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Von Zombies, Feen und der Partyplanung für einen noch unentdeckten Stern …

Es ist Donnerstag früh. 

Donnerstage tendieren bei mir dazu, ruhig und gelassen anzufangen und bis zum Abend in maximalem Stress zu gipfeln. Warum das so ist? – Keinen Plan. Donnerstage sind vom Ablauf nicht anders als Montage auch. Von der Mini-Fee geweckt werden, mit ihr zusammen Tom von seinen nächtlichen Abenteuern reinlassen. Futter machen,eine große Schüssel für Tom ein kleine für Fee. Am Ende wird sie allerdings aus seiner mitfressen und er es geduldig wie immer zulassen. 

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Tom+Fee beim Frühstück

In der Zeit mache ich ein bisschen Yoga. In der Zeit gibt es für mich ein bisschen Yoga. Ich weiß ja, dass Donnerstag ist und da muss ich echt all meine Nerven beisammen halten. Also einatmen – ausatmen – einatmen – OH NEIN! Gerumpel in der Garage!! Zombie ist wach. Also rüber und meinen alten Pflegefall versorgt. füttern waschen, alles sauber machen, danach läuft er mir sowieso in die Wohnung nach. Wenn wir beide Glück haben, dann ist jetzt grade halb sieben. Damit habe ich noch Zeit für meine Bücher und Zombie kann währenddessen auf meinem Schoß liegen und voll Wohlbehagen seinen Darth-Vader-Sound von sich geben. um halb acht ist dann Schluss und ich muss los zur Praxis. Op’s, Sprechstunde, Außenpraxis und diverse Notfälle sorgen dann schon mal dafür, dass ich vor acht oder neun nicht wieder zu Hause bin. Und selbst dann rufen mich noch einmal meine Geschichten. 

Diese Woche ist allerdings ist alles ein wenig anders. Seit Januar habe ich dieses Druck und Stress im Hinterkopf. Im November schon glaubte ich, die letzte Überarbeitung des Sternenstaubs geschafft zu haben. Nur das Ende. ZEHN letzte Seiten, die hatten noch gefehlt. Viel früher im Jahr wollte ich fertig sein, mich endlich anderen, neuen Projekten widmen, doch meine Muse hatte sich eine Schaffenspause genommen. Aber seit drei Tage ist alles rum. Die endgültige Version ist hochgeladen, der kreative Teil meines Gehirns ist wieder wie von der Kette gelassen. Ideen sprudeln frei und ungezügelt noch in jede Richtung. Und ich lasse sie. Manchmal halte ich ein paar Dinge fest. Aber üblicherweise ist das nicht meine Art zu arbeiten. 

Ich gehöre definitiv nicht zu den ‘Plottern’, die also ein genaues Schema für ihre Geschichte vorab notieren und dann diszipliniert Szene für Szene schreiben. Ich brauche das kreative Chaos. Diese sprudelnde Quelle, in der sich alle meine Figuren gleichzeitig miteinander und untereinander unterhalten. Einzelne Zitate, die mir besonders prägend für einen Charakter scheinen, bleiben dabei im Kopf haften. Szene spielen sich vor meinem inneren Augen ab. Es ist ein wenig wie Tagträumen, mit einer bestimmten Richtung. Und es passiert bei mir ständig nebenbei. Beim Vormichhintippen am Laptop, beim Musikhören, beim Frühstück. 

Mein Mann darf sich sehr oft den Satz anhören ‘Jetzt nicht, Schatz, ich bin grade nicht da.’ Obwohl ich vermeintlich nichtstunend im Wohnzimmer sitze. Da er es aber selbst kennt, das ungezügelte, urwüchsige kreative Chaos, aus dem die besten Ideen entstehen, gibt er mir dann meist nur lächelnd einen Kuss und setzt sich stillschweigend vor den eigenen PC. 

Worum sich das Chaos heute dreht? Mit wem die Muse spielen will? Naja, sie ist noch unentschlossen. Leonie und Fynn aus meinem ‘Axolotlkönig’ findet sie wahnsinnnig spannend, doch muss sie beide erst kennenlernen. Darum zieht sie sich immer wieder zurück um tolle Konzepte für die anstehende Release-Party meines geliebten Sterns zu konzipieren. Denn klar, das Gedankenkind, das sie und ich gemeinsam in den letzten anderthalb Jahrzehnten ausgebrütet haben, will sie natürlich auch in Zukunft noch begleiten, bis der Stern hoffentlich ein weithinsichtbares Licht in dieser Welt wird. 

Oh Schreck … schon fast halb acht! Nun aber Frühstücken und dann los. Liebe Muse, für den Rest des Vormittags musst du schweigen, denn jetzt, habe ich Wichtigeres zu tun. 🙂

 

Einen wundervollen Donnerstag,

 

Eure Sylvia

Ein ganz normaler Samstag

Es ist fast fünf. draußen ist um die Zeit noch alles dunkel. Woher ich dann weiß, dass fast fünf ist? – Mir hängen eineinhalb Kilo pelzbesetzte Zähne und Klauen an den Füßen.

Zeit zum Aufstehen, meint Fee! Draußen vor dem offenen Fenster ruft außerdem Tom. Ich gähne. Eigentlich würde ich gerne noch ein bisschen liegen bleiben. Einfach so gemütlich in den Tag reinschlafen und dann … AU! Nein, die Zahn-Fee lässt mich nicht.

Also schwinge ich die Beine über die Bettkante und gehe ins Bad. Da wartet als erstes Zombie auf mich. Unser alter Pflegefall. Jeden Morgen muss ich fürchten, es könnte der Tag sein, an dem ich ihn erlösen muss. Gestern Abend sah es ganz schlimm aus. Vielleicht habe ich mich auch deswegen vorm Aufstehen gedrückt. Jetzt kommt er mir entgegen getollt. Munter, als wäre nichts gewesen. Drei Tage hat er immer weniger gefressen, jetzt sind alle Schüsseln leer. Schnurrend streicht er mir um die Beine. Wobei Schnurren bei ihm nichts anderes bedeutet, als dass er einen Darth-Vader-Röcheln hören lässt.

Ich freue mich trotzdem. Ich habe das Geräusch ein bisschen vermisst, denn es heißt, es geht ihm gut, und er will doch noch einen Tag bei uns bleiben. Also Bad putzen, Zombie füttern. AU! Attacke von hinten, in die Ferse. Fee will jetzt aber wirklich bespaßt werden. Sie und Tom sind auch fertig mit Frühstück. Tom will raus. Fee will mit. Ich lasse beide.

Fee ist eigentlich eine vorsichtige Katze. Klug und ein bisschen ängstlich. Sie wird sowieso nur drei Schritte vor die Tür laufen. Dann kommt sie wieder. Doch falsch gedacht. Sie schnuffelt auf dem feuchten Asphalt. Der leichte Nieselregen scheint ihr nichts auszumachen. Dann tastet sie sich vorsichtig zum Nachbargrundstück durch. Tom sitzt auf der Mauer und beäugt sie.

‘Da hast du mir ja jetzt was aufgehalst’, scheint sein Blick mir zu sagen. Und damit macht mein Riesenkater einen Satz und ist schon bei der Minifee. Er stupst sie an und ich kann förmlich sehen, wie das erste Mal die Abenteuerlust in den kleinen Schieleaugen blitzt. Damit sehe ich Tom und Fee davonziehen.

Ein wenig habe ich Angst um sie. Aber so eine kleine Katze braucht die Freiheit. Außerdem hat sie ja ihren großen Beschützer dabei. Ich schaue neben mich. Zombie sitzt bei meinen Beinen, schaut den zweien ebenfalls nach. Dann rennt er wie angestochen die Straße runter, dann wieder rauf. Ja, er will noch einen Tag bei mir bleiben.

Als ich ins Haus gehe, folgt er mir wie immer auf dem Fuß. Ich schaue auf den Wecker. 6.18 Uhr. Na toll!! Und ich bin jetzt wach. aber dann kann ich genauso gut auch ein bisschen schreiben.

Ein schönes Wochenende,

Eure Sylvia

Tom und Fee
Tom und Fee