Schlagwort-Archiv: Abenteuer

Tausend Wunder … und ein Tropfen Ghulspucke #3

Heute geht es endlich weiter mit meinen drei Möchtegern-Helden. Mal sehen, was so am Eingang der Grotte auf Zitara und Maljosh wartet. 🙂

Anfang verpasst? Ganz einfach: Hier geht es zu Episode 1. 🙂

 

Bevor seine Gedanken nun allerdings wieder zu jenem schrecklichen Abend wandern konnten, der mit ihm als zitterndem Bündel im Schlamm am Fuß der Klippe von Roxxor-Manor geendet hatte, den keuchenden, blau angelaufenen Ambros in den Händen, zog Zitara ihn energisch vom letzten Brett der Brücke runter und stieß ihn in den weit geöffneten Schlund der Grotte.

Für Sekunden war es um Maljosh herum nun so stockfinster, dass er die Hände vor Augen nicht sehen konnte. Unbeholfen wie ein Kind tastete er um sich und traf Zitara im Gesicht.

„He, pass doch auf!“, rief sie. Er gab ein polterndes Geräusch.

„Na toll, das waren die Fackel und der Feuerstein. Prima!“

Maljosh zuckte entschuldigend mit den Schultern, was Zitara natürlich nicht sehen konnte. Er bückte sich nach vorn, um nach den Sachen zu suchen. Sie hatte leider genau die gleiche Intension verfolgt. Ihre Köpfe stießen laut rappelnd an einander.

„Au!“, schrien sie gleichzeitig auf und das Echo ihrer Stimmen halte den Gang hinab.

„Hast du zwei linke Körperhälften oder wie?“, begann Zitara zänkisch. Maljosh wollte etwas sagen, bewegte sich in ihre Richtung doch sie zischte ihn augenblicklich böse an. „Halt! Was auch immer du gerade zu tun, zu sagen, zu denken vorhast. Lass es einfach. Augenblicklich. Beweg dich nicht. Rede nicht. Am besten hältst du die Luft an, bis ich die Fackel gefunden und angemacht habe.“

Der Gnom tat wie geheißen und Zitara kroch auf Knien über den felsigen Boden, bis sie endlich ihre Lichtquelle in die Finger bekam. Mit geübten Griffen ließ sie den Stein Funken schlagen und der warme, rötliche Schein ergoss sich in den dunklen Tunnel vor ihnen.

Maljosh holte einmal tief Luft. Zitara sah ihn ungläubig an. „Du hast nicht wirklich …“

„Du hast doch gesagt, ich soll nicht atmen.“

Sie rollte mit den Augen. „Folge mir. Und tu nichts. Fass nichts an. Sei mein Schatten. Nein, sei unauffälliger als mein Schatten. Das solltest du doch können.“

Maljosh nickte und sie stiegen über den unebenen, grob gehauenen Gang hinab in die Dunkelheit.

Für eine ganze Weile führte der Gang in sanften Windungen und Kurve stetig abwärts. Maljosh trottete gemächlich hinter Zitara her, die ihn gar nicht erst auffordern musste, einen gewissen Abstand einzuhalten. Er verkniff sich dabei auch jedwede Bemerkung über die auffälligen Kratzmarken in den Granitwänden, die auf den einen oder anderen Bewohner der Grotte schließen ließen. Nur bei einer sehr langen, sehr tiefen Narbe im Fels konnte der Gnom nicht an sich halten und musste Zitara einfach darauf hinweisen.

„Risse im Felsen kommen öfter vor“, gab sie entnervt zurück und wollte fragen, ob er denn noch nie in einem Berg gewesen war, doch Maljosh unterbrach sie neunmalklug: „Ein Riss, meine liebe Zitara mag ja angehen. Ein so tiefer Riss auch. Doch erstens ist er nicht in Bewegungsrichtung der Platten auf denen wir uns befinden. Und zweitens, leuchte mal da hin.“

Als sie ihn mit offenem Mund nur anstarrte und seiner Aufforderung nicht nachkam, drückte er gegen die Hand, mit der sie die Fackel trug, und der helle Schein fiel auf die Stelle unterhalb des Risses. Parallel dazu war ein zweiter, genau gleicher solcher Riss. Maljosh zog an ihrem Arm. Wütend stieß sie ihn fort, doch folgte ihre Bewegung der angedeuteten Richtung. Und ja, auch oberhalb zog sich eine tiefe Furche durch das Gestein.

Zitara schluckte. Maljosh brauchte es fast nicht mehr in Worte fassen.

„Ein Drache“, platzte es aus dem Gnom heraus.

Zitara nickte, wollte etwas erwidern, dann aber fasste sie sich wieder. Sie schüttete den Kopf und setzte eine versteinerte Miene auf. Sie war schließlich nicht zum ersten Mal hier, und sie wusste von den Gerüchten.

„Ja, das ist mir bekannt“, gab sie scharf zurück und Maljoshs Mund klappte augenblicklich wieder zu. „Ich bin durchaus schon öfter hier gewesen, und was glaubst du wohl, werden wir als letzte und mächtigste Zutat für den Wundertrank für deinen Ambros brauchen?“

Maljosh schüttelte den Kopf und trottete ihr folgsam wieder hinterher.

„Drachenschuppen, Dummerchen. Die machtvollste Zutat der Welt sind Drachenschuppen. Aber lass uns beten, dass es reicht, wenn wir auf Ebene vier ein paar Dagonkins ihre giftgrünen Brustschüppchen ausreißen, denn dem, der diese Krater in die Wand geschlagen hat, sollten wir tunlichst nicht begegnen.“

„Es muss auch schon eine Weile her sein. Die Spuren sind sehr verwittert. Ich wollte dich ja nur darauf hinweisen…“

„Danke, spar dir in Zukunft deine Spucke für.“

Sie bogen um eine Ecke und der Gang vor ihnen teilte sich und verlor sich in einem Labyrinth aus weiteren Gängen, die durch bläulich schimmernde Flämmchen an den Wänden gespenstisch erhellt waren. Die Zwergin legte den Finger an die Lippen und bedeutete Maljosh vorsichtig zu sein. Sie selbst tastete sich mit Zehen und Fingerspitzen weiter vor.

Maljosh dachte wieder an Zitaras Vortrag über Peregreins Gesetzt der Vorhersehbarkeit und kam zu dem Schluss, dass er sie ruhig noch eine Weile vorauslaufen lassen konnte, wenn das hier wirklich nur das erste Level war.

„Was genau brauchen wir eigentlich“, frage er, nachdem sie hinter drei weiteren Abzweigungen nichts als weitere endlose Gänge und noch mehr blaue Flämmchen gefunden hatten. Zitara wollte einmal mehr genervt herumfahren, schien es sich im letzten Moment allerdings anders zu überlegen, denn es machte durchaus Sinn, wenn sie ihn einweihte.

„Da ich davon ausgehen muss“, begann sie im Flüsterton, “dass ihr einen der mächtigst möglichen Bannzauber in allen sieben Königreichen abbekommen habt, brauchen wir die sieben Zutaten der Macht.“

“Zutaten der Macht?“

Zitaras Hand zuckte in Richtung ihrer Stirn, doch sie unterließ es, sich dagegen zu schlagen. Stattdessen erklärte sie betont geduldig: „Sieben Städte, sieben Königreiche, sieben Götter, sieben Türme am Palast der Ewigkeit. Jeder davon steht für einen Ring der Macht. Auch die Monster, das habe ich dir ja schon erklärt, lassen sich in diese Kategorien oder Machtkreise einteilen. Und für jeden dieser Machtkeise gibt es einen Vertreter, der quasi das Urbild dieses Kreises ist.

Lächerlich schwächlich aber in der Masse und gegen unbedarfte Freizeithelden absolut tödlich und darum unerlässlich für den ersten Ring: Die Ghule. Ein Tropfen ihrer Spucke wird genügen. Sie treiben sich hier oben in den Labyrinthe herum.“

Maljosh nestelte eifrig an seiner Tasche herum und zog einen kleinen Notizblock hervor.

„Ernsthaft jetzt?“, frage Zitara und ihre grünen Zöpfe, die im blauen Licht eher kränklich als giftig wirkten, begannen ungehalten zu wippen.

Maljosh ließ sich von ihrer brüsken Art jedoch immer weniger einschüchtern und schrieb mit filigraner Handschrift auf den Zettel: ein Tropfen Ghulspucke.

„Was noch?“

 

to be continued.

Tausend Wunder … für die Ohren!!

Ich bin schon öfter angesprochen worden, warum es meine Werke denn nicht auch zum Anhören gibt. Das hier ist ein Testlauf, noch mit ein wenig amateurhafter Technik, darum das viele Rauschen im Hintergrund. Aber ich wollte euch nicht länger hinhalten. (Mein neues Mic ist auf dem Weg 🙂 )

Vorhang auf für meine grüngelockte Zwergin und ihre Freunde, den Dieb – oh pardon- den Wertumverteiler Maljosh und Hamster Ambros.

 

Episode 1:

Namen bekommen Gesichter – Part 5 Dûrowinn, Prinz der gräsernen Steppe

Er ist der Sohn von König Melias und damit Kronprinz über das Reich der gräsernen Hügel, Arvindûras. Es liegt westlich genau zwischen den Landen der Elfen, welche direkt an die schwarzen Gletscher grenzen, und den Herzlanden, dem Hoheitsgebiet des Hochkönigs.

Die arvindûrische Kultur ist patriarchisch geprägt. Erbe ist immer der älteste männliche Nachfahre. Frauen gehören nicht in den Krieg und dürfen sich damit auch nicht für die Armee des Königs, die legendären Arvindûri, bewerben. Unter den Rekruten gibt es jährlich einen Wettstreit, aus dem nur die Besten als Sieger hervorgehen und das begehrte rote Band erringen, welches sie als wahre Krieger von Arvindûras zu erkennen gibt.

Die Arvindûor gehören außerdem zu den hochmagischen Völkern. Erwacht in einer Zeit, als die Herzen der Menschen noch Träume lebendig machen konnten, wurde ihnen die Magie der Erinnerung zuteil. Ihre Magie erlaubt es ihnen sich zu jeder Zeit in eine früher Phase ihres eigenen Lebens zurückzuversetzen und sich an jedes noch winzige Detail oder auch Gefühl zu erinnern. Manche sehr mächtige Arvindûor beherrschen diese Gabe sogar so perfekt, dass es ihnen möglich ist, anderer Wesen Erinnerung zu besuchen, oder sogar sichtbar werden zu lassen.

In diesem Volk und dieser Kultur, als einer der am höchsten geschätzten von ganz Erui, aufgewachsen, entwickelte der Prinz schon in sehr jungen Jahren ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Manche würden ihn als hochmütig bezeichnen, was ihm allerdings nicht gerecht wird.

Dûrowinn weiß, wer er ist, was für eine Verantwortung eines Tages auf seinen Schultern lasten wird und er nimmt die aufgaben eines Kronprinzen sehr ernst. Doch wirklich nur diese. In allen anderen Belangen lässt er sich von nichts und niemandem reinreden.

Sein Mutter soll im übrigen eine junge Dienstmagd gewesen sein, in die König Melias sich einst Hals über Kopf verliebte. Nach der Geburt des Kindes heiratete er sie, doch sie starb noch bevor ihr Sohn ein Jahr alt war. Somit kennt Dûrowinn seine Mutter nicht und er würde auch im Traum nicht daran denken, dass sein Vater ihn bezüglich seiner Herkunft belogen haben könnte.

Dûrowinn von Arvindûras
Sieht seinem Vater zum verwechseln ähnlich. Wer aber ist seine wahre Mutter?

 

Hier geht es zum nächsten Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Die ewige Herrin Gwendolyn.

Hier geht es zum vorigen Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Johannes

 

Namen bekommen Gesichter – Part 2 Martin

Heute geht es dann also mit Martin weiter. Die Zeichnungen sind ebenfalls von Dorothee Rund.

Charismatisch und gut aussehend, mit schulterlangem blonden Haar und umwerfend dunkelblauen Augen ist er von Anfang nicht unbedingt darauf ausgelegt, die Sympathien der Leser zu gewinnen. Fenia mag ihn nicht, er sie nicht. Dennoch kristallisiert sich heraus, dass sie irgendwie mal zusammen gewesen sind.

Das stumme Entlein, das später mal ein schöner Schwan wird, bekommt also den gutaussenhende Macho-Typen doch noch rum. Klischee olé!!!

Doch ganz so einfach ist es nicht, denn Martins auftreten hat eine Geschichte. Im Alter von fünf Jahren wurde er von Fremden im Wald gefunden, allein, offensichtlich ausgesetzt von Eltern, die ihn nie gewollte haben. Man bemühte sich zwar eine neue Familie zu finden, doch passt der Junge nirgends rein, bis er schließlich akzeptiert, dass es keine Liebe für ihn auf dieser Welt gibt und er ohnehin vom Leben bereits in eine Schublade gesteckt wurde, auf der ‘Versager’ drauf steht. Warum also nicht der rolle folgen, die eh unvermeidlich scheint. Schlechte Noten, häufig wechselnde Liebeleien, nie etwas ernstes. Doch dann lernen er und Fenia sich näher kennen…

Doch das Schicksal ist nicht gnädig mit Martin. Nie darf er lange in einer vertraut gewordenen Umgebung bleiben, nie wird er irgendwo wirklich zuhause sein, denn das Leben überrennt ihn immer wieder aufs Neue, zerrt ihn mit sich und lässt ihn immer neue Wege, auf die er nicht vorbereitet war. Bis er eines Tages den Mut hat, sein Schicksal selbst zu entscheiden und durch eine verbotene Tür zu gehen, die ihn zu seiner Bestimmung bringt.

Martin_Llewellyn

Wenn die Welt dich ablehnt, ist es schwer, dich selbst für dich anzunehmen. 

Worte, die Martin bis aufs Letzte verinnerlicht hat. 

Ob er letzten Endes die Größe hat, über sich selbst hinaus zu wachsen? 

Hier geht es zum nächsten Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Dave.

Hier geht es zum vorigen Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Fenia.

Namen bekommen Gesichter – Part 1 Fenia

Jeder Leser hat ja immer sein eigenes Bild von den geliebten Hauptcharakteren im Kopf. Nichtsdestotrotz war Dorothee Rund so nett, ihre Version von meinen Protagonisten mit ihrer außergewöhnlichen Begabung für Gesichter zu Papier zu bringen. Ich möchte euch in den kommenden Tagen diese tollen Skizzen zeigen und euch dabei immer eine Person näher vorstellen.

Anfangen werden wir heute mit Fenia.

Auch wenn Sie erst im zweiten Teil des ersten Buches stärker zur Geltung kommt und die Handlung einen Blick auf ihre Erlebnisse wirft, ist sie doch das tragende Element meiner Geschichte. Dabei bleibt Fenia im allerdings noch ein wenig kühl und unnahbar. Wir erleben ihre Abenteuer in Erui und sehen ihre Entwicklung, doch lässt sie uns in Teil eins noch nicht ganz in ihre Gedanken und ihr Herz.

Das ist so gewollt, denn von all meinen Charakteren macht sie die größte Entwicklung durch.

Ein hübsches Kind war sie, das zu einem blassen, stillen und verträumten Teenie heranwuchs, sich hinter dem Wunsch versteckend, einfach wie alle anderen sein zu können, obwohl sie tief in ihrem Herzen weiß, dass sie anders ist.

Fenia_jünger

Fenia mit 14, blass verträumt, naiv, unscheinbar, lässt sie nicht einmal ihre Eltern sehen,

wie es in ihrem Herzen aussieht.

Ein bitterböser streit mit Martin, in dem sie ihr Leben bedroht sieht, fördert schließlich zu Tage, was wirklich in ihr steckt und in Erui lernt sie, dass ihr Potential scheinbar keine Grenzen kennt, bis zu dem Tag, an dem sich alles ändert …

Fenia_älter

Als Fenia vier Jahre später nach Hause zurückkehrt, ist aus ihr eine wunderschöne

doch verschlossene junge Frau geworden.

Wie weit der Weg durch die Welt hinter den Schleiern sie wirklich führt, wird Stück für Stück erst im Laufe aller drei Bände enthüllt. Aus dem unbedarften Wunderkind, dem alles zuzufliegen scheint, wird somit im Laufe der Geschichte eine starke junge Frau, die bis an die Grenzen ihre Fähigkeiten getrieben wird, und sogar darüber hinaus. Ob ein Herz davon unversehrt bleiben kann, oder nicht, ob solche Erfahrungen eine Seele in den Schatten reißen, das wird sich erst zeigen, wenn der Stern von Erui zu Staub zerfällt …

Hier geht es zum nächsten Beitrag der Reihe ‘Namen bekommen Gesichter’: Martin.

Die Blogtour kommt zu ihrem Höhepunkt

Hallo ihr Lieben,

 

heute, am sechsten Tag erreicht unsere Blogtour ihren Höhepunkt. Unsere kleine Geschichte hat uns einmal von der Verhörstube des Kommissariats bis in die Hallen des Hohen Schlosse geführt, wo wir uns von unserer Reise erholen dürfen, bis der Hochkönig selbst sich am Abend die Ehre gibt.

Ich habe euch hier nochmal alle Tage der Tour zusammengesucht, damit ihr sie schön auf einen Blick habt. Morgen muss ich selbst dann auf Susannes Blog noch einmal ran und euch ein wenig von mir berichten. Wenn wir euch mitreißen konnten, dann wartet am Dienstag bei Tine ein tolles und kreatives Gewinnspiel. Es geht nicht nur um richtige Antworten, sondern auch darum, was euch auf dieser tour am meisten bewegt hat.

Ab Mittwoch werde ich dann mein Versprechen halten und euch den ersten Band vom Sternenlied zum reduzierten Preis auf Amazon.de zur Verfügung stellen. Über viele Leser und natürliche viele neue Bewertungen und Meinungen sowohl auf Amazon, als auch hier, würde ich mich wahnsinnig freuen.

 

Wo der Stern von Erui strahlt:

Tag 1 “Im Verhörzimmer des Kommissars”

Teil 1

Teil 2

Teil 3

 

Tag 2 “An den Hängen der Schattengletscher”

Teil 1

Teil 2

 

Tag 3 “Beim Orden der Sonne und des Mondes”

Teil 1

Teil 2

Teil 3

 

Tag 4 “Arvindûras – Königreich der gräsernen Hügel”

Teil 1

Teil 2

 

Tag 5 “Die Legenden des singenden Waldes”

 

Legenden

 

Tag 6 “Im Schloss des hohen Königs”

Teil 1

Teil 2

Teil 3 – Zu Tisch an der Tafel des Königs

 

Tag 7 “Die Schicksalsweberin von Erui”

 

Tag 8 “Einen Stern gewinnen!”

 

 

Blogtour “Der Stern von Erui” Tag 2

Üblich ist es ja nicht, dass Autoren während Blogtouren auf ihre eigenen Homepages laden. Doch wie Sabrina gestern schon mitteilte, hatten wir einen Ausfall in unseren Reihen. Statt unser Programm nochmal ganz umzuwerfen, haben wir uns dafür entschieden, dass es einfach hier weitergeht.

Unser Kommissar musste sich ja gestern einiges anhören, doch statt Antworten hat er nur weitere Fragen gefunden.

Wohin es ihn verschlagen hat?

Lest selbst. Eins kann ich euch versprechen. Es wird magisch und mystisch!

 

 

Es war lange dunkel um mich. Mein Denken setzt nur langsam wieder ein. Ich schüttle benommen den Kopf. Für einen Moment frage ich mich, ob diese Fenia einfach eine gefährliche Irre ist, die sich die Hälfte ihrer Verletzungen selbst zugezogen hat, oder ob ich sie eine Heldin nennen soll, weil sie sich zwischen dieses Ding und mich geworfen und dabei ihr Leben riskiert hat. Im nächsten Moment wird mir dann bewusst, dass beide Gedanken völlig abstrus sind. Eine junge Frau mit einem schweren Trauma, die plötzlich aus dem Nichts eine Waffe beschwört und seltsame Schattenwesen … Das alles ist wohl meinem überreizten Geist zu verschulden. Ich öffne die Augen und erwarte, mein Büro mit dem üblichen Chaos auf dem Schreibtisch und den ungeordneten Akten des Falles Fenia Edani vorzufinden.

Irrtum!

Meinen schmerzenden Augen offenbart sich ein Licht, so hell, wie ich noch nie eins gesehen habe. Das muss der Tod sein, denke ich. Dann denke ich, Blödsinn. Dann denke ich gar nicht mehr, denn was ich sehe verschlägt selbst meinem Inneren Kommentator die Sprache.

Ich befinde mich auf eine Wiese in einem Flusstal. Ein kalter Wind geht. Der Himmel ist so trüb, dass mir schleierhaft ist, wieso das Licht sich so hell und klar anfühlt. So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht wahrgenommen. Der Fluss ist über eine weite Strecke zugefroren, was kein Wunder ist, denn er scheint direkt aus diesen düsteren Bergen zu kommen, die schwarz und drohend vor mir aufragen. Jene Gipfel, die ich sehen kann, scheinen von ebenso schwarzem Eis bedeckt, der Rest hüllt sich in dunkle Wolken durch die blutrote Blitze zucken.

DIGITAL CAMERA
Immerfrühlingswald

 

Vermutlich wäre das genau der Zeitpunkt, wo ich mich kneifen sollte.

Autsch!

Ja, ich bin wach. Zumindest gaukelt der Traum mir das vor. Ich stehe auf und stolpere vom Flussufer weg. Hinter der Hügelkuppe kommt schließlich ein Wald in Sicht. Er liegt in den Ausläufern der schwarzen Gletscher eingebettet. Entgegen jeder physikalischen, biologischen und sonst irgendwie gearteten Regel steht er im saftigsten Grün, gespickt mit weißen, rosa und goldenen Blüten.

Das ist meinen Kopf zu viel. Ich überlege, ob ich mir gestern Abend vielleicht ein Glas Wein zu viel genehmigt habe. Dabei trinke ich nicht mal regelmäßig. Wozu auch? Meist bin ich allein.

“Gut, ich spinne”, stellen meine Gedanken als nächstes fest. Doch bevor ich dazu komme, diesen Gedankenfetzen weiterzuverfolgen, drängt sich eine andere, eine fremde Präsenz in meinen Schädel. Es ist keine Stimme in mir, oder irgendein Teil meines Unterbewusstseins, der sich bisher noch nie zu Wort meldete, nein, es ist eindeutig ein anderer Geist.

Willkommen in Erui, Menschengeborener“, sagt sie.

Menschengeborener?“, denke ich. „Wer drückt sich denn so umständlich aus. Was bitte sollte ich sonst sein?“

Ein Kind dieser Welt.“

Haha! Diese Welt … Mein Kopf legt es wirklich drauf an mich zu veräppeln”, denke ich

Das ist nicht zum Lachen. Es ist leider bitter ernst, und dass du es weiterhin leugnest, macht es nicht besser.“

Ich stutze und versuche nichts zu denken, denn verdammt, das Wer-auch-immer ist in meinem Kopf, eindeutig. Verwirrt blicke ich mich um.

Tatsächlich steht da jemand in einigem Abstand von mir. Direkt vor diesem seltsam frühlingshaften Wald.

Was zum Geier bist du denn?“, denke ich und registriere gerade noch, wie unhöflich das war vor jemandem, der meine Gedanken lesen kann.

Ich spüre so etwas wie eine Aura des Verzeihens durch mich gleiten. Anscheinend nimmt es mir meinen unkontrollierten Gedankenfluss nicht übel. Die Frage war dennoch blöd. Es hat vier Beine, einen Körper und einen Kopf wie ein Pferd. Es hat ein goldenes Horn auf der Stirn und goldene Hufe. Was wird es also sein?

Der Kandidat bekommt hundert Gummipunkte“, denke ich und bin damit wieder unhöflich.

Du bist verwirrt, Mensch. Aber das ist natürlich. Deinesgleichen glaubt nicht an uns. Ihr habt eure Träume, eure Hoffnungen, eure tiefsten Wünsche schon so lange aus eurer Welt gebannt, dass ihr sie verleugnet selbst noch, wenn ihr mittendrin steht.“

Es seufzt. Klingt da ein wenig Wehmut mit?Einhorn

Nein, Menschengeborener. Denn so etwas kenne ich nicht.“

Aha

Ich bin ein Einhorn, ein Ewiger Fürst von Erui. Meine Sphären sind die Schleier und das Wissen. Wobei beide tief miteinander verwoben sind, aber das musst du nicht begreifen.“

Kann ich auch gar nicht, denn das ist mir zu kompliziert. Ich wundere mich nur, weil ich immer dachte Einhörner müssten weiß oder silbern sein oder regenbogenfarben oder so. Die Mähne und das Fell von diesem hier sehen allerdings aus wie Feuer. Wie das Licht der …

„ … aufgehenden Sonne, die sich in den ersten Tautropfen des Morgens fängt“, beendet es meinen Gedanken.

Ich stutze.

Nun, Mensch, das ist die Essenz aus der ich gemacht bin. Doch ich sehe schon, da sind zu viele Fragen in dir, zu viele Zweifel. Darum lass mich dir erklären, wo du bist. Lass es mich in den alten Worten singen.“

Noch bevor ich etwas sagen, fragen oder gar protestieren kann spüre ich, wie mein Geist hineingezogen wird in den des Einhorns. Ich befinde mich auf einmal wieder in völliger Dunkelheit. Nein, nicht Dunkelheit, denn nicht mal die ist anwesend. Mir wird klar, dass dies hier das Nichts ein muss. Ich staune. Ich bin sprachlos. Gedankenlos. Ich bin nicht. Nichts ist.

Dann beginnt es:

Unbekümmerter Tag aus Licht und Frieden

Gebiert den ersten Traum von Gottkinder Art.

Menschen geschaffen im Bilde des Einen,

Haben selbst nun gelernt neue Welten zu schöpfen.

Nichts und abermals Nichts ist gewesen

In Sphären so fern von der sterblichen Welt.

Kindertraum zerreißt die Stille.

Das erste Herz erwacht im glitzernden Funkeln ewiger Nacht. 

Das Blau wird zu Schwingen, Sterne zu Augen,

Ein Herzschlag, der nach Leben schreit.

Urgewalt zum träumenden Himmel sich erhebt

Thoran2

In Gestalt des Ersten von allen.

Thoran, Blau der Nacht, Herzschlag der magischen Welt

Dein Weg führt dich, dein Geist lenkt dich.

Über den Irdonîn, Drachenberg, weit im Südosten,

Sollst Gebieter du sein, bis hin zu dem Tag,

Wenn dein Herz seine Pflicht erfüllt,

Schlagend in einer sterblichen Brust.

Dein Schicksal verkündet, erfüllt dich mit Angst.

Mächtig genug ein Drachenherz zum Beben zu bringen.

Dein Wehklagen hallt durch die Weite des Himmels.

König allein, König von allem, König dem Tode geweiht!

Der Traum der Menschheit erbarmt sich deiner.

Dein Schrei verhallt nicht ungehört.

Goldener Bruder aus goldenem Glanz im Licht der Sonne geboren.

Tau auf den Wiesen, kühl und weise,

ohne Gefühl, doch voll vom Wissen der Welt.

Sie, die so alt sind wie du und doch so anders.

Sie, die Hornträger, die Schleierfürsten

Geträumt von den Menschen als Yang eures Yings.

Drachen und Einhörner – Macht und Weisheit.

Ewig verbunden, niemals vereint.

Von den Gletschern des Westen, in Wolkendecken gefangen,

gleißend, prächtig, unüberwindlich,

bis hin zu den schwefeldampfenden Bergen am anderen Ende der magischen Welt.

Im Norden das Land, kühl und klar, Heide und Wind.

Meeresbrandung mit wütenden Fäusten,

die gegen die hohen Klippen schlägt.

Windland – Feenland!

Sumpfland, gegeben Kindern der Erde, des Flusses der See.

Den ewigen Fürsten des Anbeginns sollen sie folgen.

Völker so zahlreich an Wesen und Geist.

Gleich den Menschen, gleich ihren Träumen,

Wild, frei, ungezähmt.

Gesittet, gezügelt, voll Stolz und voll Adel.

Wälder inmitten von Wäldern, Hügel umgeben von Hügeln,

Im Norden von Bergen, die trennen den Süden

Ab von der See.

Alles wird blühen, alles wird glühen im Licht des Lebens,

Der Menschen Träumereien.

Doch wo Frieden lebt, lebt Krieg.

Herzen voll Schatten, Herzen voll Gier.

Die Lande im Westen, unberührt und rein

Sie saugen auf das Blut von ungezählten Schlachten,

Die in der Menschenwelt gefochten.

Zu Schatten gerinnt, was als Hass dort beginnt!

Goldene Welten stürzen. Große Könige kommen.

Machtvolle Zauber halten die brechenden Säulen einstigen Friedens.

Edin, Insel der Fürsten, vor den Küsten im Norden,

Von dir wird sie kommen, zu dir wird sie finden

Die Eine, die den Schatten begreift.

Sie wird ihn umarmen, sie wird ihn besiegen.

Eines davon, nicht beides zugleich.

Ihr Schicksal soll dein Schicksal sein.

Ein König von alten und neuem Blute zugleich,

Ein König, geboren Gar’Erui,

Ein König von Menschengeist,

Er wird den Funken zünden, oder ersticken,

Die Flamme die den Stern allein strahlen lässt.

Gar’Elahad – Gar’Erui

Schwestern, Neider, Geliebte.

Einander umspielend, getrennt nur von Nebel.

Nebel der fließt und lebendig

durch jede Vene strömt.

Die Sprache, in der dieses Lied gesungen ist, kommt mir seltsam vor, obwohl ich sie verstehe. Es ist wie etwas Altes, Urreines in mir. Als könne ich förmlich sehen, wie unter dem Klang der Tönen einst aus Träumen diese hier Welt gewachsen ist.

Ein Welt, die, soviel habe ich verstanden, früher oder später dem Untergang geweiht ist.

Die Tage der Schöpfung sind lange her.  Die Tage des Schattens sind dreimal gekommen. Zweimal haben wir uns wehren können. Diesmal wird sich unser Schicksal entscheiden. Und damit auch das jener, die uns einst erträumten.“ höre ich Lykills Gedanken.

Ich stehe da und kann nichts sagen. Nicht einmal denken. Ich muss erst begreifen, was mir dieses Wesen erzählt.

 

 

Damit schicke ich euch in den Tag. am Nachmittag gegen drei wird es weiter gehen und Fürst Lykill wird euch die Lande Erui zeigen und ein wenig darüber erzählen. Also verpasst es nicht 🙂

folgen könnt ihr der Blogtour übrigens am besten hier auf Facebook über die Seite des Sterns von Erui.

Wer jetzt schon neugierig auf das Buch ist kann sich auf der eigentlich Seite dazu gerne umschauen 🙂 Fühlt euch frei durch den Blog zu stöbern.

 

Drachenkralle: Die Klaue des Morero

Ein tolles Jugenfantasybuch möchte ich euch hier ans Herz legen. Ich habe es noch nicht ganz durch, doch es ist bezaubernd geschrieben.

Wem die Leichtigkeit und der Stil von Tonke Dragts ‘Der Brief für den König’ gefallen hat, wird das hier mögen.

 

Klappen Text:

Als ihr Dorf angegriffen wird, zögern Simon, Katharina und ihre Drachengefährten Maya und Maro nicht lange, es zu verteidigen. Doch die Angreifer bringen eine dunkle Botschaft mit sich: Ihr Herr Igor ist auf der Suche nach der Klaue des Morero einem Machtobjekt, mit dessen Hilfe er sich die gesamte Menschheit untertan machen könnte! Den vier Freunden ist klar: Wenn sie nichts unternehmen, sind sie alle verloren. Gemeinsam brechen sie auf, um die Klaue des Morero vor Igor zu finden und ihn aufzuhalten. Auf ihrer Reise erwarten sie Abenteuer, Gefahren und neue Freundschaften, doch Igor ist entschlossen, sie aufzuhalten, und ihre Suche wird zum Wettlauf gegen die Zeit ..