind wirklich für zielgerichtete Infos zu Projekten. Alles, worüber ihr sonst so schreibt, kann in euren Blog, den ihr bei Bedarf nochmal unterteilen könnt.

Sobald ihr Veröffentlichungen habt, gehören die natürlich auch auf die Seite. Durch Adons wie ‘My book table‘ lassen die sich auch sehr schön darstellen. Hier in der Märchenspinnerei haben wir das für unser Gemeinschaftsprojekt gemacht.

Eure Social Media Kanäle sollten alle direkt au eurer Homepage verlinkt sein, damit interessierte Leser euch überall folgen können.

Wichtig ist nun, Traffic auf eure Seite zu bekommen. Auch da gibt es diverse Tools, die euch helfen, eure Beiträge auf eine Art und Weise zu gestalten, dass sie optimal über die Suchmaschinen gefunden werden. Zum Beispiel dieses SEO-Tool.

Es geht allerdings auch ohne. Für die Märchenspinnerei habe ich mit meiner Kollegin alles optimiert. Für meine Seite habe ich keinerlei Addons und dennoch ist es der erste Hit, wenn ich meinen eigenen Namen google.

Was ihr tun solltet, ist auf jeden Fall die allerwichtigsten Neuigkeiten immer auf eurer Seite als Beitrag anzulegen und in die sozialen Kanäle dann den Link zu streuen. Wenn ihr es in FB, Twitter und Konsorten erzählt und auch auf eurer Seite stehen habt, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Hauptmeldung auf der Seite wahrgenommen wird. (Wichtige Meldungen sind Preisaktionen, Veröffentlichungen, Neuauflagen, etc. )

Zur Homepage gibt es noch gefühlt 1000 weitere Dinge anzumerken, und ja, ich weiß, ich bin selbst nicht immer konsequent mit meinen eigenen Tipps. Allerdings sollte man sich auch immer vor Augen führen, dass alles sind Optimierungsvorschläge. Niemand wird die alle sklavisch zu 120% einhalten können. Doch ein wenig mehr von allem in dem einen oder anderen Bereich kann euch schon die gewünschte Sichtbarkeit bringen.

Ihr müsst immer bedenken: Ihr seid als SPler ein EIN-MANN/FRAU-Unternehmen. Ihr seid euer eigener Lektor, Korrektor, Verleger und Marketeer und ihr müsst alles so ein bisschen können. Dass ihr in manchem besser seid, als in anderem, ist natürlich. 

 

Kommen wir nun allgemein zu den Sozialen Medien (oft SoMe abgekürzt)

Als erstes und wichtigstes: Keines davon ist eine Dauerwerbeplattform für eure Verkauflinks und eure Buchcover. Ich treffe immer wieder Autoren, die bevorzugt ihre Links in immer wiederkehrenden Zyklen auf FB und Twitter spamen. Ist wie Ebbe und flut und kann ganz schön nerven.

DAS WILL KEINER SEHEN!

Sicher dürfen eure Links zu den Büchern und Preisaktionen auch auftauchen, doch es darf nicht der einzige Inhalt eurer SoMe-Präsenz bleiben.

Aber dröseln wir mal auf, was ich über die Kanäle aus eigener Erfahrung gelernt habe:

 

Facebook

Ist ein sehr aktives und geselliges Medium, kann einen aber auch schnell überfordern. Es gibt Hundertausende von Buchgruppen, denen man beitreten kann und ja, mein Rat ist, man sollte das auch tun. Doch wie immer gilt: Gezielt und nicht wahllos. Zu Anfang vielleicht erst mal zwei drei, um den Umgangston und die Spielregeln der Gruppe kennenzulernen. Geht es nur um Buchiges? Dürfen Verkaufslinks gepostet werden? Was ist mit OTs (Off-Topics = alles, was nicht mit dem Primärinhalt der Gruppe zu tun hat)

Und noch einmal: Weg mit dem Finger von der Copy-Paste-Taste eures Verkaufslinks. 

Ich selbst habe es zu Beginn nicht besser gewusst, in vielen Gruppen so gesehen und gedacht, das wäre so Usus. Aber das stimmt nicht. Nichts kann eine Gruppe so schnell gegen einen aufbringen, wie das unnötige Spammen von aggressiver Werbung.

Was könnt ihr also tun?

Im Grunde geht es um Konversation und den Aufbau eines Netzwerkes an Leuten, die euch interessant finden, eure Ideen mögen und damit eurer Seite folgen und wieder andere Leser mitziehen. Das ist oft schwer und mühselig und erfordert wirklich, dass man sich auch mal ein zwei Stunden Zeit dafür nimmt, auf Gespräche und Diskussionen einlässt. Manchmal beginnen die nicht mal mit dem eigenen Buch, sondern ganz woanders. Eins führt zum nächsten, man traut sich zu erwähnen, dass man auch schreibt und es kommt zurück: “Ja, wow cool, hab dich grade gegoogelt und es direkt bestellt.”

Klingt mühselige? Ist es auch. Niemand hat behauptet, dass Social Marketing leicht wäre.  Ich für meinen Teil kann sagen: Ich habe Facebook anfänglich gehasst. Auch, weil ich das Gefühl hatte, ich müsse viel zu viel Persönliches von mir preisgeben, um Aktivitäten auf meiner Seite zu bekommen. Dabei wollte ich das nicht. Ich wollte nichts Privates erzählen, keine Katzenbilder teilen und kein dummes Zeug posten müssen. Es fühlte sich an, als müsse ich eine überdurchschnittlich gutgelaunte Pseudovariante von mir fürs Internet erstellen, bei der immer nur alles eitel Sonnenschein ist.

Dann gab mir mein Marketing Demon from Hell aber den allerbesten Rat, den ich auch an euch weitergeben will: Man muss sich nicht verstellen und verkrampfen.

Werdet euch vorab klar darüber, was und wie viel dürfen eure Leser von euch erfahren. Wo zieht ihr die Grenze?

Das kann schon mit dem Künstlernamen anfangen und bis hin zu einer völlig geheimen Identität (geschlossenes Pseudonym) gehen. Aber das ist egal. Solange das, was ihr von euch preisgebt, ehrlich und authentisch ist. Jeder Autor hat da seinen ureigenen Stil und manche finden ihn auch erst mit Ausprobieren.

So. Das zunächst vorab. Jetzt kommen wir zu den technischen Hilfmitteln auf Facebook:

Beiträge liken : Ist toll und Likes fühlen sich gut an, bringen euch aber keine Reichweite, nur Interaktion. Es ist das Minimum an Kommunikation, die stattfinden kann. Wenn euch also bei anderen etwas wichtig ist, dann liked nicht nur, kommentiert und teilt auch.

Beiträge kommentieren: Kommentare, gerade auch auf eure Beiträge in Gruppen, sorgen dafür, dass sie wieder nach oben rutschen und mehr gesehen werden. Rein informative Beiträge sind somit toll, aber generiert lieber solche, wo Leute sich auch persönlich einklinken können. Es geht ja um den Austausch. Meinungen geben, Meinungen bekommen. Werdet interaktiv!

Beiträge teilen (Extra für Tina 😉 ) : “Meinen Beitrag teil ich nicht. Nein, meinen eigenen Beitrag teile ich einfach nicht!” *seufz*

Ja, hab ich auch früher gedacht. Aber anders, als sich selbst zu liken, ist sich selbst teilen gar nicht verwerflich. Ihr habt was geschrieben und glaubt, das könnte andere interessieren? Fein! Sucht die Gruppen, in denen es relevant ist. Nicht einfach wahlos überall. Am besten Morgens um acht Copy-Paste zack alle 45 Buchgruppen einmal durch. Mittags um 12 wieder (war ja jetzt genug Abstand oder?) und abends nochmal für die arbeitende Bevölkerung, die auch so langsam vor den Rechnern eintrudelt. Das wäre das andere Extrem zum ‘Nicht-Teiler’. Beides ist schlecht und nicht zielführend.

Und, achja, ihr müsst nicht jeden eurer Beiträge auf eurer privaten Chronik teilen. Stellt euch vor, das ist euer Wohnzimmer mit euren Freunden und Verwandten drin. Also Leuten, die euch (in den meisten Fällen) sehr viel näher stehen, als die Follower eurer Autoren-Seite. Die wollen nicht ständig das große Reklameschild ins Gesicht gedrückt kriegen. Die lesen eh schon, was ihr so alles teilt. 😉

Also teilt eure Beiträge, macht euch Gedanken darum, was und wann mit wem. Und teilt verschiedenes. Mal die Idee zu eurem neusten Plot, mal das halbfertige Buchcover, dass euch schon Schreie der Entzückung entlockt, mal ganz persönlich einfach nur, wie euer Tag gewesen ist. Seid menschlich und greifbar für eure Leser und nicht dieser abgehobene und elitäre Bewohner eines Elfenbeintürmchens, der sich weit über dem nicht schreibenden Teil der Gesellschaft erachtet.

 

Verkaufslinks auf der FB-Seite: Ein nettes Gimmick, werden aber nicht so häufig genutzt. Allerdings sollte man nicht drauf verzichten. Wenn einer schnell zu eurem Produkt gelangen will gilt: Mit so wenig Klicks wie möglich!

Beiträge bewerben lassen : Habe ich bis heute noch nie gemacht, denn viele klicken bezahlte Werbung einfach weg. Von anderen weiß ich, dass es sich nicht immer unbedingt lohnt.

 

Puh … Das war jetzt ganz schön viel Input auf einmal.

Für mich war am Anfang Homepage plus Facebook auch absolut ausreichend, um mich hoffnungslos zu überfordern. Bei Annika Bühnemann könnt ihr allerdings noch ein paar tolle Tips finden, wie man seine Zeit allgemein besser einteilen könnt, um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen, denn sicher, ihr seid Autor und schreiben muss auch irgendwann noch drin sein.

 

Wer den ersten Post verpasst hat, der kann hier nochmal zu Teil 1 

und weiter geht es dann hoffentlich bald mit Teil 3 (Noch mehr soziale Medien)

 

Liebe Grüße,

 

Eure Sylvia

 

P.S. Ich weiß, dass ich in diesem Artikel nie und nimmer alle aufkommenden Fragen abdecken kann. Wer also spezifisch etwas wissen möchte, der darf seine Fragen gerne in die Komments posten. Mal sehen, ob ich ne schlaue Antwort habe.

 

 

Marketing für Selfpublisher – Teil 1

Hilfe, ich habe ein Buch geschrieben!

     – Ein Ratgeber für Betroffene.

 

Hallo ihr Lieben und willkommen bei meinem kleinen Exkurs in die Welt des Marketing.

Eigentlich, dachte ich, gibt es genug Infos über Selfpublishing und Marketing und all das bereits online zu finden. Sehr schön strukturiert und informativ ist zum Beispiel die Selfpublisher-Bibel, die mir auf den ersten Schritten auch eine wesentliche Stütze war. In allen Belangen was dann die Finanzen, Steuern und Anmeldung anging, hat mir Kia Kahawas Blog das Leben gerettet. Und das sind nur zwei Blogs in der Unendlichkeit des Internets, die einem angehenden Selfpublisher weiterhelfen.

Warum ich nun dennoch auf die Idee kam, eine weitere Blogreihe mit kleinen Hilfestellungen zu schreiben?

Ganz einfach: Ich werde immer wieder drauf angesprochen. Ja, ich. Der Inbegriff des schüchternen, eigenbrödlerischen und schwierigen Autors (TM) in persona. Doch vermutlich ist mir das deswegen so ein Anliegen. Denn wenn ich nach zwei Jahren, vier Büchern und einem viel zu großen Gemeinschaftsprojekt eins weiß, dann das:

 

Man wächst mit seinen Fehlern!

Und ich habe eine Menge davon gemacht am Anfang – und mache sie heute noch!

Manche kamen, weil ich es nicht besser wusste, andere, weil ich sturer bin als ein Esel. Doch wesentlich und essentiell, und darum will ich heute damit anfangen, ist vor allem die EINSTELLUNG!

OMG! Kommt jetzt sowas wie Karma-Scheiße? Positives Denken? Visualisieren von Zielen?

Das mag sich jetzt vielleicht manch einer denken. Und ja, ein bisschen geht es darum. Aber ohne diese innere Einstellung geht es eben nicht.

 

Das Wesentliche dazu habe ich bisher allerdings nur von der negativen Seite aufgerollt gefunden.

Es gibt gefühlt 1001 Blogartikel von frustrierten Buchcoaches und Marketing-Agenten, die aufgeben. Nicht, weil sie nur schlechtes Zeug vermarkten sollen, sondern weil sie durch diese Mauer an Unwillen bei ihren Kunden nicht durchkommen. Der Stolperstein, mit dem alles steht und fällt ist:

DIE EINSTELLUNG, MIT DER WIR AUTOREN AN DIE SACHE RANGEHEN.

Und jetzt bitte, lest und verinnerlicht den oben stehenden Satz bitte erst 256x, bevor wir hier weitermachen.

… *wart* …

Alles klar, dann können wir ja. Warum das nämlich so wesentlich ist, das versuche ich euch jetzt mal anhand meines eigenen Try-and-Error Werdeganges aufzudröseln.

 

Tief in uns sind wir alle Künstler.

… und ja, Künstler sind schwierig. Wir sind diese sonderbaren Mischwesen irgendwo zwischen abgrundtiefen Löchern der Selbstzweifel und des Schams und den Höhen der gottgleichen Perfektion. Und nein. Ihr könnt mir nicht erzählen, dass dem nicht so ist. Es gibt Tage, da lieben wir, was wir schreiben, nur, um es am nächsten Tag wieder in die Tonne zu kloppen. Und doch, auch wenn ich immer wieder von Kollegen höre, dass meine First Drafsts supergut sind, so bin ich doch in 95% der Fälle nicht zufrieden mit mir. – Bei den anderen 5% bin ich dann überzeugt, dass noch kein lebendes Wesen auf dieser Welt etwas literarisch Volkommeneres zustande gebracht hat ;P.

Also ja. Ich kenne das Leben als Künstler im Allgemeinen und als Autor im Speziellen. Das Warten und Bangen und Hoffen und Zittern, wenn man irgendein Schriftstück irgendwo eingereicht hat, sei es Verlag, Wettbewerb, oder simpel ein Reziexemplar.

Nur:

 

Der Künstler in uns ist beim Marketing unser größter Feind.

Denn er ist es, der uns unterbewusst Fragen stellen lässt wie: Und wenn sie es nicht mögen? Vielleicht sollten wir nicht gleich so groß denken. Erstmal kleine Brötchen backen und dann … möglicherweise …

In einem Verlag hättet ihr einen Lektor, der euch sagen würde, was ihr tut ist gut. Als Selfpublisher braucht ihr EHRLICHE TESTLESER, die das tun. Testleser, die nicht genetisch mit euch verwandt sind oder euch schon die Hälfte eures Lebens kennen. Erst dann erfahrt ihr, ob das, was ihr macht taugt.

Wenn ihr dann zu diesem Schluss gekommen seid, dann müsst ihr euch darüber klar werden, dass der Autor, der Künstler, in euch, der Einzige ist, der das Buch zu Ende bringen kann.  Aber die Arbeit die mit dem Abschluss und mit der Veröffentlichung (und im besten Fall davor) anfängt, die nimmt er euch nicht ab.

Er wird mosern und meckern, dass er weiterschreiben will. Dass er jetzt hier nicht schon wieder wie ein Marktschreier über die Social Media Kanäle flackern will. Dass er findet, dass es reicht, was ihr tut. Und überhaupt, wenn das Buch gut genug ist, dann werden die Leser es schon ‘entdecken’.

 

Und der Pilot dreht um und fliegt zurück.

(- Zitat Michael Mittermeier)

Ja ne, is schon klar. Weil ihr ja auch so total unbekannt seid und es ja nur jährlich gefühlt 85.000 Neuerscheinungen auf dem SP-Markt gibt, kann der Leser gar nicht anders, als über euch zu fallen. (Wer keinen Sensor dafür hat: Ja, das war jetzt Ironie.)

Was euch bewusst sein muss, ist: Niemand kennt euch. Niemand, außer den 300 Menschen, denen ihr in Kinergarten, Schule, weiterführende Bildungseinrichtung und später auf der Arbeit begegnet seid, weiß, wer ihr seid. – Und wenn diese 300 hören, dass ihr schreibt, dann glauben die alle, sie hätten ein Freiexemplar verdient.

Das heißt, wenn ihr wirklich gesehen und gelesen werden wollt, dann müsst ihr das selbst auf euch nehmen. Und das ist harte Arbeit.

Im übrigen ist es ein weiterer Irrglaube, dass dieser Part euch abgenommen wird, wenn ihr das Glück hattet, euer Buch in einem Verlag unterzubringen. Eine befreundete Autorin und ich streiten sehr oft darüber, wenn sie im Chat dann mal wieder proklamiert, wie anstrengend sie das findet, was ich tue und dass sie nie SP machen würde, weil “Ich mir lieber einen Verlag suche, dann muss ich nur Schreiben und der macht das dann alles.”

 

Wer gesehen und gelesen werden will, der muss die bittere Pille des Marketings schlucken.

Ende der Durchsage.

Manche von euch, die das schon kapiert haben und die hier vielleicht konkrete Tipps erwartet haben, werden wohl nun enttäuscht sein. Doch ihr glaubt einfach nicht, wie oft mir das begegnet: Ein Kollege oder eine Kollegin, die begnadet gut und witzig schreiben, sich dann mal für ein, zwei Monate zum Bewerben ihrer Neuerscheinung aufraffen und wenn es dann nicht läuft und die Verkäufe in die Tausende schießen, geben sie auf. Bestenfalls schreiben sie ein neues Buch, um es damit erneut zu versuchen. Denn der Irrglaube sitzt in den Gehirnwindungen: Vielleicht war ich diesmal einfach wirklich nicht gut genug. 

Die gute Nachricht aber ist:

 

Marketing kann auch Spaß machen.

Das habe ich von meinem personal Marketing Demon from Hell (TM) gelernt. Denn die (deren Name nicht genannt werden soll 😛 ) hat vor etwas mehr als zwei Jahren nämlich genau das angetroffen, als ich die ersten wackeligen Schritte in der Welt des Selfpublishings machte: Einen völlig verkopften Autor mit einer Wagenladung Issues und Selbstzweifel, Angst vor dem Versagen und gleichzeitig dem absoluten Unwillen, ein Interview zu geben oder auch nur irgendwie im Entferntesten persönlich in das Ganze einbezogen zu werden.

Mein liebster Satz war: Die Leute sollen doch mein Buch lieben und nicht mich. Das beides irgendwie zusammengehört, das habe ich in abendfüllenden Chatgespräche langsam Stück für Stück kapiert.

Anfangs war es dann eine Qual, aber mit der Zeit wurde es besser.

Der Trick ist, es zu einem Teil seiner Identität als Autor zu machen. Und wie das geht, das will ich versuchen mit euch in den nächsten Beiträgen zu erörtern. 🙂

 

Ich hoffe, ihr bleibt dran. Wir lesen uns.

 

Mit den besten Grüßen,

 

Eure Sylvia

Erfolgreich Schreiben – ein völlig missverstandener Begriff

Erfolgreich Schreiben hat rein gar nichts mit gut oder schlecht Schreiben zu tun!

Nur mit Beharrlichkeit.

Das behaupte ich jetzt einfach mal so ins Blaue und die unendliche Weite des Worldwideweb hinein. Warum ich ausgerechnet heute das Bedürfnis verspüre, ausgerechnet darüber zu reden? – Nun, sagen wir, ich bin über einen Artikel gefallen. Einen sehr guten, sehr hilfreichen Artikel. Ihr Autoren da draußen, die ihr euch immer gefragt habt, wo eigentlich der Trick, die Abkürzung dabei ist, über Nacht erfolgreich zu werden – ‘entdeckt zu werden’ – ihr solltet ihn lesen.

Meine Gedanken zu diesem Artikel sind auch so ein bisschen eine Selbstreflektion und eine Lobeshymne an ein Wesen, das mir in den letzten zwei Jahren mein Leben zur Hölle gemacht hat. Ja, ich weiß, DU hasst den Begriff, darum nenne ich hier keine Namen, aber Dank an dieser Stelle geht an meinen eigenen persönlichen ‘Marketing Demon from Hell’ (TM) ;).

Kommen wir erstmal dahin, wo jeder irgendwann mal steht: Dem Anfang.

Und da geht es schon los. Denn welcher Punkt ist denn eigentlich dieser Anfang? Der, an dem das 4-jährige Kind die Fibel des Bruders entdeckt und sich für Lesen und Schreiben begeistert? Der, an dem die erste kleine Geschichte, meist noch ausgeschmückt mit handgemalten Bildern, mit krakeliger Schrift in ein Schulheft gebannt wird? Der, an dem sich der heranwachsende Mensch zum ersten Mal mit dem Gedanken trägt, ob die Schriftstellerei was für ihn wäre?

Vermutlich sind das alles irgendwie die Anfänge. Denn so oder so ähnlich ist es nicht nur bei mir gewesen. Ich lese es auch immer wieder in den Interviews meiner Kollegen. Was uns gemein ist, ist der dringende Wunsch, Geschichten zu erzählen. Geschichten, die in unseren Herzen entstehen und die unsere Phantasie zum Leben erweckt und die wir versuchen, mit wortgewandter Finesse aufs Blatt zu bannen.

Somit sind das irgendwie alles Anfänge. Und so, wie es mit diesen Schritten angefangen hat, so zieht es sich dann auch weiter.

Denn das Geheimnis zu erfolgreichem Schreiben ist simple: Es gibt keines.

Man kann für sich definieren, gut schreiben zu wollen, außergewöhnlich, oder auch in einer gewissen Zeit ein gewissen Projekt abgeschlossen zu haben. Man kann Unterhaltungsliteratur oder dann doch die hohe Kunst der E-Literatur verfolgen. Doch man muss einen Gedanken aus seinem Kopf verbannen: “Wenn ich ein gutes Buch habe, ist es egal, wie introvertiert ich bin, die Leute werden es schon entdecken. – Ansonsten war ich nicht gut genug.”

Ja, ernsthaft, das ist der Stolperstein, an dem sich viele Autoren aufhängen, messen und dann teilweise verzweifeln. ( Und wer sich jetzt fragt: Japp! Been there – done that – bought the T-Shirt!)

Dieser Gedanke hat mich lange Zeit davon abgehalten, meinen Stern abzuschließen. Ich hatte Kontakt mit einigen Verlagen. Ich hatte schon verstanden, dass aus kaufmännischer Sicht ein unbekannter Autor und ein Dreiteiler als Debüt einfach nicht zusammengehen. Und obwohl ich wusste, dass mein Schreiben ankam, selbst bei Leuten vom Fach, hat mich die Vorstellung blockiert: Was wäre, wenn …?

Was wäre, wenn ich nicht sofort über Nacht berühmt werde?

Einzig logischer Schluss: Es wäre die Ansage an mich, dass ich doch nicht wirklich gut genug bin. Die unumstößliche Gewissheit, dass ich schlecht schreibe, dass ich nichts in der Riege echter Autoren verloren habe. Ein Mahnmal meines Scheiterns.

Doch dann habe ich mir immer wieder vor Augen gehalten, was für Bücher sich auf den Bestsellerlisten tummeln. Und nein, geben wir es ehrlich zu: Das sind nicht immer die literarisch hochwertigsten. Also fragt man sich doch: Wie kommen die dahin?

Mit Geduld, Beständigkeit und dem Wissen, was sie sind und wen sie erreichen wollen.

Ja, schaut nochmal nach oben. Lest den Satz nochmal.

Und nochmal.

Und jetzt ein drittes Mal.

So. Verinnerlicht? Nein? – Na gut. Zugegeben, bei mir ging es auch nicht so schnell. Es gab gefühlt Tausende solcher Gespräche wie dieses hier:

MarketingDemonfromHell (MD im Folgenden): “Meld dich mal in der und der FB-Gruppe an und stell dich mal vor.”

Ich: “Warum sollte ich das tun?”

MD: “Du willst doch, dass die Leute dein Buch kaufen.”

Ich: “Ich will, dass die mein Buch LESEN! Die meisten schreien doch eh nur bei irgendwelchen Glitzi-Covern, werfen sie auf ihren SuB und dann liegt es da.”

MD: “Der Weg ins Herz eines Blogers führt über seinen SuB.”

Ich: “Aha. Aber warum muss ICH mich dann vorstellen. Die sollen sich für MEIN BUCH interessieren. Ich würde am liebsten unsichtbar bleiben.”

MD: Na, aber die Leute kennen dich nicht. Sie wissen nichts über dich. Nicht, wer du bist, wie du tickst, wie du schreibst.”

Ich: “Letzteres könnten sie ändern, wenn sie mein Buch lesen. Ich will nicht mein halbes Privatleben öffentlich legen müssen.”

MD: “Musst du auch nicht. Erzähl das, was du erzählen willst. Wir könnten ein Interview machen.”

Ich: “Wer will denn ein Interview von MIR lesen. Mich kennt doch keiner.”

MD: “Merkste was?”

 

25 Monate, 9 Interviews und eine Buchmesse später kann ich darüber nur noch lachen.

Denn MD hatte recht. In einfach allem.

Leser wollen unbekannte Autoren schon entdecken. Aber dafür braucht es ein paar Dinge:

  1. Sie müssen wissen, dass man existiert.
  2. Sie müssen wissen, dass mein Buch existiert. Welches Genre, welcher Stil, welche Richtung.
  3. Dafür muss ich eine ZIELGRUPPE definieren. (Für den Stern fiel mir das schwer. Es ist ein so komplexes Werk, dass ich lange überlegen musste, bis ich zu dem Schluss kam, welche Art Leute ich erreichen will: Träumer, Querdenker, Weltverbesserer, Menschen mit einem Sinn für tiefgründige Geschichten, die in eine neue Welt führen, ohne dabei die eigenen Welt aus dem Blick zu verlieren.)
  4. Dann braucht man den unbedingten Glauben ans eigene Werk. – Die Zweifel sind da. Macht euch keine Illusion. Aber sucht euch eine Kritik von einer neutralen Person. Eine Rezension, eine Kritik, irgendwas, anhand dessen ihr euch ehrlich bewertet gefühlt habt. Und wenn der Zweifel zuschlägt: Lest es wieder und wieder. – Für mich war es dieser Brief, der alles verändert hat.
  5. Wenn ihr das alles habt, dann seid ihr immer noch nicht am Ziel. Denn nun müsst ihr Geduld mitbringen. Es ist harte Arbeit und erfordert viel Zeit, sich unter all den Schreibern da draußen einen Namen zu machen.
  6. Immer noch nicht am Ziel? Schreibt weiter. Gebt nicht auf. Schaut, was ihr besser machen könnt. Und oft ist die Antwort nicht “Ein besseres Buch schreiben”, sondern schlicht, eure Bücher den richtigen Lesern vorsetzen.

Zusammenfassend kann man sagen: Einen richtigen Weg gibt es nicht. Einen goldenen auch nicht. Es gibt nur euren Weg. Aber dafür müsst ihr aus eurem Elfenbeintürmchen herauskommen und in die Welt gehen. Dahin, wo die Leser sind, die ihr gern erreichen wollt.

Zum Schluss bemühe ich damit auch einen der Größten unter den Fantasy Autoren, denn vielleicht stellt der eine oder andere dabei fest:

Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.

Im Moment stehe ich auf dieser Straße, staunend, wenn ich bedenke, von wo ich komme, und wo es mich bereits hingetragen hat und vor allem frage ich mich, wo es mich hintragen wird. Aber keine Sorge: Das erzähle ich euch alles hier. 🙂

Einen guten Start in ein wundervolles Sommerwochenende wünscht euch

 

Eure Sylvia