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Märchenralley 2018 – Halt im Auquarium

Kein Sommer ohne Märchen

 

Und kein Märchensommer ohne eine spannende Ralley hin zu allen Blogs, die sich den Märchen genauso verschrieben haben wie Anne. Dieses Jahr sind wir schon in Runde 4 angekommen, und ich sehe schon von weitem die rauchenden Köpfe.  (Wer den Anfang noch nicht kennt, der kann mit der Rätseljagd hier beginnen.)

Lurchizitat 08

 

Aber kommt! So schwer waren die Fragen bis zu mir ja nun nicht … oder?

 

Na, da trifft es sich doch gleich, dass ich euch zum Abkühlen zu einem Sprung ins Aquarium einlade, denn da spielt mein Fantasy-Märchen “Der Axolotlkönig”. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Geschichte an den Froschkönig angelehnt und  genau darum bin ich die Station Froschkönig ;).

Awarenessdays 9

Ich habe lange überlegt, was ich euch kleines, feines mitbringen könnte, damit der Beitrag nicht nur ganz trocken wird und habe mich für die verschiedenen Varianten des Covers entschieden. Die, die das Buch kennen, wissen, die mittlere wurde letztendlich gewählt, aber sicher würde mich interessieren, ob ihr das alle genauso seht, oder ob euer Favorit nicht eine der anderen gewesen wäre. 😀

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Lasst mir gerne einen Kommentar da und viel Glück bei der Ralley. Ein Exemplar meines Buches ist natürlich auch unter den Gewinnen.

 

Und damit kommen wir zum Wichtigsten:

 

Mein Buchstabe für euch ist ein D.

 

Und meine Frage lautet wie folgt:

Welche Figur tritt im Froschkönig auf?

 

A) Wenn ihr glaubt das war Der Großwesir dann huscht mal hinüber in die Märchenspinnerei und lasst euch da den nächsten Buchstaben zusammenspinnen.

B) Wer sich sicher ist, das kann kein anderer sein als Der Ritter Kunibert werdet ihr mit ihm zu eurem nächsten Buchstaben bei Julia reiten können.

C) Und wer meint, es müsse sich um den  eisernen Heinrich handeln, der findet bei Sabrina seinen nächsten Buchstaben.

Rallye-Banner

 

Fynn und Leonie drücken euch alle Finger und Flossen und hoffen, wir lesen uns mal wieder.

Auf bald im Aquarium oder jeder anderen meiner phantastischen Welten.

 

Eure Sylvia

 

 

Der Deutsche Phantastik Preis 2018 – Eine Überraschung der Extraklasse

banner DPP

Es gibt Tage, da verliert man. Und es gibt Tage, da gewinnen die anderen.

 

So oder so ähnlich fühlt sich Autorendasein an gefühlt 300 von 365 Tagen an. Man hat sein Wortsoll nicht geschafft. Oder man hat schon wieder viel zu viel Zeit mit Marketing verbringen müssen. Oder irgendwer hat die neue Idee zerrissen, in die man grade ganz verliebt war, und jetzt kommt einem alles ALLES ALLES, was man macht nur noch oberflächlich und leer und unnütz vor und man fragt sich: Warum eigentlich?

Dafür, dass nur jeder 1000ste Leser eventuell und vielleicht mal ne Rezi schreibt? Dafür, dass man sich immer und immer wieder fragen lassen muss, ob man denn wirklich ein echter Autor ist? Sei es von Zeitungen, von Buchläden von Verlegern. Sprich, man fühlt sich oft einfach nur unendlich unzureichend in dieser Branche.

 

Und dann gibt es Tage wie diese

axolotl-Plakat 2018 Antho-Plakat 2018

Holler-Plakat 2018 Schuhe-Plakat 2018 Sohn-Plakat 2018

 

Tage, an denen man erst über die sozialen Netzwerke erfährt, die eigene Antho hat es auf die Longlist des DPP geschafft. Wow! Freude. Stolz. die Märchenspinnerei hat eine Wertschätzung erfahren, die in dieser Branche echt was bedeutet. Man arbeitet also weiter vor sich hin und denkt an nichts Böses, bis man dann abends endlich selbst einen Blick auf die Liste der Nominierten wirft.

… und fast mit Schnappatmung vom Stuhl fällt.

Nicht ein Titel der Spinnerei oder zwei stehen auf der Liste. Nein. 5. In Worten F Ü N F!

Fünf Büchern an denen ich selbst im vergangenen Jahr mit gemacht habe. Sei es als Autor, im Lektorat, als Mutmacher auf den letzten Metern vor der VÖ, als Coach eines ganz unverhofften Debüts oder als Herausgeberin einer Anthologie.

 

Die Märchenspinnerei – ein Herzensprojekt

 

Ich habe die Tage im letzten Jahr nicht gezählt, an denen ich mich fragte, warum und wofür, und ob es den Stress denn wert sei. Aber jetzt, jetzt, wo für mich Ruhe einkehrt und ich mit den letzten Vorbereitungen für Leipzig ganz entspannt wieder Zeit zum Durchatmen finde, ist diese Liste wie ein kleines Geschenk.

Ein Geschenk an die verrückte und wagemutige Gruppe, die sich zuzwinkert in einem Forum vor zwei Jahren beschloss: Lasst uns doch mal den Buchmarkt revolutionieren.

Dass es ne spinnerte Idee war, war uns allen klar. Die Arbeit viel zu viel, die Ziele zu ambitioniert und der Erfolg unwahrscheinlich. Und jetzt DAS.

 

Es ist zu schön, um wahr zu sein

 

… und doch ist es war.

Aber anders als jemals erwartet oder gedacht. … Ganz anders. 😉

 

Vielen Dank, dass ich das hier erleben darf.

 

Und klar, noch der Link, für alle die für eins unserer Bücher, oder auch jedes andere tolle Fantasy-Buch abstimmen wollen.

Abstimmung DPP-Longlist.

 

Eure Sylvi

 

Der Axolotlkönig – Bonusszene

Ein Ende auch für Leonie!

Meine Geschichte vom Axolotlkönig in der Märchenspinnerei beginnt und endet ja mit Fynn. Er ist immerhin der, der sich in einen Lurch verwandelt. Er war es auch, aus dessen Figur die ganze Geschichte überhaupt erst entstanden ist, und somit hatte von Anfang an beschlossen, dass ich mich (wieder einmal) gegen die gängigen Konventionen des Buchmarktes stelle.

Normalerweise sollten nämlich Geschichten, die aus der Sicht mehrerer Protagonisten geschrieben sind, immer mit dem weiblichen Part beginnen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr gut darin bin, solche Regeln geflissentlich zu ignorieren. Denn hey! Öfter mal was Neues.

 

Dann aber kam der Märchensommer,

den die liebe Anne von Poisonpainter ins Leben gerufen hat. ( Poison … ich komm immer noch nicht drüber weg! 😀 😉 )

Sie mochte den Lurch hat aber am Ende eine Szene schmerzlich vermisst. Wie nämlich hat Leonie ihren ersten Schultag erlebt nach all dem?

Darum bin ich noch einmal ins Aquarium getaucht und habe geschrieben. Für Anne. Für Leonie. Für euch, die ihr gerne hören wollt, was passierte, nachdem der Zauber brach, Fynn wieder ein Junge sein durfte und Leo sich endlich der Realität stellen musste.

 

Leonie

Schlussendlich sind wir bei der Geschichte geblieben, die Robby am Anfang für wahr hielt: Fynn hatte Stress mit seinem Vater, wollte daheim weg und nicht gefunden werden. Darum hat er absichtlich ne falsche Fährte gelegt und sich dann bei mir versteckt.

Meine Eltern waren natürlich erstmal fassungslos, denn das hätten sie von mir mit Sicherheit nicht erwartet. Doch Mambas Zauber hält noch ein bisschen vor, und so haben sie nicht allzu viele Fragen gestellt. Ich glaube, sie begreifen so langsam, dass es einfach eine Menge gibt, was sie über mich nicht wissen.

Mama hat sich tatsächlich einmal Urlaub genommen. Nur für mich. Auch Papa hat viele seiner Termine abgesagt oder verschoben und wir haben nun jeden Nachmittag ein wenig Zeit miteinander verbracht. Mit ihnen zu reden, von der Schule, den Lehrern, meinen Mitschülern zu erzählen, das tut gut. So zugehört hat mir zuletzt Oma. Mama war dann sogar mit mir in der Stadt. Wir haben eine neue Brille ausgesucht und ich war beim Friseur. Naja. Nichts aufregendes. Nur ein bisschen Schnitt für etwas mehr Volumen. Ich mag meine langen Haare schließlich, auch weil sie im gleichen Kastanienbraun leuchten wie Mamas.

Wenn Fynn in dieser Woche nachmittags vorbeikam, haben sie sich dann aber Gott sei Dank recht schnell verzogen. Manchmal haben wir was mit Robby und Mamba zusammen unternommen. Sind zum See gefahren, oder zur alten Fabrik. – Mamba hat auch versucht, Poison zu finden. Bisher aber ohne Erfolg – . Manchmal habe ich mit Fynn auch einfach nur zusammen in meinem Zimmer gehockt, Musik gehört und an meine violette Decke gestarrt, bis einer von uns ganz fürchterlich lachen musste. „Ob du es glaubst oder nicht, hin und wieder vermisse ich Kurt und Amy sogar“, zieht Fynn mich dann auf. Aber ich spüre, dass es nur halb im Scherz ist. Klar. Er hat vier Wochen hier gewohnt. Ein bisschen ist das jetzt auch sein Zimmer. „Meinst du, ich soll die Wände mal neu streichen?“ „Du könntest Schwarz nehmen“, ist sein Vorschlag und dann lachen wir beide wieder.

An diesem Montag streicht er mir schließlich mit den Fingern über die blassen Arme. An jeder meiner Narben bleibt er kurz hängen. Er schaut mich dabei nie an. „Sie sind nicht deine Schuld“, will ich ihm einreden. Aber wir beide wissen es besser. „Traust du dich morgen?“, fragt er schließlich, bevor er geht.

Ich sage wie immer „Mal sehen“, aber ich spüre, dass morgen ein guter Tag dafür ist.

Am nächsten Tag betrete ich mit wild pochendem Herzen den Schulflur. Ich habe getrödelt, darum bin ich zu spät. Im letzten Moment hätte ich mich beinahe umentschieden. Jetzt sehe ich auf meinen gelben Flaterrock und die türkisfarbenen Ärmel meines Oberteils.

‚Wie ein Papagei‘, tönt es hämisch durch meinen Kopf. Doch ich schiebe den Gedanken fort. Ebenso wie das Bedürfnis, die grauen Stulpen aus meiner Schultasche zu ziehen, die ich für den Notfall eingepackt habe. Auf meinen Handrücken sieht man die Ausläufer meiner Narben. Sie winden sich um mein Handgelenk und verschwinden in den Ärmeln meines Pulis. Zu übersehen sind sie nicht. Werden sie aber auch nie sein. Sie sind ein Teil von mir, und es ist besser, ich fange endlich an mit ihnen zu leben.

Ich schiebe meine neue Brille zurecht. Im Glas des Anschlagboards schaue ich noch einmal, dass die Haarspange mit dem Frosch gut sitzt. Fynn mag es, wenn ich die Haare hochstecke. Und ich mag es auch.

Bisher haben wir in der Klasse nicht breitgetreten, dass wir jetzt zusammen sind. Dafür brauche ich ebenso Zeit wie für alles andere. Ich hole tief Luft und gehe durch die leeren Flure zu meinem Klassenzimmer. Der Gong wird gleich die erste Stunde einläuten. Es ist gut, dass ich so knapp erst da bin, da muss ich nicht so viel mit den anderen reden.

Mein Blick wandert kurz zu meinem Handy. Ein bisschen fürchte ich, dass wieder Hashtags und fiese Nachrichten den Bildschirm zieren werden. ‚Die Brillenschlange ist wieder mal nicht da‘ ‚Wird langsam zur Blaumachschlange‘

Doch nein! Stopp!‘, ermahne ich mich. Immerhin war letzte Woche nachmittags ja auch ein Socialmedia-Gespräch mit einem Psychologen. Da musste ich Gott sei Dank nicht hin, denn sie haben auch von mir erzählt. Einfach, damit die anderen es wissen. Wissen, was sie da tun. Wissen, wie es ist. Es was notwendig, das weiß ich. Eigentlich ist es völlig verantwortungslos, dass sowas nicht eh auf unseren Stundenplänen steht. Aber trotzdem. Es fühlt sich komisch an.

Ich komme mit all diesen Gedanken im Kopf vor der Klassenzimmertür an. In der Scheibe spiegle ich mich ein letztes Mal. Ich, Leonie, mit den bunten Kleidern, der violetten Brille, der Ethnohaarspange und den Narben am Arm.

Gelb und Türkis. Die Farben der Ehrlichkeit und der Freude‘, höre ich Mambas Stimme in meinem Kopf und fühle mich gleich ruhiger.

Fynn zwinkert mir lächelnd zu, als er mich vor der Tür in Empfang nimmt.

„Bist du bereit?“, fragt er. Ich schüttle den Kopf. Dennoch öffnet er die Tür. Wann ist man jemals wirklich bereit dafür, das erste Mal man selbst zu sein?

Na? Was meint ihr? Lasst gerne einen Kommentar da. <3

Liebste Grüße,

Sylvia